29/03/2021
Pizza – kaum ein anderes Gericht löst weltweit eine solche Begeisterung aus. Einst ein einfaches Gericht der Armen in Neapel, hat sie sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, das in unzähligen Formen und Geschmacksrichtungen existiert. Doch welche Pizza Varianten gibt es überhaupt? Die Antwort ist so vielfältig wie die Kulturen, die sie umarmen. Von dünnen, knusprigen Böden bis zu dicken, reichhaltigen Teigen, von klassischen Tomatensoßen bis zu experimentellen Belägen – jede Variante erzählt ihre eigene Geschichte und bietet ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Tauchen wir ein in die köstliche Welt der Pizza und entdecken wir ihre erstaunliche Diversität.

- Die Klassiker aus Italien: Ursprung und Tradition
- Internationale Pizza-Interpretationen: Wenn die Welt Pizza backt
- Spezialitäten und Abwandlungen
- Vergleich der beliebtesten Pizza-Varianten
- Häufig gestellte Fragen zu Pizza-Varianten
- Was ist der Hauptunterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?
- Welche Pizza-Variante ist am besten für Beläge mit vielen Zutaten geeignet?
- Kann ich diese Pizza-Varianten auch zu Hause zubereiten?
- Gibt es auch süße Pizza-Varianten?
- Welche Rolle spielt das Wasser bei der Zubereitung der Pizza?
- Fazit: Eine Welt voller Geschmack
Die Klassiker aus Italien: Ursprung und Tradition
Italien ist die Heimat der Pizza, und hier finden sich die Wurzeln der bekanntesten und traditionellsten Varianten. Jede Region hat ihre eigene Interpretation entwickelt, die oft tief in der lokalen Geschichte und den verfügbaren Zutaten verwurzelt ist.
Die Neapolitanische Pizza (Pizza Napoletana)
Die Pizza Napoletana ist der unbestreitbare Ursprung aller Pizzen und sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Sie ist der Goldstandard, an dem sich viele andere messen müssen. Ihr Geheimnis liegt in der Einfachheit und der Qualität der Zutaten:
- Teig: Hergestellt aus nur vier Zutaten – Wasser, Salz, Hefe und Weichweizenmehl (Typ 00). Der Teig wird langsam fermentiert, was ihm eine unglaublich luftige und zarte Krume verleiht. Der Rand, bekannt als „cornicione“, ist hoch, luftig und leicht verkohlt, was durch die hohe Hitze des Ofens entsteht.
- Belag: Traditionell nur zwei Varianten: die Pizza Marinara (Tomaten, Knoblauch, Oregano, Olivenöl) und die Pizza Margherita (Tomaten, Mozzarella di Bufala oder Fior di Latte, Basilikum, Olivenöl). Die Qualität der San-Marzano-Tomaten und des Mozzarellas ist entscheidend.
- Backen: Gebacken wird sie bei extrem hohen Temperaturen (ca. 450-500°C) für nur 60-90 Sekunden in einem Holzofen. Dies sorgt für den charakteristischen weichen, leicht feuchten Boden und den knusprigen, luftigen Rand.
Die Römische Pizza (Pizza Romana)
Im Gegensatz zur weichen Neapolitanischen Pizza zeichnet sich die Römische Pizza durch ihren dünnen und knusprigen Boden aus. Es gibt zwei Haupttypen:
- Pizza Tonda Romana: Dies ist die klassische, runde Pizza, wie man sie in vielen Pizzerien Roms findet. Ihr Teig enthält oft etwas Olivenöl, was ihn knuspriger macht und verhindert, dass der Rand so stark aufgeht wie bei der Neapolitanischen. Der Belag ist oft vielfältiger als in Neapel, aber immer noch auf Qualität bedacht.
- Pizza in Teglia / Pizza al Taglio: Diese Variante wird auf großen rechteckigen Blechen gebacken und oft stückweise nach Gewicht verkauft. Der Teig ist hier etwas dicker und luftiger als bei der runden Römischen Pizza, aber immer noch leichter und knuspriger als die Neapolitanische. Sie ist ideal für einen schnellen Snack unterwegs.
Die Sizilianische Pizza (Sfincione)
Die sizilianische Pizza, auch bekannt als Sfincione, ist eine weitere einzigartige italienische Variante. Sie ist eher mit einer Focaccia vergleichbar als mit einer klassischen Pizza:
- Teig: Sehr dick, weich und schwammig, oft mit Olivenöl im Teig und auf der Oberfläche.
- Belag: Traditionell mit einer dicken Tomatensoße, Zwiebeln, Sardellen, Semmelbröseln und Caciocavallo-Käse. Sie wird meistens rechteckig geschnitten.
Internationale Pizza-Interpretationen: Wenn die Welt Pizza backt
Über die Grenzen Italiens hinaus hat die Pizza eine unglaubliche Transformation erfahren, wobei jede Nation und sogar jede Stadt ihre eigene, unverwechselbare Note hinzugefügt hat.
New York Style Pizza
Die New York Style Pizza ist eine direkte Nachfahrin der neapolitanischen Einwanderer und hat sich zu einem ikonischen Gericht der Stadt entwickelt:
- Teig: Dünn, aber zäh und biegsam genug, um zusammengefaltet werden zu können. Der hohe Mineralgehalt des New Yorker Wassers soll eine Rolle spielen.
- Belag: Oft mit einer leicht süßen Tomatensoße und einem großzügigen Belag aus fettarmem Mozzarella.
- Größe: Typischerweise sehr große, breite Stücke, die man falten kann, um sie leichter zu essen.
Chicago Deep Dish Pizza
Die Chicago Deep Dish ist das krasse Gegenteil der dünnen, italienischen Pizzen. Sie ist eher eine herzhafte Torte oder ein Auflauf als eine klassische Pizza:
- Teig: Ein sehr dicker, butteriger Teig, der in eine tiefe, runde Pfanne gedrückt wird und hohe Ränder bildet.
- Schichtung: Die Zutaten werden oft in umgekehrter Reihenfolge geschichtet: zuerst eine Schicht Provolone oder Mozzarella, dann Fleisch (oft Wurst), Gemüse und schließlich eine dicke Schicht Tomatensoße (oft stückig).
- Backen: Aufgrund ihrer Dicke benötigt sie eine deutlich längere Backzeit bei niedrigerer Temperatur.
Detroit Style Pizza
Diese rechteckige Pizza hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen und ist bekannt für ihren einzigartigen, knusprigen Käserand:
- Teig: Ein dicker, luftiger und oft focaccia-ähnlicher Teig, der in rechteckigen, blauen Stahlpfannen gebacken wird, die ursprünglich für die Automobilindustrie verwendet wurden.
- Käserand: Der Käse (oft eine Mischung aus Brick-Käse und Mozzarella) wird bis an den Rand der Pfanne gestreut und karamellisiert dort zu einer unwiderstehlichen, knusprigen Kruste.
- Belag: Traditionell wird der Belag „umgekehrt“ aufgetragen: Käse auf den Teig, dann Streifen von Tomatensoße obenauf.
California Style Pizza
Die California Style Pizza zeichnet sich durch ihre Experimentierfreudigkeit und unkonventionellen Beläge aus:
- Teig: Oft dünn und knusprig, aber die Hauptattraktion sind die Beläge.
- Belag: Hier ist fast alles erlaubt. Von Entenbrust und Ziegenkäse über Garnelen und Avocado bis hin zu exotischen Früchten – die kalifornische Pizza ist eine Spielwiese für kreative Köche.
Spezialitäten und Abwandlungen
Neben den großen Stilrichtungen gibt es unzählige weitere Varianten und Abwandlungen, die die Vielseitigkeit der Pizza unterstreichen:
Calzone
Die Calzone ist im Grunde eine zusammengeklappte Pizza, die wie eine Halbmondtasche geformt ist. Der Teig wird gefüllt (oft mit Ricotta, Mozzarella, Salami oder gekochtem Schinken) und dann versiegelt, bevor er gebacken oder manchmal sogar frittiert wird. Das Innere bleibt saftig und der Käse schmilzt perfekt.
Pizza Bianca
Wörtlich „weiße Pizza“, ist die Pizza Bianca eine Pizza ohne Tomatensoße. Stattdessen wird der Teig oft mit Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin und grobem Salz oder verschiedenen Käsesorten belegt. Sie kann auch als Basis für andere Beläge dienen, die keine Tomatensoße benötigen.
Pizza Fritta
Eine weitere neapolitanische Spezialität ist die Pizza Fritta, die, wie der Name schon sagt, frittiert wird. Der Teig wird gefüllt (oft mit Ricotta, Cicoli – gepressten Schweinefleischstücken – und Mozzarella) und dann in heißem Öl goldbraun gebacken. Das Ergebnis ist eine unglaublich fluffige und reichhaltige Pizza, die außen knusprig und innen zart ist.
Focaccia
Obwohl technisch gesehen keine Pizza, ist Focaccia eine enge Verwandte und oft eine beliebte Basis für einfache Beläge. Sie ist ein flaches, ofengebackenes Brot, das oft mit Olivenöl, Rosmarin und grobem Salz beträufelt wird. Manchmal wird sie auch mit Tomaten oder Zwiebeln belegt und kann als „Pizza ohne Käse“ angesehen werden.
Vergleich der beliebtesten Pizza-Varianten
Um die Unterschiede besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Merkmale einiger prominenter Pizza-Stile:
| Merkmal | Neapolitanische Pizza | Römische Pizza (Tonda) | New York Style Pizza | Chicago Deep Dish | Detroit Style Pizza |
|---|---|---|---|---|---|
| Boden/Teig | Sehr weich, luftig, dünn in der Mitte, hoher, luftiger Rand („cornicione“) | Dünn, knusprig, manchmal mit Olivenöl im Teig | Dünn, zäh, biegsam, groß | Sehr dick, butterartig, wie eine Torte | Dick, luftig, rechteckig, knuspriger Käserand |
| Backzeit/Temp. | 60-90 Sek. bei 450-500°C | Wenige Min. bei 300-400°C | 5-10 Min. bei 300-350°C | 30-45 Min. bei 200-220°C | 15-20 Min. bei 230-260°C |
| Typ. Belag | Margherita (Tomate, Mozzarella, Basilikum), Marinara (Tomate, Knoblauch, Oregano) | Vielfältiger, oft dünne Schinken, Pilze, Oliven | Tomatensoße, fettarmer Mozzarella, Pepperoni | Umgekehrte Schichtung: Käse, Fleisch, Gemüse, dicke Tomatensoße | Käse, dann Soßenstreifen, Pepperoni |
| Essgewohnheit | Mit Messer & Gabel, oder gefaltet | Normalerweise mit Messer & Gabel | Gefaltet in der Hand | Mit Messer & Gabel | Stückweise, oft in der Hand |
| Herkunft | Neapel, Italien | Rom, Italien | New York, USA | Chicago, USA | Detroit, USA |
Häufig gestellte Fragen zu Pizza-Varianten
Was ist der Hauptunterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?
Der Hauptunterschied liegt im Teig und der daraus resultierenden Textur. Neapolitanische Pizza hat einen weichen, zähen und luftigen Boden mit einem hohen, aufgeblasenen Rand (cornicione), der durch das kurze Backen bei sehr hoher Temperatur im Holzofen entsteht. Römische Pizza hingegen ist bekannt für ihren dünnen und knusprigen Boden, der oft etwas Olivenöl enthält und länger bei etwas niedrigeren Temperaturen gebacken wird, was zu einer festeren Konsistenz führt.
Welche Pizza-Variante ist am besten für Beläge mit vielen Zutaten geeignet?
Für Beläge mit vielen Zutaten eignen sich oft dickere Pizzen besser, da sie die Last tragen können, ohne durchzuweichen. Die Chicago Deep Dish ist hier ein Paradebeispiel, da sie für ihre reichhaltigen und schweren Füllungen konzipiert ist. Aber auch die Detroit Style Pizza oder eine Pizza im Focaccia-Stil kann eine gute Basis für üppige Beläge bieten, da ihr Teig stabiler ist als der einer traditionellen neapolitanischen Pizza.
Kann ich diese Pizza-Varianten auch zu Hause zubereiten?
Viele Pizza-Varianten lassen sich auch zu Hause zubereiten, auch wenn es schwierig sein kann, die extrem hohen Temperaturen eines professionellen Holzofens zu erreichen. Neapolitanische Pizza ist am anspruchsvollsten, aber mit einem Pizzastein oder -stahl und einem guten Rezept für den Teig kann man gute Ergebnisse erzielen. Römische, New York Style und Detroit Style Pizzen sind oft einfacher zu Hause nachzubacken, da sie keine so extremen Backbedingungen erfordern.
Gibt es auch süße Pizza-Varianten?
Ja, absolut! Obwohl weniger verbreitet, gibt es durchaus süße Pizza-Varianten, besonders als Dessert. Eine beliebte süße Pizza ist die Nutella-Pizza, bei der der Pizzaboden nach dem Backen mit Nutella bestrichen und oft mit Früchten wie Bananen oder Erdbeeren belegt wird. Andere süße Pizzen verwenden Ricotta, Honig, Zimt oder Äpfel als Belag. Sie sind eine köstliche Abwechslung und zeigen die grenzenlose Kreativität der Pizzawelt.
Welche Rolle spielt das Wasser bei der Zubereitung der Pizza?
Das Wasser spielt eine sehr wichtige Rolle, insbesondere für den Teig. Der Mineraliengehalt des Wassers kann die Glutenentwicklung im Teig beeinflussen und somit dessen Textur und Elastizität. Es wird oft gesagt, dass das Wasser aus Neapel oder New York einen einzigartigen Beitrag zum Geschmack und zur Konsistenz ihrer jeweiligen Pizzen leistet. Während dies oft romantisiert wird, ist es doch wahr, dass die Qualität und Zusammensetzung des Wassers einen subtilen, aber spürbaren Einfluss auf das Endergebnis haben kann.
Fazit: Eine Welt voller Geschmack
Die Welt der Pizza ist ein faszinierendes Universum aus Teigen, Soßen, Käsesorten und Belägen. Von der strengen Tradition der Neapolitanischen Pizza bis zur kühnen Innovation der California Style Pizza – jede Variante bietet ein einzigartiges kulinarisches Erlebnis. Es ist diese unglaubliche Vielfalt, die die Pizza zu einem so beliebten und anpassungsfähigen Gericht macht. Egal, ob Sie einen knusprigen, dünnen Boden, eine dicke, fluffige Kruste oder eine reichhaltige, auflaufartige Kreation bevorzugen, es gibt zweifellos eine Pizza-Variante, die Ihre Geschmacksnerven begeistern wird. Die Reise durch die Welt der Pizza ist eine Entdeckungsreise, die immer wieder neue und köstliche Überraschungen bereithält. Guten Appetit!
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