15/02/2021
Die Frage nach der besten Pizza Europas ist eine, die leidenschaftliche Diskussionen entfacht und Gaumen auf der ganzen Welt in Aufregung versetzt. Es ist eine Suche, die weit über die Grenzen Italiens hinausgeht und eine Reise durch verschiedene Kulturen, Zutaten und Zubereitungsarten darstellt. Während für viele die Wiege der Pizza, Neapel, der unangefochtene Ursprung der Perfektion ist, hat sich die Pizza im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und in jedem Winkel des Kontinents einzigartige Formen angenommen. Es ist weniger eine Frage nach der einen, ultimativen Pizza, sondern vielmehr eine Entdeckung der Vielfalt und der individuellen Vorlieben, die diese globale Delikatesse so faszinierend machen. Begleiten Sie uns auf dieser geschmackvollen Reise, um zu verstehen, was eine Pizza wirklich herausragend macht und wo Sie die nächste unvergessliche Scheibe finden könnten.

Pizza ist weit mehr als nur Teig, Tomaten und Käse; sie ist ein kulturelles Erbe, ein Symbol für Geselligkeit und ein kulinarisches Meisterwerk, das in seiner Einfachheit oft am brillantesten ist. Die Suche nach der 'besten' Pizza ist oft eine persönliche Erfahrung, geprägt von Erinnerungen, Erwartungen und dem Kontext des Genusses. Ist es die authentische, holzgefeuerte Neapolitanerin mit ihrem weichen, luftigen Rand? Oder die knusprige römische Pizza mit ihrem dünnen Boden? Vielleicht eine innovative Kreation, die lokale Zutaten auf überraschende Weise integriert? Europa bietet all das und noch viel mehr.
Die Wiege der Pizza: Neapel und die Kunst der Pizza Napoletana
Wenn man von der besten Pizza spricht, kommt man an Neapel nicht vorbei. Hier, in der süditalienischen Metropole, wurde die Pizza, wie wir sie heute kennen, geboren. Die Neapolitanische Pizza, insbesondere die Pizza Margherita und die Pizza Marinara, ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und unterliegt strengen Regeln, um ihre Authentizität zu gewährleisten. Die Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) definiert präzise, was eine echte Pizza Napoletana ausmacht:
- Der Teig muss aus Weichweizenmehl (Typ 00 oder 0), Wasser, Salz und Hefe bestehen und mindestens 8 Stunden ruhen.
- Er darf nur mit den Händen oder einem speziellen Mischer geknetet werden.
- Der Teig wird ohne Nudelholz von Hand zu einem runden Fladen geformt, wobei der Rand (Cornicione) dicker bleibt.
- Die Pizza wird bei extrem hohen Temperaturen (ca. 485°C) in einem Holzofen für nur 60-90 Sekunden gebacken.
- Die Zutaten sind entscheidend: San Marzano-Tomaten oder andere Pomodoro-Sorten, Mozzarella di Bufala Campana D.O.P. oder Fior di Latte, frisches Basilikum und Olivenöl extra vergine.
Das Ergebnis ist eine Pizza mit einem weichen, elastischen und leicht verkohlten Rand, einem dünnen, feuchten Boden, der sich biegen lässt, und einem intensiven Geschmack, der die Qualität der wenigen, aber hervorragenden Zutaten widerspiegelt. Die Einfachheit ist hier das Geheimnis, und die Tradition wird mit größter Sorgfalt gepflegt. Eine echte Neapolitanerin ist ein Erlebnis für sich, oft als die Definition von Pizza-Perfektion angesehen.
Jenseits von Neapel: Die Vielfalt der italienischen Pizza
Italien ist ein Land der regionalen Küchen, und die Pizza bildet da keine Ausnahme. Während Neapel der Geburtsort ist, haben sich in anderen Regionen Italiens eigene, einzigartige Pizzastile entwickelt, die ebenfalls ihren Platz in der Rangliste der besten Pizzen Europas beanspruchen:
Pizza Romana: Die knusprige Alternative
Im Gegensatz zur weichen Neapolitanerin ist die Pizza Romana bekannt für ihren dünnen, knusprigen Boden. Der Teig enthält oft etwas Olivenöl, was zu seiner festeren Textur beiträgt. Sie wird länger bei etwas niedrigeren Temperaturen gebacken und ist ideal für diejenigen, die einen kräftigeren Biss bevorzugen. Die römische Pizza ist oft größer und die Beläge können vielfältiger sein als bei der traditionellen Neapolitanerin.
Pizza al Taglio: Pizza auf die Hand
Diese rechteckige Pizza, die oft als Blechpizza in großen Mengen gebacken und dann in Stücke geschnitten und nach Gewicht verkauft wird, ist eine Spezialität Roms und anderer Teile Mittelitaliens. Der Teig ist oft dicker und luftiger, ähnlich einer Focaccia, und wird oft zweimal gebacken, um eine perfekte Kruste zu erzielen. Die Beläge variieren stark und sind oft saisonal.
Pizza Fritta: Die gebratene Überraschung
Eine weniger bekannte, aber köstliche Variante aus Neapel ist die Pizza Fritta, eine Art frittierte Calzone. Der Teig wird gefüllt (oft mit Ricotta, Cicoli – gepresstem Schweinefleisch – und Mozzarella) und dann in heißem Öl goldbraun frittiert. Das Ergebnis ist eine unglaublich leichte, luftige und geschmackvolle Pizza, die man unbedingt probieren sollte.
Vergleich: Neapolitanische vs. Römische Pizza
| Merkmal | Pizza Napoletana | Pizza Romana |
|---|---|---|
| Herkunft | Neapel | Rom |
| Boden | Weich, elastisch, dünn in der Mitte, hoher, luftiger Rand (Cornicione) | Dünn, knusprig, flacher Rand |
| Teig | Wenige Zutaten (Mehl, Wasser, Salz, Hefe), lange Gehzeit | Ähnliche Zutaten, oft mit Olivenöl im Teig |
| Backzeit/-temperatur | Sehr kurz (60-90 Sek.) bei sehr hoher Temp. (ca. 485°C) im Holzofen | Länger (mehrere Min.) bei mittlerer Temp. (ca. 300-350°C) |
| Belag | Minimalistisch (Margherita, Marinara), Fokus auf Qualität der Grundzutaten | Vielfältiger, oft kreativer, Fokus auf die Knusprigkeit des Bodens |
| Essweise | Oft gefaltet, mit Besteck oder von Hand | Meist flach, von Hand |
Pizza über die Grenzen Italiens hinaus: Europas beste Pizzerien
Die Faszination für Pizza hat längst die Grenzen Italiens gesprengt und sich in ganz Europa verbreitet. Dabei haben die lokalen Küchen die Pizza adaptiert und ihr eine eigene Note verliehen. Während viele Pizzerien außerhalb Italiens versuchen, die neapolitanische oder römische Tradition so authentisch wie möglich zu reproduzieren, haben andere eigene Stile entwickelt, die ebenfalls ihren Reiz haben.
Deutschland: Qualität und Innovation
In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine beeindruckende Pizzaszene entwickelt. Viele Pizzerien setzen auf hochwertige, oft importierte italienische Zutaten und investieren in professionelle Holzöfen. Städte wie Berlin, Hamburg und München beherbergen zahlreiche ausgezeichnete Pizzerien, die sich auf neapolitanische Pizza spezialisiert haben und oft von italienischen Pizzaioli geführt werden. Die Qualität der Zutaten, von San Marzano-Tomaten bis hin zu Büffelmozzarella, spielt eine zentrale Rolle. Es gibt aber auch lokale Interpretationen, die deutsche Geschmäcker ansprechen, ohne die Grundprinzipien der guten Pizza zu verlassen.
Frankreich: Zwischen Tradition und Tarte Flambée
Auch in Frankreich findet man exzellente Pizzerien, besonders in größeren Städten. Die französische Küche, die selbst sehr stolz auf ihre kulinarischen Traditionen ist, hat die Pizza mit offenen Armen empfangen. Oft findet man hier dünne, knusprige Pizzen, die manchmal mit Crème fraîche statt Tomatensauce als Basis serviert werden – eine Anspielung auf die elsässische Tarte Flambée, die oft als französisches Gegenstück zur Pizza gesehen wird. Die Verwendung von regionalen Käsesorten und Charcuterie ist ebenfalls verbreitet.
Spanien: Mediterrane Einflüsse
In Spanien ist die Pizza ebenfalls sehr beliebt. Hier findet man eine Mischung aus traditionellen italienischen Pizzerien und lokalen Anpassungen. Oft werden lokale Produkte wie Jamón Serrano, Chorizo oder Manchego-Käse auf die Pizza gelegt. Die Pizzen sind tendenziell dünner und knuspriger, ähnlich der römischen Variante, und spiegeln die mediterrane Küche wider, die auf frische, hochwertige Zutaten setzt.
Großbritannien: Die globale Pizzametropole
London hat sich zu einem der globalen Hotspots für Pizza entwickelt, mit einer unglaublichen Dichte an Pizzerien, die von traditionell neapolitanisch bis hin zu experimentellen Kreationen alles anbieten. Die Stadt zieht Pizzaioli aus aller Welt an, was zu einer hohen Wettbewerbsdichte und damit zu einer ständigen Verbesserung der Qualität führt. Hier findet man nicht nur authentische italienische Pizza, sondern auch innovative Interpretationen mit britischen oder internationalen Zutaten.
Was macht eine Pizza zur 'Besten'?
Die Kriterien für die 'beste' Pizza sind subjektiv, aber es gibt einige universelle Merkmale, die eine herausragende Pizza auszeichnen:
- Der Teig: Er ist das Fundament jeder guten Pizza. Er sollte gut fermentiert sein, eine angenehme Textur haben (knusprig, zäh, luftig – je nach Stil), gut schmecken und leicht verdaulich sein.
- Die Sauce: Eine einfache, hochwertige Tomatensauce aus guten Tomaten (oft San Marzano) ist oft alles, was nötig ist. Sie sollte frisch schmecken und nicht überwältigend sein.
- Der Käse: Mozzarella (Fior di Latte oder Büffel) ist der Klassiker. Er sollte gut schmelzen und einen milden, cremigen Geschmack haben, der die anderen Zutaten ergänzt.
- Die Beläge: Weniger ist oft mehr. Hochwertige, frische Zutaten, die harmonisch miteinander kombiniert sind, sind entscheidend.
- Der Ofen und der Pizzaiolo: Ein guter Ofen, idealerweise ein Holzofen, sorgt für die richtige Backtemperatur und -zeit. Die Erfahrung und Leidenschaft des Pizzaiolo sind jedoch ebenso wichtig, um den Teig perfekt zu handhaben und die Pizza richtig zu backen.
- Das Gleichgewicht: Eine großartige Pizza ist mehr als die Summe ihrer Teile. Alle Komponenten sollten sich gegenseitig ergänzen und ein harmonisches Geschmackserlebnis schaffen.
Letztendlich ist die 'beste' Pizza die, die Ihnen am besten schmeckt und Ihnen ein Gefühl von Freude und Zufriedenheit vermittelt. Es ist die Pizza, die Ihnen in Erinnerung bleibt und die Sie immer wieder essen möchten.
Häufig gestellte Fragen zur Pizza in Europa
Ist neapolitanische Pizza die einzig wahre Pizza?
Nein, obwohl die neapolitanische Pizza als Ursprung und Referenzpunkt gilt und strengen Regeln folgt, gibt es viele andere legitime und köstliche Pizzastile in Italien und Europa. Die Definition von 'wahr' ist subjektiv und hängt von persönlichen Vorlieben ab. Jeder Stil hat seine Berechtigung und seine Fans.
Wo finde ich die beste Pizza außerhalb Italiens?
Großstädte wie London, Berlin, Paris, Barcelona und Amsterdam haben sich zu Hotspots für ausgezeichnete Pizza entwickelt. Viele Pizzerien dort werden von italienischen Auswanderern geführt, die die Tradition und Qualität ihrer Heimat pflegen. Es lohnt sich, nach Pizzerien zu suchen, die Holzöfen verwenden und Wert auf hochwertige, importierte Zutaten legen.
Was macht eine wirklich gute Pizza aus?
Die Qualität der Zutaten, ein gut fermentierter Teig, der richtig gebacken wird, und das Können des Pizzaiolo sind entscheidend. Eine gute Pizza zeichnet sich durch ein ausgewogenes Verhältnis der Aromen aus und sollte leicht verdaulich sein. Der Boden sollte entweder knusprig oder weich und luftig sein, je nach Stil, aber niemals zäh oder trocken.
Kann ich zu Hause eine gute Pizza backen?
Ja, absolut! Mit etwas Übung, den richtigen Zutaten und einem heißen Ofen kann man auch zu Hause sehr gute Pizza backen. Ein Pizzastein oder Pizzastahl kann helfen, die Hitze im Ofen zu maximieren und einen knusprigeren Boden zu erzielen. Wichtig sind ein gut entwickelter Teig und hochwertige Tomaten und Käse.
Gibt es vegetarische oder vegane Optionen für die beste Pizza?
Ja, die klassische Pizza Marinara (Tomatensauce, Knoblauch, Oregano, Olivenöl) ist von Natur aus vegan. Viele Pizzerien bieten auch vegetarische Optionen mit einer Vielzahl von Gemüsesorten an. Mit dem zunehmenden Bewusstsein für pflanzliche Ernährung gibt es auch immer mehr Pizzerien, die veganen Käse und andere pflanzliche Beläge anbieten, um köstliche vegane Pizzen zu kreieren.
Fazit: Eine Reise ohne Ende
Die Suche nach der besten Pizza Europas ist eine fortwährende und genussvolle Reise. Es gibt nicht die eine Antwort, sondern eine Fülle von Geschmacksrichtungen, Texturen und Traditionen, die es zu entdecken gilt. Ob Sie die Authentizität einer Neapolitanischen Pizza schätzen, die Knusprigkeit einer römischen Pizza bevorzugen oder die innovativen Kreationen in anderen europäischen Städten erkunden möchten – die Welt der Pizza ist reichhaltig und voller Überraschungen. Das Wichtigste ist die Qualität der Zutaten, die Leidenschaft des Pizzaiolo und die Freude am Genuss. Tauchen Sie ein in diese kulinarische Welt und finden Sie Ihre ganz persönliche beste Pizza in Europa!
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