22/05/2017
Die Calzone, oft als die "eingeklappte Pizza" bezeichnet, ist ein wahres Meisterwerk der italienischen Küche. Ursprünglich aus Neapel stammend, bietet sie eine faszinierende Alternative zur klassischen runden Pizza. Statt offen gebacken zu werden, wird die Calzone wie eine riesige Teigtasche gefüllt und dann sorgfältig verschlossen, bevor sie im Ofen goldbraun backt. Das Ergebnis ist eine saftige, aromatische Überraschung, bei der die Füllung im Inneren perfekt geschützt und gegart wird. Der Reiz der Calzone liegt nicht nur in ihrem einzigartigen Geschmack, sondern auch in der Einfachheit, mit der man sie zu Hause zubereiten kann. Vergiss komplizierte Rezepte – mit diesem Guide wirst du im Handumdrehen deine eigene, unwiderstehliche Calzone auf den Tisch zaubern.

Der perfekte Hefeteig: Das Herzstück jeder Calzone
Der Teig ist das A und O jeder guten Calzone. Ein geschmeidiger, gut aufgegangener Hefeteig ist entscheidend für die Textur und den Geschmack. Hier erfährst du, wie du ihn zubereitest und was du beachten solltest, damit er perfekt gelingt.
Zutaten und Zubereitung des Teigs
Für einen klassischen Calzone-Teig, der genug für zwei großzügige Calzones reicht, benötigst du:
- 250 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550)
- 250 g Hartweizengrieß (Semola Rimacinata) – dieser sorgt für eine besonders feine und elastische Textur, ist aber optional und kann durch Weizenmehl ersetzt werden
- 1 Päckchen frische Hefe (ca. 7g) oder 1/2 Päckchen Trockenhefe
- 250 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel Salz
- 2 Esslöffel Olivenöl extra vergine
Die Zubereitung ist denkbar einfach:
- Gib die beiden Mehlsorten (Weizenmehl und Hartweizengrieß, falls verwendet) in eine große Rührschüssel. Achte darauf, dass sie gut vermischt sind.
- Brösele die frische Hefe in das lauwarme Wasser und rühre sie um, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Das Wasser sollte handwarm sein, nicht heiß, da zu hohe Temperaturen die Hefe abtöten würden.
- Füge das Salz zum Mehl hinzu und vermische es kurz. Es ist wichtig, dass Salz und Hefe nicht direkt in Kontakt kommen, da Salz die Hefe in ihrer Aktivität hemmen kann.
- Gieße das Hefewasser langsam zum Mehl und rühre es zunächst mit einem Löffel oder den Händen ein, bis sich alles grob verbunden hat.
- Gib zuletzt das Olivenöl zum Teig. Das Öl verleiht dem Teig Geschmeidigkeit und Aroma.
- Knete nun alles gründlich zu einem geschmeidigen Hefeteig. Dies ist der wichtigste Schritt! Knete den Teig für mindestens 8-10 Minuten auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche. Der Teig sollte am Ende elastisch sein, sich leicht von den Händen lösen und eine glatte Oberfläche haben. Ein guter Teig ist nicht klebrig, aber auch nicht zu trocken.
- Forme den Teig zu einer Kugel, lege ihn zurück in die Schüssel und decke diese mit einem sauberen Küchentuch oder Frischhaltefolie ab.
- Lasse den Teig an einem warmen Ort für mindestens 1 Stunde gehen, oder bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Ein warmer Ort könnte die Nähe einer Heizung, ein leicht vorgewärmter Ofen (ausgeschaltet!) oder einfach ein zugfreier Raum sein. Geduld ist hier der Schlüssel!
Die Füllung: Herzhaft, saftig, unwiderstehlich
Die Füllung ist das Herzstück deiner Calzone und bietet unendlich viele Möglichkeiten, kreativ zu werden. Das Schöne an der Calzone ist, dass die Füllung im Inneren geschützt ist und ihre Aromen sich während des Backens wunderbar entfalten können. Hier sind einige klassische und kreative Ideen:
Klassische Füllungen
- Ricotta und Spinat: Eine sehr beliebte und klassische Kombination. Dünste frischen Spinat kurz an, drücke das überschüssige Wasser gut aus und vermische ihn mit Ricotta, geriebenem Parmesan, etwas Muskatnuss, Salz und Pfeffer.
- Schinken und Mozzarella: Einfach und immer lecker. Verwende gekochten Schinken (Prosciutto Cotto) und Mozzarella, der gut abgetropft sein sollte, damit die Calzone nicht zu wässrig wird. Eine Prise Oregano passt hervorragend dazu.
- Salami und Provolone: Für Liebhaber kräftigerer Aromen. Verwende eine gute italienische Salami (z.B. Salame Napoli) in dünnen Scheiben und geriebenen Provolone-Käse.
Kreative Füllungsideen
- Gemüse-Calzone: Gedünstete Pilze, Paprika, Zucchini und Zwiebeln mit etwas Tomatensauce und veganem Mozzarella oder Feta.
- Hähnchen und Pesto: Gekochtes oder gebratenes Hähnchenbrustfilet, in kleine Stücke geschnitten, vermischt mit Pesto (Basilikum oder Rucola) und etwas Mozzarella.
- Wurst und Brokkoli: Italienische Salsiccia (ohne Darm, angebraten und zerkrümelt) mit gedünstetem Brokkoli und einer Mischung aus Ricotta und Parmesan.
Wichtige Tipps zur Füllung
- Flüssigkeit reduzieren: Dies ist entscheidend! Überschüssige Flüssigkeit in der Füllung kann den Teig matschig machen oder die Calzone zum Platzen bringen. Gemüse wie Spinat oder Pilze sollten gut ausgedrückt oder angedünstet werden, um Wasser zu entziehen. Käse wie Mozzarella sollte gut abgetropft sein.
- Nicht überfüllen: Auch wenn es verlockend ist, zu viel Füllung erschwert das Verschließen und kann dazu führen, dass die Calzone beim Backen aufplatzt. Eine gute Faustregel ist, die Füllung nicht dicker als etwa 1,5 cm aufzutragen.
- Gleichmäßige Verteilung: Verteile die Füllung gleichmäßig auf einer Hälfte des Teiges, lasse aber einen ausreichenden Rand frei.
Das Formen und Backen der Calzone
Nachdem der Teig perfekt gegangen ist und die Füllung bereitsteht, geht es ans Formen und Backen – der krönende Abschluss deiner Calzone-Kreation.
Der Formprozess
Bevor du beginnst, heize den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor. Dies ist wichtig, damit der Ofen die richtige Temperatur hat, sobald die Calzone bereit ist.

- Nimm den aufgegangenen Teig aus der Schüssel und teile ihn in zwei gleich große Portionen, falls du zwei Calzones machen möchtest.
- Bemehle eine Arbeitsfläche leicht und rolle eine Teigportion mit einem Nudelholz zu einem runden Kreis aus. Der Teig sollte eine Dicke von etwa 3-5 mm haben.
- Lege einen Teller mit ca. 18 cm Durchmesser auf den ausgerollten Pizzateig und schneide mit einem Messer oder Pizzaroller zwei runde Kreise aus. Alternativ kannst du auch Freihand arbeiten, um die gewünschte Größe zu erreichen.
- Verquirle ein Ei in einer kleinen Schüssel. Bestreiche einen Rand von etwa 1 cm Breite auf einer Hälfte des runden Teigkreises mit dem verquirlten Ei. Dies dient als "Kleber" und hilft, die Ränder gut zu versiegeln.
- Gib nun die Hälfte der vorbereiteten Füllung auf eine Hälfte des runden Pizzabodens. Achte darauf, den bestrichenen Rand freizulassen.
- Schlage die andere, unbefüllte Teighälfte vorsichtig über die Füllung, sodass ein Halbmond entsteht.
- Drücke die Ränder des Teiges gut zusammen. Du kannst sie mit den Fingern festdrücken oder mit einer Gabel ein schönes Muster eindrücken, um sicherzustellen, dass die Calzone während des Backens nicht aufplatzt. Eine gut versiegelte Calzone ist entscheidend für den saftigen Inhalt!
- Wiederhole den Vorgang für die zweite Calzone.
- Lege die gefüllten Pizzaböden vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
- Optional: Bestreiche die Oberseite der Calzones mit etwas Olivenöl oder dem restlichen verquirlten Ei. Das sorgt für eine schöne, goldbraune Kruste. Steche außerdem zwei bis drei kleine Löcher in die Oberseite der Calzone, damit Dampf entweichen kann und sie nicht platzt.
Die Backzeit
Schiebe das Backblech mit den Calzones in den vorgeheizten Ofen. Backe sie bei 200°C Ober-/Unterhitze für etwa 15 bis 20 Minuten, oder bis sie schön goldbraun sind. Die genaue Backzeit kann je nach Ofen variieren. Behalte sie im Auge, um ein Anbrennen zu verhindern.
Calzone vs. Pizza: Ein kleiner Vergleich
Obwohl eng verwandt, gibt es doch deutliche Unterschiede zwischen Calzone und Pizza, die beide auf ihre Art einzigartig machen:
| Merkmal | Calzone | Pizza |
|---|---|---|
| Form | Halbmond, geschlossen | Flach, offen, rund |
| Füllung/Belag | Im Inneren eingeschlossen, gart im Dampf | Auf dem Teig verteilt, gart direkt |
| Backweise | Gleichmäßiger gegart, da Füllung geschützt; oft saftiger | Direkte Hitze auf Belag; knuspriger |
| Kruste | Weicherer Teig über der Füllung; innen dampfgegart | Knusprigerer Rand und Boden |
| Servieren | Oft als Einzelportion; muss aufgeschnitten werden | Teilbar in Stücke; direkt zugänglich |
| Feuchtigkeit | Füllung bleibt feuchter und aromatischer | Belag kann schneller austrocknen |
Tipps für die perfekte Calzone
- Qualität der Zutaten: Verwende hochwertige Zutaten. Ein gutes Olivenöl, frische Hefe und qualitativer Käse machen einen großen Unterschied.
- Nicht überfüllen: Weniger ist manchmal mehr. Eine moderate Füllung lässt die Calzone besser backen und schützt vor dem Platzen.
- Ränder gut versiegeln: Dies ist entscheidend, um die Füllung im Inneren zu halten und ein Auslaufen zu verhindern. Das Ei dient als ausgezeichneter Kleber.
- Dampf ablassen: Ein paar kleine Schnitte auf der Oberseite der Calzone verhindern, dass sich zu viel Dampf ansammelt und sie platzt.
- Frisch genießen: Calzone schmeckt am besten, wenn sie frisch aus dem Ofen kommt. Serviere sie mit einem einfachen Salat oder einer leichten Tomatensauce als Dip.
- Vorbereitung: Der Teig lässt sich auch gut vorbereiten und im Kühlschrank (luftdicht verpackt) bis zu 24 Stunden lagern. Vor der Verarbeitung sollte er dann wieder Zimmertemperatur annehmen.
- Einfrieren: Calzones lassen sich auch gut einfrieren. Nach dem Abkühlen einfach in Frischhaltefolie wickeln und einfrieren. Zum Aufwärmen bei 180°C im Ofen aufbacken, bis sie durchgewärmt sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Calzone
Kann ich auch Fertig-Pizzateig verwenden?
Ja, absolut! Wenn es mal schnell gehen muss oder du keine Zeit hast, den Teig selbst zu machen, ist fertiger Pizzateig aus dem Kühlregal eine hervorragende Alternative. Achte darauf, dass er von guter Qualität ist und für Calzones geeignet ist (manche sind zu dünn). Der Geschmack ist natürlich nicht ganz derselbe wie bei einem selbstgemachten Hefeteig, aber für eine schnelle Mahlzeit ist er perfekt.
Wie verhindere ich, dass meine Calzone platzt?
Das Platzen der Calzone ist ein häufiges Problem, das meist durch zu viel Dampf im Inneren oder eine schlechte Versiegelung der Ränder verursacht wird. Achte darauf, die Füllung nicht zu feucht zu machen (Gemüse gut ausdrücken, Käse abtropfen lassen) und die Ränder wirklich fest zu verschließen. Das Bestreichen der Ränder mit Ei vor dem Zusammenklappen hilft enorm. Außerdem ist es wichtig, ein paar kleine Schlitze in die Oberseite der Calzone zu schneiden, damit der Dampf entweichen kann.

Welche Füllungen sind besonders beliebt und gelingsicher?
Die klassischen Füllungen mit Ricotta-Spinat oder Schinken-Mozzarella sind immer eine sichere Bank. Wichtig ist, dass die Füllung nicht zu viel Flüssigkeit enthält. Gut abgetropfte Zutaten wie Mozzarella, Ricotta oder angedünsteter und ausgedrückter Spinat sind ideal. Eine Mischung aus Käse (Mozzarella, Ricotta, Parmesan), etwas gekochtem Schinken oder Salami und eventuell ein paar Pilzen ist eine beliebte und leckere Füllung.
Kann ich Calzone einfrieren?
Ja, Calzones lassen sich hervorragend einfrieren. Am besten backst du sie fertig, lässt sie vollständig abkühlen und wickelst sie dann fest in Frischhaltefolie und Alufolie ein. So halten sie sich mehrere Wochen im Gefrierschrank. Zum Aufwärmen einfach die gefrorene Calzone bei 180°C im Ofen backen, bis sie heiß und knusprig ist (ca. 20-30 Minuten, je nach Größe).
Wie weiß ich, wann meine Calzone fertig gebacken ist?
Deine Calzone ist fertig, wenn der Teig eine schöne goldbraune Farbe angenommen hat und sich fest anfühlt. Die Backzeit von 15-20 Minuten bei 200°C ist ein guter Richtwert. Wenn du dir unsicher bist, kannst du vorsichtig eine Ecke anheben und prüfen, ob der Boden ebenfalls goldbraun ist. Ein Backblech, das gut vorgeheizt ist, kann auch zu einer knusprigeren Unterseite beitragen.
Das Selbermachen einer Calzone ist eine lohnende Erfahrung, die dir die Vielfalt der italienischen Küche näherbringt. Mit ein wenig Übung und den richtigen Tipps wirst du bald deine eigene Lieblings-Calzone kreieren. Es ist eine fantastische Möglichkeit, Freunde und Familie mit einem hausgemachten Gericht zu beeindrucken, das sowohl sättigend als auch unglaublich lecker ist. Probiere es aus und lass es dir schmecken!
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