27/07/2018
Die Suche nach der „besten“ Pizza ist eine ewige und zutiefst persönliche Reise. Was für den einen Gaumen die absolute Offenbarung ist, mag für den anderen nur eine gute Mahlzeit sein. Wien, eine Stadt, die für ihre reiche Geschichte und ihre vielfältige Küche bekannt ist, hat in den letzten Jahren auch eine beeindruckende Pizzaszene entwickelt. Von traditionell neapolitanischen Meisterwerken bis hin zu modernen Interpretationen – die Auswahl ist riesig und kann auf den ersten Blick überwältigend wirken. Dieser Artikel soll Ihnen nicht die eine, definitive „beste“ Pizzeria nennen, da dies schlichtweg unmöglich ist, sondern Ihnen vielmehr die Werkzeuge und das Wissen an die Hand geben, um Ihre ganz persönliche Lieblingspizza in Wien zu entdecken.

Die ewige Suche nach der perfekten Pizza
Warum ist die Suche nach der perfekten Pizza so faszinierend? Es ist die Kombination aus Einfachheit und Komplexität. Ein paar grundlegende Zutaten – Mehl, Wasser, Hefe, Salz, Tomaten, Mozzarella – verwandeln sich durch geschickte Hände und die richtige Hitze in ein Gericht, das weltweit geliebt wird. Die „beste“ Pizza ist oft die, die Erinnerungen weckt, die in guter Gesellschaft genossen wird und die einfach nur glücklich macht. In Wien gibt es unzählige Orte, die sich der Kunst der Pizza verschrieben haben, jeder mit seinem eigenen Charme und seiner eigenen Philosophie. Es lohnt sich, über den Tellerrand der bekannten Ketten zu blicken und die Vielfalt der unabhängigen Pizzerien zu erkunden.
Was macht eine "beste" Pizza aus? Die wichtigsten Kriterien
Bevor wir uns auf die Suche begeben, sollten wir definieren, welche Kriterien eine Pizza zu einer herausragenden machen. Diese Punkte können Ihnen als Leitfaden dienen, wenn Sie verschiedene Pizzerien in Wien testen:
Der Teig: Die Seele der Pizza
Der Teig ist das Fundament jeder guten Pizza. Ein hervorragender Teig ist leicht verdaulich, hat eine luftige, aber dennoch widerstandsfähige Textur und einen unverwechselbaren Geschmack. Bei einer neapolitanischen Pizza erkennt man einen guten Teig am sogenannten „Cornicione“, dem hohen, luftigen und leicht verkohlten Rand. Dieser Rand sollte weich und elastisch sein, mit vielen unregelmäßigen Luftblasen im Inneren. Bei einer römischen Pizza ist der Teig dünner und knuspriger. Achten Sie auf die Qualität des Mehls, die lange Gärzeit und die perfekte Hydration – das sind die Geheimnisse eines meisterhaften Teigs.
Die Zutaten: Frische und Qualität sind entscheidend
Weniger ist oft mehr, besonders bei der Pizza. Die besten Pizzen zeichnen sich durch die Qualität und Frische ihrer Zutaten aus. Eine klassische Margherita benötigt nur San Marzano Tomaten, Fior di Latte oder Büffelmozzarella, frisches Basilikum und gutes Olivenöl. Diese Zutaten müssen von höchster Qualität sein, um ihren vollen Geschmack zu entfalten. Achten Sie auf die Herkunft der Produkte; viele gute Pizzerien legen Wert auf italienische oder regionale Lieferanten. Ein guter Pizzabäcker weiß, wie er die Aromen der einzelnen Zutaten optimal zur Geltung bringt, ohne sie zu überladen.
Der Ofen: Das Geheimnis des Geschmacks
Ein echter Holzofen ist oft ein Qualitätsmerkmal, besonders für neapolitanische Pizza. Die hohen Temperaturen (bis zu 500°C) eines Holzofens ermöglichen eine extrem kurze Backzeit (oft nur 60-90 Sekunden), die dem Teig seine einzigartige Textur und dem Belag eine leichte Röstnote verleiht. Der Steinboden des Ofens sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und eine knusprige Unterseite. Aber auch moderne Gas- oder Elektroöfen können hervorragende Ergebnisse liefern, wenn sie richtig bedient werden und die nötige Hitze erreichen. Wichtig ist die Fähigkeit des Ofens, eine hohe und konstante Temperatur zu halten.
Die Zubereitung: Handwerkliche Kunst
Die Art und Weise, wie die Pizza zubereitet wird, spielt eine große Rolle. Ein erfahrener Pizzaiolo formt den Teig von Hand, ohne ihn zu rollen, um die Luftblasen im Teig zu erhalten. Das Belegen der Pizza erfordert Präzision und Schnelligkeit. Die Kunst liegt darin, die Pizza perfekt zu backen – der Käse sollte geschmolzen und leicht gebräunt sein, der Rand aufgegangen und stellenweise leicht verkohlt (aber nicht verbrannt). Die Leidenschaft und das Handwerk des Pizzabäckers sind oft direkt im Ergebnis schmeckbar.
Die Atmosphäre: Mehr als nur Essen
Auch wenn es nicht direkt die Pizza selbst betrifft, trägt die Atmosphäre einer Pizzeria maßgeblich zum Gesamterlebnis bei. Eine authentische, lebhafte Umgebung kann das Gefühl vermitteln, direkt in Italien zu sein. Manche bevorzugen ein rustikales, trubeliges Ambiente, andere eine modernere und ruhigere Umgebung. Guter Service, Sauberkeit und eine einladende Ausstrahlung runden das Bild ab und machen den Besuch zu einem rundum positiven Erlebnis.
Verschiedene Pizzastile in Wien – Eine kulinarische Reise
In Wien finden Sie hauptsächlich zwei dominierende Pizzastile, aber auch weitere interessante Variationen:
Neapolitanische Pizza: Die Traditionelle
Dies ist der Ursprung aller Pizzen. Eine echte neapolitanische Pizza ist weich, elastisch und hat einen hohen, luftigen Rand (Cornicione) mit unregelmäßigen Blasen, die oft leicht schwarz gefleckt sind. Der Teig ist im Zentrum sehr dünn und feucht. Sie wird bei sehr hohen Temperaturen in einem Holzofen gebacken. Die Beläge sind oft minimalistisch, wie bei der Margherita oder der Marinara, um die Qualität der wenigen Zutaten hervorzuheben. Viele Wiener Pizzerien haben sich auf diesen Stil spezialisiert und bieten ein authentisches Geschmackserlebnis.
Römische Pizza: Die Knusprige
Im Gegensatz zur neapolitanischen Pizza ist die römische Pizza dünn und knusprig. Der Teig ist weniger luftig und der Rand flacher. Sie wird oft länger und bei niedrigeren Temperaturen gebacken, was ihr eine festere Konsistenz verleiht. Römische Pizzen sind oft größer und können reichhaltiger belegt sein als ihre neapolitanischen Cousins. Wenn Sie eine Pizza mit einem festen Biss und einer gleichmäßigen Knusprigkeit bevorzugen, sollten Sie nach diesem Stil Ausschau halten.
Andere Variationen und Anpassungen
Neben diesen beiden Hauptstilen gibt es in Wien auch Pizzerien, die amerikanische Einflüsse (dickere Böden, reichhaltigere Beläge), „Pizza al Taglio“ (rechteckige, aufgeschnittene Pizza, oft zum Mitnehmen) oder lokale Anpassungen anbieten, die traditionelle Rezepte mit österreichischen oder internationalen Zutaten kombinieren. Es lohnt sich, verschiedene Stile auszuprobieren, um herauszufinden, welcher am besten zu Ihrem persönlichen Geschmack passt.
So finden Sie Ihre persönliche Lieblingspizzeria in Wien
Da ich Ihnen keine spezifischen Namen nennen kann, hier ein Leitfaden, wie Sie selbst die „beste“ Pizzeria für sich entdecken können:
- Recherche ist der Schlüssel: Nutzen Sie Online-Bewertungsplattformen und Food-Blogs, um einen ersten Überblick zu bekommen. Achten Sie auf wiederkehrende positive Kommentare zu den oben genannten Kriterien (Teig, Ofen, Zutaten).
- Fragen Sie Locals: Wienerinnen und Wiener sind oft stolz auf ihre Lieblingslokale und geben gerne Empfehlungen.
- Probieren Sie verschiedene Stile: Gehen Sie gezielt in Pizzerien, die sich auf neapolitanische oder römische Pizza spezialisiert haben, um die Unterschiede selbst zu erleben.
- Besuchen Sie zur richtigen Zeit: Eine gute Pizzeria ist oft gut besucht. Stoßzeiten können aber auch zu längeren Wartezeiten führen. Manchmal ist es besser, außerhalb der Hauptessenszeiten zu gehen, um die Qualität des Service und der Pizza in Ruhe zu beurteilen.
- Achten Sie auf das Ambiente: Fühlen Sie sich wohl? Ist das Personal freundlich und aufmerksam?
- Geben Sie nicht auf: Es mag ein paar Versuche dauern, bis Sie Ihren perfekten Ort gefunden haben. Aber die Suche ist Teil des Vergnügens!
Vergleichstabelle: Kriterien für Ihre Pizzawahl
Diese Tabelle hilft Ihnen, die Unterschiede zwischen den Pizzastilen zu verstehen und Ihre Präferenzen zu schärfen:
| Kriterium | Neapolitanischer Stil | Römischer Stil | Allgemeine Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Teigbeschaffenheit | Weich, luftiger Rand (Cornicione), leicht verkohlt, dünner Boden | Dünn, knusprig, gleichmäßig gebacken, festerer Biss | Textur nach persönlicher Vorliebe |
| Belag | Minimalistisch, hochwertige, wenige Zutaten, Fokus auf Geschmack | Oft reichhaltiger, mehr Vielfalt an Belägen, gleichmäßig verteilt | Qualität und Balance der Zutaten |
| Backzeit/Ofen | Sehr kurz (60-90 Sek.), Holzofen, sehr hohe Temperatur | Länger, oft Elektro- oder Gasofen, niedrigere Temp. | Gleichmäßige Wärme und schnelles Backen |
| Atmosphäre | Oft rustikal, lebhaft, authentisch italienisch, oft einfach | Kann variieren, von modern bis traditionell, oft größer | Gemütlichkeit und Servicequalität |
| Preisniveau | Oft im mittleren bis oberen Segment, aufgrund der Qualitätszutaten | Kann variieren, oft etwas günstiger, aber auch gehobene Varianten | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizzasuche in Wien
Ist neapolitanische Pizza immer die beste Wahl?
Nein, das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Während die neapolitanische Pizza oft als „Urform“ und als Maßstab für Qualität gilt, bevorzugen viele Menschen die knusprigere Textur und die vielfältigeren Beläge der römischen Pizza. Es gibt auch andere Stile, die ihre Berechtigung haben. Die „beste“ Wahl ist die, die Ihnen am besten schmeckt.
Woran erkenne ich einen guten Pizzaofen?
Ein guter Pizzaofen, insbesondere ein Holzofen, ist oft sichtbar in der Pizzeria platziert. Er ist meist groß und rundlich. Das Wichtigste ist jedoch das Ergebnis: Eine Pizza, die in einem guten Ofen gebacken wurde, hat einen perfekt aufgegangenen Rand, eine leicht gebräunte Unterseite und ist schnell gar. Bei neapolitanischer Pizza sind leichte schwarze Flecken am Rand (Leopardenmuster) ein Zeichen für die hohe Temperatur und die Qualität des Backvorgangs.
Wie hoch sind die Preise für Pizza in Wien durchschnittlich?
Die Preise für eine Pizza in Wien variieren stark je nach Pizzeria, Stil und Belag. Eine einfache Margherita kann zwischen 9 und 14 Euro kosten. Spezialitäten mit hochwertigeren Zutaten oder besonderen Belägen können auch 15 bis 20 Euro oder mehr erreichen. Im Durchschnitt können Sie mit 12 bis 16 Euro für eine gute Pizza in einem ordentlichen Restaurant rechnen.
Gibt es gute Optionen für Veganer oder Glutenintolerante?
Ja, viele Pizzerien in Wien sind sich der steigenden Nachfrage nach veganen oder glutenfreien Optionen bewusst. Es gibt immer mehr Restaurants, die pflanzlichen Käse oder spezielle glutenfreie Teige anbieten. Es ist jedoch ratsam, dies vorab zu überprüfen oder direkt im Restaurant nachzufragen. Die Qualität der glutenfreien Teige kann stark variieren, daher ist es hier besonders wichtig, Empfehlungen von anderen Betroffenen zu suchen.
Sollte ich in Wiener Pizzerien reservieren?
Für beliebte Pizzerien, besonders am Wochenende oder zu Stoßzeiten (abends zwischen 19:00 und 21:00 Uhr), ist eine Reservierung dringend empfohlen. Kleinere oder sehr gefragte Lokale können schnell voll sein. Für Mittagessen oder unter der Woche ist eine Reservierung oft nicht zwingend notwendig, aber immer eine gute Idee, um Wartezeiten zu vermeiden.
Die Suche nach der besten Pizza in Wien ist eine spannende Entdeckungsreise. Es geht nicht nur darum, den einen perfekten Ort zu finden, sondern auch darum, die Vielfalt der Pizzakultur in dieser wunderbaren Stadt zu schätzen. Nehmen Sie sich die Zeit, verschiedene Orte auszuprobieren, achten Sie auf die Qualität der Zutaten und des Handwerks, und lassen Sie sich von den Aromen Italiens verzaubern. Ihre persönliche „beste“ Pizza wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.
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