01/09/2011
Eine perfekt gebackene Pizza ist ein wahrhaftiges Kunstwerk, ein Fest für die Sinne, das weltweit geliebt wird. Die Vorstellung von einer fluffigen, leichten Kruste, einem würzigen Belag und Käse, der appetitlich Fäden zieht, lässt die Herzen von Pizzaliebhabern höherschlagen. Doch während oft der Teig und die Beläge im Mittelpunkt stehen, wird ein entscheidendes Element manchmal übersehen: die Sauce. Sie ist nicht nur ein Bindeglied zwischen Teig und Belag, sondern vielmehr die Seele der Pizza, die den gesamten Geschmack maßgeblich prägt und abrundet. Die Wahl der richtigen Sauce kann eine gute Pizza in eine außergewöhnliche verwandeln und ungeahnte Geschmackswelten eröffnen. Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in die faszinierende Welt der Pizza-Saucen und entdecken, welche Möglichkeiten sich jenseits des klassischen Rots verbergen.

- Die Seele der Pizza: Die Bedeutung der Sauce
- Der Klassiker: Die neapolitanische Tomatensauce
- Jenseits der roten Farbe: Alternative Saucen-Welten
- Harmonie auf dem Teig: Sauce und Belag im Einklang
- Das Fundament: Der Teig und seine Rolle
- Beliebte Beläge und ihre Saucenpartner
- Häufig gestellte Fragen zur Pizza-Sauce
- Fazit: Experimentierfreude zahlt sich aus
Die Seele der Pizza: Die Bedeutung der Sauce
Die Sauce auf einer Pizza ist weit mehr als nur eine feuchte Unterlage für den Belag. Sie ist das aromatische Fundament, das Süße, Säure, Umami und oft auch eine dezente Schärfe beisteuert. Ohne die passende Sauce würde selbst der beste Teig und der frischeste Belag an Tiefe und Komplexität verlieren. Sie sorgt für die notwendige Feuchtigkeit, die verhindert, dass die Pizza trocken wird, und dient als Träger für Gewürze, die sich beim Backen wunderbar entfalten. Die Kunst des Pizzabackens, wie sie in den altehrwürdigen Öfen Neapels perfektioniert wurde, beginnt zwar mit dem Teig, doch die Sauce ist der erste Schritt, der diesen Teig mit Leben erfüllt. Sie ist der erste Geschmacksakzent, der den Gaumen des Genießers erreicht und die Bühne für das Zusammenspiel der weiteren Zutaten bereitet.
Der Klassiker: Die neapolitanische Tomatensauce
Wenn wir über Pizza-Saucen sprechen, ist die Tomatensauce der unangefochtene König. Besonders die traditionelle neapolitanische Tomatensauce zeichnet sich durch ihre Einfachheit und doch tiefgründige Aromatik aus. Sie wird meist aus den weltberühmten San Marzano-Tomaten hergestellt, die für ihren süßen, gering säurehaltigen Geschmack und ihr festes Fruchtfleisch bekannt sind. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Die Tomaten werden entweder von Hand zerdrückt oder grob püriert, mit einer Prise Salz, etwas frischem Basilikum und einem Schuss hochwertigem Olivenöl verfeinert. Das Geheimnis liegt in der Qualität der Tomaten und der minimalen Verarbeitung, um ihren natürlichen Geschmack zu bewahren. Diese Sauce wird nicht gekocht, bevor sie auf den Teig kommt, sondern gart erst im Ofen mit der Pizza mit. Dies bewahrt die Frische und Lebendigkeit des Tomatenaromas. Die Balance aus Süße und Säure dieser klassischen Sauce ist das Rückgrat vieler beliebter Pizzen, von der schlichten Margherita bis zur reichhaltigen Salami-Pizza, die in Österreich und Deutschland so hoch im Kurs steht.
Jenseits der roten Farbe: Alternative Saucen-Welten
Während die Tomatensauce unbestreitbar die beliebteste Wahl ist, bietet die Welt der Pizza unzählige Möglichkeiten für alle, die experimentierfreudig sind oder Tomaten einfach nicht mögen. Die Vielseitigkeit der Pizza erlaubt es, den Teig mit fast jedem Belag und somit auch mit einer breiten Palette an Saucen zu kombinieren. Hier einige inspirierende Alternativen:
- Crème fraîche oder Sauerrahm: Wie bereits erwähnt, ist diese cremige Basis eine hervorragende Alternative zur Tomatensauce. Sie ist milder im Geschmack und verleiht der Pizza eine reichhaltige, leicht säuerliche Note. Sie passt hervorragend zu Belägen wie Lachs, Spinat, Kartoffeln (wie bei der Empfehlung von Spitzenkoch Paul Ivić für eine Kartoffelpizza mit Rosmarin) oder geräuchertem Fleisch. Oft wird sie pur oder mit Knoblauch, Kräutern oder Zwiebeln verfeinert.
- Pesto: Ob klassisches Basilikum-Pesto (Pesto Genovese) oder Pesto Rosso aus getrockneten Tomaten – Pesto bringt intensive Kräuter- und Nussaromen auf die Pizza. Es harmoniert wunderbar mit Mozzarella, Hähnchen, Rucola oder Gemüse. Es kann als alleinige Sauce oder in Kombination mit einer dünnen Schicht Tomatensauce verwendet werden.
- Béchamel-Sauce: Diese klassische weiße Sauce aus Butter, Mehl und Milch verleiht der Pizza eine samtige, reichhaltige Textur. Sie ist ideal für „weiße Pizzen“ (Pizza Bianca) und passt hervorragend zu Pilzen, Schinken, Spargel oder Meeresfrüchten, da sie deren delikate Aromen nicht überdeckt.
- BBQ-Sauce: Für Liebhaber des deftigen Geschmacks ist BBQ-Sauce eine spannende Wahl. Ihre rauchige Süße und Würze harmoniert perfekt mit Hähnchen, Pulled Pork, Rindfleisch oder roten Zwiebeln. Diese Sauce verwandelt die Pizza in ein herzhaftes Geschmackserlebnis, das an amerikanische Grillklassiker erinnert.
- Knoblauchöl-Basis: Manchmal ist weniger mehr. Eine einfache Basis aus Olivenöl, das mit frischem Knoblauch und Kräutern wie Oregano oder Rosmarin aromatisiert wurde, kann eine überraschend geschmackvolle Grundlage bilden. Sie ist leicht, lässt die Aromen der Beläge in den Vordergrund treten und eignet sich besonders gut für Pizzen mit frischen Gemüsesorten, Meeresfrüchten oder einfach nur Käse.
- Hummus oder andere Gemüse-Pürees: Für eine vegane oder besonders gesunde Variante können auch Hummus oder Pürees aus Kürbis, Süßkartoffeln oder Roter Bete als Basis dienen. Diese bringen nicht nur interessante Geschmacksnuancen, sondern auch eine schöne Farbe auf die Pizza.
Harmonie auf dem Teig: Sauce und Belag im Einklang
Die Wahl der Sauce sollte immer im Einklang mit den geplanten Belägen stehen. Eine gute Sauce hebt die Aromen der anderen Zutaten hervor, anstatt sie zu überdecken. Wenn die österreichischen und deutschen Pizzaliebhaber Salami als ihren klaren Favoriten nennen, dann ist die kräftige Tomatensauce die perfekte Ergänzung, da sie die Würze der Salami ausbalanciert und die salzigen Noten unterstreicht. Bei einer Pizza Hawaii, die mit Ananas und Schinken belegt ist, könnte neben der klassischen Tomate auch eine leicht süßlichere Sauce oder sogar eine dünne Schicht BBQ-Sauce interessant sein, um die tropischen Noten zu ergänzen. Die zeitlose Pizza Margherita lebt von der Reinheit ihrer wenigen Zutaten – hier ist die Qualität der Tomatensauce entscheidend, da sie neben Mozzarella und Basilikum die Hauptrolle spielt.
Auch die von Spitzenköchen empfohlenen, ausgefallenen Variationen erfordern eine sorgfältige Saucenwahl. Sardellen könnten auf einer Pizza mit einer sehr dezenten Tomatensauce oder gar nur Knoblauchöl glänzen, um ihre Salzigkeit und Intensität nicht zu überlagern. Teriyaki Huhn und Wasabi Mayo würden eine ganz andere Saucenbasis erfordern, vielleicht eine sehr milde, leicht süßliche Sauce oder sogar nur eine dünne Schicht der Wasabi Mayo selbst als Basis. Die Kartoffelpizza mit Rosmarin, wie von Paul Ivić empfohlen, profitiert von einer cremigen Basis wie Crème fraîche oder einer Mischung aus Olivenöl und Rosmarin, die die erdigen Aromen der Kartoffeln unterstreicht und die frischen Kräuter zur Geltung bringt.
Das Fundament: Der Teig und seine Rolle
Bevor wir uns ganz in die Welt der Saucen vertiefen, sei noch einmal die unbestreitbare Bedeutung des Teiges betont. Die Kunst des Pizzabackens beginnt hier, und wie bereits erwähnt, ist es eine Herausforderung, einen Teig zu Hause so perfekt hinzubekommen wie in den Pizzaöfen Neapels. Prozesse wie das Fermentieren des Teigs und das mindestens halbstündige Kneten sind entscheidend für die gewünschte fluffige und leichte Textur. Ein gut gemachter Teig bildet das ideale Fundament, das nicht nur die Sauce trägt, sondern auch deren Aromen aufnimmt und beim Backen eine wunderbare Kruste entwickelt. Ob im klassischen Backofen oder unkonventionell auf dem Griller, wie von Grillweltmeister Patrick Bayer empfohlen, wo es auf das sehr dünne Ausrollen ankommt – der Teig ist die Leinwand, auf der die Sauce ihr volles Potenzial entfalten kann.
Beliebte Beläge und ihre Saucenpartner
Betrachten wir noch einmal die beliebtesten Beläge in Österreich und Deutschland und welche Saucen hier traditionell oder innovativ passen:
- Salami-Pizza: Ganz klar der Favorit. Hier ist die klassische Tomatensauce die erste Wahl. Ihre leichte Säure bildet einen perfekten Kontrast zur Würze und dem Fett der Salami. Eine Prise Oregano auf der Sauce verstärkt das Aroma.
- Pizza Hawaii: Mit Schinken und Ananas ist diese Pizza ein umstrittener Klassiker. Die Tomatensauce ist hier Standard, aber eine sehr dünne Schicht BBQ-Sauce oder eine spezielle, leicht süßlich-pikante Tomatensauce kann die tropischen Noten der Ananas besonders hervorheben.
- Pizza Margherita: Die Essenz der Pizza. Eine hochwertige, frische Tomatensauce ist absolut unverzichtbar. Sie bildet die Basis für den Mozzarella und das Basilikum und sollte von höchster Qualität sein, da sie geschmacklich dominiert.
- Pizza Prosciutto e Rucola: Auch hier ist die Tomatensauce die traditionelle Wahl. Sie bildet eine schöne, saftige Unterlage für den salzigen Prosciutto und den pfeffrigen Rucola, der erst nach dem Backen hinzugefügt wird.
- Calzone: Die gefüllte Teigtasche, die der Legende nach als Snack für Kinder in Süditalien begann, wird meist mit Tomatensauce im Inneren gefüllt, oft kombiniert mit Mozzarella, Schinken oder Ricotta. Die Sauce sorgt für die nötige Feuchtigkeit im Inneren der Tasche.
Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, hier eine kleine Übersicht:
| Sauce | Beliebte Beläge | Geschmacksprofil | Empfehlung für |
|---|---|---|---|
| Klassische Tomatensauce | Salami, Margherita, Prosciutto, Pilze, Gemüse | Fruchtig, leicht säuerlich, Umami-reich | Traditionelle Pizzen, Allrounder |
| Crème fraîche / Sauerrahm | Kartoffeln, Lachs, Spinat, Speck, Zwiebeln | Cremig, leicht säuerlich, mild | Weiße Pizzen, leichte Gemüsepizzen |
| Pesto (Basilikum/Rot) | Mozzarella, Hähnchen, Rucola, Cherrytomaten | Intensiv-würzig, nussig, kräuterbetont | Aromatische Pizzen, mediterrane Noten |
| Béchamel-Sauce | Pilze, Schinken, Spargel, Meeresfrüchte | Samtig, reichhaltig, neutral-mild | Elegante Pizzen, als Basis für feine Aromen |
| BBQ-Sauce | Hähnchen, Pulled Pork, Rindfleisch, rote Zwiebeln | Rauchig, süßlich, pikant | Herzhafte, deftige Pizzen im amerikanischen Stil |
| Knoblauchöl-Basis | Frisches Gemüse, Meeresfrüchte, Käse | Leicht, aromatisch, pikant | Leichte Pizzen, wenn Belag im Vordergrund stehen soll |
Häufig gestellte Fragen zur Pizza-Sauce
Muss es immer Tomatensauce sein?
Absolut nicht! Während Tomatensauce der beliebteste Klassiker ist, gibt es viele köstliche Alternativen wie Crème fraîche, Pesto, Béchamel oder sogar nur eine Olivenöl-Basis. Die Wahl der Sauce hängt von Ihrem persönlichen Geschmack und den gewünschten Belägen ab.
Welche Sauce passt zu Gemüse-Pizza?
Für Gemüse-Pizzen eignen sich sowohl klassische Tomatensauce als auch leichtere Alternativen. Eine Tomatensauce mit viel Oregano und Basilikum passt gut zu mediterranem Gemüse. Für eine mildere Note können Sie Crème fraîche oder eine Knoblauchöl-Basis verwenden, die die frischen Aromen des Gemüses hervorhebt. Pesto ist auch eine ausgezeichnete Wahl für Gemüse-Pizzen.
Kann man Pizza ohne Sauce zubereiten?
Technisch ja, aber es ist selten. Eine Pizza ohne Sauce wäre sehr trocken und würde an Geschmackstiefe verlieren. Die Sauce sorgt für Feuchtigkeit und bindet die Aromen der anderen Zutaten. Wenn Sie keine flüssige Sauce verwenden möchten, könnte eine dünne Schicht aus Ricotta oder zerkleinertem Frischkäse eine cremige Alternative bieten, die den Teig nicht austrocknet.
Wie mache ich eine einfache Tomatensauce für Pizza?
Für eine authentische, einfache Tomatensauce benötigen Sie hochwertige geschälte Tomaten (idealerweise San Marzano), die Sie grob zerdrücken oder pürieren. Fügen Sie eine Prise Salz, ein paar frische Basilikumblätter und einen Schuss gutes Olivenöl hinzu. Diese Mischung wird direkt auf den Teig gegeben und erst im Ofen mitgebacken, um die Frische der Tomaten zu bewahren.
Gibt es vegane Saucenoptionen für Pizza?
Ja, definitiv! Die klassische Tomatensauce ist von Natur aus vegan. Auch Pesto kann vegan sein, wenn es ohne Parmesan zubereitet wird (viele Fertigprodukte sind bereits vegan). Darüber hinaus können Sie Saucen auf Basis von Cashew-Creme, Gemüse-Pürees (wie Kürbis oder Süßkartoffel) oder einfach eine aromatische Olivenöl-Knoblauch-Basis verwenden. Es gibt viele kreative und leckere vegane Saucenmöglichkeiten.
Wie beeinflusst die Sauce die Backzeit?
Die Sauce selbst beeinflusst die Backzeit der Pizza nicht direkt, aber ihre Konsistenz ist wichtig. Eine zu wässrige Sauce kann den Teig durchnässen und verhindern, dass er knusprig wird, was eine längere Backzeit erfordern würde, um die Feuchtigkeit zu verdampfen. Eine dickere Sauce sorgt für eine bessere Textur und eine gleichmäßigere Garung des Teiges.
Fazit: Experimentierfreude zahlt sich aus
Die Welt der Pizza ist eine Welt der unendlichen Möglichkeiten, und die Sauce spielt dabei eine zentrale Rolle. Ob Sie nun dem klassischen Tomatengeschmack treu bleiben oder mutig neue Wege mit Crème fraîche, Pesto oder exotischeren Kombinationen beschreiten – die richtige Sauce kann Ihre Pizza von gut zu unvergesslich machen. Die Vielseitigkeit dieses Gerichts liegt genau in dieser Freiheit, zu experimentieren und persönliche Vorlieben zu entdecken. Lassen Sie sich von den Empfehlungen der Spitzenköche inspirieren, wagen Sie sich an ungewöhnliche Beläge und finden Sie die Sauce, die Ihre Pizza zu Ihrem ganz persönlichen Meisterwerk macht. Guten Appetit!
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