Pizza selbst machen: Der ultimative Guide

18/08/2017

Rating: 3.99 (2527 votes)

Der Duft von frisch gebackener Pizza, die knusprige Kruste, der schmelzende Käse und die perfekt abgestimmten Beläge – all das ist ein Genuss, den man nicht nur in der Lieblingspizzeria erleben kann. Mit ein wenig Wissen und den richtigen Techniken ist es absolut möglich, diese kulinarische Magie auch in Ihrer eigenen Küche zu zaubern. Das Geheimnis einer wirklich guten Pizza liegt nicht nur in den Zutaten, sondern auch in der Liebe und Sorgfalt, die man in jeden Schritt der Zubereitung steckt. Dieser umfassende Guide führt Sie durch alle wichtigen Phasen, vom perfekten Teig über die ideale Sauce und den richtigen Käse bis hin zum optimalen Backvorgang, damit Ihre selbstgemachte Pizza zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Was ist die beste Pizza in Wien?
Die Pizzeria Mafiosi ist… Sie lässt einen sprachlos. Laut kulinarischer Vita gibt es hier „die beste, größte und günstigste Pizza“ in Wien – und das schon seit dem 4.2.1990. Das „größte“ und „beste“ (Vorsicht: immer subjektiv!) lassen wir einmal unkommentiert. Aber das „günstig“ können wir mehr als unterschreiben. Billig Essen de luxe!
Inhaltsverzeichnis

Die Grundlagen: Der perfekte Pizzateig

Ein herausragender Pizzateig ist das Herzstück jeder großartigen Pizza. Er sollte außen knusprig und innen luftig-weich sein, mit einem wunderbaren Aroma. Hier sind die Schlüsselkomponenten und Schritte:

1. Die Zutaten verstehen

  • Mehl: Für eine authentische italienische Pizza ist Tipo 00 Mehl ideal. Es hat einen feinen Mahlgrad und einen moderaten Proteingehalt, der für eine zarte, aber dennoch elastische Krume sorgt. Alternativ können Sie auch ein starkes Weizenmehl (Type 550 oder Manitoba-Mehl) verwenden, das einen höheren Proteingehalt hat und eine zähere Textur ergibt, ähnlich dem New York Style.
  • Wasser: Kaltes oder lauwarmes Wasser (ca. 20-25°C) ist entscheidend. Die Hydration, also das Verhältnis von Wasser zu Mehl, beeinflusst die Textur. Eine Hydration von 60-70% ist üblich.
  • Hefe: Frische Hefe (Bäckerhefe) oder Trockenhefe. Bei frischer Hefe rechnet man etwa 1-3g pro 100g Mehl, bei Trockenhefe etwa ein Drittel davon.
  • Salz: Unverzichtbar für den Geschmack und die Stabilität des Glutengerüsts. Verwenden Sie feines Meersalz.
  • Olivenöl (optional): Ein Schuss gutes Olivenöl kann den Teig geschmeidiger machen und ihm zusätzlichen Geschmack verleihen. Für einen klassischen neapolitanischen Teig wird jedoch oft darauf verzichtet.

2. Teigzubereitung und Kneten

Mischen Sie zuerst Wasser und Hefe in einer großen Schüssel, bis die Hefe aufgelöst ist. Geben Sie dann das Mehl und das Salz hinzu. Beginnen Sie, alles mit einem Holzlöffel oder den Händen zu vermischen, bis sich alles zu einem groben Teig verbindet. Diesen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und gründlich kneten. Kneten Sie den Teig für mindestens 10-15 Minuten von Hand, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Wenn Sie eine Küchenmaschine verwenden, lassen Sie den Knethaken für etwa 8-10 Minuten auf mittlerer Stufe arbeiten. Der Teig sollte den sogenannten 'Fenstertest' bestehen: Wenn Sie ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinanderziehen, sollte es so dünn werden, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen.

3. Die Gehzeiten: Geduld zahlt sich aus

Nach dem Kneten den Teig zu einer Kugel formen, in eine leicht geölte Schüssel legen, mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort (ca. 22-25°C) gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (ca. 1-2 Stunden). Für ein besseres Aroma und eine leichtere Verdaulichkeit empfiehlt sich eine kalte Gärung im Kühlschrank über 24-72 Stunden. Hierbei entwickeln sich komplexere Geschmacksstoffe. Nach der ersten Gärung den Teig vorsichtig in Portionen teilen (ca. 200-250g pro Pizza), zu Kugeln formen und auf einer bemehlten Oberfläche weitere 30-60 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen, bevor Sie sie ausrollen oder formen.

Die perfekte Pizzasauce: Weniger ist oft mehr

Die Sauce sollte den Geschmack der Pizza unterstützen, nicht dominieren. Eine einfache, frische Sauce ist meist die beste Wahl.

1. Zutaten und Zubereitung

  • Tomaten: Verwenden Sie hochwertige Dosen-Tomaten, idealerweise San Marzano Tomaten aus Italien. Diese haben ein besonders süßes und weniger saures Aroma. Zerdrücken Sie die ganzen Tomaten einfach mit den Händen oder einer Gabel.
  • Würzung: Eine Prise Salz, etwas getrockneter Oregano oder frischer Basilikum und eventuell eine kleine Zehe fein gehackter Knoblauch.
  • Zubereitung: Für eine authentische neapolitanische Pizza wird die Sauce oft nicht gekocht. Die frischen Tomaten werden einfach gewürzt und direkt auf den Teig gegeben. Die Hitze des Ofens reicht aus, um die Aromen zu entfalten. Alternativ können Sie die Sauce kurz aufkochen, um die Aromen zu intensivieren und überschüssiges Wasser zu reduzieren.

Tipp: Verwenden Sie nicht zu viel Sauce! Eine dünne Schicht reicht völlig aus, um den Geschmack zu liefern und den Teig nicht matschig zu machen.

Der richtige Käse: Schmelz und Aroma

Mozzarella ist der Klassiker, aber die Wahl des richtigen Mozzarellas und anderer Käsesorten kann einen großen Unterschied machen.

1. Mozzarella-Varianten

  • Frischer Mozzarella (Büffel- oder Fior di Latte): Dieser hat einen hohen Wassergehalt. Wenn Sie ihn verwenden, sollten Sie ihn gut abtropfen lassen und in Stücke reißen, nicht schneiden. Legen Sie ihn erst kurz vor dem Backen auf die Pizza, um zu verhindern, dass er zu viel Wasser abgibt und die Pizza wässrig wird.
  • Niedrigfeuchte Mozzarella (Low-Moisture Mozzarella): Dies ist der in den USA am häufigsten verwendete Mozzarella für Pizza. Er ist fester, hat weniger Wasser und schmilzt gleichmäßiger, ohne die Pizza zu durchnässen. Er ist ideal, wenn Sie eine klassische, gleichmäßig geschmolzene Käseschicht wünschen.

2. Weitere Käsesorten

Parmesan (Parmigiano Reggiano) oder Pecorino Romano können gerieben und sparsam über den Mozzarella gestreut werden, um eine zusätzliche Geschmackstiefe und Würze zu erzielen. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu verwenden, da diese Käsesorten sehr salzig sind.

Beläge: Kreativität und Balance

Die Beläge sind der Ort, an dem Ihre Kreativität wirklich zum Ausdruck kommen kann. Doch auch hier gilt: Weniger ist oft mehr.

1. Vorbereitung der Beläge

  • Gemüse: Viele Gemüsesorten wie Pilze, Zwiebeln, Paprika oder Spinat enthalten viel Wasser. Es ist ratsam, sie vorher kurz anzubraten oder zu blanchieren, um überschüssiges Wasser zu entfernen und sicherzustellen, dass sie im Ofen gar werden und die Pizza nicht aufweichen. Spinat sollte gut ausgedrückt werden.
  • Fleisch: Salami, Pepperoni oder Schinken können direkt auf die Pizza gelegt werden. Rohes Fleisch wie Hackfleisch oder Wurst sollte vorgekocht werden.
  • Andere Zutaten: Oliven, Artischockenherzen oder Kapern sollten gut abgetropft sein.

2. Die richtige Reihenfolge

Die übliche Reihenfolge der Beläge ist: Teig, Sauce, Käse, dann die restlichen Beläge. Manchmal wird eine kleine Menge Käse auch noch über die Beläge gestreut, um alles zusammenzuhalten. Vermeiden Sie es, die Pizza zu überladen, da dies zu einem matschigen Boden führen kann und die Hitze nicht gleichmäßig an alle Zutaten gelangt.

Formen und Backen: Der entscheidende Schritt

Das Formen des Teigs und das Backen bei der richtigen Temperatur sind entscheidend für eine knusprige Kruste und eine perfekt gegarte Pizza.

Was ist die beste Pizza in Wien?
Die Pizzeria Mafiosi ist… Sie lässt einen sprachlos. Laut kulinarischer Vita gibt es hier „die beste, größte und günstigste Pizza“ in Wien – und das schon seit dem 4.2.1990. Das „größte“ und „beste“ (Vorsicht: immer subjektiv!) lassen wir einmal unkommentiert. Aber das „günstig“ können wir mehr als unterschreiben. Billig Essen de luxe!

1. Teig formen

Nehmen Sie eine Teigkugel und drücken Sie sie vorsichtig von der Mitte nach außen, um einen Rand zu bilden. Drehen Sie den Teig dabei immer wieder. Vermeiden Sie die Verwendung eines Nudelholzes, da dies die Luftblasen im Teig zerdrückt und die Kruste weniger luftig macht. Wenn Sie geübt sind, können Sie den Teig auch mit den Händen in die Luft werfen und drehen, um ihn zu dehnen. Ziel ist ein runder Teigfladen mit einem leicht erhöhten Rand.

2. Vorheizen des Ofens

Dies ist einer der wichtigsten Schritte! Heizen Sie Ihren Ofen auf die höchstmögliche Temperatur vor (mindestens 250°C, idealerweise 300°C oder mehr, falls Ihr Ofen dies zulässt). Wenn Sie einen Pizzastein oder Pizzastahl verwenden, legen Sie diesen auf das unterste Rost und heizen Sie ihn mindestens 45-60 Minuten lang mit dem Ofen vor. Dies speichert die Hitze und sorgt für einen knusprigen Boden.

3. Backen der Pizza

Schieben Sie die belegte Pizza mit einem Pizzaschieber (leicht mit Hartweizengrieß oder Mehl bestäubt) auf den heißen Stein oder Stahl. Backen Sie die Pizza für 5-10 Minuten, je nach Ofen und gewünschtem Bräunungsgrad. Halten Sie ein Auge auf die Pizza: Der Rand sollte schön aufgehen und goldbraun werden, der Käse sollte geschmolzen und leicht gebräunt sein. Wenn Ihr Ofen eine Grillfunktion hat, können Sie diese in den letzten Minuten nutzen, um die Oberseite schneller zu bräunen.

Variationen und Spezielle Tipps

  • Glutenfreier Teig: Es gibt spezielle glutenfreie Mehlmischungen für Pizza. Die Handhabung kann etwas anders sein, da Gluten für die Elastizität sorgt.
  • Vollkornteig: Für eine gesündere Variante können Sie einen Teil des Weizenmehls durch Vollkornmehl ersetzen. Dies verändert jedoch die Textur und den Geschmack.
  • Sauerteig-Pizza: Für ein noch komplexeres Aroma können Sie Sauerteig anstelle von Hefe verwenden. Dies erfordert jedoch mehr Planung und Erfahrung.
  • Pizza auf dem Grill: Eine fantastische Methode im Sommer! Legen Sie den geformten Teig direkt auf den heißen Grillrost, belegen Sie ihn schnell und schließen Sie den Deckel.
  • Resteverwertung: Kalte Pizza ist ein Genuss! Um sie wieder aufzuwärmen, legen Sie sie in eine kalte Pfanne, erhitzen Sie sie bei mittlerer Hitze, bis der Boden knusprig ist, und decken Sie sie dann ab, damit der Käse schmilzt.

Vergleichstabelle: Pizzateig-Typen

Es gibt nicht DEN einen Pizzateig. Verschiedene Regionen haben ihre eigenen Traditionen, die zu einzigartigen Ergebnissen führen.

MerkmalNeapolitanische PizzaRömische Pizza (Tonda)New York Style Pizza
KrusteSehr weich, luftig, mit verbrannten Blasen (Leopardenflecken), dünner Boden in der Mitte.Dünn und sehr knusprig, fast wie ein Cracker.Zäh und biegsam, kann zusammengefaltet werden, dickerer Rand.
MehltypTipo 00 MehlStarkes Weizenmehl (Type 550/650)Starkes Weizenmehl (Brotmehl)
HefeWenig Hefe, lange Gärzeiten (oft 24-72h).Standardmenge, kürzere Gärzeiten.Standardmenge, mittlere Gärzeiten.
ZutatenMehl, Wasser, Salz, Hefe (kein Öl).Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Olivenöl.Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Zucker (oft), Olivenöl.
BacktemperaturSehr hoch (400-500°C), in Holzöfen.Hoch (300-400°C).Hoch (250-350°C).
Backzeit60-90 Sekunden.3-5 Minuten.8-15 Minuten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird mein Pizzateig nicht knusprig?

Oft liegt es an einer zu niedrigen Backtemperatur. Ihr Ofen muss so heiß wie möglich sein und idealerweise einen Pizzastein oder -stahl verwenden, der gut vorgeheizt ist. Eine zu hohe Beladung der Pizza mit feuchten Zutaten kann ebenfalls dazu führen, dass der Boden matschig wird. Stellen Sie sicher, dass Ihr Teig nicht zu dick ist und die Zutaten gut abgetropft sind.

Wie lange muss der Teig gehen?

Das hängt von der Menge der Hefe und der Raumtemperatur ab. Bei Raumtemperatur (ca. 22°C) und einer normalen Hefemenge dauert es 1-2 Stunden, bis sich der Teig verdoppelt hat. Für ein besseres Aroma und eine leichtere Verdaulichkeit empfiehlt sich jedoch eine kalte Gärung im Kühlschrank über 24-72 Stunden. Hierbei entwickeln sich komplexere Geschmacksstoffe, und der Teig wird leichter zu handhaben.

Kann ich Pizzateig vorbereiten und einfrieren?

Ja, absolut! Nachdem Sie den Teig geknetet und in Portionen geteilt haben, können Sie die Teigkugeln leicht einölen, luftdicht verpacken (z.B. in Gefrierbeuteln) und einfrieren. Zum Auftauen legen Sie die Teigkugeln am besten über Nacht in den Kühlschrank und lassen sie vor dem Verarbeiten noch 1-2 Stunden bei Raumtemperatur akklimatisieren.

Welche Mehlsorte ist die beste für Pizza?

Für eine klassische italienische Pizza ist Tipo 00 Mehl die erste Wahl. Es sorgt für eine sehr zarte, luftige Kruste. Wenn Sie eine zähere, chewier Kruste bevorzugen, wie sie oft bei New York Style Pizza zu finden ist, ist ein starkes Brotmehl (mit höherem Proteingehalt) besser geeignet. Experimentieren Sie, um Ihre persönliche Vorliebe zu finden.

Wie vermeide ich einen matschigen Pizzaboden?

Mehrere Faktoren können dazu beitragen: Erstens, verwenden Sie nicht zu viel Sauce oder Käse. Eine dünne Schicht ist ausreichend. Zweitens, wässrige Beläge wie Pilze, Zwiebeln oder Spinat sollten vorab angebraten oder gut ausgedrückt werden, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen. Drittens, backen Sie die Pizza bei der höchstmöglichen Temperatur auf einem gut vorgeheizten Pizzastein oder -stahl, um eine schnelle und intensive Hitzewirkung von unten zu gewährleisten.

Die Zubereitung einer hausgemachten Pizza ist ein wunderbares kulinarisches Abenteuer, das Raum für Experimente und persönliche Vorlieben lässt. Mit den hier vorgestellten Tipps und Techniken sind Sie bestens gerüstet, um Ihre eigene perfekte Pizza zu kreieren. Genießen Sie den Prozess und vor allem das köstliche Ergebnis!

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Pizza selbst machen: Der ultimative Guide kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Kochen besuchen.

Go up