29/06/2012
Ein Stück Pizza vom Bäcker auf die Hand zu nehmen, ist ein kleiner Genuss. Doch wir versprechen Ihnen: Eine selbstgemachte Blechpizza – auch bekannt als Pizza al taglio – aus der eigenen Küche wird Sie und Ihre Gäste noch mehr begeistern! Stellen Sie sich einen köstlich knusprigen Boden vor, der darauf wartet, nach Belieben belegt zu werden. Ob Sie sich für eine klassische Margherita entscheiden, die wir hier vorschlagen, oder eine kreativere Version mit Tomaten, Mozzarella, rohem Schinken und Artischocken – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Das Besondere an der Blechpizza ist ihre Vielseitigkeit: Sie können jeden Abschnitt unterschiedlich belegen, um den Geschmack aller Gäste zu treffen, inspiriert von Klassikern wie Pizza alla Diavola oder Pizza Capricciosa. Sie ist hervorragend geeignet, um sie mit Familie oder Freunden zu teilen, und wird schnell zum Highlight Ihrer Abende.

Die Zubereitung einer Blechpizza ist nicht nur ein Kocherlebnis, sondern auch eine Möglichkeit, Kreativität in die Küche zu bringen. Es geht darum, die feinen Nuancen des Teiges zu verstehen, die Qualität der Zutaten zu schätzen und die Magie des Backens zu erleben. Vergessen Sie die Vorstellung, dass Pizzateig kompliziert ist. Mit den richtigen Tipps und etwas Geduld wird Ihre Blechpizza ein Meisterwerk.
- Die Kunst des perfekten Blechpizza-Teigs
- Die Auswahl der richtigen Zutaten
- Schritt-für-Schritt: Ihre Blechpizza zubereiten
- Kreative Belagsideen für Ihre Blechpizza
- Backtipps für die ultimative Knusprigkeit
- Warum Blechpizza die perfekte Wahl ist: Ein Vergleich
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Ihr Weg zur Meister-Blechpizza
Die Kunst des perfekten Blechpizza-Teigs
Der Teig ist das Herzstück jeder guten Pizza, und bei der Blechpizza ist er entscheidend für die perfekte Textur: außen knusprig, innen luftig und weich. Die Wahl der richtigen Zutaten und die Beachtung kleiner Details machen den Unterschied. Für einen hervorragenden Teig benötigen Sie:
- Mehl: Ideal ist Weizenmehl Tipo 00, das in Italien für Pizza verwendet wird. Es hat einen hohen Proteingehalt, der für eine gute Glutenentwicklung sorgt. Alternativ funktionieren auch deutsches Weizenmehl Type 405 oder 550, wobei Type 550 etwas mehr Gluten enthält und der Pizza eine robustere Struktur verleiht. Eine Mischung mit einem kleinen Anteil Hartweizengrieß (Semola Rimacinata) kann für zusätzlichen Biss sorgen.
- Hefe: Frische Hefe (Germ) liefert oft bessere Ergebnisse als Trockenhefe, da sie aktiver ist und dem Teig ein komplexeres Aroma verleiht. Achten Sie auf die Frische der Hefe.
- Wasser: Lauwarmes Wasser ist entscheidend, um die Hefe zu aktivieren. Die Menge des Wassers (Hydration) beeinflusst die Konsistenz des Teiges und später die Textur der Pizza. Ein höherer Wasseranteil (ca. 65-75% des Mehlgewichts) führt zu einem luftigeren, weicheren und gleichzeitig knusprigeren Ergebnis.
- Salz: Nicht nur für den Geschmack, sondern auch, um die Glutenstruktur zu stärken und die Fermentation zu kontrollieren.
- Olivenöl: Natives Olivenöl extra verleiht dem Teig Geschmack und Geschmeidigkeit. Es hilft auch, dass die Kruste schön goldbraun wird.
Das Kneten ist ein wichtiger Schritt. Es entwickelt das Gluten im Mehl, das dem Teig seine Elastizität und Struktur verleiht. Kneten Sie den Teig mindestens 10-15 Minuten lang, bis er glatt und elastisch ist. Er sollte den sogenannten 'Fenstertest' bestehen: Wenn Sie ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinanderziehen, sollte er so dünn werden, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen. Die erste Gehzeit, auch Stockgare genannt, sollte an einem warmen Ort erfolgen, bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat. Dies kann je nach Hefemenge und Raumtemperatur 1 bis 2 Stunden dauern. Eine längere, kalte Fermentation im Kühlschrank über 24 bis 48 Stunden verbessert das Aroma und die Verdaulichkeit des Teiges erheblich.
Die Auswahl der richtigen Zutaten
Die Qualität der Beläge ist ebenso wichtig wie die des Teiges. Weniger ist oft mehr, besonders bei einer Blechpizza, die reichhaltig belegt sein kann, ohne matschig zu werden.
- Tomatensauce: Verwenden Sie hochwertige, passierte Tomaten oder ganze geschälte Tomaten (San Marzano-Tomaten sind ideal), die Sie selbst zerdrücken. Würzen Sie sie nur mit etwas Salz, Pfeffer und eventuell einem Spritzer Olivenöl und frischem Basilikum. Vermeiden Sie zu viel Sauce, da dies den Boden durchnässen kann.
- Mozzarella: Niedrig feuchtigkeitsarmer Mozzarella (z.B. geriebener Pizzamozzarella oder gut abgetropfter Fior di Latte) ist am besten geeignet. Frischkäse wie Büffelmozzarella ist zwar köstlich, enthält aber viel Wasser und sollte gut abgetropft und erst gegen Ende der Backzeit hinzugefügt werden.
- Olivenöl: Ein gutes natives Olivenöl extra ist unerlässlich, sowohl im Teig als auch als Finishing-Touch über der fertigen Pizza.
- Beläge: Für unsere vorgeschlagene Variante benötigen Sie rohen Schinken (Prosciutto crudo) und Artischockenherzen (aus dem Glas, gut abgetropft). Die Idee, verschiedene Abschnitte der Pizza unterschiedlich zu belegen, ist eine hervorragende Möglichkeit, die Vielseitigkeit der Blechpizza zu nutzen. Denken Sie an:
- Margherita-Sektion: Nur Tomate, Mozzarella, Basilikum.
- Diavola-Sektion: Scharfe Salami (z.B. Salsiccia piccante), Peperoni.
- Capricciosa-Sektion: Gekochter Schinken, Pilze, Artischocken, Oliven.
- Vegetarische Sektion: Gegrilltes Gemüse, Zwiebeln, Kirschtomaten.
Achten Sie darauf, dass alle Beläge gut abgetropft sind, um überschüssige Feuchtigkeit zu vermeiden, die den Pizzaboden durchnässen könnte.
Schritt-für-Schritt: Ihre Blechpizza zubereiten
- Teig vorbereiten: Mischen Sie Mehl, Salz, Hefe und Wasser. Kneten Sie den Teig, bis er elastisch ist. Fügen Sie dann das Olivenöl hinzu und kneten Sie weiter, bis es vollständig eingearbeitet ist.
- Erste Gehzeit: Formen Sie den Teig zu einer Kugel, legen Sie ihn in eine leicht geölte Schüssel, decken Sie ihn ab und lassen Sie ihn an einem warmen Ort (oder im Kühlschrank für Kaltgare) gehen, bis er sich verdoppelt hat.
- Blech vorbereiten: Fetten Sie ein großes Backblech großzügig mit Olivenöl ein. Dies hilft nicht nur, ein Ankleben zu verhindern, sondern trägt auch zur Knusprigkeit des Bodens bei.
- Teig ausbreiten: Geben Sie den Teig auf das vorbereitete Blech. Drücken Sie ihn vorsichtig von der Mitte nach außen, bis er das gesamte Blech bedeckt. Lassen Sie den Teig dabei nicht reißen und behandeln Sie ihn behutsam, um die eingeschlossene Luft nicht zu entweichen. Lassen Sie den Teig auf dem Blech nochmals 15-20 Minuten ruhen.
- Belegen: Verteilen Sie die Tomatensauce gleichmäßig auf dem Teig, lassen Sie dabei einen kleinen Rand frei. Dann folgt der Mozzarella. Jetzt können Sie Ihre ausgewählten Beläge hinzufügen. Für die Schinken-Artischocken-Variante fügen Sie die Artischocken vor dem Backen hinzu, den rohen Schinken erst nach dem Backen, um seine Zartheit zu bewahren.
- Backen: Heizen Sie den Ofen auf die höchste Temperatur (siehe Backtipps unten) vor. Schieben Sie das Blech in den Ofen und backen Sie die Pizza, bis der Rand goldbraun und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.
- Servieren: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen. Fügen Sie den rohen Schinken und frische Basilikumblätter hinzu, falls gewünscht. Schneiden Sie die Blechpizza in rechteckige Stücke und servieren Sie sie sofort.
Kreative Belagsideen für Ihre Blechpizza
Die Blechpizza ist eine Leinwand für kulinarische Kreativität. Nutzen Sie die große Fläche, um verschiedene Geschmäcker zu kombinieren oder spezielle Vorlieben zu berücksichtigen. Hier sind einige Ideen:
- Mediterrane Vielfalt: Eine Hälfte mit Oliven, Feta und Kirschtomaten; die andere Hälfte mit gegrillter Aubergine und Zucchini.
- Pilz- und Trüffelgenuss: Eine Sektion mit verschiedenen Pilzen (Champignons, Kräuterseitlinge) und Trüffelöl; eine andere mit Gorgonzola und Birne.
- Saisonal inspiriert: Im Frühling mit Spargel und Bärlauchpesto; im Herbst mit Kürbis und Ziegenkäse.
- Fleischliebhaber-Traum: Eine Hälfte mit scharfer Salami und Paprika; die andere mit Salsiccia und Rosmarin.
Denken Sie daran, die Beläge nicht zu überladen, um einen matschigen Boden zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Pizza gleichmäßig gart.
Backtipps für die ultimative Knusprigkeit
Die Knusprigkeit des Bodens ist das A und O einer perfekten Blechpizza. Hier sind die entscheidenden Faktoren:
- Hohe Ofentemperatur: Heizen Sie Ihren Ofen auf die höchstmögliche Temperatur vor, idealerweise zwischen 220°C und 250°C Ober-/Unterhitze. Ein heißer Ofen sorgt für eine schnelle Garung und eine schöne Kruste.
- Gründliches Vorheizen: Lassen Sie den Ofen mindestens 30-45 Minuten vorheizen, damit nicht nur die Luft, sondern auch die Ofenwände und gegebenenfalls ein Pizzastein oder -stahl richtig heiß werden.
- Position im Ofen: Schieben Sie das Backblech auf die unterste Schiene des Ofens. Die Hitze von unten ist entscheidend für einen knusprigen Boden. Wenn Sie einen Pizzastein oder -stahl besitzen, können Sie diesen auf die unterste Schiene legen und das Backblech direkt darauf stellen. Die gespeicherte Hitze des Steins überträgt sich direkt auf den Pizzaboden.
- Backzeit: Die Backzeit variiert je nach Ofen und Dicke des Teiges, liegt aber typischerweise zwischen 15 und 25 Minuten. Beobachten Sie die Pizza genau: Der Rand sollte goldbraun sein und der Käse Blasen werfen und leicht gebräunt sein.
- Die Maillard-Reaktion: Die hohen Temperaturen fördern die Maillard-Reaktion, eine chemische Reaktion zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern, die für die Bräunung und die Entwicklung komplexer Aromen in der Kruste verantwortlich ist.
Warum Blechpizza die perfekte Wahl ist: Ein Vergleich
Die Blechpizza, oder Pizza al taglio, unterscheidet sich in einigen wichtigen Aspekten von der klassischen runden Pizza, wie man sie aus der Pizzeria kennt. Diese Unterschiede machen sie oft zur idealen Wahl für das Backen zu Hause.
| Merkmal | Blechpizza (Pizza al Taglio) | Runde Pizza (Pizza Napoletana/Romana) |
|---|---|---|
| Form & Portionierung | Rechteckig, ideal zum Schneiden in Quadrate oder Rechtecke; perfekt für viele Gäste oder unterschiedliche Beläge, da sie leicht in Zonen aufgeteilt werden kann. | Rund, oft für Einzelportionen; traditionell mit dem Pizzaschneider geteilt, aber weniger flexibel für verschiedene Geschmäcker auf einer Pizza. |
| Teigdicke & Textur | Oft etwas dicker, luftiger und innen weich, außen knusprig. Der Fokus liegt auf einem gleichmäßig gebackenen, robusten Boden. | Variiert: Neapolitanisch sehr dünn mit einem hohen, luftigen, leicht verkohlten Rand (Cornicione); römisch oft dünn und sehr knusprig. |
| Zubereitungsaufwand | Relativ einfach, da ein großer Teig ausgerollt wird; gut für Anfänger und das Backen im normalen Haushaltsbackofen. | Kann anspruchsvoller sein, insbesondere das Formen des Teigs von Hand und das schnelle Handling bei sehr hohen Temperaturen in speziellen Pizzaöfen. |
| Vielseitigkeit der Beläge | Kann leicht in Zonen mit verschiedenen Belägen unterteilt werden, um alle Geschmäcke zu treffen. Ideal für Buffets oder wenn jeder etwas anderes möchte. | Meist ein einziger Belag pro Pizza, obwohl Kombinationen möglich sind. Der Fokus liegt oft auf der Harmonie eines einzelnen Geschmacks. |
| Backtemperatur & Zeit | Etwas niedrigere Temperaturen (220-250°C) über längere Zeit (15-25 Min.) im normalen Backofen, was sie für Heimköche zugänglicher macht. | Sehr hohe Temperaturen (400-500°C) in speziellen Pizzaöfen über kurze Zeit (60-90 Sek.), was zu einem einzigartigen, schnell gebackenen Ergebnis führt. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Zubereitung Ihrer Blechpizza:
F: Mein Teig ist klebrig, was tun?
A: Klebriger Teig kann auf zu viel Wasser oder unzureichendes Kneten hindeuten. Fügen Sie beim Kneten schrittweise kleine Mengen Mehl hinzu, bis der Teig weniger klebrig ist, aber immer noch weich und geschmeidig. Achten Sie darauf, die angegebene Wassermenge nicht zu überschreiten. Eine leicht bemehlte Arbeitsfläche hilft ebenfalls.
F: Wie bekomme ich den Boden meiner Blechpizza wirklich knusprig?
A: Für maximale Knusprigkeit ist eine hohe Ofentemperatur (220-250°C) und ein gründlich vorgeheizter Ofen essenziell. Platzieren Sie das Backblech auf der untersten Schiene. Eine großzügige Schicht Olivenöl auf dem Blech vor dem Ausbreiten des Teiges und die Verwendung eines vorgeheizten Pizzasteins oder -stahls unter dem Blech können ebenfalls Wunder wirken. Vermeiden Sie außerdem zu feuchte Beläge.
F: Kann ich den Teig im Voraus zubereiten?
A: Ja, absolut! Die Vorbereitung des Teiges im Voraus, insbesondere eine Kaltfermentation im Kühlschrank (24-48 Stunden), verbessert das Aroma und die Textur erheblich. Nehmen Sie den Teig etwa 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
F: Welche Art von Mehl ist am besten für Blechpizza geeignet?
A: Weizenmehl Typ 00 ist ideal, da es einen hohen Glutengehalt hat, der für eine gute Elastizität und eine luftige Krume sorgt. Deutsches Weizenmehl Type 405 oder 550 sind gute Alternativen. Für einen robusteren Biss können Sie auch einen Teil Hartweizengrieß (Semola Rimacinata) hinzufügen.
F: Warum wird meine Pizza matschig?
A: Eine matschige Pizza ist oft das Ergebnis von zu viel Feuchtigkeit. Dies kann durch zu viel Tomatensauce, nicht ausreichend abgetropften Mozzarella oder wasserreiche Beläge wie Pilze oder frische Tomaten verursacht werden. Verwenden Sie weniger Sauce, drücken Sie überschüssige Flüssigkeit aus dem Mozzarella und braten Sie wasserreiche Beläge gegebenenfalls vorher an.
F: Kann ich Blechpizza einfrieren?
A: Ja, Sie können Blechpizza einfrieren. Am besten ist es, den Teig nach dem ersten Gehen einzufrieren oder die fertig gebackene (aber noch nicht belegte oder nur leicht belegte) Pizza einzufrieren. Einzelne Stücke können auch gut eingefroren und später im Ofen aufgewärmt werden.
Fazit: Ihr Weg zur Meister-Blechpizza
Die Zubereitung einer Blechpizza ist ein lohnendes Erlebnis, das sowohl Anfänger als auch erfahrene Köche begeistern wird. Mit etwas Geduld, der Auswahl Qualität hochwertiger Zutaten und der Beachtung der einfachen, aber entscheidenden Backtipps verwandeln Sie Ihre Küche in eine kleine italienische Pizzeria. Die Vielseitigkeit der Blechpizza macht sie zum perfekten Gericht für jede Gelegenheit – sei es ein gemütlicher Familienabend oder eine große Feier mit Freunden. Experimentieren Sie mit verschiedenen Belägen, entdecken Sie Ihre Lieblingskombinationen und genießen Sie die Freude, ein Stück selbstgemachter Perfektion zu teilen. Gutes Gelingen und viel Spaß beim Backen Ihrer nächsten, unwiderstehlichen Blechpizza!
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