26/03/2019
Rom, die Ewige Stadt, ist nicht nur für ihre antiken Ruinen und ihre reiche Geschichte bekannt, sondern auch für ihre einzigartige und unwiderstehliche Pizzakultur. Während Neapel oft als die Geburtsstätte der Pizza gefeiert wird, hat Rom seine ganz eigene, unverwechselbare Art, dieses weltberühmte Gericht zuzubereiten. Die römische Pizza zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihre spezifischen Merkmale aus, die sie deutlich von ihren südlichen Verwandten unterscheiden. Wer die authentische römische Küche erleben möchte, muss unbedingt die verschiedenen Pizzasorten probieren, die die Stadt zu bieten hat. Es ist eine kulinarische Reise, die sowohl den Gaumen als auch die Seele erfreut.

Im Gegensatz zur weichen, luftigen und oft leicht angekohlten neapolitanischen Pizza, die sich in der Mitte wölbt und einen hohen, weichen Rand (Cornicione) besitzt, bevorzugen die Römer meist eine dünnere, knusprigere Variante. Doch auch innerhalb Roms gibt es eine beachtliche Bandbreite an Stilen, die alle ihre eigenen Reize haben. Diese Vielfalt macht das Pizzaessen in Rom zu einem echten Abenteuer, bei dem man von der klassischen runden Pizza bis hin zu Stücken, die nach Gewicht verkauft werden, alles finden kann. Lassen Sie uns die wichtigsten Typen der römischen Pizza genauer betrachten und ihre Besonderheiten enthüllen.
Die Klassiker der römischen Pizzakunst
Pizza Romana (Tonda)
Die Pizza Romana, auch bekannt als Pizza Tonda (runde Pizza), ist die Verkörperung des römischen Pizzastils. Ihr Markenzeichen ist der extrem dünne und unglaublich knusprige Boden. Im Gegensatz zur neapolitanischen Pizza wird der Teig hier oft mit weniger Wasser und mehr Olivenöl zubereitet, was zu einer festeren Konsistenz führt. Beim Backen im Holzofen wird sie so lange gebacken, bis sie eine goldbraune Farbe annimmt und beim Anschneiden fast zerbricht. Der Rand ist flach und ebenfalls sehr knusprig, ohne den ausgeprägten, luftigen Cornicione der Neapolitaner.
Die Beläge auf einer Pizza Romana sind traditionell eher sparsam und von höchster Qualität. Man konzentriert sich auf wenige, aber exquisite Zutaten, um deren Geschmack voll zur Geltung zu bringen. Klassiker sind die Pizza Margherita (Tomate, Mozzarella, Basilikum), Pizza Capricciosa (Tomate, Mozzarella, Schinken, Pilze, Artischocken, Oliven) und Pizza Napoli (Tomate, Mozzarella, Sardellen). Die Einfachheit der Zutaten unterstreicht die Qualität des Teigs und die Kunst des Bäckers. Diese Pizza wird traditionell als ganze runde Pizza serviert und ist perfekt für ein Abendessen in einer Trattoria oder Pizzeria.
Pizza al Taglio
Die Pizza al Taglio, wörtlich übersetzt „Pizza nach dem Schnitt“, ist eine weitere Ikone der römischen Pizzaszene und ein absolutes Muss für jeden Besucher. Diese Pizza wird auf großen rechteckigen Blechen gebacken und nicht als ganze runde Pizza serviert, sondern in quadratische oder rechteckige Stücke geschnitten und nach Gewicht verkauft. Dies macht sie zu einer idealen Option für ein schnelles Mittagessen, einen Snack zwischendurch oder um verschiedene Sorten zu probieren.
Der Teig der Pizza al Taglio ist in der Regel dicker und luftiger als der der Pizza Romana, oft mit einer leicht knusprigen Unterseite und einer weichen, flaumigen Krume. Sie wird meist bei niedrigeren Temperaturen und über einen längeren Zeitraum gebacken, was dem Teig Zeit gibt, langsam aufzugehen und eine wunderbare Textur zu entwickeln. Die Vielfalt der Beläge ist bei Pizza al Taglio schier unendlich. Von klassischen Kombinationen wie Pomodoro e Mozzarella (Tomate und Mozzarella) bis hin zu kreativen Belägen mit Gemüse der Saison, Wurstwaren, Käse und sogar Kartoffeln oder Kürbis – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Pizzerien, die Pizza al Taglio anbieten, präsentieren oft eine bunte Auslage verschiedener Bleche, aus denen man wählen kann.
Spezielle römische Pizzavarianten
Pizza alla Pala
Die Pizza alla Pala, benannt nach der Holzschaufel (pala), mit der sie in den Ofen geschoben wird, ist eine weitere bemerkenswerte römische Spezialität. Sie ähnelt der Pizza al Taglio in ihrer länglichen Form, ist aber oft etwas dünner und wird typischerweise mit einem Sauerteig zubereitet. Dies verleiht ihr einen komplexeren Geschmack und eine noch luftigere, aber dennoch knusprige Textur. Die Pizza alla Pala wird oft auf einem Brett serviert und ebenfalls in Stücke geschnitten, die man sich teilt oder alleine genießt.
Der Fokus liegt hier auf der Qualität des Teigs und der langen Gärzeit, die zu einer besseren Verdaulichkeit führt. Die Beläge können sowohl klassisch als auch innovativ sein, oft mit einem Schwerpunkt auf frischen, saisonalen Zutaten. Sie ist eine beliebte Wahl für ein zwangloses Mittagessen oder einen Aperitivo mit Freunden.
Pizza Scrocchiarella
Der Name „Scrocchiarella“ leitet sich vom italienischen Verb „scrocchiare“ ab, was „knistern“ oder „knuspern“ bedeutet, und beschreibt perfekt die Textur dieser Pizza. Es handelt sich um eine extrem dünne, fast crackerartige Pizza, die oft als Vorspeise oder Beilage serviert wird, manchmal auch als Basis für Bruschetta-ähnliche Beläge. Sie ist so knusprig, dass sie beim Essen deutlich hörbar zerbricht.
Manchmal wird sie aus Restteig hergestellt oder bewusst als sehr dünne Variante der Pizza Romana gebacken. Die Beläge sind meist minimalistisch: Olivenöl, Salz und Rosmarin sind typisch. Sie ist der ideale Begleiter zu einem Glas Wein oder einfach als leichter Snack für zwischendurch.
Pizza Bianca
Obwohl nicht immer als eigenständige Pizza im herkömmlichen Sinne betrachtet, ist die Pizza Bianca ein fester Bestandteil der römischen Bäckereikultur und oft die Basis für andere Kreationen. Es ist eine „weiße Pizza“, das heißt, sie wird ohne Tomatensauce gebacken. Stattdessen wird der Teig nur mit Olivenöl, Salz und manchmal Rosmarin oder anderen Kräutern verfeinert.
Die Pizza Bianca ist die römische Antwort auf die Focaccia und wird oft als Brot gegessen oder als eine Art Sandwich-Brot verwendet, indem sie aufgeschnitten und mit Prosciutto, Mortadella oder anderen Aufschnitten belegt wird. Ihre Vielseitigkeit und ihr einfacher, aber köstlicher Geschmack machen sie zu einem beliebten Snack zu jeder Tageszeit. Sie kann auch als Basis für süße Beläge dienen.
Vergleich der römischen Pizzasorten
Um die Unterschiede besser zu verstehen, hier eine kleine Übersicht:
| Typ | Form | Boden / Kruste | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Pizza Romana | Rund | Extrem dünn, sehr knusprig, flacher Rand | Traditionelles Abendessen in Pizzeria |
| Pizza al Taglio | Rechteckig | Dicker, luftig, weich, unten knusprig | Schneller Snack, Mittagessen, zum Probieren vieler Sorten |
| Pizza alla Pala | Länglich/Oval | Mitteldick, luftig, leicht knusprig, oft Sauerteig | Informelles Mittagessen, Teilen mit Freunden |
| Pizza Scrocchiarella | Rund / Oval | Extrem dünn, crackerartig, sehr knusprig | Vorspeise, Beilage, Snack |
| Pizza Bianca | Rechteckig / Oval | Mitteldick, weich, luftig, ohne Tomatensauce | Brot, Sandwich-Basis, Snack |
Häufig gestellte Fragen zur römischen Pizza
Was ist der Hauptunterschied zwischen römischer und neapolitanischer Pizza?
Der auffälligste Unterschied liegt in der Textur des Bodens. Die neapolitanische Pizza ist bekannt für ihren weichen, elastischen Teig, den hohen, luftigen und oft leicht verbrannten Rand (Cornicione) und ihre feuchten, saftigen Beläge. Sie wird bei sehr hohen Temperaturen (oft über 450°C) nur 60-90 Sekunden gebacken. Die römische Pizza hingegen ist in der Regel viel dünner und knuspriger, mit einem flacheren Rand. Der Teig enthält oft mehr Olivenöl und wird länger bei etwas niedrigeren Temperaturen gebacken, um diese knusprige Textur zu erreichen. Während die neapolitanische Pizza oft als „Gabel-und-Messer-Pizza“ beschrieben wird, kann die römische Pizza leichter in der Hand gehalten werden.
Ist Pizza al Taglio auch für ein Abendessen geeignet?
Absolut! Obwohl Pizza al Taglio oft als schneller Snack oder Mittagessen dient, ist es durchaus üblich, sie auch am Abend zu genießen. Viele Römer und Touristen nutzen die Gelegenheit, in einer Pizzeria al Taglio verschiedene Stücke zu probieren, um eine abwechslungsreiche Mahlzeit zusammenzustellen. Es ist eine entspannte und informelle Art, Pizza zu essen und die Vielfalt der Beläge zu genießen.
Gibt es in Rom viele vegetarische oder vegane Pizza-Optionen?
Ja, definitiv! Die italienische Küche, und damit auch die römische Pizza, bietet von Natur aus viele vegetarische Optionen. Klassiker wie Pizza Margherita sind bereits vegetarisch. Viele Pizzerien bieten auch Pizzen mit einer großen Auswahl an frischem Gemüse der Saison an, wie Zucchini, Auberginen, Paprika, Pilze oder Spinat. Für Veganer ist die Pizza Marinara (Tomate, Knoblauch, Oregano, Olivenöl) eine klassische vegane Wahl. Bei Pizza al Taglio finden sich ebenfalls oft zahlreiche Gemüsevarianten ohne Käse oder Fleisch. Es ist immer ratsam, nach den Zutaten zu fragen, aber die Auswahl ist in der Regel sehr gut.
Welche ist die „beste“ römische Pizza?
Die „beste“ römische Pizza ist eine Frage des persönlichen Geschmacks! Es hängt davon ab, ob Sie einen hauchdünnen, knusprigen Boden bevorzugen (Pizza Romana), einen dickeren, luftigen und vielseitigen Teig (Pizza al Taglio oder alla Pala) oder einen reinen Brotgenuss (Pizza Bianca). Jede Sorte hat ihre eigenen Reize und ist für unterschiedliche Anlässe geeignet. Der beste Weg, Ihre Lieblingspizza zu finden, ist, so viele verschiedene Sorten wie möglich zu probieren!
Wie wird Pizza in Rom typischerweise verkauft?
Runde Pizzen (Pizza Romana) werden in der Regel als ganze Pizzen in Pizzerien oder Restaurants verkauft und am Tisch serviert. Pizza al Taglio und manchmal auch Pizza alla Pala werden in speziellen „Pizzerie al Taglio“ oder Bäckereien verkauft. Dort wählen Sie die gewünschten Stücke aus einem großen Blech, die dann abgewogen und nach Gewicht berechnet werden. Dies ermöglicht es Ihnen, verschiedene Geschmacksrichtungen zu probieren und die Größe Ihrer Portion selbst zu bestimmen. Es ist eine sehr praktische und beliebte Art des Pizzakaufs in Rom.
Fazit
Die römische Pizzalandschaft ist so vielfältig und reichhaltig wie die Stadt selbst. Von der eleganten, hauchdünnen Pizza Romana, die sich perfekt für ein traditionelles Abendessen eignet, bis zur praktischen und unendlich variablen Pizza al Taglio, die ideal für einen schnellen Bissen unterwegs ist – Rom bietet für jeden Pizza-Liebhaber das Richtige. Die Qualität der Zutaten, die Liebe zum Detail beim Teig und die Tradition der Zubereitung machen jede römische Pizza zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer die Ewige Stadt besucht, sollte sich die Zeit nehmen, diese kulinarische Vielfalt zu erkunden und die unterschiedlichen Texturen und Geschmacksrichtungen zu entdecken. Es ist eine Reise, die weit über das bloße Essen hinausgeht und ein tiefes Eintauchen in die römische Lebensart ermöglicht. Buon appetito!
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