30/09/2010
In der heutigen schnelllebigen Zeit suchen viele nach unkomplizierten Lösungen für ihre Mahlzeiten. Eine beliebte Wahl ist dabei die Pizza, die sich mit fertigem Pizzateig aus dem Supermarkt im Handumdrehen zubereiten lässt. Doch wie steht es um die Qualität dieser praktischen Teigwaren? Sind sie wirklich eine gesunde und bedenkenlose Alternative zum selbstgemachten Teig oder zum Gang in die Pizzeria? Diese Fragen hat sich das renommierte Verbrauchermagazin Öko-Test gestellt und 19 Fertig-Pizzateige aus dem Kühlregal genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind durchwachsen und werfen ein Schlaglicht auf potenzielle Mängel, aber auch auf überraschend gute Produkte.

Die Verlockung ist groß: Nach einem langen Tag, oder nach den Feiertagen mit aufwendigem Kochen, sehnt man sich oft nach etwas Schnellem und Deftigem. Ein fertig ausgerollter Pizzateig, der nur noch belegt und in den Ofen geschoben werden muss, scheint da die perfekte Lösung. Supermärkte wie Aldi, Rewe und Edeka bieten eine breite Palette solcher Produkte an. Doch Öko-Test hat gezeigt, dass die Bequemlichkeit ihren Preis haben kann – oder eben auch nicht. Wir tauchen tief in die Testergebnisse ein und beleuchten, welche Produkte überzeugen konnten und welche besser im Regal bleiben sollten.
- Öko-Test nimmt Fertig-Pizzateige unter die Lupe: Die alarmierenden Ergebnisse
- Der überraschende Testsieger: Qualität muss nicht teuer sein
- Die Schweizer Perspektive: K-Tipp zum Geschmack und zur Mikrobiologie
- Pizzateig selber machen: Die ultimative Alternative
- Vergleichstabelle: Fertigteig vs. Selbstgemachter Teig
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Pizzateig aus dem Supermarkt
Öko-Test nimmt Fertig-Pizzateige unter die Lupe: Die alarmierenden Ergebnisse
Öko-Test hat für seinen umfangreichen Test 19 verschiedene Pizzateige aus dem Supermarkt und Discounter ausgewählt. Darunter befanden sich auch vier Produkte, die ein Bio-Siegel trugen, was die Erwartungen an deren Qualität vielleicht noch erhöhte. Obwohl einige der getesteten Produkte als Pizza-Sets mit Teig und Soße angeboten wurden, lag der Fokus der Untersuchung ausschließlich auf dem Teig selbst. Die Experten analysierten die Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe und suchten nach potenziell bedenklichen Substanzen. Die Ergebnisse waren, wie eingangs erwähnt, nicht durchweg positiv und offenbarten einige gravierende Mängel.
In mehreren Pizzateigen entdeckten die Tester Keime, Pestizid-Rückstände und umstrittene Phosphatzusätze. Diese Funde führten zu deutlichen Punktabzügen in der Bewertung und werfen wichtige Fragen bezüglich der Lebensmittelsicherheit und -qualität auf. Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Aspekte genauer zu betrachten, um informierte Kaufentscheidungen treffen zu können.
Die Schattenseiten: Krankmachende Keime und andere unerwünschte Stoffe
Eine der beunruhigendsten Entdeckungen von Öko-Test war der Nachweis von Entero- und E.coli-Bakterien in einigen der Pizzateige. Diese Keime sind dafür bekannt, Magen-Darm-Beschwerden hervorzurufen. Insbesondere E.coli-Bakterien können in schweren Fällen sogar zu Darmentzündungen führen. Obwohl diese Bakterien nur in einer Minderheit der Produkte gefunden wurden, ist ihre Präsenz ein klares Warnsignal und führte zu einer Abwertung durch Öko-Test. Um sich vor diesen krankmachenden Keimen zu schützen, betonen die Experten eine goldene Regel: Roher Pizzateig sollte niemals verzehrt werden. Eine ausreichende Erhitzung im Backofen ist unerlässlich, um eventuell vorhandene Keime abzutöten.
Ein konkretes Beispiel für die Auswirkungen dieser Keimbelastung ist ein Produkt der Marke Henglein, das unter anderem bei Rewe erhältlich ist. Aufgrund der erhöhten Keimbelastung erhielt dieser Teig die Note „mangelhaft“ – ein klares Zeichen dafür, dass hier Handlungsbedarf besteht.
Neben den Keimen führten auch andere unerwünschte Substanzen zu Notenabzügen:
- Pestizid-Rückstände: In einigen Pizzateigen wurden geringe Mengen von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Auch wenn die gefundenen Mengen gering waren, können gesundheitsschädigende Auswirkungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die langfristigen Effekte einer geringen, aber kontinuierlichen Aufnahme solcher Substanzen sind oft schwer abzuschätzen.
- Phosphatzusätze: Viele Backwaren, einschließlich Pizzateige, enthalten Phosphate als Backtriebmittel. Während Phosphate in geringen Mengen unbedenklich sind, kann eine zu hohe Aufnahme schädliche Auswirkungen auf die Nieren haben. Öko-Test bewertete Produkte mit Phosphaten daher schlechter, um auf dieses potenzielle Gesundheitsrisiko aufmerksam zu machen. Es ist wichtig, auf die Zutatenliste zu achten, wenn man den Konsum von Phosphaten reduzieren möchte.
- Hoher Salzgehalt: Ein weiterer Kritikpunkt war der vergleichsweise hohe Salzgehalt in einigen Teigen. Ein übermäßiger Salzkonsum ist ein bekannter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. Verbraucher, die auf ihre Salzaufnahme achten müssen, sollten daher die Nährwertangaben genau prüfen.
Detaillierte Testergebnisse und eine Auflistung aller getesteten Produkte finden Interessierte direkt bei Öko-Test. Es lohnt sich, diese Informationen vor dem nächsten Einkauf zu studieren.

Der überraschende Testsieger: Qualität muss nicht teuer sein
Trotz der negativen Befunde gibt es auch positive Nachrichten aus dem Öko-Test. Von den 19 getesteten Pizzateigen schnitten immerhin drei Artikel mit der Note „gut“ ab, und ein Produkt erreichte sogar die Bestnote „sehr gut“. Der große Testsieger ist das Aldi-Produkt „Cucina Nobile Pizzateig“. Dieses Ergebnis zeigt eindrucksvoll, dass hochwertige und sichere Produkte nicht zwangsläufig teuer sein müssen und auch Discounter-Produkte in Sachen Qualität überzeugen können.
Der Sieg des Aldi-Produkts ist ein wichtiges Signal für Verbraucher, die Wert auf Qualität legen, aber gleichzeitig auf ihr Budget achten müssen. Es beweist, dass eine sorgfältige Produktauswahl und strenge Kontrollen auch bei preisgünstigeren Anbietern zu hervorragenden Ergebnissen führen können.
Die Schweizer Perspektive: K-Tipp zum Geschmack und zur Mikrobiologie
Parallel zu den deutschen Untersuchungen hat das Schweizer Konsumentenmagazin K-Tipp ebenfalls zwölf fertige Pizzateige im Labor geprüft. Die Ergebnisse der Schweizer Kollegen bieten eine interessante Ergänzung und teilweise auch einen Kontrast zu den Befunden von Öko-Test. Erfreulicherweise waren fast alle der zwölf getesteten Teige mikrobiologisch einwandfrei. Die Tester fanden in keinem der Produkte krankmachende Keime – ein positives Zeichen für die Qualität der in der Schweiz erhältlichen Teige.
In einem Teig wurden zwar Spuren eines Schimmelpilzgifts nachgewiesen, der Gehalt lag jedoch deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert, was bedeutet, dass keine gesundheitliche Gefahr bestand. Geschmacklich und geruchlich überzeugten alle Pizzateige die Schweizer Tester. Sie rochen und schmeckten roh frisch nach Hefe und entwickelten beim Backen eine goldbraune und knusprige Textur. Im Test waren hauptsächlich Produkte der Schweizer Unternehmen Coop und Migros vertreten. Auch der Bio-Pizzateig von Alnatura, der in Deutschland für etwa 2,49 Euro (400 Gramm) erhältlich ist, schnitt gut ab.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Qualität von Fertig-Pizzateigen je nach Herkunftsland und Hersteller variieren kann. Während Öko-Test in Deutschland besorgniserregende Keimfunde machte, waren die Schweizer Tester in dieser Hinsicht weitgehend beruhigt.
Pizzateig selber machen: Die ultimative Alternative
Angesichts der Testergebnisse, insbesondere der potenziellen Risiken bei Fertigteigen, ziehen viele Verbraucher es vor, ihren Pizzateig lieber selbst zu machen. Dies bietet nicht nur die volle Kontrolle über die verwendeten Zutaten und die Vermeidung unerwünschter Zusätze, sondern kann auch ein sehr befriedigendes Kocherlebnis sein. Für einen selbstgemachten Pizzateig benötigen Sie nur wenige Grundzutaten: Mehl, Wasser, Hefe, Salz und etwas Olivenöl. Die Zubereitung ist einfacher, als man denkt, und das Ergebnis ist oft ein unvergleichlich frischer und aromatischer Pizzaboden.
Ein selbstgemachter Teig ermöglicht es Ihnen, die Dicke und Knusprigkeit genau nach Ihrem Geschmack anzupassen. Sie können Vollkornmehl verwenden, verschiedene Kräuter hinzufügen oder die Gehzeit variieren, um unterschiedliche Texturen zu erzielen. Zudem entfällt die Sorge um Keime oder chemische Rückstände, solange Sie frische und hochwertige Zutaten verwenden.

Tipps für die perfekte Pizza zu Hause – egal ob Fertigteig oder selbstgemacht
Egal, ob Sie sich für einen fertigen Pizzateig oder die selbstgemachte Variante entscheiden, einige grundlegende Tipps helfen Ihnen dabei, eine perfekte Pizza zu backen:
- Ofen richtig vorheizen: Heizen Sie Ihren Backofen unbedingt ausreichend vor. Unser Tipp: 220°C Ober-/Unterhitze oder 200°C Heißluft sind ideale Temperaturen für die meisten Pizzen. Ein heißer Ofen sorgt für einen knusprigen Boden.
- Teig vorbereiten: Öffnen Sie die Packung mit dem Pizzateig und rollen Sie ihn zusammen mit dem Backpapier direkt auf dem Backblech aus. Bei selbstgemachtem Teig sollte dieser dünn ausgerollt und auf Backpapier gelegt werden.
- Tomatensauce verteilen: Öffnen Sie ein Glas Tomatensauce (oder bereiten Sie Ihre eigene zu) und verteilen Sie die Sauce gleichmäßig auf dem Pizzateig. Achten Sie darauf, den Rand freizulassen, damit er schön aufgehen und knusprig werden kann.
- Kreativ belegen: Jetzt kommt der beste Teil! Belegen Sie Ihre Pizza nach Geschmack mit Ihren Lieblingszutaten. Ob klassisch mit Mozzarella und Salami, vegetarisch mit viel Gemüse oder experimentell mit ausgefallenen Kombinationen – Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
- Backzeit beachten: Schieben Sie die belegte Pizza in den vorgeheizten Ofen. Die Backzeit beträgt in der Regel etwa 15-20 Minuten. Beachten Sie, dass die genaue Backzeit je nach Menge und Art des Belags sowie des Ofentyps variieren kann. Halten Sie die Pizza im Auge, bis der Käse goldbraun geschmolzen ist und der Rand knusprig aussieht.
Für einen besonders knusprigen Pizzaboden kann es hilfreich sein, den Ofen auf eine hohe Temperatur vorzuheizen und eventuell eine Pizzastein oder ein umgedrehtes Backblech im Ofen mit aufzuheizen, bevor die Pizza darauf platziert wird. Dies simuliert die Bedingungen eines professionellen Pizzaofens und sorgt für eine gleichmäßigere und intensivere Hitzeverteilung am Boden.
Vergleichstabelle: Fertigteig vs. Selbstgemachter Teig
| Merkmal | Fertiger Pizzateig aus dem Supermarkt | Selbstgemachter Pizzateig |
|---|---|---|
| Zubereitungszeit | Sehr schnell (auspacken, belegen, backen) | Länger (Zutaten mischen, kneten, gehen lassen) |
| Inhaltsstoffe | Kann Keime, Pestizid-Rückstände, Phosphate, hohen Salzgehalt enthalten | Volle Kontrolle über Zutaten, keine unerwünschten Zusätze |
| Geschmack/Textur | Variiert stark, kann gut bis durchschnittlich sein; Schweizer Test: geschmacklich einwandfrei | Individuell anpassbar, oft frischer und aromatischer |
| Kosten | Geringer bis mittel | Geringer (Grundzutaten sind preiswert) |
| Gesundheitsaspekte | Potenzielle Risiken (Keime bei Rohverzehr, Phosphate, Salz) | Sehr geringe Risiken bei frischen Zutaten |
| Flexibilität | Gering (festgelegte Dicke/Form) | Hoch (individuelle Anpassung von Dicke, Zutaten, Form) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Pizzateig aus dem Supermarkt
Ist roher Pizzateig aus dem Supermarkt gefährlich?
Ja, laut Öko-Test können in rohem Pizzateig krankmachende Keime wie Entero- und E.coli-Bakterien enthalten sein. Diese können Magen-Darm-Beschwerden oder sogar Darmentzündungen hervorrufen. Es ist daher dringend davon abzuraten, rohen Pizzateig zu essen. Der Teig sollte immer ausreichend im Backofen erhitzt werden, um eventuell vorhandene Keime abzutöten.
Welcher Pizzateig ist der beste laut Öko-Test?
Der Testsieger bei Öko-Test ist der „Cucina Nobile Pizzateig“ von Aldi, der die Note „sehr gut“ erhalten hat. Daneben wurden drei weitere Pizzateige mit der Note „gut“ bewertet. Dies zeigt, dass auch Produkte von Discountern eine hohe Qualität aufweisen können.
Was sollte ich beim Kauf von Fertigteig beachten?
Achten Sie auf die Testergebnisse von Verbrauchermagazinen wie Öko-Test. Prüfen Sie die Zutatenliste auf unerwünschte Zusätze wie Phosphatzusätze und einen hohen Salzgehalt. Wenn möglich, wählen Sie Produkte, die als „gut“ oder „sehr gut“ bewertet wurden. Denken Sie daran, den Teig niemals roh zu verzehren und ihn immer ausreichend zu backen.
Kann ich Fertigteig aus dem Supermarkt modifizieren, um ihn gesünder zu machen?
Sie können den Fertigteig mit gesunden Belägen aufwerten, um die gesamte Mahlzeit nährstoffreicher zu gestalten. Verwenden Sie viel frisches Gemüse, mageres Eiweiß wie Hähnchenbrust oder Tofu und reduzieren Sie die Menge an fettreichen Käsesorten oder verarbeiteten Fleischwaren. Die Grundzusammensetzung des Teigs lässt sich jedoch nicht nachträglich ändern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fertig-Pizzateige eine schnelle und bequeme Option für eine hausgemachte Pizza darstellen. Während einige Produkte, wie der Testsieger von Aldi, qualitativ überzeugen können, bergen andere potenzielle Gesundheitsrisiken durch Keime, Pestizide oder hohe Mengen an Phosphaten und Salz. Eine bewusste Kaufentscheidung und die Einhaltung grundlegender Hygieneregeln beim Backen sind entscheidend, um den Pizzagenuss sicher und unbeschwert zu gestalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder einfach die Freude am Backen liebt, findet im selbstgemachten Pizzateig eine hervorragende Alternative, die volle Kontrolle über die Zutaten und oft ein noch besseres Geschmackserlebnis bietet.
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