03/08/2024
Pizza ist mehr als nur ein Gericht; sie ist ein Lebensgefühl, ein Stück italienische Kultur, das die Welt erobert hat. Während die Pizza Margherita oft als Ikone der Einfachheit und des Geschmacks gilt, gibt es eine andere Kreation, die in den Herzen vieler Pizzaliebhaber einen ebenso festen Platz eingenommen hat und sich als einer der meistbestellten Pizzen in Italien und weltweit etabliert hat: die Pizza Diavola. Bekannt für ihren unverwechselbaren, feurigen Charakter, ist sie ein wahrer Genuss für alle, die es gerne pikant mögen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem „teuflischen“ Namen und ihrer weltweiten Beliebtheit?
- Was ist die Pizza Diavola? Der feurige Klassiker erklärt
- Diavola vs. Pepperoni: Eine wichtige Unterscheidung
- Das Geheimnis eines perfekten Teigs: Die Basis für die Diavola
- Die Kunst des Belegens: Weniger ist oft mehr
- Der finale Schliff: Formen, Belegen und Backen
- Warum ist die Pizza Diavola so beliebt?
- Vergleichstabelle: Diavola vs. Margherita
- Häufig gestellte Fragen zur Pizza Diavola
- Fazit: Ein feuriges Meisterwerk für jeden Anlass
Was ist die Pizza Diavola? Der feurige Klassiker erklärt
Die Pizza Diavola, zu Deutsch oft als „Teufelspizza“ bezeichnet, ist eine Hommage an die Schärfe und den kräftigen Geschmack. Ihre Hauptdarsteller sind denkbar einfach, aber in ihrer Kombination unwiderstehlich: reife Tomaten, zartschmelzender Mozzarella, frischer Basilikum und – das Herzstück – scharfe Salami. Im Ausland, insbesondere im englischsprachigen Raum, wird sie oft fälschlicherweise als „Pepperoni Pizza“ bezeichnet, was zu Verwechslungen mit den amerikanischen Peperoni (einer Art Paprika) führen kann. Doch in Wahrheit ist es die italienische scharfe Salami, die dieser Pizza ihren einzigartigen, feurigen Kick verleiht. Sie ist ein fester Bestandteil jeder guten Pizzeria und verkörpert die perfekte Balance zwischen würziger Schärfe und dem cremigen Kontrast des Mozzarellas.

Diavola vs. Pepperoni: Eine wichtige Unterscheidung
Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, das oft zu Verwirrung führt: die Gleichsetzung von „Pizza Diavola“ und „Pepperoni Pizza“. Während die Pizza Diavola in Italien und vielen europäischen Ländern für ihre scharfe Salami (Salame Piccante) bekannt ist, bezieht sich „Pepperoni Pizza“ in den USA und Kanada auf eine spezielle Art von Wurst, die zwar auch würzig ist, aber oft milder als die italienische Variante und in den USA speziell als „pepperoni“ vermarktet wird. Die Diavola ist also das Original mit dem echten italienischen Salame Piccante, das für die charakteristische Schärfe sorgt, die den Namen „Teufelspizza“ rechtfertigt. Diese Salami wird aus Schweinefleisch hergestellt und oft mit Paprika und Chili gewürzt, was ihr die typische rote Farbe und den feurigen Geschmack verleiht.
Das Geheimnis eines perfekten Teigs: Die Basis für die Diavola
Jede großartige Pizza beginnt mit einem großartigen Teig. Für die Pizza Diavola ist ein perfekter Teig unerlässlich, der nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch die ideale Textur für den Belag bietet. Unser Rezept setzt auf eine zweistufige Teigführung, die zu einem besonders aromatischen und bekömmlichen Ergebnis führt:
Schritt 1: Die Biga – Das Vorteig-Wunder
Der erste Schritt ist die Zubereitung des Vorteigs, auch Biga genannt. Dieser Vorteig ist entscheidend für die Entwicklung komplexer Aromen und eine bessere Teigstruktur.
- Geben Sie Wasser in einen Krug, bröseln Sie frische Hefe hinein und rühren Sie, bis sie sich vollständig aufgelöst hat.
- Fügen Sie diese Hefemischung zum Mehl in einer Schüssel hinzu.
- Mischen Sie zuerst mit einem Löffel und arbeiten Sie den Teig dann kurz mit den Händen, bis das gesamte Mehl eingearbeitet ist. Es ist wichtig, nicht zu viel zu kneten; es geht nur darum, alles zu verbinden.
- Brechen Sie den Teig grob in der Schüssel auf, decken Sie ihn mit Frischhaltefolie ab und lassen Sie ihn für 24 Stunden im Kühlschrank reifen. Diese lange, kalte Reifezeit fördert die Enzymaktivität und die Geschmacksentwicklung.
Schritt 2: Der Hauptteig – Die Vollendung
Nach der Reifezeit der Biga geht es an den Hauptteig, der dem Ganzen Volumen und Elastizität verleiht.

- Geben Sie die Stücke des Vorteigs in die Schüssel einer Küchenmaschine mit Knethaken.
- Fügen Sie die zerbröselte Hefe und das Mehl hinzu.
- Gießen Sie die Hälfte des Wassers ein und schalten Sie die Küchenmaschine ein. Fügen Sie nach und nach das restliche Wasser hinzu, während die Maschine läuft, bis es vollständig aufgenommen ist.
- An diesem Punkt fügen Sie auch das Salz und langsam das Öl hinzu, immer noch bei laufender Maschine. Das Öl sollte langsam eingearbeitet werden, um die Glutenentwicklung nicht zu behindern.
- Sobald der Teig glatt und homogen ist, nehmen Sie ihn aus der Maschine, legen ihn auf eine Arbeitsfläche, decken ihn mit der Schüssel ab und lassen Sie ihn 10 Minuten ruhen. Diese kurze Ruhepause entspannt den Gluten und erleichtert das weitere Bearbeiten.
- Danach führen Sie den Teig zwei Falten. Dies stärkt das Glutennetzwerk und sorgt für eine luftigere Krume.
- Lassen Sie den Teig erneut, mit der Schüssel abgedeckt, 10 Minuten ruhen. Wiederholen Sie diesen Vorgang weitere zwei Mal. Diese wiederholten Faltungen sind entscheidend für die Entwicklung einer elastischen und robusten Teigstruktur.
- Legen Sie den Teig schließlich zurück in die Schüssel, decken Sie ihn mit Frischhaltefolie ab und lassen Sie ihn bei Raumtemperatur etwa eine Stunde gehen oder bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Währenddessen heizen Sie einen Backstein auf der oberen Schiene des bereits heißen Ofens auf 250°C (statisch) vor. Die hohe Temperatur ist entscheidend für eine knusprige Kruste und einen gut durchgebackenen Boden.
Die Kunst des Belegens: Weniger ist oft mehr
Nachdem der Teig perfekt vorbereitet ist, kommt der Belag an die Reihe. Bei der Pizza Diavola kommt es auf die Qualität der einzelnen Zutaten an, da sie in ihrer Einfachheit glänzen müssen.
- Die Tomatensauce:
- Geben Sie geschälte Tomaten in eine Schüssel und zerdrücken Sie diese mit den Händen. Dies bewahrt die natürliche Textur der Tomaten besser als ein Pürierstab.
- Würzen Sie mit Olivenöl, Salz und frischem Basilikum. Mischen Sie alles gut durch. Ein guter Tomatenpassata ist der Schlüssel zu einer aromatischen Sauce, die nicht zu wässrig ist.
- Die Salami: Schneiden Sie die scharfe Salami in dünne Scheiben. Die Dicke der Scheiben beeinflusst, wie sich die Schärfe und das Aroma auf der Pizza verteilen. Dünne Scheiben werden knuspriger und geben ihr Aroma intensiver ab.
- Der Mozzarella: Verwenden Sie frischen Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella), den Sie gut abtropfen lassen oder sogar leicht ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Dies verhindert, dass die Pizza wässrig wird. Zupfen oder schneiden Sie den Mozzarella in kleinere Stücke.
Der finale Schliff: Formen, Belegen und Backen
Sobald der Teig sein Volumen verdoppelt hat, ist er bereit für seine Transformation zur Pizza.
- Geben Sie den Teig auf eine leicht mit Hartweizengrieß bestreute Arbeitsfläche. Der Grieß verhindert das Ankleben und sorgt für eine zusätzliche Knusprigkeit am Boden.
- Verwenden Sie einen Teigschaber, um den Teig in 6 Portionen zu schneiden, die jeweils etwa 280 Gramm wiegen.
- Formen Sie aus jeder Portion kleine Kugeln.
- Legen Sie diese einzeln auf ein geöltes Blech und ölen Sie auch die Oberfläche der Kugeln ein. Decken Sie sie mit Frischhaltefolie ab und lassen Sie sie bei Raumtemperatur weitere 30 Minuten gehen. Diese letzte Ruhephase, auch „Stückgare“ genannt, entspannt den Teig nochmals und bereitet ihn optimal auf das Ausbreiten vor.
- Breiten Sie die Teigkugeln auf einer mit Hartweizengrieß bestreuten Fläche aus. Drücken Sie dabei mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen und ziehen Sie den Teig vorsichtig auseinander, bis er einen Durchmesser von etwa 30-33 cm erreicht. Achten Sie darauf, den Rand nicht zu stark zu bearbeiten, um eine schöne Kruste zu erhalten.
- Verteilen Sie die vorbereitete Tomatensauce gleichmäßig auf der Oberfläche.
- Verteilen Sie anschließend den Mozzarella und die Scheiben der scharfen Salami.
- Schieben Sie die belegte Pizza auf den heißen Backstein in den Ofen. Die hohe Hitze des Steins sorgt für eine schnelle und gleichmäßige Hitzeverteilung, die den Boden knusprig macht und den Belag perfekt gart. Eine gute Pizza Diavola wird idealerweise in einem Holzofen gebacken, der Temperaturen von über 400°C erreicht, aber auch ein Haushaltsbackofen mit Backstein kann hervorragende Ergebnisse liefern.
Warum ist die Pizza Diavola so beliebt?
Die Beliebtheit der Pizza Diavola ist kein Zufall. Sie vereint mehrere Faktoren, die sie zu einem unwiderstehlichen Erlebnis machen:
- Der Geschmackskontrast: Die Schärfe der Salami wird perfekt durch die Cremigkeit des Mozzarellas und die Süße der Tomaten ausbalanciert. Das Ergebnis ist eine Geschmacksexplosion, die die Sinne belebt, ohne zu überwältigen.
- Die Einfachheit: Wie viele italienische Klassiker besticht auch die Diavola durch ihre Reduktion auf wenige, hochwertige Zutaten. Diese Einfachheit erlaubt es jeder Zutat, wirklich zu glänzen.
- Das Gefühl: Eine Pizza Diavola ist mehr als nur Essen; sie ist ein Erlebnis. Sie wärmt von innen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, der zum Wiederholen einlädt.
- Die Vielseitigkeit: Obwohl sie einen starken Charakter hat, ist sie vielseitig genug, um sie mit verschiedenen Getränken zu kombinieren, von einem kühlen Bier bis zu einem kräftigen Rotwein.
Vergleichstabelle: Diavola vs. Margherita
| Merkmal | Pizza Diavola | Pizza Margherita |
|---|---|---|
| Hauptzutaten | Tomatensauce, Mozzarella, scharfe Salami, Basilikum | Tomatensauce, Mozzarella, Basilikum |
| Geschmacksprofil | Pikant, würzig, leicht scharf | Mild, frisch, harmonisch |
| Charakter | Feurig, kräftig, belebend | Klassisch, einfach, ausgewogen |
| Optik | Rötlich-orange durch Salami, geschmolzener Käse | Rot-weiß-grün (italienische Flagge) |
| Beliebtheit | Weltweit sehr beliebt, besonders bei Schärfeliebhabern | Die wohl bekannteste und beliebteste Pizza weltweit |
Häufig gestellte Fragen zur Pizza Diavola
- Was macht die Pizza „teuflisch“?
Der Name „Diavola“ (Teufelin) rührt von der charakteristischen Schärfe der verwendeten Salami her. Diese Schärfe ist das Markenzeichen dieser Pizza und verleiht ihr ihren feurigen Charakter. - Ist „Pepperoni Pizza“ dasselbe wie Pizza Diavola?
Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. In Italien und Europa bezieht sich „Diavola“ auf Pizza mit scharfer italienischer Salami (Salame Piccante). „Pepperoni“ in den USA ist eine bestimmte Art von Wurst, die zwar auch würzig ist, aber oft milder und anders im Geschmack. - Kann ich die Schärfe anpassen?
Ja, absolut! Die Intensität der Schärfe hängt von der Art und Menge der verwendeten scharfen Salami ab. Sie können mildere Salami verwenden oder eine kleinere Menge, wenn Sie es weniger scharf mögen. Einige Varianten verwenden auch frische Chilischoten für zusätzliche Schärfe. - Welche Art von Salami sollte ich verwenden?
Für eine authentische Pizza Diavola sollten Sie Salame Piccante verwenden. Achten Sie auf italienische Produkte, die für ihren würzigen und scharfen Geschmack bekannt sind. - Kann ich den Teig im Voraus zubereiten?
Ja, der Teig kann problemlos im Voraus zubereitet werden. Die Biga reift sogar 24 Stunden im Kühlschrank. Der Hauptteig kann nach dem Gehen auch für 1-2 Tage im Kühlschrank gelagert werden, bevor er portioniert und gebacken wird. Dies verbessert oft sogar das Aroma. - Welche Ofentemperatur ist ideal?
Für eine knusprige Pizza ist eine sehr hohe Temperatur entscheidend. Ein vorgeheizter Ofen mit einem Backstein bei 250°C (statisch) ist ideal für den Heimgebrauch. Professionelle Pizzaöfen erreichen oft über 400°C. - Kann ich andere Beläge hinzufügen?
Obwohl die klassische Diavola minimalistisch ist, können Sie nach Belieben experimentieren. Manche fügen Oliven, Zwiebeln oder sogar Pilze hinzu, aber um den authentischen Charakter zu bewahren, sollte die scharfe Salami der Star bleiben.
Fazit: Ein feuriges Meisterwerk für jeden Anlass
Die Pizza Diavola ist weit mehr als nur eine Pizza mit Salami. Sie ist ein kulinarisches Statement, das die Essenz der italienischen Küche einfängt: einfache, hochwertige Zutaten, die mit Leidenschaft und Know-how zu einem außergewöhnlichen Gericht kombiniert werden. Ob Sie sie in Ihrer Lieblingspizzeria genießen oder sich der Herausforderung stellen, sie zu Hause nach unserem Rezept zuzubereiten, die Pizza Diavola wird Sie mit ihrem feurigen Geschmack und ihrer unwiderstehlichen Textur begeistern. Sie ist der perfekte Beweis dafür, dass die besten Dinge im Leben oft die einfachsten sind – aber mit einem gewissen Biss! Probieren Sie es selbst aus und lassen Sie sich von diesem „teuflisch“ guten Geschmack verführen.
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