Wie kocht man Tomatensauce?

Die perfekte Pizzasauce: Selbstgemacht!

16/09/2024

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Die Kunst, eine wahrhaft herausragende Pizza zu backen, liegt nicht allein im knusprigen Teig oder im schmelzenden Käse. Das Herzstück jeder großartigen Pizza ist zweifellos die Tomatensauce. Sie ist der unsungene Held, der die Aromen verbindet und jeder Scheibe ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Eine gute Pizzasauce ist frisch, lebendig und harmonisch – sie darf den Belag nicht überdecken, sondern muss ihn perfekt ergänzen. Während es unzählige Fertigprodukte gibt, die uns das Leben erleichtern sollen, führt kein Weg an einer selbstgemachten Tomatensauce vorbei, wenn man den wahren Geschmack Italiens auf seinen Teller bringen möchte. Tauchen wir ein in die Welt der Tomaten und entdecken wir, wie Sie mit wenigen, sorgfältig ausgewählten Zutaten eine Sauce kreieren, die Ihre Pizza auf ein völlig neues Niveau hebt.

Wie kocht man Tomatensauce?
Inhaltsverzeichnis

Warum selbstgemachte Tomatensauce ein Muss ist

Der Hauptgrund, warum Sie Ihre Pizzasauce selbst zubereiten sollten, ist die unübertroffene Geschmackstiefe und Frische. Fertigsaucen enthalten oft Zucker, Konservierungsstoffe und künstliche Aromen, die den natürlichen Geschmack der Tomaten verfälschen. Wenn Sie Ihre Sauce von Grund auf neu zubereiten, haben Sie die volle Kontrolle über die Qualität der Zutaten und können die Würze genau an Ihren persönlichen Geschmack anpassen. Das Ergebnis ist eine Sauce, die nicht nur besser schmeckt, sondern auch gesünder ist und die Leidenschaft widerspiegelt, die Sie in Ihre Küche stecken. Es ist ein kleines Detail, das jedoch einen enormen Unterschied im Endergebnis Ihrer Pizza macht.

Die Wahl der richtigen Tomaten: Das A und O

Die Qualität Ihrer Tomatensauce steht und fällt mit der Qualität der verwendeten Tomaten. Es gibt eine Vielzahl von Optionen, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen:

1. San Marzano Tomaten aus der Dose

Für viele Pizzabäcker, insbesondere im neapolitanischen Stil, sind San Marzano Tomaten aus der Dose die erste Wahl. Diese länglichen, fleischigen Tomaten stammen aus der Region Kampanien in Italien und sind bekannt für ihren süßen, milden Geschmack und ihren geringen Säuregehalt. Sie haben wenig Kerne und eine dünne Schale, was sie ideal für Saucen macht. Achten Sie beim Kauf auf das DOP-Siegel (Denominazione d'Origine Protetta), das ihre Authentizität garantiert. Sie werden meist als ganze, geschälte Tomaten angeboten und sollten vor der Verwendung von Hand zerdrückt werden, um eine rustikale Textur zu erhalten.

2. Geschälte ganze Tomaten (Pelati)

Wenn San Marzano Tomaten nicht verfügbar oder zu teuer sind, sind hochwertige geschälte ganze Tomaten eine ausgezeichnete Alternative. Suchen Sie nach Marken, die "Italian peeled tomatoes" oder "Pomodori Pelati" angeben. Diese Tomaten sind oft von guter Qualität und bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch hier gilt: Vor der Verwendung zerdrücken oder grob pürieren.

3. Passierte Tomaten (Passata)

Passata ist bereits pürierte und passierte Tomate, die eine sehr glatte Konsistenz hat. Sie ist praktisch, wenn Sie eine besonders feine Sauce wünschen, benötigt aber oft längere Kochzeiten, um ihre Rohheit zu verlieren und Tiefe zu entwickeln. Achten Sie auf Passata ohne Zusatzstoffe.

4. Frische Tomaten

Obwohl frische Tomaten eine gute Option sein können, erfordern sie mehr Vorbereitung (häuten, entkernen) und ihre Qualität variiert stark je nach Saison. Im Sommer, wenn reife, saftige Tomaten wie Roma oder Datteltomaten Hochsaison haben, können sie eine fantastische Basis bilden. Außerhalb der Saison sind Dosen-Tomaten oft die bessere Wahl, da sie auf dem Höhepunkt ihrer Reife geerntet und verarbeitet werden.

Die weiteren Zutaten: Aromen, die den Unterschied machen

Neben den Tomaten sind es die kleinen Details, die Ihrer Sauce Charakter verleihen:

  • Olivenöl: Ein gutes, extra natives Olivenöl ist unerlässlich. Es bildet die Basis für das Anbraten der Aromen und verleiht der Sauce eine seidige Textur und fruchtige Note.
  • Knoblauch: Frisch gehackter Knoblauch ist ein Muss. Die Menge hängt von Ihrem Geschmack ab, aber ein bis zwei Zehen pro Dose Tomaten sind ein guter Ausgangspunkt.
  • Zwiebel (optional): Eine fein gewürfelte Zwiebel kann der Sauce Süße und Tiefe verleihen. Sie ist besonders gut für länger gekochte Saucen.
  • Basilikum: Frisches Basilikum ist der Klassiker für Pizzasauce. Fügen Sie die Blätter am Ende des Kochvorgangs hinzu, um ihr Aroma zu bewahren. Getrockneter Basilikum kann auch verwendet werden, hat aber einen weniger intensiven Geschmack.
  • Oregano: Getrockneter Oregano, besonders wilder italienischer Oregano, hat ein kräftiges, erdiges Aroma, das perfekt zu Pizza passt. Er kann zu Beginn mit dem Knoblauch mitgekocht werden.
  • Salz: Unverzichtbar zum Abschmecken. Verwenden Sie feines Meersalz.
  • Zucker (optional): Eine Prise Zucker kann helfen, die Säure der Tomaten auszugleichen, besonders wenn sie nicht ganz reif sind. Nicht zu viel, nur um die Balance zu finden.
  • Chiliflocken (optional): Für eine leichte Schärfe, die gut zu Tomatensauce passt.

Die klassische Pizzasauce: Schritt für Schritt

Diese Anleitung führt Sie durch die Zubereitung einer reichhaltigen, aromatischen Tomatensauce, die perfekt für die meisten Pizzastile geeignet ist.

Zutaten:

  • 1 Dose (800g) San Marzano Tomaten (oder hochwertige Pelati)
  • 2 EL extra natives Olivenöl
  • 2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • ½ kleine Zwiebel, fein gewürfelt (optional)
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Eine Prise Zucker (optional)
  • Salz nach Geschmack
  • Frischer Basilikum, eine Handvoll Blätter (am Ende hinzufügen)
  • Optional: Eine Prise Chiliflocken

Zubereitung:

  1. Vorbereitung der Tomaten: Öffnen Sie die Dose Tomaten. Wenn Sie ganze Tomaten verwenden, zerdrücken Sie diese entweder mit den Händen direkt in der Dose oder in einer Schüssel. Für eine glattere Sauce können Sie sie auch grob mit einem Pürierstab oder einer Gabel zerdrücken. Manche bevorzugen es, die Sauce später noch durch ein Sieb zu passieren, um eine sehr feine Konsistenz zu erhalten, aber für Pizza ist eine rustikale Textur oft erwünscht.
  2. Aromen anbraten: Erhitzen Sie das Olivenöl in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die fein gewürfelte Zwiebel (falls verwendet) hinzu und dünsten Sie sie glasig, etwa 3-5 Minuten. Fügen Sie dann den gehackten Knoblauch und den getrockneten Oregano (und optional die Chiliflocken) hinzu und dünsten Sie alles für weitere 1-2 Minuten, bis der Knoblauch duftet. Achten Sie darauf, dass der Knoblauch nicht braun wird, da er sonst bitter schmeckt.
  3. Tomaten hinzufügen und köcheln lassen: Gießen Sie die zerdrückten Tomaten in den Topf. Fügen Sie eine Prise Salz und optional eine Prise Zucker hinzu. Rühren Sie alles gut um. Bringen Sie die Sauce zum Köcheln und reduzieren Sie dann die Hitze auf niedrig. Lassen Sie die Sauce für mindestens 20-30 Minuten sanft köcheln, idealerweise aber 45-60 Minuten, damit sich die Aromen voll entfalten können. Gelegentliches Umrühren verhindert Anbrennen. Je länger die Sauce köchelt, desto tiefer und komplexer wird ihr Geschmack.
  4. Abschmecken und Verfeinern: Nehmen Sie die Sauce vom Herd. Fügen Sie die frischen Basilikumblätter hinzu – diese sollten nicht mitgekocht werden, um ihr frisches Aroma zu bewahren. Schmecken Sie die Sauce erneut ab und passen Sie Salz und Zucker bei Bedarf an. Wenn die Sauce zu dick ist, können Sie etwas Wasser oder Tomatensaft aus der Dose hinzufügen. Wenn sie zu dünn ist, lassen Sie sie noch etwas länger köcheln. Für eine besonders glatte Sauce können Sie einen Pürierstab verwenden, aber für Pizza ist eine leicht stückige Textur meist ideal.

Variationen für Ihre Pizzasauce

Obwohl die klassische Sauce wunderbar ist, gibt es Raum für Experimente:

  • Die "No-Cook" Sauce (Neapolitanischer Stil): Für eine authentische neapolitanische Pizza wird oft eine ungekochte Sauce verwendet. Hierfür werden San Marzano Tomaten einfach von Hand zerdrückt, mit Salz, frischem Basilikum und gutem Olivenöl vermischt. Diese rohe Sauce behält die Frische der Tomaten und karamellisiert leicht im heißen Pizzaofen. Perfekt für sehr kurze Backzeiten bei hohen Temperaturen.
  • Langsamer gekochte Sauce: Für eine noch tiefere, reichere Sauce können Sie die Kochzeit auf 2-3 Stunden verlängern, eventuell mit einem Lorbeerblatt oder einem Zweig Rosmarin. Diese Sauce ist intensiver und robuster im Geschmack.
  • Mit Gemüse: Für zusätzliche Süße und Komplexität können Sie beim Anbraten der Aromen auch fein gewürfelte Karotten und Staudensellerie (Mirepoix) hinzufügen. Dies ist typisch für italienische Sugos, aber auch für Pizzasaucen denkbar.
  • Würziger Kick: Erhöhen Sie die Menge der Chiliflocken oder fügen Sie eine Prise Cayennepfeffer hinzu, um eine schärfere Sauce zu erhalten.

Lagerung und Haltbarkeit

Selbstgemachte Pizzasauce lässt sich hervorragend vorbereiten und aufbewahren:

  • Im Kühlschrank: In einem luftdichten Behälter hält sich die Sauce 3-5 Tage im Kühlschrank.
  • Einfrieren: Pizzasauce lässt sich hervorragend einfrieren. Füllen Sie sie in portionsgerechte Behälter oder Gefrierbeutel. Sie hält sich so bis zu 3-4 Monate. Vor der Verwendung einfach im Kühlschrank auftauen lassen und bei Bedarf leicht erwärmen.

Häufig gestellte Fragen zur Tomatensauce für Pizza

F: Muss ich die Tomatensauce kochen oder kann ich sie roh verwenden?

A: Es kommt auf den gewünschten Stil an. Für die klassische Pizza wird die Sauce meist kurz gekocht, um die Aromen zu verbinden und zu intensivieren. Für eine authentische neapolitanische Pizza wird oft eine "No-Cook"-Sauce aus frischen, zerdrückten San Marzano Tomaten verwendet, die ihre Frische im heißen Ofen entfaltet.

F: Welche Art von Tomaten ist am besten für Pizzasauce?

A: Hochwertige San Marzano Tomaten aus der Dose gelten als Goldstandard wegen ihres ausgewogenen Geschmacks und geringen Säuregehalts. Alternativ sind andere ganze, geschälte italienische Tomaten (Pelati) eine gute Wahl. Frische Tomaten eignen sich gut in der Saison, erfordern aber mehr Vorbereitung.

F: Warum sollte ich Zucker in die Tomatensauce geben?

A: Eine Prise Zucker kann helfen, die natürliche Säure der Tomaten auszugleichen und den Geschmack zu runden, besonders wenn die Tomaten nicht ganz reif sind oder einen hohen Säuregehalt aufweisen. Es geht nicht darum, die Sauce süß zu machen, sondern die Balance zu finden.

F: Kann ich getrocknete Kräuter statt frischer verwenden?

A: Ja, getrockneter Oregano ist sogar oft die bevorzugte Wahl für Pizzasauce, da er ein kräftigeres Aroma hat, das gut zum Backprozess passt. Frischer Basilikum wird jedoch meist am Ende hinzugefügt oder erst nach dem Backen, um sein delikates Aroma zu bewahren.

F: Meine Sauce ist zu wässrig/zu dick. Was kann ich tun?

A: Wenn die Sauce zu wässrig ist, lassen Sie sie bei geringer Hitze ohne Deckel länger köcheln, damit die Flüssigkeit verdampfen kann. Ist sie zu dick, können Sie etwas Wasser, Gemüsebrühe oder den Saft aus der Tomatendose hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

F: Wie lange hält sich selbstgemachte Pizzasauce?

A: Im Kühlschrank hält sie sich in einem luftdichten Behälter etwa 3-5 Tage. Eingefroren ist sie bis zu 3-4 Monate haltbar.

Vergleich der Tomatensorten für Pizzasauce

Die Wahl der Tomate beeinflusst maßgeblich den Charakter Ihrer Sauce. Hier eine kleine Übersicht:

TomatensorteEigenschaftenIdealer PizzastilVorbereitung
San Marzano (DOP)Süß, mild, geringer Säuregehalt, fleischig, wenig Kerne.Neapolitanische Pizza, Gourmet-PizzaVon Hand zerdrücken
Geschälte ganze Tomaten (Pelati)Guter Kompromiss, ausgewogen im Geschmack, oft preiswerter.Klassische italienische Pizza, HauspizzaVon Hand zerdrücken oder grob pürieren
Passierte Tomaten (Passata)Sehr glatt, fein, benötigt längere Kochzeit für Tiefe.Pizza mit sehr feiner Sauce, KinderpizzaDirekt verwendbar, evtl. länger köcheln
Frische Roma/DatteltomatenIntensiver, frischer Geschmack, saisonabhängig, mehr Arbeit.Leichte Sommerpizza, "Farm-to-Table" PizzaHäuten, entkernen, kochen oder roh verwenden

Fazit: Die Sauce als Geschmacksgarant

Eine selbstgemachte Tomatensauce ist mehr als nur eine Zutat – sie ist der Geschmacksgarant, der Ihre Pizza von gut zu außergewöhnlich macht. Mit etwas Liebe und den richtigen Zutaten können Sie eine Sauce kreieren, die nicht nur Ihre Gäste beeindruckt, sondern auch das Herzstück Ihrer zukünftigen Pizzakreationen bildet. Experimentieren Sie mit den Mengen der Kräuter und Gewürze, um Ihre ganz persönliche Lieblingssauce zu finden. Denken Sie daran: Die beste Pizza beginnt immer mit der besten Sauce. Genießen Sie den Prozess und vor allem das köstliche Ergebnis!

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