25/03/2015
In der Welt der gesunden Ernährung gibt es immer wieder Zutaten, die uns mit ihrer Vielseitigkeit und ihren Nährwerten überraschen. Eine solche Zutat ist Amaranth, oft auch als Amarant oder Fuchsschwanz bekannt. Dieses sogenannte „Pseudogetreide“ hat in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen, und das aus gutem Grund: Es ist nicht nur unglaublich nahrhaft, sondern auch von Natur aus glutenfrei, was es zu einer hervorragenden Option für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeiten macht. Doch wie bereitet man dieses alte Korn der Azteken richtig zu, und wie viel Wasser braucht man eigentlich, um seine volle Pracht zu entfalten? Tauchen wir ein in die faszinierende Welt des Amaranth.

Was ist Amaranth eigentlich? Ein Blick auf das Pseudogetreide
Bevor wir uns den Kochdetails widmen, ist es wichtig zu verstehen, was Amaranth überhaupt ist. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich bei Amaranth nicht um ein echtes Getreide im botanischen Sinne, sondern um ein Pseudogetreide. Das bedeutet, dass es zwar ähnlich wie Getreide verwendet wird und auch ähnliche Nährstoffe liefert, aber botanisch gesehen zu den Fuchsschwanzgewächsen gehört und nicht zu den Süßgräsern, zu denen Weizen, Gerste oder Roggen zählen. Neben Quinoa und Buchweizen ist Amaranth das wohl bekannteste Pseudogetreide und teilt mit ihnen die Eigenschaft, von Natur aus glutenfrei zu sein.
Die Geschichte des Amaranth ist reich und reicht Tausende von Jahren zurück. Ursprünglich aus Südamerika stammend, war Amaranth eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Azteken und anderer präkolumbianischer Kulturen. Es wurde nicht nur als Grundnahrungsmittel angebaut, sondern spielte auch eine zentrale Rolle in religiösen Zeremonien. Nach der Ankunft der Europäer geriet Amaranth in Vergessenheit, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine beeindruckende Renaissance – und das völlig zu Recht angesichts seiner ernährungsphysiologischen Vorteile.
Die Nährstoffbombe Amaranth: Warum er so gesund ist
Der Hauptgrund für die wachsende Beliebtheit von Amaranth liegt in seinem beeindruckenden Nährwertprofil. Es ist wirklich eine nährstoffreiche Zutat, die eine Fülle wichtiger Vitamine, Mineralien und Makronährstoffe liefert. Amaranth ist eine hervorragende Quelle für hochwertiges pflanzliches Protein, das alle essentiellen Aminosäuren enthält – ein Merkmal, das bei pflanzlichen Proteinen selten ist. Dies macht ihn besonders wertvoll für Vegetarier, Veganer und alle, die ihre Proteinzufuhr diversifizieren möchten.
Darüber hinaus ist Amaranth reich an Ballaststoffen, die eine gesunde Verdauung fördern und zu einem langanhaltenden Sättigungsgefühl beitragen können. Was die Mikronährstoffe betrifft, so glänzt Amaranth mit einem hohen Gehalt an Eisen, einem essentiellen Mineral für den Sauerstofftransport im Blut, sowie Magnesium, das eine Rolle bei über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper spielt, und Kalzium, wichtig für Knochen und Zähne. Auch wichtige Spurenelemente wie Zink und Selen sowie Vitamin C sind in beachtlichen Mengen vorhanden. Diese Kombination macht Amaranth zu einem echten Superfood, das zur Stärkung des Immunsystems, zur Verbesserung der Energielevels und zur allgemeinen Gesundheitsförderung beitragen kann.
Nährwertvergleich: Amaranth vs. Andere
Um die ernährungsphysiologischen Vorteile von Amaranth noch deutlicher hervorzuheben, lohnt sich ein kurzer Vergleich mit anderen gängigen Getreidesorten oder Pseudogetreiden. Beachten Sie, dass dies Durchschnittswerte sind und je nach Sorte und Zubereitung variieren können.
| Nährstoff pro 100g (ungekocht) | Amaranth | Quinoa | Brauner Reis |
|---|---|---|---|
| Kalorien (kcal) | 371 | 368 | 362 |
| Protein (g) | 13.6 | 14.1 | 7.3 |
| Ballaststoffe (g) | 6.7 | 6.0 | 3.5 |
| Eisen (mg) | 7.6 | 4.6 | 2.5 |
| Magnesium (mg) | 317 | 189 | 143 |
| Kalzium (mg) | 159 | 47 | 23 |
Wie Sie sehen können, punktet Amaranth besonders bei Protein, Eisen, Magnesium und Kalzium, was seine Position als ernährungsphysiologisch wertvolles Lebensmittel unterstreicht.
Amaranth richtig zubereiten: Das Geheimnis des Kochens
Die Zubereitung von Amaranth ist unkompliziert, erfordert jedoch die Beachtung einiger grundlegender Prinzipien, um das beste Ergebnis zu erzielen – einen weichen, leicht klebrigen, aber dennoch köstlichen Amaranth, der nicht matschig ist. Die wichtigste Frage, die sich hier stellt, ist natürlich: Wie viel Wasser braucht man zum Kochen von Amaranth?
Die Frage des Wassers: Das ideale Verhältnis
Für die optimale Konsistenz von gekochtem Amaranth empfiehlt sich ein Kochverhältnis von Amaranth zu Wasser von 1:3-Verhältnis. Das bedeutet, auf eine Tasse Amaranth kommen drei Tassen Wasser. Dieses Verhältnis ermöglicht es dem Amaranth, die Flüssigkeit vollständig aufzunehmen und dabei seine typische, leicht klebrige, aber dennoch körnige Textur zu entwickeln. Eine zu geringe Menge Wasser führt zu hartem, ungekochtem Amaranth, während zu viel Wasser ihn zu matschig machen kann. Es ist ein Gleichgewicht, das mit diesem Verhältnis gut getroffen wird.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kochen von Amaranth
Folgen Sie dieser einfachen Anleitung, um Amaranth perfekt zuzubereiten:
- Vorbereitung: Obwohl Amaranth im Vergleich zu Quinoa weniger Saponine enthält, die einen bitteren Geschmack verursachen können, ist es dennoch ratsam, ihn vor dem Kochen gründlich unter fließendem kaltem Wasser in einem feinen Sieb abzuspülen. Dies entfernt mögliche Staubpartikel und sorgt für ein sauberes Aroma.
- Kombinieren: Geben Sie den abgespülten Amaranth zusammen mit dem dreifachen Volumen an Wasser (oder Brühe für herzhaftere Gerichte) in einen Topf. Für eine Tasse Amaranth sind das drei Tassen Flüssigkeit. Eine Prise Salz kann den Geschmack verbessern.
- Aufkochen: Bringen Sie die Mischung bei hoher Hitze zum Kochen. Sobald das Wasser sprudelnd kocht, rühren Sie einmal um.
- Köcheln lassen: Reduzieren Sie die Hitze sofort auf die niedrigste Stufe. Legen Sie einen Deckel auf den Topf und lassen Sie den Amaranth für etwa 15 bis 20 Minuten sanft köcheln. Die genaue Kochzeit kann leicht variieren, je nachdem, wie alt der Amaranth ist oder wie hoch die Hitze Ihrer Herdplatte ist.
- Flüssigkeit aufnehmen: Der Amaranth ist fertig, wenn er weich ist und die gesamte Flüssigkeit aufgesogen hat. Er wird eine leicht breiige, aber dennoch körnige Konsistenz haben.
- Ruhen lassen: Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie den Amaranth mit geschlossenem Deckel weitere 5 bis 10 Minuten ruhen. Dies ermöglicht es den Körnern, die restliche Feuchtigkeit aufzunehmen und noch fluffiger zu werden.
- Auflockern: Lockern Sie den gekochten Amaranth vor dem Servieren mit einer Gabel auf.
Tipps für perfekte Konsistenz
- Nicht zu viel rühren: Während des Kochens ist es am besten, den Amaranth nicht zu oft zu rühren, da dies dazu führen kann, dass er stärker verklumpt. Einmaliges Umrühren beim Aufkochen und dann erst wieder beim Auflockern reicht völlig aus.
- Geschmacksvariationen: Anstelle von Wasser können Sie auch Gemüsebrühe verwenden, um dem Amaranth eine würzigere Note zu verleihen, besonders wenn Sie ihn als Beilage zu herzhaften Gerichten servieren.
- Süße Zubereitung: Für süße Speisen wie Porridge kann Amaranth auch mit Milch oder Pflanzenmilch gekocht werden. Hierbei sollte man die Flüssigkeitsmenge eventuell leicht anpassen, da Milch anders aufgesogen wird als Wasser. Ein Verhältnis von 1:2,5 bis 1:3 Amaranth zu Milch ist ein guter Ausgangspunkt.
Vielseitigkeit in der Küche: Amaranth in Ihren Gerichten
Die Vielseitigkeit von Amaranth ist wirklich beeindruckend. Er kann in einer Vielzahl von Gerichten eingesetzt werden, von süß bis herzhaft, und bietet dabei immer eine gesunde und nahrhafte Komponente. Hier sind einige Ideen, wie Sie Amaranth in Ihre tägliche Ernährung integrieren können:
- Als warmes Frühstück: Gekochter Amaranth eignet sich hervorragend als Porridge. Kochen Sie ihn mit Milch oder einer pflanzlichen Alternative und verfeinern Sie ihn mit Früchten, Nüssen, Samen, Zimt oder einem Schuss Ahornsirup. Ein perfekter Start in den Tag, der lange satt hält.
- In herzhaften Gerichten: Amaranth kann als Beilage zu Gemüse, Fleisch oder Fisch dienen, ähnlich wie Reis oder Quinoa. Er lässt sich auch hervorragend in Suppen und Eintöpfen verwenden, wo er für eine cremige Konsistenz und zusätzliche Nährstoffe sorgt. In Salaten bringt gekochter Amaranth eine interessante Textur und macht sie sättigender.
- Als Bindemittel oder Füllung: Aufgrund seiner leicht klebrigen Konsistenz kann gekochter Amaranth auch als Bindemittel in pflanzlichen Bratlingen, Frikadellen oder Gemüseburgern verwendet werden.
- Gepuffter Amaranth: Amaranth lässt sich auch puffen (ähnlich wie Popcorn), was eine knusprige Textur ergibt. Gepuffter Amaranth ist eine wunderbare Zutat für Müslis, Granola-Riegel, Joghurt oder als knuspriges Topping für Suppen und Salate.
- Amaranthmehl: Zu Mehl gemahlen, kann Amaranthmehl zum Backen verwendet werden, insbesondere für glutenfreie Backwaren. Es verleiht Brot, Kuchen und Gebäck einen nussigen Geschmack und eine gute Textur. Da es kein Gluten enthält, muss es oft mit anderen glutenfreien Mehlen oder Bindemitteln kombiniert werden, um eine gute Struktur zu erzielen.
Häufig gestellte Fragen zu Amaranth (FAQs)
Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Amaranth:
Was ist Amaranth?
Amaranth ist ein sogenanntes Pseudogetreide, das heißt, es wird ähnlich wie Getreide verwendet, gehört aber botanisch nicht zur Familie der Süßgräser. Es ist von Natur aus glutenfrei und stammt ursprünglich aus Südamerika, wo es eine traditionelle Nahrungsquelle der Azteken war. Es ist bekannt für seinen hohen Nährwert.
Wie wird Amaranth zubereitet?
Amaranth ist sehr vielseitig in der Zubereitung. Er kann gekocht, gepufft oder zu Mehl gemahlen werden. Gekochter Amaranth eignet sich hervorragend als Beilage, in Suppen, Salaten oder als warmes Frühstück. Gepuffter Amaranth ist eine knusprige Ergänzung für Müsli oder Joghurt, und Amaranthmehl wird zum glutenfreien Backen verwendet.
Wie und wie lange muss man Amaranth kochen?
Amaranth wird in der Regel im Verhältnis 1 Teil Amaranth zu 3 Teilen Wasser (oder Brühe) gekocht. Bringen Sie die Mischung zum Kochen, reduzieren Sie dann die Hitze auf ein Minimum, decken Sie den Topf ab und lassen Sie den Amaranth für etwa 15-20 Minuten köcheln, bis er weich ist und die Flüssigkeit vollständig aufgesogen wurde. Danach sollte er noch 5-10 Minuten ruhen, bevor er aufgelockert wird.
Wie gesund ist Amaranth?
Amaranth gilt als sehr gesund. Er ist eine ausgezeichnete Quelle für hochwertiges pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Eisen, Magnesium, Kalzium und Antioxidantien. Er ist glutenfrei, was ihn zu einer idealen Alternative für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit macht. Seine Nährstoffdichte unterstützt eine ausgewogene Ernährung und ist besonders vorteilhaft für vegetarische und vegane Ernährungsweisen.
Muss man Amaranth vor dem Kochen waschen?
Es ist empfehlenswert, Amaranth vor dem Kochen gründlich unter fließendem Wasser in einem feinen Sieb abzuspülen. Dies hilft, eventuellen Staub oder Verunreinigungen zu entfernen und sorgt für ein sauberes Aroma. Obwohl Amaranth nicht die gleichen bitteren Saponine wie Quinoa enthält, ist das Waschen eine gute Praxis.
Wo kann man Amaranth kaufen?
Amaranth ist heutzutage in den meisten gut sortierten Supermärkten, in Bioläden, Reformhäusern und online erhältlich. Er wird in der Regel in der Abteilung für Getreide, Hülsenfrüchte oder glutenfreie Produkte angeboten, entweder als ganze Körner, gepufft oder als Mehl.
Kann Amaranth für Babynahrung verwendet werden?
Ja, gekochter Amaranth kann eine nahrhafte und leicht verdauliche Ergänzung zur Babynahrung sein. Er ist reich an Eisen und Kalzium, was für die Entwicklung von Babys wichtig ist. Achten Sie darauf, ihn sehr weich zu kochen und eventuell zu pürieren, um eine geeignete Konsistenz für Säuglinge zu erzielen. Konsultieren Sie immer einen Kinderarzt, bevor Sie neue Lebensmittel in die Ernährung Ihres Babys einführen.
Fazit
Amaranth ist weit mehr als nur ein Trendlebensmittel; es ist ein nahrhaftes, vielseitiges und historisch bedeutsames Pseudogetreide, das einen festen Platz in jeder modernen Küche verdient. Mit seiner Fülle an Proteinen, Ballaststoffen und Mineralien sowie seiner natürlichen Glutenfreiheit bietet es eine hervorragende Alternative zu herkömmlichem Getreide. Die Zubereitung ist denkbar einfach, besonders wenn man das 1:3-Verhältnis von Amaranth zu Wasser beachtet. Ob als sättigendes Frühstück, gesunde Beilage oder innovative Backzutat – probieren Sie Amaranth aus und entdecken Sie die unzähligen Möglichkeiten, wie dieses kleine Korn Ihre Gerichte bereichern kann.
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