05/02/2025
Pizza, ein kulinarisches Meisterwerk italienischen Ursprungs, hat die Welt erobert und sich dabei in unzähligen Variationen neu erfunden. Insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika hat sie eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, die zu so unterschiedlichen Stilen wie der Chicago Deep Dish oder der Detroit Style Pizza geführt hat. Doch zwei Stile stehen oft im Mittelpunkt hitziger Debatten unter Pizzaliebhabern: die klassische New York Style Pizza und ihr vermeintlicher Nachfolger, die Brooklyn Style Pizza. Was macht diese beiden so besonders, und worin unterscheiden sie sich wirklich?
- Die Geburtsstunde der Pizza in Amerika: New York als Wiege
- Brooklyn Style: Eine Evolution des New Yorker Klassikers
- Der ultimative Vergleich: New York vs. Brooklyn Pizza
- Die Geheimnisse der Brooklyn Style Pizza: Herstellung und Besonderheiten
- Wo finde ich die beste Brooklyn Style Pizza?
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Brooklyn Style Pizza
- F: Ist Brooklyn-Style Pizza einfach nur eine dünnere New York-Style Pizza?
- F: Welche Art von Käse wird typischerweise auf einer Brooklyn-Style Pizza verwendet?
- F: Kann ich Brooklyn-Style Pizza zu Hause zubereiten?
- F: Was ist der Unterschied zwischen handgestrecktem und gerolltem Teig?
- F: Wird auf einer Brooklyn-Style Pizza Maismehl auf dem Boden verwendet?
- F: Welche Größe hat eine typische Brooklyn-Style Pizza?
- F: Warum ist die Kruste oft leicht verkohlt?
- F: Ist Brooklyn-Style Pizza gesünder als andere Pizzasorten?
- F: Welche Pizzasorte ist beliebter?
- F: Welche Pizzasorte ist besser für eine Party geeignet?
- Fazit
Die Geburtsstunde der Pizza in Amerika: New York als Wiege
Die Geschichte der Pizza in den USA beginnt, wie könnte es anders sein, in der pulsierenden Metropole New York City. Italienische Einwanderer brachten Ende des 19. Jahrhunderts ihre kulinarischen Traditionen mit sich. Es wird angenommen, dass ein Pizzaiolo aus Neapel bereits 1897 die ersten Pizzen in New York zubereitete. Offiziell lizenziert wurde die erste Pizzeria jedoch erst einige Jahre später, wobei Gennaro Lombardi oft als Pionier des Jahres 1905 genannt wird. Die ursprünglichen Pizzerien nutzten Kohleöfen, legten den Käse direkt auf den Teig und die Sauce darüber – eine Praxis, die sich heute oft umgekehrt findet. Heute gibt es über 200 Pizzerien allein in New York City, jede mit ihrer eigenen Interpretation des Klassikers.

Brooklyn Style: Eine Evolution des New Yorker Klassikers
Der Brooklyn Style wird oft als eine Weiterentwicklung des New York Style angesehen. Er entstand in den frühen 20er Jahren in den Arbeitervierteln Brooklyns und zeichnet sich durch eine Reihe einzigartiger Merkmale aus, die ihn von seinem „Vorfahren“ abheben. Während der New York Style für seinen handgeworfenen, dünnen Teig bekannt ist, der leicht mit Tomatensauce belegt und mit geriebenem, vollfettem Mozzarella garniert wird, bringt der Brooklyn Style seine eigenen Nuancen mit sich. Beide Stile teilen zwar ähnliche Größen (oft zwischen 18 und 45 Zoll Durchmesser), werden handgeworfen und auf ähnliche Weise gegessen, doch die Unterschiede liegen im Detail: insbesondere in der Knusprigkeit des Teigs und der Käsezusammensetzung.
Der ultimative Vergleich: New York vs. Brooklyn Pizza
Um die beiden Pizzen wirklich zu verstehen, müssen wir uns ihre Kernkomponenten genauer ansehen:
Der Teig: Das Fundament jeder großartigen Pizza
- New York Style: Der Teig ist hier das Herzstück. Er wird aus Weizenmehl mit hohem Glutengehalt hergestellt, was ihm seine charakteristische dünne, knusprige Textur und den berühmten “Snap” beim Falten verleiht. Es wird sogar gemunkelt, dass das einzigartige Wasser New Yorks zu seinem unverwechselbaren Geschmack beiträgt. Der Teig wird von Hand geworfen, um die perfekte Form und Dicke zu erreichen.
- Brooklyn Style: Auch hier wird der Teig von Hand geworfen und zu einer beeindruckenden Größe gedehnt. Der Brooklyn-Teig ist ebenfalls dünn, aber durch einen höheren Fettanteil und eine liberale Bestäubung mit Maismehl auf dem Pizzaschieber wird eine besonders ausgeprägte Knusprigkeit erzielt. Der Teig wird oft nur teilweise vorgebacken, was zu seiner einzigartigen Textur beiträgt. Er bietet einen befriedigenden “Snap”, wenn er gefaltet wird, und unterscheidet sich somit von der eher biegsamen New York Slice.
Beläge und Käse: Die geschmackliche Vielfalt
- New York Style: Klassisch minimalistisch. Eine einfache Kombination aus Tomatensauce, Mozzarella und frischem Basilikum steht im Vordergrund. Der Mozzarella ist typischerweise ein fettarmer, geriebener Käse, der gleichmäßig über der Sauce verteilt wird und im Ofen perfekt schmilzt und bräunt.
- Brooklyn Style: Während die Beläge ähnlich vielfältig sein können wie beim New York Style, liegt der entscheidende Unterschied in der Käsezusammensetzung. Eine typische Brooklyn Pizza verwendet eine Mischung aus Mozzarella und Provolone, oft in einem Verhältnis von 45 % Mozzarella zu 55 % Provolone. Dies verleiht der Pizza eine einzigartige Geschmacksnote, die weniger käsig ist als bei anderen Stilen. Klassische Beläge umfassen Oliven, grüne Paprika, Knoblauch, Peperoni, Zwiebeln, Pilze, Fleischbällchen und Wurst. Traditionelle Liebhaber meiden oft Ananas, Hotdogs oder Ziegenkäse, aber letztendlich sind die Beläge Geschmackssache.
Die Sauce: Süß oder Tangy?
- New York Style: Die Sauce ist meist dünn und würzig, oft aus zerkleinerten Tomaten, Olivenöl, Knoblauch und Oregano hergestellt. Sie dient als eine frische Basis, die den Aromen von Käse und Belägen Raum lässt.
- Brooklyn Style: Die Sauce ist in der Regel dicker und süßer als ihr New Yorker Pendant. Sie wird oft aus ganzen, pürierten Tomaten zubereitet und mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen verfeinert, was ihr ein robusteres Geschmacksprofil verleiht. San Marzano-Tomaten sind hierbei eine beliebte Wahl.
Der Backvorgang: Hitze und Perfektion
- New York Style: Traditionell wird die New York Pizza bei sehr hohen Temperaturen (um 260°C) in Kohleöfen gebacken. Diese intensive Hitze sorgt für einen schnellen Garvorgang, eine knusprige Kruste und perfekt geschmolzenen Käse.
- Brooklyn Style: Auch die Brooklyn Pizza profitiert von hohen Temperaturen, oft in traditionellen Stein- oder Decköfen. Der Backvorgang ist entscheidend für die charakteristische Knusprigkeit und die leichte Verkohlung des Randes. Der Teig wird direkt auf dem Stein gebacken, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung zu gewährleisten.
Schnitt und Verzehr: Eine Frage der Form
- New York Style: Wird üblicherweise in 8 oder 16 dreieckige Stücke geschnitten.
- Brooklyn Style: Aufgrund ihrer dünnen und knusprigen Natur wird die Brooklyn Pizza oft in Quadrate geschnitten. Diese Schnittweise minimiert das Risiko, dass die dünnen, großen Stücke beim Anheben auseinanderfallen oder zu schlaff werden, was bei einem dreieckigen Schnitt wahrscheinlicher wäre. Das traditionelle Essen beider Stile erfolgt durch Falten des Stücks, um alle Aromen gleichzeitig zu genießen.
Vergleichstabelle: New York Style vs. Brooklyn Style Pizza
| Merkmal | New York Style Pizza | Brooklyn Style Pizza |
|---|---|---|
| Teig | Dünn, knusprig, hoher Glutengehalt, biegsam | Dünn, sehr knusprig, handgestreckt, Maismehl, höherer Fettanteil |
| Käse | 100% fettarmer Mozzarella | Mozzarella- & Provolone-Mischung (ca. 45/55%) |
| Sauce | Dünn, würzig, oft aus zerkleinerten Tomaten | Dicker, süßer, oft aus ganzen San Marzano Tomaten |
| Schnitt | Dreieckig (8 oder 16 Stücke) | Quadratisch (aufgrund der dünnen Kruste) |
| Backofen | Hohe Temperatur, traditionell Kohleofen | Hohe Temperatur, traditionell Stein-/Deckofen |
| Besonderheit | Klassiker, weiter verbreitet | Entwicklung, Fokus auf Knusprigkeit & Käsemischung |
Die Geheimnisse der Brooklyn Style Pizza: Herstellung und Besonderheiten
Die Herstellung einer Brooklyn Style Pizza ist eine Kunst für sich. Der Teig, der für eine durchschnittlich große Brooklyn Pizza benötigt wird, stammt oft von einem überraschend kleinen Teigballen, der dann kunstvoll zu einem großen Durchmesser von bis zu 45 Zoll gedehnt wird. Ein kleiner Teigballen ergibt dabei eine große Pizza, während ein großer Teigballen eine extragroße Größe ermöglicht. Die gebackene Kruste ist nicht nur dünn und knusprig, sondern auch dank des großzügigen Bestäubens von Maismehl auf der Unterseite des Teigs besonders verlockend. Das Maismehl sorgt für eine zusätzliche Textur und verhindert ein Anhaften. Die dünne Kruste wird teilweise vorgebacken und enthält mehr Fett, welches der Hauptfaktor für ihre unvergleichliche Knusprigkeit ist.
Obwohl die Brooklyn Pizza von vielen Essensliebhabern gefeiert wird, sollte ihr Genuss, insbesondere aufgrund des höheren Fettgehalts, in Maßen erfolgen. Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere ältere Menschen, wird Vorsicht geboten. Wissenschaftler haben jedoch auch bewiesen, dass moderater Pizzakonsum sogar dazu beitragen kann, bestimmte krebserregende Stoffe im Hals zu neutralisieren. Letztendlich machen die einzigartige Teigart, die Käsezusammensetzung und die vielfältigen Beläge die Brooklyn Pizza zu einem unverwechselbaren Genuss.
Wo finde ich die beste Brooklyn Style Pizza?
Die Wahl der Pizzeria hängt oft von Ihren Vorlieben ab: Bevorzugen Sie die Bequemlichkeit einer Fast-Food-Kette wie Domino's oder Pizza Hut, oder suchen Sie das authentische Erlebnis einer traditionellen Pizzeria? Traditionelle Pizzerien legen oft Wert auf Qualität, Kultur und Werte, während kommerzielle Anbieter auf Schnelligkeit und Masse setzen.
Viele der besten traditionellen Pizzerien bieten keine Lieferdienste oder Reservierungen an; das Essen vor Ort ist oft obligatorisch, um die Kultur und Atmosphäre vollständig zu erleben. Wenn Sie kulturell interessiert sind, ist ein Besuch in einer solchen Pizzeria empfehlenswert. Für einen schnellen Snack sind die kommerziellen Anbieter jedoch oft die bessere Wahl.
Hier sind einige der bekanntesten Pizzerien in Brooklyn, die man besuchen sollte:
- Juliana’s Pizzeria: Im Rosemont Shopping Center gelegen, ist Juliana’s eine der Top-Pizzerien Brooklyns, gegründet von Grimaldi. Sie wurde von Trip Advisor als beste Pizzeria Amerikas ausgezeichnet und bietet keine Lieferdienste oder Reservierungen an.
- Grimaldi’s Pizzeria: Ebenfalls von Grimaldi gegründet und über 100 Jahre alt, ist Grimaldi’s bekannt für die Verwendung von Kohleöfen zur Pizzazubereitung. Es gelten ähnliche Regeln wie bei Juliana’s.
- Roberta’s Pizzeria: Eine wichtige Touristenattraktion in Bushwick, bekannt für ihre Holzöfen.
- Lucali Brooklyn: Eine der am höchsten bewerteten Pizzerien in New York City, bekannt für ihre großen Pizzen und kleinen Calzones. Sie ist auch ein beliebter Ort für Dates und zieht oft Prominente an.
- Totonno’s Pizzeria Napolitana: Von Food Network als Nummer eins bewertet, ist Totonno’s ein über 100 Jahre alter Familienbetrieb (seit 1924). Sie ist bekannt für ihre Menü-Einfachheit, die traditionelle Margherita und Neopolitan-Varianten umfasst. Sie akzeptieren nur Bargeld und sind nur von Donnerstag bis Samstag geöffnet.
Weitere bemerkenswerte Pizzerien sind Table 87, Speedy Romeo, Di Fara, Emily und Giuseppina’s.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Brooklyn Style Pizza
F: Ist Brooklyn-Style Pizza einfach nur eine dünnere New York-Style Pizza?
Nicht ganz. Obwohl sie Ähnlichkeiten aufweisen, ist die Brooklyn-Style Pizza in der Regel größer, dünner und knuspriger. Die Dehnmethode, der Hydratationsgrad des Teigs und der Backvorgang sind alle darauf ausgelegt, eine einzigartige Textur zu erzielen. Ein Hauptunterschied ist die Faltbarkeit: Während ein New York Slice leicht gefaltet werden kann, hat ein Brooklyn-Style Slice beim Falten einen befriedigenden "Snap", der seine knusprigere Natur anzeigt.
F: Welche Art von Käse wird typischerweise auf einer Brooklyn-Style Pizza verwendet?
Fettarmer Mozzarella ist die bevorzugte Wahl, oft in Kombination mit Provolone. Der geringere Wassergehalt des Mozzarellas hilft, die Kruste während des Backens nicht durchweicht werden zu lassen und trägt zur gewünschten Knusprigkeit bei.
F: Kann ich Brooklyn-Style Pizza zu Hause zubereiten?
Ja, aber es erfordert etwas Übung und die richtige Ausrüstung. Ein Pizzastein oder Stahl ist sehr empfehlenswert, um die notwendige hohe Backhitze zu erzielen. Das Experimentieren mit Teigrezepten und Dehntechniken ist ebenfalls entscheidend. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr erster Versuch nicht perfekt ist – es braucht Zeit, die Kunst der Brooklyn-Style Pizzazubereitung zu meistern.
F: Was ist der Unterschied zwischen handgestrecktem und gerolltem Teig?
Handgestreckter Teig bewahrt die Lufteinschlüsse im Teig, was zu einer leichteren und geschmackvolleren Kruste führt. Das Rollen von Teig komprimiert ihn, was zu einer dichteren und zäheren Textur führt. Handstrecken ist entscheidend, um die charakteristische Dünnheit und Knusprigkeit einer Brooklyn-Style Pizza zu erreichen.
F: Wird auf einer Brooklyn-Style Pizza Maismehl auf dem Boden verwendet?
Ja, eine leichte Bestäubung mit Maismehl wird üblicherweise auf dem Pizzaschieber verwendet, um zu verhindern, dass der Teig klebt, und um der Kruste ein subtiles Texturelement hinzuzufügen.
F: Welche Größe hat eine typische Brooklyn-Style Pizza?
Typischerweise etwa 18 Zoll (ca. 45 cm) im Durchmesser, was sie deutlich größer macht als einen Standard New York Slice.

F: Warum ist die Kruste oft leicht verkohlt?
Die Verkohlung ist ein Ergebnis des Hochtemperatur-Backvorgangs und trägt zum einzigartigen Geschmacksprofil der Pizza bei. Sie verleiht eine rauchige und leicht bittere Note, die die anderen Zutaten ergänzt.
F: Ist Brooklyn-Style Pizza gesünder als andere Pizzasorten?
Aufgrund ihrer dünneren Kruste und oft leichteren Belagmenge kann Brooklyn-Style Pizza als eine etwas gesündere Option im Vergleich zu Pizzen mit dicken Krusten und schweren Belägen angesehen werden. Dennoch ist Portionskontrolle wichtig.
F: Welche Pizzasorte ist beliebter?
New York Style Pizza gilt allgemein als populärer als Brooklyn Style Pizza, aber beide Stile haben ihre treuen Fans.
F: Welche Pizzasorte ist besser für eine Party geeignet?
Brooklyn Style Pizza ist typischerweise eine bessere Wahl für eine Party, da sie substanzieller ist und eine größere Gruppe von Menschen satt machen kann.
Fazit
Obwohl die Geschichte der Pizza tief in tierischen Produkten verwurzelt ist, gibt es heute zahlreiche neue Pizzen, die auch für Vegetarier entwickelt werden, zum Beispiel mit pflanzlichem Käse. Es gibt viele Pizzasorten und -stile, aber der Brooklyn Style ist zweifellos einer der besten. Warum begeben Sie sich nicht auf ein Abenteuer zu einer der beliebten traditionellen Pizzerien, um den Geschmack einer kulturell geprägten Speise zu erleben? Pizza ist eben nicht nur Teig und Belag; sie umfasst auch Geschick, Geschichte und Kultur.
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