Was ist die bekannteste Pizza der Welt?

Pizza: Eine Reise von Neapel zum Weltgenuss

13/06/2023

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Pizza – kaum ein Gericht auf der Welt erfreut sich einer so universellen Beliebtheit. Ob als schneller Snack zwischendurch, als festliches Mahl im Kreis der Familie oder als Gourmet-Kreation in edlen Restaurants: Pizza hat die Herzen und Gaumen von Milliarden Menschen erobert. Doch wussten Sie, dass dieses globale Phänomen seine bescheidenen Ursprünge in Italien hat und eine Geschichte erzählt, die Jahrhunderte umspannt? Heute nehmen wir Sie mit auf eine kulinarische Reise, um genau das zu ergründen: Was gehört zu einer Pizza, wie wurde sie zu dem, was sie heute ist, und welche Geheimnisse stecken hinter dem unwiderstehlichen Geschmack?

Inhaltsverzeichnis

Die lange Geschichte der Pizza: Von Fladenbroten zu kulinarischen Ikonen

Die Wurzeln der Pizza reichen weit zurück, lange bevor sie zu dem weltberühmten Gericht wurde, das wir heute kennen. Schon vor über 2.800 Jahren, um 800 v. Chr., sollen die Etrusker die Ersten gewesen sein, die einen einfachen Teigfladen aus Mehl, Wasser und Salz zubereiteten, diesen mit verschiedenen Zutaten belegten und am offenen Feuer auf heißen Steinen backten. Sie nannten diesen Vorläufer der modernen Pizza „Pita“, ein Name, der noch heute in einigen mediterranen Ländern für Fladenbrote verwendet wird und als möglicher Ursprung des Wortes „Pizza“ gilt.

Wer hat die Pizza Margherita erfunden?
Der Legende nach wurde die Pizza Margherita 1889 von Raffaele Esposito, dem Chefkoch der Pizzeria Brandi, erfunden. Woher kommen die Italiener?

Auch in anderen Kulturen der Mittelmeerregion, wie bei den Ägyptern, Griechen und Römern, waren flache Brote oder Kuchen aus Bohnen, Wasser und saisonalen Produkten weit verbreitet. Diese einfachen, belegten Fladen können als die „Vorfahren“ der heutigen Pizza betrachtet werden, die den Weg für ihre spätere Entwicklung ebneten. Doch es waren die italienischen Köche, die dieses einfache Gericht über die Jahrhunderte hinweg perfektionierten und es zu dem machten, was es heute ist.

Die erste bekannte Erwähnung des Wortes „Pizza“ im heutigen Sinne findet sich im 16. Jahrhundert in Süditalien, genauer gesagt in Neapel. Zu dieser Zeit war Pizza noch ein einfaches Gericht für die ärmere Bevölkerung, belegt mit Olivenöl, Knoblauch, Käse und Basilikum – ganz ohne Tomatensoße, denn die Tomate fand erst später ihren Weg in die europäische Küche. Diese ursprüngliche Form, oft als „Pizza Napoletana“ bezeichnet, war ein Grundnahrungsmittel in der Region.

Ein historischer Meilenstein in der Geschichte der Pizza ist die Antica Pizzeria Port’Alba in Neapel. Bereits 1738 gab es an diesem Ort einen kleinen Straßenstand, der Pizzen verkaufte, und seit 1830 existiert dort ein echtes Restaurant. Sie gilt damit nicht nur als die älteste Pizzeria Neapels, sondern auch als eine der ältesten Pizzerien der Welt. Ein Besuch dort ist eine Zeitreise in die Anfänge der modernen Pizzakultur.

Interessanterweise gibt es auch eine Theorie, die besagt, dass Marco Polo nach seiner Rückkehr aus China im 13. Jahrhundert einen dort kennengelernten Fladen mit Gemüse und Fleisch nach Italien brachte, was zur Entwicklung der Pizza beigetragen haben könnte. Obwohl diese Theorie weniger verbreitet ist als die mediterranen Ursprünge, zeigt sie die vielfältigen Einflüsse, die die Pizza über die Jahrhunderte geprägt haben könnten.

Die Geburt einer Legende: Die Pizza Margherita

Die Pizza, wie wir sie heute kennen und lieben, erlebte ihre Geburtsstunde im Jahr 1889. Damals wurde der berühmte Pizzaiolo Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi in Neapel beauftragt, König Umberto I. und seine Gemahlin Margherita von Savoyen eine besondere kulinarische Spezialität Neapels zu präsentieren. Esposito kreierte eine Pizza, die die Farben der italienischen Nationalflagge widerspiegelte: rote Tomaten, weißer Mozzarella und grüner Basilikum. Die Königin war von diesem einfachen, doch genialen Gericht so begeistert, dass es fortan als „Pizza Margherita“ bekannt wurde und bis heute ein zeitloser Klassiker und Symbol der italienischen Küche ist.

Diese Geschichte markiert einen Wendepunkt. Von einem einfachen Gericht für das Volk avancierte die Pizza zum königlichen Genuss und eroberte von Neapel aus die Welt. Die Pizza Margherita ist bis heute in vielen italienischen Restaurants ein beliebtes Gericht und schmeckt einfach köstlich. Sie ist der Prüfstein für jede Pizzeria und ein Beweis für die Kraft einfacher, aber hochwertiger Zutaten.

Was gehört zu einer echten italienischen Pizza? Die heiligen Zutaten

Die Essenz einer authentischen italienischen Pizza liegt in der Qualität und Harmonie ihrer Grundzutaten. Es sind nicht viele, aber jede einzelne spielt eine entscheidende Rolle für das unvergleichliche Geschmackserlebnis:

Der Teig: Das Fundament jeder guten Pizza

Der Teig ist das Herzstück einer jeden Pizza und entscheidet maßgeblich über ihre Konsistenz und Textur. Ein hochwertiger Teig, der lange genug gehen durfte, ist essenziell. Er sollte dünn ausgerollt sein, aber eine leicht luftige, knusprige Kruste entwickeln, besonders wenn er im traditionellen Steinofen gebacken wird. Die Pizza Napoletana beispielsweise zeichnet sich durch ihren dünnen Boden und einen besonders breiten, luftigen Rand aus, der beim Backen im extrem heißen Ofen nur wenige Minuten braucht, um perfekt zu werden. Die richtige Konsistenz und die perfekte Textur sind entscheidend, damit die Pizza beim Essen ein wahres Gaumenfest wird.

Die Tomatensoße: Süße aus San Marzano

Ein weiteres Muss für eine authentische italienische Pizza ist die Tomatensoße. Sie wird idealerweise aus den süßen und aromatischen San Marzano Tomaten hergestellt, die in der vulkanischen Erde am Fuße des Vesuvs in der Region Kampanien gedeihen. Diese Tomaten sind bekannt für ihren geringen Säuregehalt und ihren intensiven, frischen Geschmack, der der Pizza eine natürliche Süße und Tiefe verleiht. Eine gute Tomatensoße benötigt nur wenige weitere Zutaten wie etwas Salz und Olivenöl, um ihren vollen Geschmack zu entfalten. Sie bildet die perfekte Basis für alle weiteren Beläge und karamellisiert beim Backen, was dem Geschmack eine unvergleichliche Tiefe verleiht.

Der Mozzarella: Zart und frisch

Keine Pizza ohne Käse, und für die authentische italienische Pizza ist das der Mozzarella. Am besten ist der zart-frische Mozzarella, der meist aus der Region um Neapel stammt. Er schmilzt perfekt, ohne zu viel Feuchtigkeit abzugeben, und bildet eine köstliche, leicht elastische Schicht auf der Pizza. Ob Mozzarella Fior di Latte aus Kuhmilch oder Mozzarella di Bufala aus Büffelmilch – beide Varianten verleihen der Pizza eine unvergleichliche Cremigkeit und einen milden, milchigen Geschmack. Der Mozzarella ist ein wesentlicher Bestandteil, der das Geschmackserlebnis abrundet und die anderen Zutaten perfekt ergänzt.

Weitere klassische Beläge

Während die Margherita die Grundzutaten par excellence vereint, gibt es unzählige weitere klassische und kreative Beläge, die eine Pizza zu einem einzigartigen Gaumenschmaus machen können. Beliebte Zutaten sind zum Beispiel: Salami, Pilze, Zwiebeln, Paprika, Oliven, Schinken, Artischocken oder verschiedene Käsesorten wie bei der Pizza Quattro Formaggi. Die Vielfalt ist grenzenlos und erlaubt es jedem, seine ganz persönliche Lieblingspizza zusammenzustellen.

Pizza-Vielfalt: Von traditionell bis extravagant

Die Pizza hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark entwickelt und bietet heute eine schier unendliche Vielfalt an Geschmacksrichtungen und Zubereitungsarten. Egal, ob Sie eine klassische Pizza Margherita bevorzugen oder eine ausgefallene Gourmet-Kreation suchen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

  • Klassische Pizzen: Die Margherita ist der Inbegriff der Einfachheit und des Geschmacks. Aber auch Pizzen wie die Marinara (nur Tomate, Knoblauch, Oregano, Olivenöl) oder die Quattro Stagioni (vier Jahreszeiten mit Pilzen, Schinken, Artischocken, Oliven) sind weltweit beliebt. Die traditionelle italienische Pizza ist ein echtes Geschmackserlebnis und dank der sorgfältig ausgewählten Zutaten bekommt man ein unvergleichliches Aroma. Jede Pizza, die nach dem Originalrezept zubereitet wird, ist eine einzigartige Gaumenfreude.
  • Kreative und Gourmet-Pizzen: In der modernen Pizzawelt gibt es keine Grenzen für die Kreativität. Es werden exotische Zutaten, ungewöhnliche Käsesorten und sogar Blattgold verwendet. Ein extremes Beispiel ist die „24K Pizza“ im Restaurant Industry Kitchen in New York, belegt mit englischem Stilton, französischem Foie Gras, Gänsestopfleber, Osietra-Kaviar aus dem Kaspischen Meer, Trüffel und 24 Karat Blattgold. Mit einem Preis von knapp 200 Euro ist sie definitiv nicht für jeden Tag.
  • Zubereitung zu Hause: Neben dem Genuss in Pizzerien können Sie Pizza auch bequem zu Hause zubereiten. Ob Sie einen fertigen Pizzateig aus dem Supermarkt verwenden oder den Teig selbst kneten, die Gestaltung des Belags liegt ganz in Ihrer Hand. Wenn Sie es sich leicht machen möchten, können Sie natürlich auch eine Lieferung bestellen und die Pizza direkt nach Hause liefern lassen. Auch Tiefkühlpizzen und Fertigpizzen bieten schnelle Alternativen für den Genuss zu Hause, auch wenn sie nicht an die Qualität einer frisch zubereiteten Pizza heranreichen.

Wie isst man Pizza auf vornehme Art und Weise?

Die Frage nach der „richtigen“ Art, Pizza zu essen, wird oft diskutiert. Während in einigen Kreisen das Besteck (Messer und Gabel) als die „vornehmere“ Methode gilt, essen die meisten Italiener – und Pizzaliebhaber weltweit – ihre Pizza ganz einfach mit der Hand. Eine authentische neapolitanische Pizza wird oft in große Stücke geschnitten, die man dann zusammenklappt (a portafoglio) und direkt isst. Es ist völlig egal, wie Sie Ihre Pizza essen, solange es Ihnen schmeckt und Sie den Moment genießen. Legen Sie eine schöne Tischdecke auf, stellen Sie ein paar nette Beilagen dazu, und der Pizzagenuss kann beginnen!

Pizza und Gesundheit: Ein Genuss in Maßen

Pizza ist zweifellos lecker, aber wie bei vielen Genussmitteln gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Eine amerikanische Beobachtungsstudie zeigte, dass Pizza, insbesondere die amerikanische Variante mit viel Käse und fettigen Belägen, reich an gesättigten Fettsäuren, Salz und Kalorien sein kann. Während Kinder, die häufiger Pizza konsumieren, tendenziell mehr dieser ungesunden Zutaten zu sich nehmen, bedeutet das nicht, dass Pizza generell ungesund ist. Eine ausgewogene Ernährung, die abwechslungsreich ist, ist der Schlüssel. Genießen Sie Pizza in Maßen und als Teil einer vielfältigen Kost, dann bleibt sie ein wunderbarer Genuss und muss nicht vermieden werden.

Wo gibt es die beste Pizza der Welt?

Die Suche nach der besten Pizza der Welt führt uns zurück nach Italien, in die Nähe von Neapel. Im Jahr 2022 wurde „I Masanielli“ im Örtchen Caserta nördlich von Neapel zum besten Pizzeriestübchen der Welt gekürt. Dieser Ort ist ein Muss für jeden Pizzaliebhaber, der ein authentisches italienisches Essen genießen möchte. In I Masanielli gibt es nicht nur den leckersten Teig, sondern auch eine riesige Auswahl an Toppings, die so zusammengestellt werden, dass jeder Geschmack auf seine Kosten kommt. Zusammen mit der freundlichen Bedienung und der einladenden Atmosphäre bietet „I Masanielli“ ein unvergleichliches Pizza-Erlebnis, das die Essenz der neapolitanischen Pizzakunst einfängt. Hier stimmt nicht nur die Pizza, sondern auch das ganze Drumherum.

Vergleichstabelle: Traditionelle versus moderne Pizza

MerkmalPizza Napoletana (Traditionell)Moderne/Gourmet Pizza (Beispiel: 24K)
Herkunft/InspirationNeapel, Italien (Arme-Leute-Essen, später königlich)Internationale Kreationen, Luxussegmente
TeigDünn in der Mitte, hoher, luftiger, leicht verbrannter Rand (Cornicione)Variiert stark, oft dicker, knuspriger oder mit speziellen Mehlen
Wichtigste ZutatenSan Marzano Tomaten, Mozzarella (Fior di Latte/Bufala), Basilikum, Olivenöl, SalzBreite Palette, oft luxuriös: Foie Gras, Kaviar, Trüffel, Blattgold, exotische Käsesorten
BackmethodeHolzofen, sehr hohe Temperatur (450-500°C), kurze Backzeit (60-90 Sekunden)Vielfältig: Holzofen, Elektroofen, Pfanne, oft längere Backzeiten bei niedrigerer Temperatur
PreisniveauSehr erschwinglich (wenige Euro)Kann extrem teuer sein (bis zu mehreren hundert Euro)
ZielgruppeAlle Schichten der Bevölkerung, AlltagsgerichtSpezielle Anlässe, Feinschmecker, Luxuskonsumenten

Häufig gestellte Fragen zur Pizza (FAQ)

Wer hat die Pizza erfunden?
Die Ursprünge der Pizza reichen bis zu antiken Fladenbroten zurück. Die moderne Pizza Margherita, wie wir sie heute kennen, wurde jedoch 1889 von Raffaele Esposito in Neapel für Königin Margherita kreiert.
Woher kommt die Pizza ursprünglich?
Die Pizza hat ihre Wurzeln in der Mittelmeerregion, insbesondere in Süditalien und Neapel, wo sie sich über Jahrhunderte entwickelte. Die erste Pizza wurde im 16. Jahrhundert in Neapel erfunden.
Was ist eine Pizza Napoletana?
Die Pizza Napoletana ist eine traditionelle Pizza aus Neapel, die sich durch einen dünnen Teig in der Mitte, einen hohen, luftigen Rand (Cornicione) und das Backen in einem sehr heißen Holzofen auszeichnet. Sie wird oft mit San Marzano Tomaten, Mozzarella, Basilikum und Olivenöl belegt. Die „Associazione Verace Pizza Napoletana“ wurde gegründet, um dieses besondere Rezept zu ehren und zu schützen.
Welche Zutaten gehören zu einer echten italienischen Pizza?
Zu einer echten italienischen Pizza gehören ein hochwertiger Teig, eine Soße aus San Marzano Tomaten und frischer Mozzarella (idealerweise aus der Region Neapel). Basilikum und Olivenöl sind ebenfalls essenziell für das authentische Aroma.
Kann Pizza gesund sein?
In Maßen genossen und mit frischen, hochwertigen Zutaten belegt, kann Pizza Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Es ist ratsam, den Konsum von Pizzen mit vielen ungesunden Fetten und Kalorien zu moderieren und stattdessen abwechslungsreiche Mahlzeiten zu wählen.

Die italienische Kultur hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir heute Pizza in all ihren wunderbaren Facetten genießen können. Von den einfachen Fladenbroten der Antike bis hin zu den kunstvollen Kreationen unserer Zeit hat die Pizza eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Sie ist nicht nur ein Gericht, sondern ein Stück Geschichte, ein Symbol für Geselligkeit und ein weltweites Phänomen, das immer wieder aufs Neue begeistert. Also, das nächste Mal, wenn Sie ein Stück Pizza genießen, denken Sie an ihre reiche Geschichte und die Leidenschaft, die in jedem Biss steckt. Buon appetito!

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