Ist Schamotte für einen Pizzaofen notwendig?

Schamotte im Pizzaofen: Unverzichtbar?

25/02/2015

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Die Frage, ob Schamotte in einem Pizzaofen notwendig ist, taucht in der Kundenberatung immer wieder auf und ist alles andere als trivial. Um diese komplexe Materie zu durchdringen, tauchen wir heute tief in die Welt der feuerfesten Materialien ein. Wir beleuchten, was Schamotte im Fachjargon bedeutet, wie es sich von anderen feuerfesten Baustoffen unterscheidet und welche Rolle es in den verschiedenen Ofenkonstruktionen spielt. Zudem räumen wir mit gängigen Mythen über Schamott auf und vergleichen es mit alternativen Materialien, um Ihnen ein umfassendes Bild für die Wahl des idealen Pizzaofens zu geben.

Ist Schamotte für einen Pizzaofen notwendig?
Schamotte (beton) ist ein wichtiges Material, für einen Pizzaofen aber nicht zwingend notwendig. Zwar sind die Steine nicht ganz günstig und etwas fragil, aber nicht umsonst schwören die Profis darauf. Man kann die Öfen damit auch nachrüsten.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Schamotte wirklich? Eine präzise Begriffsdefinition

Bevor wir uns der Notwendigkeit von Schamotte widmen, ist es entscheidend, den Begriff klar zu definieren, da er umgangssprachlich oft anders verwendet wird als im Fachjargon. Umgangssprachlich wird das Wort „Schamotte“ häufig als Oberbegriff für alle Arten von feuerfesten Steinen verwendet. Dies führt jedoch zu Verwirrung, da nicht jeder feuerfeste Stein automatisch Schamotte ist.

Im Fachgebrauch ist die Definition von Schamotte deutlich enger gefasst. Laut Wikipedia wird mit Schamotte „nur ein gesteinsähnliches, künstlich hergestelltes, feuerfestes Material mit einem Anteil von 10 bis 45 Prozent Aluminiumoxid (Al₂O₃) bezeichnet, nicht aber andere feuerfeste Baustoffe.“ Diese präzise Definition ist wichtig, um die Eigenschaften und die Eignung eines Materials für den Pizzaofenbau richtig einschätzen zu können.

Pizzaofen-Typen und ihre Materialien: Ein detaillierter Überblick

Unsere Öfen lassen sich grob in drei Hauptkategorien einteilen, jede mit ihren spezifischen Materialeigenschaften und Vorteilen:

Der traditionelle Forno de Pedra Ofen

Die Kuppeln unserer beliebten, fertig gemauerten Forno de Pedra Öfen werden in aufwendiger Handarbeit aus Ziegelsteinen gemauert. Diese Ziegelsteine sind selbstverständlich feuerfest und halten den hohen Temperaturen eines Pizzaofens stand. Nach der strengen, oben genannten Definition handelt es sich bei diesen Ziegeln jedoch nicht um Schamotte, da sie nicht die spezifische Zusammensetzung von Aluminiumoxid aufweisen. Ein großer Vorteil dieser Bauweise ist die Verwendung von Lehm als Naturprodukt, was diese Öfen zu einer ökologisch nachhaltigen Wahl macht. Der Boden dieser Öfen besteht ebenfalls aus flachen Ziegeln, die aus Lehm gefertigt sind, während die tragende Grundplatte für Stabilität aus Beton besteht.

Feuerbeton und Schamottebeton: Die moderne Lösung für die neapolitanische Pizza

Unsere Bausätze repräsentieren eine andere Bauart. Sie bestehen aus vorgefertigten Bauteilen aus Schamottebeton beziehungsweise Feuerbeton. Diese Materialien enthalten einen Anteil an Aluminiumoxid und erfüllen somit die technische Definition von Schamotte. Der große Vorteil von Feuerbeton liegt in seiner Fähigkeit, extrem hohe Temperaturen zu tolerieren und die Hitze dennoch sanft und gleichmäßig an die Pizza abzugeben. Diese Eigenschaft macht ihn ideal für das Backen von Neapolitanischer Pizza, die eine sehr hohe Anfangstemperatur und eine schnelle, gleichmäßige Hitzeverteilung benötigt, um ihren charakteristischen luftigen Rand und knusprigen Boden zu entwickeln.

Die hochwertigsten Öfen in dieser Kategorie sind die Four Grand Mere Öfen. Diese sind teilweise auch in einer Variante erhältlich, die mit echten Schamottsteinen ausgemauert ist. Dies stellt die absolute Luxusklasse im Ofenbau dar und erfordert ein Höchstmaß an handwerklicher Präzision und Erfahrung. Solche Öfen bieten eine außergewöhnliche Wärmespeicherung und -abgabe, die selbst anspruchsvollste Pizzabäcker begeistert.

Edelstahlöfen: Die kompakte Alternative

Bei Edelstahlöfen unterscheidet sich die Bauweise grundlegend von den Steinöfen. Die Kuppel besteht hier nicht aus Stein, sondern aus robustem Edelstahl. Für die Bodenplatten werden verschiedene Materialien verwendet, darunter Natursteine, Flachziegel oder andere Spezialmaterialien. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle dieser Materialien unter die strenge Begriffsdefinition von Schamotte fallen, obwohl sie feuerfest sind. Edelstahlöfen sind oft kompakter und schneller aufzuheizen, bieten aber in der Regel nicht die gleiche Wärmespeicherfähigkeit und -abgabe wie massiv gebaute Stein- oder Feuerbetonöfen.

Die „Nachteile“ von Schamotte: Eine differenzierte Betrachtung und eine Brandrede für Qualität

In der Diskussion um Pizzasteine und Ofenmaterialien wird Schamotte manchmal kritisch betrachtet. Doch viele der vermeintlichen Nachteile sind bei genauerem Hinsehen Missverständnisse oder resultieren aus dem Vergleich mit minderwertigen Materialien. Wir von Pimotti setzen auf sehr hochwertigen und 100% lebensmittelechten Schamott, der ausschließlich aus der EU stammt.

Haptik und Optik: Warum Schamotte „anders“ ist

Schamott ist generell ein Material, das als sehr weich gilt und sich daher schwer industriell bearbeiten lässt. Dies bedeutet, dass es bei der Verarbeitung schnell zu kleinen Ausbrüchen an den Kanten kommen kann oder die Oberfläche kleine optische Makel aufweist. Dies ist jedoch völlig normal und ein charakteristisches Merkmal von echtem Schamott. Wäre die reine Optik des Materials der wichtigste Faktor, hätten wir schon vor Jahren auf billigere, künstliche Keramikmaterialien aus China umsteigen müssen, wie es schätzungsweise 97% unserer Mitbewerber getan haben. Doch für uns steht die Backqualität an erster Stelle.

Jeder unserer Schamottsteine wird von Hand nachbearbeitet, um sicherzustellen, dass die Kanten nicht scharfkantig sind. Dieser Prozess ist aufwendig und führt zu einem erheblichen Ausschuss, da nur die besten Steine unsere Qualitätsansprüche erfüllen. Dieser Ausschuss wird jedoch nicht verschwendet, sondern von mehreren Hafnermeistern weiterverwertet, beispielsweise in gemauerten Kachelöfen, Brotbacköfen oder anderen Pizzaöfen, wo eine kleine unschöne Steinkante nebensächlich ist.

Haltbarkeit und Bruchgefahr: Ein Missverständnis?

Ein häufiges Argument gegen Schamott ist die Behauptung, es sei veraltet, bräche leicht oder löse sich von selbst auf. Solche Behauptungen werden oft von Mitbewerbern gestreut, die versuchen, ihre eigenen, oft minderwertigen Materialien als überlegen darzustellen. Doch man sollte sich fragen: Warum werden dann Wärmespeicher und Kachelöfen heute nach wie vor mit Schamott gebaut und gefüllt, wenn das billigere Cordierit-Material so viel besser wäre?

Es stimmt, dass Schamottsteine eine sehr geringe Zugfestigkeit aufweisen und unter bestimmten Umständen brechen können. Dies geschieht jedoch fast ausschließlich, wenn sie unsachgemäß behandelt werden, beispielsweise wenn sie mittig keine ausreichende Unterstützung vom Rost erhalten und durchhängen. Bedenken Sie, dass diese Steine von außen auf 300°C erhitzt werden, während ihr Inneres in den ersten 10 Minuten noch kalt ist. Dabei entstehen enorme Spannungen innerhalb des Steines, und trotzdem brechen sie nicht, wenn sie mittig satt aufliegen! Wir haben einzelne Steine, die seit fünf Jahren in unseren Testöfen im Dauertestbetrieb sind. Abgesehen von natürlichen Flecken, die als Patina und nicht als Verschmutzung zu betrachten sind, befinden sie sich im gleichen Zustand wie am ersten Tag.

In 99,9% der Fälle bricht Schamott nur, wenn er unsachgemäß behandelt wird. Sollte es sich doch einmal um einen Materialfehler handeln, tauschen wir den Stein selbstverständlich aus. Doch wie bei einem Auto gilt: Wenn man es gegen die Wand fährt, ist nicht der Hersteller schuld!

Schamotte vs. Cordierit: Der entscheidende Materialvergleich für perfekte Pizza

Der Markt ist voll von Pizzasteinen aus den unterschiedlichsten Materialien. Neben Schamotte hat sich Cordierit als beliebte Alternative etabliert. Doch welche Unterschiede gibt es wirklich, und welches Material ist für Ihre Pizza die bessere Wahl?

Cordierit: Glatt, günstig, aber effektiv?

Cordierit lässt sich im Gegensatz zu Schamotte hervorragend industriell bearbeiten und ist in der Regel weit glatter. Das lässt es optisch ansprechender wirken, was für den einen oder anderen Kunden wichtiger sein mag als die perfekten Backergebnisse. Ein weiterer „Vorteil“ von Cordierit aus China ist die Möglichkeit, sich jegliche Zertifikate ausstellen zu lassen, die das Herz begehrt. Wenn Sie möchten, bekommen Sie beispielsweise ein Zertifikat, das dem Stein einen hohen Vitamin-C-Gehalt bescheinigt oder ihn gar der Potenz förderlich macht. Nachweisen kann es Ihnen ohnehin niemand, und Konsequenzen, wenn es anders wäre, hat es für die chinesischen Hersteller auch keine. Dies verdeutlicht die Problematik der Qualitätskontrolle und Transparenz bei vielen Importprodukten.

Welche Platten eignen sich für Pizzaöfen?
Daneben nutzen Pizzerien Cordierit Platten für Ihre Pizzaöfen. Schamotte hält Temperaturen bis ca. 1400°C aus und ist ein sehr offenporiges Material, weshalb es den Lebensmitteln die Feuchtigkeit entzieht und so Pizzaboden und -rand herrlich kross werden, während der Belag nicht austrocknet.

Der entscheidende Nachteil von Cordierit liegt jedoch in seinen thermischen Eigenschaften: In der Industrie wird Cordierit primär als Hitzeisolator verwendet, beispielsweise in Hochöfen, um Hitze nach außen hin abzuhalten und einzudämmen. Das ist exakt das Gegenteil von dem, was ein guter Pizzastein leisten muss, nämlich Wärme leiten und speichern! Cordierit lässt sich weit schlechter aufheizen und hält die Wärme auch nicht so lange. Als Beispiel: Ein 5 cm dicker Pimotti Schamottstein benötigt etwa 50-60 Minuten, um seine Maximaltemperatur zu erreichen. Ein gleich dicker Cordieritstein hat nach 80-90 Minuten noch immer nicht die Maximaltemperatur erreicht – das Material ist eben ein Hitzeisolator.

Interessanterweise kommt fast das gesamte Material des Großteils unserer Mitbewerber, darunter bekannte Namen wie Vesuvo, Weber, Hofer, Lidl, Bauhaus, relaxDays und benehacks, aus ein und demselben Werk in China. Dies lässt Rückschlüsse auf die Homogenität und oft auch die Qualität der angebotenen Cordierit-Pizzasteine zu.

Die Überlegenheit von hochwertigem Schamott: Warum wir dabei bleiben

Im Gegensatz dazu bestehen unsere gesamten Pimotti Produkte aus Komponenten, die in der EU hergestellt werden. Unsere Steine sind 100% lebensmittelzertifiziert und bieten die Gewissheit, dass Sie ein sicheres und hochwertiges Produkt verwenden. Ein hochwertiger Schamottstein ist schlichtweg unverzichtbar, wenn man zu Hause sensationelle Pizzen backen möchte. Alle härteren Materialien haben schlechtere Backeigenschaften, die man sowohl am Aussehen als auch am Geschmack der Pizza erkennen kann. Daher sind wir nach mittlerweile sieben Jahren intensiver Forschung und Entwicklung immer noch bei echtem, hochwertigem Schamott, trotz seiner hauptsächlich optischen „Nachteile“.

Die Bedeutung der Steinicke: Dicker ist besser

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Backergebnis ist die Dicke des Pizzasteins. Die Grundaussage ist hier klar: Je dicker der Stein, desto besser die Ergebnisse. Ein dickerer Stein kann mehr Wärme speichern und diese über einen längeren Zeitraum gleichmäßiger an die Pizza abgeben. Dies ist entscheidend für einen knusprigen Boden und eine perfekt durchgebackene Pizza, insbesondere wenn Sie mehrere Pizzen hintereinander backen möchten, ohne dass der Stein zu stark abkühlt.

Fazit: Ist Schamotte für den Pizzaofen notwendig?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage nach der Notwendigkeit von Schamotte im Pizzaofen nicht pauschal mit Ja oder Nein zu beantworten ist, aber eine klare Tendenz aufzeigt. Für traditionelle Steinöfen wie unsere Forno de Pedra Öfen sind zwar feuerfeste Ziegelsteine ausreichend, die streng genommen keine Schamotte sind, aber dennoch hervorragende Backergebnisse liefern, da sie Wärme gut speichern. Wenn es jedoch um Pizzasteine für den Heimgebrauch oder um die höchste Qualität bei Feuerbeton-Bausätzen geht, ist hochwertiger Schamott die erste Wahl.

Die vermeintlichen Nachteile von Schamotte, wie seine weiche Beschaffenheit oder die Neigung zu kleinen optischen Makeln, werden durch seine unübertroffenen Backeigenschaften – insbesondere die Fähigkeit, Hitze effizient zu speichern und sanft abzugeben – bei Weitem aufgewogen. Im direkten Vergleich zu Cordierit, das primär als Isolator dient und die Wärme schlechter speichert, bietet echter Schamott die Grundlage für sensationelle Pizzen. Wer also zu Hause Pizzen backen möchte, die denen aus der Pizzeria in nichts nachstehen, kommt an einem hochwertigen Schamottstein kaum vorbei. Achten Sie dabei auf die Herkunft und Zertifizierung, um sicherzustellen, dass Sie ein Produkt erhalten, das nicht nur optisch, sondern vor allem funktionell überzeugt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Schamotte im Pizzaofen

Was ist der Unterschied zwischen Schamotte und Cordierit?

Schamotte ist ein künstlich hergestelltes, feuerfestes Material mit einem spezifischen Anteil an Aluminiumoxid, das hervorragende Wärme speichert und leitet. Cordierit hingegen ist ein Material, das in der Industrie primär als Hitzeisolator eingesetzt wird. Es heizt sich langsamer auf und speichert die Wärme nicht so effektiv wie Schamotte, was sich negativ auf das Backergebnis einer Pizza auswirken kann.

Brechen Schamottsteine leicht?

Schamottsteine haben eine geringe Zugfestigkeit und können bei unsachgemäßer Behandlung (z.B. fehlende Unterstützung, extreme Temperaturschocks durch falsche Nutzung) brechen. Bei richtiger Handhabung und guter Auflage sind sie jedoch sehr langlebig. Unsere Teststeine zeigen auch nach fünf Jahren Dauernutzung keine Materialermüdung.

Warum ist die Dicke des Pizzasteins wichtig?

Ein dickerer Pizzastein kann mehr Wärme speichern. Dies ist entscheidend für einen knusprigen Boden, da der Stein die Hitze konstant an die Pizza abgeben kann. Besonders beim Backen mehrerer Pizzen hintereinander verhindert ein dickerer Stein ein zu schnelles Abkühlen und sorgt für gleichbleibend gute Ergebnisse.

Sind alle Schamottsteine gleich gut?

Nein. Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede. Hochwertige Schamottsteine, wie die von Pimotti, werden in der EU hergestellt, sind 100% lebensmittelecht zertifiziert und zeichnen sich durch ihre überlegenen Backeigenschaften aus. Viele günstigere Steine, insbesondere aus China, können optisch ansprechend sein, aber thermisch schlechtere Leistungen erbringen und fragwürdige Zertifizierungen aufweisen.

Ist Schamotte lebensmittelecht?

Ja, hochwertiger Schamott ist lebensmittelecht. Es ist jedoch wichtig, auf die Herkunft und entsprechende Zertifizierungen zu achten, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Stoffe freigesetzt werden, insbesondere bei Produkten aus unbekannten Quellen.

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