Was ist der Unterschied zwischen normalen und glutenfreien pizzamehl?

Glutenfreier Pizzateig: Genuss ohne Reue

09/03/2023

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Willkommen zu einem weiteren „Waldi will’s wissen“-Beitrag. Waldi wollte wissen, wie man einen glutenfreien Pizzateig zaubert, der nicht nur gut aussieht, sondern auch gut schmeckt. Das geht? Ja, das geht tatsächlich, und wir zeigen dir genau, wie und worauf du unbedingt achten solltest. Glutenfreie Teige haben oftmals den Ruf, dass sie pappig schmecken und wenig mit Genuss zu tun haben. Nachdem wir dieses Rezept probiert haben, können wir definitiv das Gegenteil behaupten. Bereit für glutenfreien Pizza Genuss? Los geht’s!

Da immer mehr Menschen an Zöliakie (= Glutenunverträglichkeit) leiden, bieten mehr und mehr Restaurants alternative Pizzen an. Der italienische Mehlhersteller Mulino Caputo ist auch auf die Situation aufmerksam geworden und hat eine wundervolle glutenfreie Pizzamehl-Mischung auf den Markt gebracht. Das glutenfreie Pizzamehl besteht aus einer Mischung aus Buchweizenmehl, Reis- und Maisstärke. Unser heutiges glutenfreies Pizzateig-Rezept basiert auf dem Rezept von Mulino Caputo. Im Anschluss findest du auch noch eine Anleitung, wie du dein eigenes glutenfreies Pizzamehl mischen kannst. Schon mal vorab: Für dieses Rezept brauchst du etwas Geduld und viel Feingefühl.

Wie lange hält sich glutenfreier Pizzateig?
Danach teilst du den Teig in 4 gleichgroße Stücke und bereitest ihn für die Stückgare vor: Vorsichtig die Teigkugeln formen und wieder in die Pizzaballenbox legen und nun für mindestens 3 Stunden und maximal 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Danach sollte der glutenfreie Pizzateig für weitere 3 Stunden bei Raumtemperatur ruhen.
Inhaltsverzeichnis

Die Herausforderung glutenfreien Teigs meistern

Die größte Herausforderung bei glutenfreiem Teig liegt in der fehlenden Elastizität. Gluten, ein Proteinkomplex, der in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt, ist für die Struktur und Elastizität herkömmlicher Teige verantwortlich. Es bildet ein Netzwerk, das Gase einschließt und dem Teig seine typische Textur verleiht. Ohne Gluten wird der Teig brüchiger und weniger dehnbar. Daher ist die Auswahl der richtigen Mehle und Bindemittel entscheidend. Statt des Glutennetzwerks müssen andere Zutaten für die nötige Bindung und Geschmeidigkeit sorgen. Hier kommen Stärken und bestimmte Mehlsorten ins Spiel, die Wasser gut aufnehmen und eine ähnliche, wenn auch nicht identische, Struktur schaffen können.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass glutenfreier Teig automatisch geschmacklos oder trocken sein muss. Mit der richtigen Kombination von Zutaten und einer präzisen Zubereitung kann ein glutenfreier Pizzateig entstehen, der in nichts dem Original nachsteht. Oftmals sind es auch die falschen Erwartungen oder eine unzureichende Hydration, die zu enttäuschenden Ergebnissen führen. Wir zeigen dir, wie du diese Hürden überwindest und ein Ergebnis erzielst, das dich begeistern wird.

Mulino Caputo und die Magie der Mischung

Wie bereits erwähnt, hat Mulino Caputo, einer der renommiertesten Mehlhersteller Italiens, eine spezielle glutenfreie Pizzamehl-Mischung entwickelt. Diese Mischung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis intensiver Forschung und Entwicklung, um die Eigenschaften von Gluten bestmöglich zu imitieren. Die Kombination aus Buchweizenmehl, Reis- und Maisstärke ist dabei besonders clever gewählt:

  • Buchweizenmehl: Bringt einen nussigen Geschmack mit und ist reich an Ballaststoffen. Es trägt zur Textur bei und ist von Natur aus glutenfrei.
  • Reisstärke: Sorgt für eine feine, zarte Krume und eine gute Bindung. Sie ist geschmacksneutral und macht den Teig leichter.
  • Maisstärke: Verbessert die Elastizität und sorgt dafür, dass der Teig nicht zu klebrig wird. Sie hilft auch dabei, die Feuchtigkeit im Teig zu halten.

Diese sorgfältig abgestimmte Mischung ermöglicht es, einen Teig zu kreieren, der sich gut verarbeiten lässt und nach dem Backen eine angenehme Konsistenz aufweist – knusprig am Rand und innen schön weich. Es ist der Schlüssel, um den gefürchteten „pappigen“ Effekt zu vermeiden und stattdessen eine authentische Pizzastruktur zu erreichen.

Das Rezept: Schritt für Schritt zum perfekten Teig

Unser glutenfreier Pizzateig basiert auf dem Rezept von Mulino Caputo und erfordert, wie gute Handwerkskunst oft, etwas Geduld und Feingefühl. Hier ist eine vereinfachte Anleitung, die dir den Weg zum Erfolg ebnet:

Zutaten (für 2 Pizzen):

  • 250g Mulino Caputo Fioreglut glutenfreies Pizzamehl
  • 200ml lauwarmes Wasser
  • 5g frische Hefe (oder 2g Trockenhefe)
  • 5g Salz
  • 10ml Olivenöl extra vergine

Zubereitung:

  1. Hefe aktivieren: Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und kurz stehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt an, dass die Hefe aktiv ist.
  2. Mehl und Salz mischen: In einer großen Schüssel das glutenfreie Pizzamehl und das Salz gut vermischen.
  3. Teig kneten: Die Hefemischung und das Olivenöl zum Mehl geben. Mit einem Holzlöffel oder den Händen (mit leicht bemehlten Händen, da der Teig klebriger sein kann als normaler Teig) alles gut verrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Glutenfreier Teig muss nicht so lange geknetet werden wie glutenhaltiger Teig, da kein Glutennetzwerk entwickelt werden muss. Es geht darum, alle Zutaten gut zu verbinden.
  4. Ruhephase (1. Gärung): Den Teig abdecken und an einem warmen Ort für mindestens 1,5 bis 2 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen deutlich verdoppelt hat. Die genaue Gehzeit kann je nach Raumtemperatur variieren. Hier ist die Geduld besonders wichtig.
  5. Teig portionieren und formen: Den aufgegangenen Teig vorsichtig auf eine leicht bemehlte (mit glutenfreiem Mehl!) Arbeitsfläche geben und in zwei gleich große Portionen teilen. Jede Portion vorsichtig zu einer Kugel formen. Vermeide zu starkes Kneten.
  6. Ruhephase (2. Gärung): Die Teigkugeln erneut abdecken und für weitere 30-60 Minuten ruhen lassen. Dies sorgt für eine noch luftigere Konsistenz.
  7. Ausrollen: Die Teigkugeln vorsichtig mit den Händen oder einem Nudelholz auf Backpapier oder einer gut bemehlten Fläche zu runden Pizzaböden ausrollen. Sei hier sanft, um die Luftbläschen nicht zu zerstören.
  8. Belegen und Backen: Die Pizzaböden nach Wunsch belegen und im vorgeheizten Ofen (am besten bei höchster Temperatur, idealerweise mit Pizzastein) backen, bis der Rand goldbraun und knusprig ist.

Dein eigenes glutenfreies Pizzamehl mischen

Falls du die Mulino Caputo Mischung nicht zur Hand hast oder einfach experimentieren möchtest, kannst du auch dein eigenes glutenfreies Pizzamehl mischen. Hier ist eine grundlegende Mischung, die gut funktioniert:

  • 40% Reisstärke
  • 30% Maisstärke
  • 20% Buchweizenmehl
  • 10% Tapiokastärke (für zusätzliche Elastizität und Knusprigkeit)
  • Optional: Eine Prise Xanthan-Gummi (ca. 0,5% der Gesamtmehlmenge) als Bindemittel, um die Textur weiter zu verbessern und das Fehlen von Gluten auszugleichen.

Mische alle Zutaten gründlich in einem luftdichten Behälter. Diese Mischung kannst du dann wie das fertige Mulino Caputo Mehl verwenden. Beachte, dass jede selbstgemachte Mischung leicht unterschiedliche Eigenschaften haben kann, daher ist möglicherweise etwas Anpassung bei der Wassermenge erforderlich.

Die Haltbarkeit von glutenfreiem Pizzateig: So bleibt er frisch!

Dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um glutenfreien Pizzateig geht. Die Haltbarkeit von glutenfreiem Teig unterscheidet sich tatsächlich von der von herkömmlichem Teig, hauptsächlich wegen der fehlenden Glutenstruktur, die normalerweise zur Konservierung beiträgt. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:

Im Kühlschrank (roh):

Frisch zubereiteter glutenfreier Pizzateig hält sich im Kühlschrank, luftdicht verpackt, etwa 1 bis 2 Tage. Es ist wichtig, ihn gut abzudecken, um Austrocknung zu vermeiden und die Aufnahme von Fremdgerüchen zu verhindern. Am besten wickelst du ihn fest in Frischhaltefolie und legst ihn zusätzlich in eine luftdichte Dose. Nach 2 Tagen beginnt der Teig an Qualität zu verlieren, kann eine leicht säuerliche Note entwickeln und seine Textur verändern.

Im Gefrierschrank (roh):

Für eine längere Lagerung ist das Einfrieren die beste Option. Glutenfreier Pizzateig lässt sich hervorragend einfrieren und hält sich im Gefrierschrank bis zu 3 Monate. Portioniere den Teig vor dem Einfrieren in die gewünschten Mengen, wickle jede Portion fest in Frischhaltefolie und lege sie dann in einen Gefrierbeutel. Zum Auftauen legst du den gefrorenen Teig am besten über Nacht in den Kühlschrank. Lass ihn anschließend bei Raumtemperatur nochmals 30-60 Minuten ruhen, bevor du ihn verarbeitest.

Gebackene Pizza:

Solltest du bereits eine ganze glutenfreie Pizza gebacken haben, kannst du Reste im Kühlschrank aufbewahren. Eine gebackene glutenfreie Pizza hält sich, gut abgedeckt, 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen empfiehlt sich der Backofen, um die Knusprigkeit des Bodens wiederherzustellen. Die Mikrowelle kann den Teig matschig machen.

Anzeichen für verdorbenen Teig:

Achte auf folgende Anzeichen, die darauf hindeuten, dass dein Teig nicht mehr gut ist:

  • Ein stark säuerlicher oder unangenehmer Geruch.
  • Sichtbarer Schimmel (grünliche, bläuliche oder schwarze Flecken).
  • Eine ungewöhnliche Verfärbung des Teigs.
  • Eine sehr klebrige oder schleimige Konsistenz, die sich nicht mehr verarbeiten lässt.

Im Zweifelsfall ist es immer besser, den Teig zu entsorgen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Vergleich der Aufbewahrungsmethoden

Hier eine Übersicht zur besseren Orientierung:

AufbewahrungsmethodeGeschätzte HaltbarkeitHinweise
Kühlschrank (roh)1-2 TageLuftdicht verpacken (Folie + Dose).
Gefrierschrank (roh)1-3 MonatePortionieren, luftdicht verpacken, langsam im Kühlschrank auftauen.
Gebackene Pizza2-3 TageGut abgedeckt im Kühlschrank lagern, im Ofen aufwärmen.

Tipps für den perfekten glutenfreien Pizzagenuss

  • Hydration ist Schlüssel: Glutenfreier Teig benötigt oft mehr Flüssigkeit als herkömmlicher Teig. Achte darauf, dass der Teig nicht zu trocken ist, sonst wird er brüchig. Die Konsistenz sollte klebrig, aber formbar sein.
  • Nicht zu viel Mehl zum Ausrollen: Verwende nur so viel glutenfreies Mehl wie nötig zum Bestäuben der Arbeitsfläche und des Nudelholzes, um den Teig nicht zu trocken zu machen.
  • Hohe Backtemperatur: Wie bei jeder guten Pizza ist eine hohe Ofentemperatur (220-250°C oder höher) entscheidend für eine knusprige Kruste und einen gut durchgebackenen Boden. Ein Pizzastein oder ein umgedrehtes Backblech, das im Ofen vorgeheizt wird, kann Wunder wirken.
  • Vorsichtiges Handling: Glutenfreier Teig ist empfindlicher. Gehe beim Formen und Belegen behutsam vor, um die Struktur nicht zu beschädigen.
  • Weniger ist manchmal mehr: Überlade deine Pizza nicht mit zu vielen Zutaten. Ein leichter Belag lässt den Teig besser durchbacken und knuspriger werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist glutenfreier Teig schwieriger zu verarbeiten als normaler Teig?

Glutenfreier Teig verhält sich anders als glutenhaltiger Teig. Er ist weniger elastisch und kann klebriger sein. Mit etwas Feingefühl und den richtigen Techniken (z.B. Ausrollen auf Backpapier, sanftes Formen) ist er jedoch gut zu handhaben. Es erfordert einfach ein wenig Übung und eine Anpassung der Erwartungen.

Schmeckt glutenfreier Pizzateig anders?

Je nach Mehlmischung kann glutenfreier Pizzateig einen leicht anderen Geschmack haben, oft nussiger oder erdiger, besonders wenn Buchweizenmehl verwendet wird. Die Mulino Caputo Mischung ist jedoch so konzipiert, dass sie dem Geschmack und der Textur traditioneller Pizza sehr nahekommt. Viele finden den Unterschied kaum merklich, besonders mit einem leckeren Belag.

Kann ich normales Hefemehl einfach durch glutenfreies Mehl ersetzen?

Nein, das ist nicht empfehlenswert. Glutenfreies Mehl verhält sich aufgrund der fehlenden Glutenstruktur sehr anders. Rezepte für glutenfreien Teig sind speziell auf die Eigenschaften dieser Mehle abgestimmt und enthalten oft zusätzliche Bindemittel oder Stärken, die in normalem Hefemehl nicht vorhanden sind.

Muss ich glutenfreien Pizzateig genauso lange gehen lassen wie normalen Teig?

Die Gehzeiten für glutenfreien Teig können ähnlich sein, aber es ist wichtiger, auf das Volumen des Teigs zu achten als auf die Zeit. Glutenfreier Teig geht oft nicht so stark auf wie glutenhaltiger Teig, aber er sollte sich sichtbar vergrößern. Die Temperatur spielt eine große Rolle, daher ist ein warmer Ort wichtig.

Mit diesen Tipps und dem richtigen Rezept steht deinem glutenfreien Pizzagenuss nichts mehr im Wege. Probiere es aus und überzeuge dich selbst, wie köstlich und unkompliziert glutenfreie Pizza sein kann!

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