12/12/2023
Die Idee, einen zweiten, größeren Stein auf eine Pizza zu legen, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen und ist in der Tat keine gängige Praxis beim Pizzabacken. Während ein Pizzastein oder Pizzastahl im Ofen Wunder für den Boden Ihrer Pizza wirken kann, indem er intensive, gleichmäßige Unterhitze liefert, würde ein zusätzlicher Stein oben auf der Pizza mehr Probleme als Vorteile mit sich bringen. Lassen Sie uns ergründen, warum dies so ist und welche Methoden stattdessen zu einer wahrhaft perfekten hausgemachten Pizza führen.

Wenn wir über das Backen einer hervorragenden Pizza sprechen, geht es im Wesentlichen um die Balance zwischen drei Schlüsselelementen: einem perfekt gegarten, knusprigen Boden, einem geschmolzenen und leicht gebräunten Käse und perfekt gegarten, aber nicht verbrannten Belägen. Dies erfordert eine sehr hohe, konsistente Hitze, die sowohl von unten als auch von oben kommt. Ein traditioneller Pizzaofen erreicht dies durch extrem hohe Temperaturen und die Kombination aus direkter Hitze vom Boden (Ofenboden) und strahlender Hitze von der Decke (Ofenkuppel).
- Der Zweck eines Pizzasteins oder Pizzastahls
- Warum ein "Deckelstein" keine gute Idee ist
- Optimale Hitzeverteilung zu Hause erreichen
- Pizzastein vs. Pizzastahl vs. Backblech: Ein Vergleich
- Tipps für die perfekte Pizza zu Hause
- Häufig gestellte Fragen zum Pizzabacken mit Stein
- Warum wird meine Pizza unten nicht knusprig?
- Wie heiß muss der Ofen sein?
- Muss ich meinen Pizzastein einfetten?
- Wie reinige ich meinen Pizzastein?
- Kann ich meinen Pizzastein auf dem Grill verwenden?
- Wie lange dauert es, eine Pizza auf einem Pizzastein zu backen?
- Kann ich eine Tiefkühlpizza auf dem Pizzastein backen?
- Fazit
Der Zweck eines Pizzasteins oder Pizzastahls
Ein Pizzastein, typischerweise aus Keramik, Cordierit oder Schamott, sowie ein Pizzastahl (aus massivem Stahl oder Gusseisen) sind dafür konzipiert, die intensive Unterhitze eines professionellen Pizzaofens im heimischen Backofen zu simulieren. Sie speichern eine enorme Menge an Wärme und geben diese schnell und direkt an den Pizzaboden ab, sobald die Pizza darauf platziert wird. Dieser Hitzeschock ist entscheidend für die Entwicklung einer knusprigen Kruste, die nicht durchweicht. Ohne diese schnelle Hitze würde der Teig langsam backen, Feuchtigkeit verlieren und einen zähen oder matschigen Boden entwickeln.
Der Stein oder Stahl wird im Ofen auf der untersten oder mittleren Schiene platziert und muss für mindestens 45 Minuten bis zu einer Stunde auf die höchste Temperatur vorgeheizt werden, die Ihr Ofen erreichen kann. Nur so kann er die nötige Wärme speichern, um den Teig effektiv zu backen. Die gespeicherte Hitze sorgt dafür, dass der Teig schnell aufgeht, Blasen bildet und eine schöne Textur erhält.
Warum ein "Deckelstein" keine gute Idee ist
Die Vorstellung, einen weiteren Stein auf die Pizza zu legen, könnte aus dem Wunsch resultieren, die Oberhitze zu verbessern oder den Käse schneller zu schmelzen und zu bräunen. In der Praxis führt dies jedoch zu mehreren Problemen:
- Gewicht und Druck: Ein Pizzastein ist schwer. Wenn er direkt auf die Pizza gelegt würde, würde er den Teig und die Beläge zerdrücken, die Struktur zerstören und ein ungleichmäßiges Backergebnis erzeugen. Die Luftblasen im Teig, die für die leichte und luftige Kruste sorgen, würden kollabieren.
- Ungleichmäßiges Garen: Der Stein würde die direkte Hitzezufuhr von oben blockieren, was dazu führen könnte, dass die Oberseite der Pizza nicht richtig gart, während der Boden möglicherweise überbacken wird. Dies würde die Balance des Pizzaerlebnisses stören.
- Sicherheit: Das Manövrieren eines schweren, glühend heißen Steins direkt auf die Pizza im heißen Ofen birgt ein erhebliches Verbrennungsrisiko und die Gefahr, den Stein oder die Pizza fallen zu lassen.
- Funktionsweise: Ein Pizzastein ist ein Wärmespeicher, der durch direkten Kontakt Hitze abgibt. Um die Oberseite der Pizza zu garen, benötigt man strahlende Hitze, nicht direkten Kontakt mit einem schweren, heißen Objekt.
Kurz gesagt, ein Stein oben auf der Pizza ist nicht nur ineffektiv, sondern auch kontraproduktiv und potenziell gefährlich.
Optimale Hitzeverteilung zu Hause erreichen
Um die hohen Temperaturen und die ausgewogene Hitze eines professionellen Pizzaofens im heimischen Backofen zu imitieren, gibt es bewährte Methoden, die Sie anwenden können:
1. Maximale Vorheizzeit und Temperatur
Heizen Sie Ihren Backofen mit dem Pizzastein oder -stahl auf der obersten oder zweitobersten Schiene auf die höchstmögliche Temperatur (oft 250-300°C) vor. Lassen Sie ihn mindestens 45 Minuten, besser eine Stunde, vorheizen. Dies ist entscheidend, damit der Stein genügend Wärme speichert, um einen schnellen und effektiven Hitzeschock zu gewährleisten. Wenn Sie einen Pizzastahl verwenden, kann die Vorheizzeit etwas kürzer sein, da Stahl Wärme schneller aufnimmt und abgibt als Keramik.
2. Einsatz der Grillfunktion (Broiler)
Für die Oberhitze ist die Grillfunktion Ihres Ofens Ihr bester Freund. Sobald die Pizza auf den heißen Stein geschoben wurde, schalten Sie die Grillfunktion für die letzten 2-5 Minuten des Backvorgangs ein (oder für die gesamte Backzeit, wenn Ihr Ofen dies zulässt und die Pizza nicht verbrennt). Die intensive direkte Oberhitze des Grills schmilzt den Käse perfekt, bräunt die Beläge und sorgt für die charakteristischen Blasen am Pizzarand. Achten Sie dabei auf eine genaue Beobachtung, da die Pizza unter dem Grill sehr schnell verbrennen kann.
3. Platzierung des Steins
Die optimale Platzierung des Pizzasteins ist entscheidend. Wenn Sie hauptsächlich Unterhitze und eine knusprige Kruste wünschen, platzieren Sie den Stein auf der untersten Schiene. Wenn Sie eine bessere Balance zwischen Ober- und Unterhitze mit der Grillfunktion erreichen möchten, ist die zweitoberste Schiene oft ideal, da sie die Pizza näher an das Grillelement bringt, ohne sie zu verbrennen. Experimentieren Sie mit Ihrem Ofen, um die perfekte Position zu finden.
4. Die Rolle des Teiges
Ein guter Pizzateig ist das Fundament für eine großartige Pizza. Ein Teig mit hohem Hydrationsgrad (mehr Wasser im Verhältnis zum Mehl) führt zu einer luftigeren, leichteren Kruste mit größeren Blasen. Die richtige Teigzubereitung, einschließlich einer langen Gärzeit (Kaltgare im Kühlschrank über 24-72 Stunden), entwickelt Geschmack und eine bessere Textur. Wenn der Teig gut hydriert ist und richtig verarbeitet wurde, wird er unter der hohen Hitze des Steins und der Oberhitze des Grills wunderbar aufgehen und knusprig werden.
Pizzastein vs. Pizzastahl vs. Backblech: Ein Vergleich
Die Wahl des richtigen Untergrunds für Ihre Pizza kann einen großen Unterschied im Endergebnis machen. Hier ist ein Vergleich der gängigsten Optionen:
Pizzastein vs. Pizzastahl vs. Backblech
| Merkmal | Pizzastein | Pizzastahl | Backblech |
|---|---|---|---|
| Material | Keramik, Cordierit, Schamott | Kohlenstoffstahl, Gusseisen | Aluminium, Edelstahl |
| Wärmeleitung | Gut, aber langsam | Sehr gut, schnell | Mittelmäßig |
| Wärmespeicherung | Ausgezeichnet (speichert lange) | Hervorragend (speichert extrem lange) | Mittel (verliert schnell Wärme) |
| Knusprigkeit Boden | Sehr gut, authentisch | Ausgezeichnet, superknusprig | Mittelmäßig, oft weich |
| Vorheizzeit | 60-90 Minuten | 30-45 Minuten | 10-15 Minuten |
| Haltbarkeit | Kann bei Temperaturschocks brechen | Extrem robust, unzerstörbar | Robust, kann sich verziehen |
| Preis | Mittel | Hoch | Niedrig |
| Pflege | Nicht mit Spülmittel, nur abkratzen | Einölen (Seasoning), vor Rost schützen | Reguläre Reinigung |
Für die ultimative Knusprigkeit und eine schnelle Backzeit ist der Pizzastahl oft die bessere Wahl, da er Wärme effizienter leitet und speichert. Pizzasteine bieten jedoch ebenfalls hervorragende Ergebnisse und sind oft preisgünstiger.

Tipps für die perfekte Pizza zu Hause
- Mehlwahl: Verwenden Sie italienisches Tipo 00 Mehl für den Teig, da es einen niedrigeren Proteingehalt hat und eine feine, elastische Textur ergibt.
- Teigruhe: Eine lange Kaltgare im Kühlschrank (24-72 Stunden) entwickelt komplexe Aromen und verbessert die Teigstruktur erheblich.
- Weniger ist mehr: Überladen Sie die Pizza nicht mit zu vielen Belägen. Dies kann dazu führen, dass die Pizza nicht richtig gart, der Boden durchweicht und die Beläge verbrennen, während der Rest noch roh ist. Wenige, hochwertige Zutaten sind der Schlüssel.
- Vorbereitung: Haben Sie alle Zutaten bereit, bevor Sie die Pizza auf den Stein schieben. Die Zeit, die die Pizza auf dem heißen Stein verbringt, ist entscheidend, und jede Verzögerung verringert die Effektivität des Hitzeschocks.
- Pizza schieben: Verwenden Sie eine gut bemehlte Pizzaschaufel oder ein Stück Backpapier, um die Pizza auf den heißen Stein zu schieben. Das Backpapier kann nach ein paar Minuten herausgezogen werden, sobald der Boden stabil ist.
- Drehen der Pizza: Wenn Ihr Ofen ungleichmäßig heizt, drehen Sie die Pizza nach der Hälfte der Backzeit um 180 Grad, um eine gleichmäßige Bräunung zu gewährleisten.
- Abkühlzeit: Lassen Sie die Pizza nach dem Backen ein bis zwei Minuten ruhen, bevor Sie sie anschneiden. Dies ermöglicht es den Säften, sich zu setzen und verhindert, dass der Käse beim Schneiden verrutscht.
Häufig gestellte Fragen zum Pizzabacken mit Stein
Warum wird meine Pizza unten nicht knusprig?
Dies ist das häufigste Problem. Die Ursachen können sein: Der Pizzastein/Stahl war nicht lange genug vorgeheizt, die Ofentemperatur war zu niedrig, der Teig war zu dick oder zu feucht, oder die Pizza wurde mit zu vielen Belägen überladen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Stein mindestens 45-60 Minuten bei maximaler Temperatur vorgeheizt wird.
Wie heiß muss der Ofen sein?
So heiß wie möglich! Die meisten Haushaltsöfen erreichen 250-300°C. Stellen Sie Ihren Ofen auf die höchste Stufe ein und nutzen Sie, wenn vorhanden, die Grillfunktion für die letzten Minuten.
Muss ich meinen Pizzastein einfetten?
Nein, ein Pizzastein sollte nicht eingefettet werden. Er ist porös und würde das Fett aufsaugen, was zu Rauch und unangenehmen Gerüchen führen kann. Ein Pizzastahl kann von Zeit zu Zeit eingeölt werden (Seasoning), um eine Antihaft-Oberfläche zu schaffen und Rost vorzubeugen, aber nicht unmittelbar vor dem Backen.
Wie reinige ich meinen Pizzastein?
Lassen Sie den Stein vollständig abkühlen. Kratzen Sie angebrannte Essensreste vorsichtig mit einem Spatel ab. Verwenden Sie kein Spülmittel, da der Stein es aufnehmen und beim nächsten Backen Gerüche abgeben könnte. Flecken sind normal und beeinträchtigen die Funktion nicht. Ein Pizzastahl kann mit Wasser und einer Bürste gereinigt und anschließend gut getrocknet und eventuell neu eingeölt werden.
Kann ich meinen Pizzastein auf dem Grill verwenden?
Ja, viele Pizzasteine sind auch für den Grill geeignet. Platzieren Sie den Stein auf dem Rost und heizen Sie den Grill mit geschlossenem Deckel auf die höchste Temperatur vor. Achten Sie auf die Hitzeverteilung des Grills, um eine gleichmäßige Unterhitze zu gewährleisten.
Wie lange dauert es, eine Pizza auf einem Pizzastein zu backen?
Bei maximaler Ofentemperatur und einem gut vorgeheizten Stein dauert es in der Regel nur 5-10 Minuten, bis eine Pizza fertig ist. Die genaue Zeit hängt von Ihrem Ofen, der Dicke des Teiges und der Menge der Beläge ab.
Kann ich eine Tiefkühlpizza auf dem Pizzastein backen?
Ja, das ist möglich und kann die Qualität einer Tiefkühlpizza erheblich verbessern, indem der Boden knuspriger wird. Beachten Sie die Anweisungen auf der Verpackung bezüglich der Backzeit und Temperatur, aber nutzen Sie auf jeden Fall den vorgeheizten Stein.
Fazit
Die Vorstellung, einen zweiten Stein auf die Pizza zu legen, entspringt zwar dem richtigen Gedanken, die Hitzezufuhr zu optimieren, ist aber der falsche Weg. Für eine perfekte Pizza zu Hause konzentrieren Sie sich stattdessen auf die bewährten Methoden: einen gut vorgeheizten Pizzastein oder Pizzastahl für die intensive Unterhitze, die maximale Ofentemperatur und, falls vorhanden, die Grillfunktion für die notwendige Oberhitze. Mit diesen Techniken und einem qualitativ hochwertigen Teig werden Sie bald Pizzen backen, die selbst Ihre italienischen Freunde begeistern werden. Die Gleichmäßigkeit und Intensität der Hitze sind die wahren Schlüssel zu einer Pizza, die in Aroma und Textur überzeugt.
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