05/05/2018
Die perfekte Pizza beginnt nicht erst mit dem Teig, sondern bereits mit der Sauce. Eine wirklich gute Pizzasauce ist das Herzstück jeder gelungenen Pizza und entscheidet maßgeblich über das Endergebnis. Viele glauben, dass die Zubereitung einer hochwertigen Pizzasauce kompliziert oder zeitaufwendig ist, doch das Gegenteil ist der Fall. Insbesondere für die Zubereitung einer authentischen neapolitanischen Pizza wird eine Sauce benötigt, die nicht gekocht wird und somit extrem schnell zubereitet ist. Und um die oft gestellte Frage direkt zu beantworten: Eine Pizzasauce muss nicht ruhen! Sie ist, wenn richtig zubereitet, sofort einsatzbereit und entfaltet ihren vollen Geschmack.

In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in die Welt der Pizzasaucen ein, zeigen Ihnen, wie Sie in wenigen Minuten eine aromatische Sauce zubereiten, und lüften das Geheimnis der besten Tomaten der Welt: der San Marzano Tomate. Wir erklären Ihnen, warum diese besondere Tomatensorte so unverzichtbar für eine erstklassige Pizzasauce ist, worauf Sie beim Kauf achten sollten und geben Ihnen zwei detaillierte Rezepte an die Hand – eine vielseitige, geschmacksintensive Variante und das Originalrezept der neapolitanischen Pizzasauce nach den strengen Richtlinien der Associazione Verace Pizza napoletana (AVPN).
- Warum eine hausgemachte Pizzasauce den Unterschied macht
- Die Königin der Tomaten: San Marzano
- Worauf beim Kauf von San Marzano Tomaten achten?
- Rezept: Unsere aromatische Pizzasauce (nicht gekocht!)
- Rezept: Die Original Neapolitanische Pizzasauce nach AVPN-Richtlinien
- Vergleich: Unsere Pizzasauce vs. Original Neapolitanische Pizzasauce
- Allgemeine Tipps für die perfekte Pizzasauce
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizzasauce
- Fazit
Warum eine hausgemachte Pizzasauce den Unterschied macht
Der Supermarkt bietet eine Vielzahl an fertigen Pizzasaucen an, doch wer einmal eine Pizzasauce selbst zubereitet hat, wird den Unterschied sofort schmecken. Fertigprodukte enthalten oft Zusatzstoffe, Zucker oder Konservierungsmittel, die den natürlichen und frischen Geschmack einer echten Tomatensauce verfälschen. Eine selbstgemachte Sauce hingegen punktet mit purer Frische und der vollen Aromenvielfalt hochwertiger Zutaten. Sie haben die volle Kontrolle über die Qualität und können die Sauce ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack anpassen.
Für eine neapolitanische Pizza ist die Einfachheit der Sauce entscheidend. Sie soll den Teig und die weiteren Beläge nicht dominieren, sondern harmonisch ergänzen. Die Philosophie ist klar: Weniger ist mehr. Wenn die Basis – der Teig und die Sauce – von höchster Qualität ist, braucht es nicht viele zusätzliche Zutaten, um ein unvergessliches Geschmackserlebnis zu schaffen.
Die Königin der Tomaten: San Marzano
Wenn es um die perfekte Pizzasauce geht, führt kein Weg an der San Marzano Tomate vorbei. Diese längliche, fleischige Tomatensorte, die aus der Region Kampanien in Italien stammt, gilt nicht umsonst als die "Königin der Tomaten". Doch was macht sie so besonders?
Herkunft und Anbaugebiet
Echte San Marzano Tomaten (vollständiger Name: Pomodoro S.Marzano Dell’Agro Sarnese-Nocerino) gedeihen ausschließlich auf den fruchtbaren Vulkanböden rund um den Vesuv, in einem klar definierten Gebiet namens Agro Sarnese Nocerino. Die einzigartigen klimatischen Bedingungen und die mineralreichen Böden verleihen diesen Tomaten ihr unvergleichliches Aroma.
Einzigartige Eigenschaften und Geschmacksprofil
- Aromatisch und fruchtig-süß: San Marzano Tomaten sind bekannt für ihren intensiven, süßen und gleichzeitig fruchtigen Geschmack, der durch eine feine Säurenote perfekt abgerundet wird.
- Geringer Säureanteil: Im Vergleich zu vielen anderen Tomatensorten haben sie einen deutlich geringeren Säuregehalt, was die Sauce milder und bekömmlicher macht.
- Festes Fruchtfleisch und wenige Kerne: Ihr festes Fruchtfleisch und der geringe Kernanteil sind ideal für Saucen, da sie eine reichhaltige Textur ohne übermäßigen Wassergehalt oder störende Kerne liefern.
- Geringer Wassergehalt: Dies ist besonders wichtig für Pizzasaucen, da eine zu wässrige Sauce den Pizzateig durchweichen und das Backergebnis beeinträchtigen könnte.
Der Kampf ums Überleben und der DOP-Status
In den 1980er Jahren stand die San Marzano Tomate kurz vor dem Aussterben. Ihre manuelle Ernte – die maschinelle Ernte ist aufgrund ihrer empfindlichen Beschaffenheit nicht möglich – machte sie für die industrielle Massenproduktion unattraktiv. Glücklicherweise erkannte man den Wert dieser einzigartigen Sorte und leitete Schutzmaßnahmen ein. Im Jahr 1996 erlangte die San Marzano Tomate den DOP-Status (Denominazione d’Origine Protetta), eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die garantiert, dass die Tomaten aus der spezifischen Region stammen und nach traditionellen Methoden angebaut und verarbeitet werden. 1999 wurde ein Konsortium zum Schutz der Tomate gegründet, und die Slow Food Bewegung setzte sie auf die Liste schützenswerter Sorten. Diese Bemühungen sichern nicht nur ihre Existenz, sondern auch die hohe Qualität, da die Früchte vollreif geerntet und somit ihr intensiver Geschmack garantiert wird.
Worauf beim Kauf von San Marzano Tomaten achten?
Da der Markt auch Produkte anbietet, die den Namen San Marzano missbräuchlich verwenden, ist es entscheidend, beim Kauf genau hinzusehen. Nur so können Sie sicher sein, ein echtes und geschütztes Qualitätsprodukt zu erwerben:
- DOP-Logo: Achten Sie auf das offizielle DOP-Siegel (Denominazione d’Origine Protetta) auf der Dose. Dieses Siegel ist Ihre Garantie für Authentizität und Qualität.
- Aufschrift: Suchen Sie nach der genauen Aufschrift "Pomodoro S.Marzano Dell’Agro Sarnese-Nocerino".
- Zutatenliste: Die Zutatenliste sollte nur "Tomaten" und "Tomatensaft" enthalten. Vermeiden Sie Dosen, die Zusatzstoffe wie Zitronensäure anführen. Gute Tomaten werden nicht mit Lauge behandelt und anschließend mit Zitronensäure abgespült.
- Empfohlene Marke: Eine oft empfohlene Marke, die diese Kriterien erfüllt, ist Solania. Eine 400 g-Dose kostet in der Regel um die 3 €. Ein Tipp für Sparfüchse und Vielbäcker: Der Kauf im 12er-Pack ist oft günstiger.
Rezept: Unsere aromatische Pizzasauce (nicht gekocht!)
Diese Pizzasauce ist schnell zubereitet, unglaublich aromatisch und die perfekte Basis für Ihre hausgemachte Pizza. Anders als die originale neapolitanische Sauce enthält sie frische Kräuter und Olivenöl, die den Geschmack der San Marzano Tomaten wunderbar abrunden.
Zutaten (reicht für drei große Pizzen):
- 1 Dose San Marzano Tomaten (400 g)
- 5 g Meersalz
- 5 g Olivenöl (extra-nativ, fruchtig)
- 5 Blätter frisches Basilikum
- 2 Zweige frischer Oregano
Zubereitung in 2-3 Minuten:
- Geben Sie die gesamten Dosentomaten in eine Schüssel.
- Fügen Sie das Meersalz und das Olivenöl hinzu.
- Zupfen Sie das Basilikum grob auseinander und streifen Sie die Oregano-Blättchen von den Stielen. Geben Sie beides ebenfalls in die Schüssel.
- Nun kommt der wichtigste Schritt: Zerdrücken Sie die Tomaten vorsichtig mit der Hand oder einer Gabel. Eine "Flotte Lotte" (Passiergerät) ist ebenfalls eine gute Option. Es ist entscheidend, dass die Tomaten schonend zerkleinert werden und die Kerne intakt bleiben. Würde man einen Stabmixer verwenden, könnten die Kerne zermahlen werden und Bitterstoffe freisetzen, die den Geschmack der Sauce negativ beeinflussen. Die Sauce darf ruhig eine grobe Struktur mit kleinen Tomatenstücken behalten, das sorgt für ein intensiveres Mundgefühl auf der Pizza.
Tipp gegen wässrige Pizza:
Da Tomaten zu über 90% aus Wasser bestehen, kann die fertige Sauce zunächst sehr dünnflüssig sein. Um zu verhindern, dass Ihre Pizza beim Backen zu wässrig wird, legen Sie 2-3 Lagen Küchenpapier auf die fertige Sauce und lassen Sie es für etwa 5 Minuten liegen. Das Küchenpapier saugt überschüssiges Wasser auf. Bei Bedarf kann dieser Vorgang ein zweites Mal wiederholt werden.
Diese Sauce ist ausgewogen und durch das Olivenöl sowie die frischen Kräuter perfekt abgerundet. Sie ist unser Favorit für eine geschmacksintensive, hausgemachte Pizza.
Rezept: Die Original Neapolitanische Pizzasauce nach AVPN-Richtlinien
Für Puristen und Liebhaber der traditionellen neapolitanischen Pizza gibt es eine klare Richtlinie, die von der Associazione Verace Pizza napoletana (AVPN) festgelegt wurde. Die AVPN ist eine 1984 in Neapel gegründete Organisation, die sich dem Schutz und der Förderung der echten neapolitanischen Pizza weltweit verschrieben hat. Zertifizierte Pizzerien müssen ihre Pizza nach diesen strengen Vorgaben herstellen, was nicht nur den Teig, sondern auch die Sauce betrifft.
Die originale neapolitanische Pizzasauce ist ein Meisterwerk der Einfachheit und besteht aus nur zwei Zutaten:
Zutaten:
- 1 Dose San Marzano Tomaten (400 g)
- 4 g Meersalz
Wichtig ist das Verhältnis:
Die AVPN gibt ein klares Verhältnis vor: 1 g Meersalz auf 100 g Tomaten. Für eine 400 g Dose Tomaten benötigen Sie also 4 g Meersalz. Bei einer 800 g Dose wären es entsprechend 8 g Salz.
Zubereitung:
- Geben Sie die ganzen San Marzano Tomaten in eine Schüssel.
- Zerdrücken Sie die Tomaten ausschließlich mit der Hand. Dies ist entscheidend, um die Kerne nicht zu beschädigen, da diese Bitterstoffe freisetzen könnten. Die Sauce sollte eine eher grobe Textur behalten.
- Geben Sie das Meersalz hinzu und heben Sie es vorsichtig unter.
Auch bei dieser Sauce können Sie den Trick mit dem Küchenpapier anwenden, um überschüssiges Wasser zu entfernen und eine optimale Konsistenz für das Backen zu erreichen.
Vergleich: Unsere Pizzasauce vs. Original Neapolitanische Pizzasauce
Um die Unterschiede zwischen unseren beiden empfohlenen Saucen-Varianten zu verdeutlichen, haben wir eine übersichtliche Tabelle erstellt:
| Merkmal | Unsere Aromatische Pizzasauce | Original Neapolitanische Pizzasauce (AVPN) |
|---|---|---|
| Zutaten | San Marzano Tomaten, Meersalz, Olivenöl, frisches Basilikum, frischer Oregano | San Marzano Tomaten, Meersalz |
| Zubereitung | Tomaten mit Hand/Gabel zerdrücken, Zutaten mischen, nicht kochen | Tomaten ausschließlich mit Hand zerdrücken, Salz unterheben, nicht kochen |
| Geschmacksprofil | Intensiv, aromatisch, durch Kräuter und Öl abgerundet, leicht komplexer | Puristisch, reiner Tomatengeschmack, Fokus auf die Qualität der Tomate |
| Ruhezeit | Keine Ruhezeit erforderlich, sofort verwendbar (ggf. Wasser abtropfen lassen) | Keine Ruhezeit erforderlich, sofort verwendbar (ggf. Wasser abtropfen lassen) |
| Ideal für | Alle selbstgemachten Pizza-Varianten, die von einer reichhaltigeren Sauce profitieren | Authentische neapolitanische Pizza, bei der die Reinheit der Zutaten im Vordergrund steht |
Allgemeine Tipps für die perfekte Pizzasauce
Unabhängig davon, für welche Rezeptvariante Sie sich entscheiden, gibt es einige grundlegende Tipps, die Ihnen helfen, Ihre Pizzasauce zu perfektionieren:
- Qualität der Tomaten: Dies ist der wichtigste Faktor. Investieren Sie in echte San Marzano Tomaten mit DOP-Siegel. Der Unterschied ist schmeckbar.
- Hochwertiges Olivenöl: Wenn Sie Olivenöl verwenden, wählen Sie ein mildes, fruchtiges extra-natives Olivenöl. Es hebt die Sauce auf ein neues Niveau.
- Frische Kräuter: Basilikum und Oregano sind die Klassiker. Verwenden Sie, wenn möglich, frische Kräuter. Ihr Aroma ist unübertroffen.
- Anpassung nach individuellem Geschmack: Scheuen Sie sich nicht, die Würzung anzupassen. Manche bevorzugen eine leicht säuerlichere Note, andere eine subtile Süße. Sollten Ihre Tomaten zu säuerlich sein, kann eine Prise Zucker Abhilfe schaffen. Auch eine kleine Menge Knoblauch (frisch gepresst oder fein gehackt) kann der Sauce eine zusätzliche Tiefe verleihen.
- Vorsicht beim Zerkleinern: Wie bereits erwähnt, ist das schonende Zerkleinern der Tomaten entscheidend, um Bitterstoffe aus den Kernen zu vermeiden. Vermeiden Sie Stabmixer oder andere Geräte, die die Kerne zerkleinern könnten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizzasauce
Hier beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Pizzasauce:
Kann man auch passierte Tomaten für Pizzasauce verwenden?
Grundsätzlich ja, es ist möglich. Passierte Tomaten ergeben eine sehr feine und geschmeidige Textur. Allerdings werden für passierte Tomaten selten die hochwertigsten Sorten wie San Marzano verwendet. Ihr Geschmack ist oft weniger intensiv und komplex. Wenn Sie eine schnelle, glatte Sauce möchten und der authentische Geschmack nicht oberste Priorität hat, können Sie passierte Tomaten nutzen. Für ein echtes Geschmackserlebnis empfehlen wir jedoch ganze, geschälte Tomaten.
Sind frische Tomaten oder Dosentomaten besser für Pizzasauce?
Wenn Sie Zugang zu wirklich sonnengereiften, aromatischen Tomaten aus eigenem Anbau oder vom Bauernmarkt haben, können diese eine hervorragende Basis bilden. Die meisten Supermarkt-Tomaten werden jedoch unreif geerntet und reifen erst während des Transports nach. Ihnen fehlt oft das intensive Aroma. San Marzano Tomaten aus der Dose werden hingegen vollreif geerntet und sofort verarbeitet, wodurch ihr volles Aroma erhalten bleibt. Für die meisten Hobbyköche sind hochwertige Dosentomaten daher die bessere und zuverlässigere Wahl.
Wie lange kann man die Pizzasauce aufbewahren?
Selbstgemachte Pizzasauce kann, gut abgedeckt oder in einem Schraubglas verschlossen, problemlos bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. Stellen Sie sicher, dass sie immer gekühlt ist, um die Frische zu gewährleisten.
Wie viel Pizzasauce braucht man für eine Pizza?
Die Menge hängt von der Größe der Pizza und Ihrem persönlichen Geschmack ab. Für eine große Pizza mit 28-30 cm Durchmesser werden in der Regel etwa 100-120 g Pizzasauce benötigt, was ungefähr 4 Esslöffeln entspricht. Eine 400 g Dose San Marzano Tomaten reicht somit für 3-4 Pizzen.
Welche Tomaten eignen sich am besten für Pizzasauce?
Ohne Zweifel sind die San Marzano Tomaten die beste Wahl für Pizzasauce. Ihre einzigartigen Eigenschaften – fruchtig, aromatisch, wenig Säure, festes Fruchtfleisch und wenige Kerne – machen sie zur idealen Basis für eine authentische und geschmackvolle Sauce.
Fazit
Eine hervorragende Pizzasauce ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis weniger, aber hochwertiger Zutaten und einer einfachen, schonenden Zubereitung. Der Schlüssel liegt in der Wahl der richtigen Tomaten – den San Marzano Tomaten mit ihrem unvergleichlichen Aroma und dem DOP-Status. Indem Sie Ihre Pizzasauce selbst zubereiten, haben Sie die volle Kontrolle über den Geschmack und können sicherstellen, dass jede Pizza ein wahres Meisterwerk wird. Und das Beste daran: Ihre Sauce muss nicht ruhen und ist innerhalb von Minuten fertig! Probieren Sie es selbst aus und überzeugen Sie sich vom Unterschied einer hausgemachten Pizzasauce.
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