Was macht eine blechpizza so besonders?

Römische Blechpizza: Ein Hauch von Rom zu Hause

09/09/2022

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Die italienische Küche ist reich an kulinarischen Schätzen, und die Pizza nimmt dabei zweifellos einen Ehrenplatz ein. Doch wer glaubt, Pizza sei gleich Pizza, der irrt gewaltig. Über die Jahrhunderte sind in Italien unzählige Pizzarezepte entstanden, so viele, dass man sie kaum zählen kann – vielleicht vergleichbar mit den Glückspfennigen, die im römischen Trevi-Brunnen landen. Eine besonders faszinierende und beliebte Variante, die direkt aus dem Herzen Roms stammt, ist die sogenannte Blechpizza, auch bekannt als Pizza al taglio. Sie ist ein fester Bestandteil des römischen Stadtbildes und wird Ihnen an jeder Straßenecke heiß und reichhaltig belegt in die Hand gedrückt. Aber was macht diese römische Pizza so einzigartig und unwiderstehlich?

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine römische Pizza (Pizza al taglio)?

Im Gegensatz zur weltberühmten neapolitanischen Pizza, die sich durch ihren dünnen, weichen und oft leicht verkohlten Rand auszeichnet, punktet die römische Pizza al taglio mit einem ganz anderen Charakter. Ihr Boden ist bemerkenswert knusprig-luftig und deutlich dicker. Diese Textur ermöglicht es, die Pizza wesentlich üppiger zu belegen, ohne dass sie an Stabilität verliert oder matschig wird. Die Bezeichnung "al taglio" bedeutet wörtlich "nach dem Schnitt" und weist darauf hin, dass diese Pizza nicht rund serviert, sondern in rechteckigen Stücken direkt vom großen Blech verkauft wird. Dies macht sie zum idealen Streetfood für unterwegs oder für ein schnelles Mittagessen.

Was ist eine römische Pizza?
Römische Pizza ist wie klassische Pizza, die man kreativ um die Ecke dreht – buchstäblich. Vier Ecken, vier Geschmackswelten, denn meine Pizza kommt nicht mit einem, nicht mit zwei, auch nicht mit drei, sondern gleich vier köstlichen Toppings daher. Eine unvergleichliche Geschmacksexplosion, die jede Ecke deines Backblechs rocken wird.

Die Besonderheit des Teigs: Hohe Hydration für maximale Luftigkeit

Das wahre Geheimnis einer herausragenden römischen Blechpizza liegt in ihrem Teig. Während viele Pizzaböden eher fest sind, besticht der römische Teig durch seine außergewöhnliche Leichtigkeit und Luftigkeit. Dies wird durch einen extrem hohen Wasseranteil erreicht. Bei der Zubereitung dieses Pizzateigs dürfen Sie nicht sparsam mit der Hydration sein – amtliche 80 % Wasseranteil sind hier die Norm. Diese hohe Hydration macht Ihre Blechpizza nicht nur extra luftig, sondern sorgt auch dafür, dass sie Ihnen trotz des fingerdicken Bodens kein bisschen schwer im Magen liegt. Ein Schuss Olivenöl im Teig trägt zusätzlich zur gewünschten Knusprigkeit bei.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Teigzubereitung ist die Formung. Als wahrer Profi lassen Sie das Nudelholz links liegen. Der Teig für die Pizza al taglio wird authentisch italienisch – mit den Händen geformt. Dies bewahrt die Luftbläschen im Teig und trägt maßgeblich zur charakteristischen, offenporigen Krume bei. Die lange Gehzeit und die sanfte Bearbeitung sind entscheidend für das Endergebnis.

Die Kunst des Belagens: Kreativität trifft Tradition

Die Römer sind bekannt dafür, so ziemlich alles auf ihre Pizzen zu hauen, was ihnen über den Weg läuft und lecker vorkommt. Die Möglichkeiten sind schier endlos, und gerade diese Vielfalt macht die Blechpizza so spannend. Es gibt jedoch einige bewährte Kombinationen und eine besondere Technik beim Belegen, die den Unterschied ausmacht.

Beläge vor dem Backen: Die Basis für Geschmacksexplosionen

Einige Beläge kommen schon vor dem ersten Backgang auf den Teig, um ihre Aromen voll zu entfalten und eine solide Grundlage zu schaffen. Hier sind zwei klassische Beispiele, die Sie ausprobieren können:

  • Die mediterrane Ecke: Auf eine Ecke des Teigs geben Sie großzügig Passata (passierte Tomaten), saftigen Mozzarella, salzige Oliven, würzige Kapern und eine Prise scharfe Nduja. Diese Kombination bietet eine perfekte Balance aus Süße, Säure, Salzigkeit und Schärfe.
  • Die rustikale Ecke: Die nächste Ecke wird mit fein geschnittenen Erdäpfeln (Kartoffeln), aromatischen Champignons, leicht bitterem Chicorée und einer Prise Salz belegt. Diese Kombination ist eine kleine Hommage an das rustikale römische Umland und bietet erdige, herzhafte Noten.

Es ist entscheidend, diese Beläge vor dem ersten Backen aufzubringen, da sie eine gewisse Garzeit benötigen, um weich zu werden und ihre Aromen zu entwickeln.

Was ist eine römische Pizza?
Römische Pizza ist wie klassische Pizza, die man kreativ um die Ecke dreht – buchstäblich. Vier Ecken, vier Geschmackswelten, denn meine Pizza kommt nicht mit einem, nicht mit zwei, auch nicht mit drei, sondern gleich vier köstlichen Toppings daher. Eine unvergleichliche Geschmacksexplosion, die jede Ecke deines Backblechs rocken wird.

Beläge nach dem Backen: Frische und Intensität

Ein besonderer Kniff bei der römischen Blechpizza ist, dass nicht alle Beläge von Anfang an mitgebacken werden. Die zwei verbleibenden Ecken des Teigs werden erst nach dem Backen belegt. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Empfindliche Zutaten wie frische Kräuter, bestimmte Käsesorten oder Wurstwaren bleiben frisch und bewahren ihre Textur und Farbe.
  • Es entstehen spannende Kontraste zwischen warmem, knusprigem Teig und kühlen, frischen Belägen.
  • Die Pizza kann noch individueller angepasst werden, je nach Vorliebe des Essers.

Stellen Sie sich vor: Eine knusprige Basis, die gerade aus dem Ofen kommt, und darauf frische, aromatische Zutaten, die ihre volle Pracht entfalten, ohne verkocht zu sein. Hier könnten beispielsweise frischer Rucola, Prosciutto Crudo, hauchdünne Parmesanspäne oder sogar ein Spritzer gutes Olivenöl platziert werden.

Der Backprozess: Stufenweise zur Perfektion

Der Backprozess der Pizza al taglio unterscheidet sich ebenfalls von anderen Pizzasorten und ist entscheidend für den einzigartigen Charakter. Mein Tipp, der auch von erfahrenen Pizzabäckern in Rom angewendet wird, lautet:

Parken Sie Ihre Pizza alla teglia (italienisch für Blechpizza) zunächst nur mit Sugo bestrichen im Gasgrill oder Backofen. So hat der Hefeteig die Chance, ohne fetten Belag zuerst in die Höhe zu gehen, ohne dass Mozzarella oder andere Toppings austrocknen. Erst danach dürfen dann auch die restlichen Toppings ein Ründchen im Grill drehen und der Teig kross zu Ende backen! Dieser zweistufige Backvorgang sorgt dafür, dass der Teig maximal aufgeht und eine wunderbar luftige Struktur erhält, während die Beläge perfekt garen und nicht verbrennen oder austrocknen.

Die hohe Hitze, die oft in Gasgrills oder speziellen Pizzaöfen erreicht wird, ist ideal, um die Außenseite schnell knusprig zu backen, während das Innere schön weich und luftig bleibt. Auch ein normaler Haushaltsbackofen kann mit einem Pizzastein oder -stahl und der höchstmöglichen Temperatur gute Ergebnisse liefern.

Warum die römische Blechpizza so besonders ist: Ein Vergleich

Um die Einzigartigkeit der römischen Pizza besser zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Vergleich mit ihrer berühmten Cousine, der neapolitanischen Pizza:

MerkmalRömische Pizza (Pizza al taglio)Neapolitanische Pizza
TeigdickeDick und luftigSehr dünn in der Mitte, dicker, weicher Rand ("Cornicione")
Textur des BodensKnusprig und luftigWeich und elastisch
Wasseranteil im TeigSehr hoch (ca. 80%)Typischerweise 55-65%
Formung des TeigsMit den Händen gedehntMit den Händen gedehnt ("Slap & Stretch")
BacktemperaturHohe Hitze, oft in Haushaltsöfen oder Gasgrills gut machbarExtrem hohe Hitze (450-500°C) in Holzöfen
BackzeitLänger, oft zweistufigSehr kurz (60-90 Sekunden)
BelagSehr vielfältig und üppig, oft in verschiedenen SektionenMinimalistisch und klassisch (Margherita, Marinara)
ServierformRechteckige Stücke ("al taglio")Ganzer, runder Fladen
VerzehrOft als Streetfood, auf die HandAm Tisch mit Besteck

Die römische Pizza ist somit nicht nur eine Variante, sondern eine eigene Philosophie. Sie ist die perfekte Wahl für alle, die eine herzhafte, belegte Pizza mit einer befriedigenden Textur suchen, die sich von den klassischen dünnen Pizzen abhebt.

Tipps für die perfekte römische Blechpizza zu Hause

Möchten Sie den Geschmack Roms in Ihre eigene Küche bringen? Hier sind einige zusätzliche Tipps:

  • Mehlwahl: Verwenden Sie ein starkes Weizenmehl (Typ 00 oder ein Mehl mit hohem Proteingehalt), das die hohe Hydration gut aufnehmen kann.
  • Lange Fermentation: Planen Sie ausreichend Zeit für die Teiggärung ein. Eine lange, kalte Gärung (im Kühlschrank über 24-72 Stunden) entwickelt nicht nur komplexere Aromen, sondern macht den Teig auch bekömmlicher und elastischer.
  • Vorbereitung des Backblechs: Fetten Sie Ihr Backblech großzügig mit Olivenöl ein. Das trägt zur Knusprigkeit des Bodens bei und verhindert ein Ankleben.
  • Teig ausbreiten: Drücken Sie den Teig vorsichtig mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen, um die Luftblasen nicht zu zerstören. Lassen Sie den Teig bei Bedarf zwischendurch ruhen, wenn er sich zusammenzieht.
  • Nicht überladen: Auch wenn die römische Pizza üppig belegt werden kann, ist es wichtig, sie nicht zu überladen, besonders vor dem ersten Backgang. Weniger ist manchmal mehr, um die perfekte Balance zwischen Teig und Belag zu wahren.
  • Ausreichend Hitze: Heizen Sie Ihren Ofen oder Grill gut vor. Ein vorgeheizter Pizzastein oder -stahl kann Wunder wirken, um die Unterseite der Pizza extra knusprig zu bekommen.
  • Experimentieren Sie mit Belägen: Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Ob klassisch römisch mit Pancetta und grünen Bohnen, oder mit saisonalen Zutaten – die Blechpizza ist eine Leinwand für Ihre kulinarischen Ideen.

Häufig gestellte Fragen zur römischen Pizza

Was bedeutet "Pizza al taglio"?
Pizza al taglio bedeutet wörtlich "Pizza nach dem Schnitt" oder "Stückpizza". Es bezeichnet eine Pizza, die auf großen, rechteckigen Blechen gebacken und dann in quadratische oder rechteckige Stücke geschnitten und verkauft wird.
Ist römische Pizza immer dick?
Ja, im Vergleich zur neapolitanischen Pizza ist die römische Blechpizza typischerweise dicker. Sie zeichnet sich durch einen luftigen, knusprigen Boden aus, der mehr Volumen hat als die dünne neapolitanische Variante.
Kann ich den hohen Wasseranteil im Teig reduzieren?
Sie können den Wasseranteil leicht anpassen, aber ein hoher Wasseranteil (um 80%) ist entscheidend für die charakteristische Luftigkeit und Leichtigkeit des römischen Teigs. Eine Reduzierung würde die Textur verändern und sie weniger "römisch" machen.
Welche Mehlsorte ist am besten für römische Pizza?
Für römische Pizza empfiehlt sich ein starkes Weizenmehl, oft als "Tipo 00" bezeichnet oder ein Mehl mit hohem Proteingehalt (W-Wert über 280), das viel Wasser aufnehmen und eine gute Glutenstruktur aufbauen kann.
Muss ich die Pizza wirklich in zwei Schritten backen?
Der zweistufige Backprozess (zuerst nur mit Sugo, dann mit weiteren Belägen) ist ein wichtiger Tipp, um die bestmögliche Textur zu erzielen. Er ermöglicht es dem Teig, maximal aufzugehen, ohne dass die Beläge austrocknen oder der Käse verbrennt. Es ist nicht zwingend, aber sehr empfehlenswert für optimale Ergebnisse.
Kann ich römische Pizza einfrieren?
Ja, Sie können gebackene römische Pizzastücke einfrieren. Lassen Sie sie vollständig abkühlen, bevor Sie sie luftdicht verpacken. Zum Aufwärmen können Sie sie direkt aus dem Gefrierschrank im Ofen aufbacken, bis sie wieder knusprig sind.

Fazit: Ein Stück Rom zum Genießen

Die römische Blechpizza ist weit mehr als nur ein schnelles Gericht – sie ist ein Stück römischer Esskultur, das Tradition und Geschmack auf einzigartige Weise verbindet. Ihr knusprig-luftiger Boden, die üppigen und vielfältigen Beläge sowie der besondere Backprozess machen sie zu einem unvergleichlichen Genusserlebnis. Ob Sie die mediterrane Variante mit Nduja und Kapern bevorzugen, die rustikale mit Erdäpfeln und Chicorée oder Ihre ganz eigene Kreation – die Pizza al taglio bietet unendliche Möglichkeiten, Ihre Geschmacksknospen zu verwöhnen. Lassen Sie sich von diesem römischen Klassiker begeistern und bringen Sie ein Stück italienisches Flair direkt auf Ihren Tisch!

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