20/08/2015
Pizza ist mehr als nur ein Gericht; sie ist ein Lebensgefühl, ein Symbol italienischer Kochkunst und ein weltweites Phänomen. Von der klassischen Margherita bis zur reichhaltigen Quattro Stagioni – jede Pizza erzählt ihre eigene Geschichte. Doch es gibt eine Sorte, die mit ihrem Namen schon verrät, dass sie etwas Besonderes ist: die Pizza Diavolo. Ihr Name, italienisch für „Teufel“, deutet bereits auf ihren scharfen, aufregenden Charakter hin, der Liebhaber intensiver Geschmäcker begeistert. Aber was genau macht die Diavolo so einzigartig, und wie gelingt es, diesen feurigen Genuss auch zu Hause auf den Teller zu zaubern?
In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in die Welt der Pizza Diavolo ein. Wir beleuchten ihre mutmaßlichen Ursprünge, entschlüsseln ihre Besonderheiten im Vergleich zu anderen Pizzasorten und verraten Ihnen detaillierte Anleitungen und Profi-Tipps, damit Ihre selbstgebackene Pizza Diavolo so authentisch und unwiderstehlich wird, als käme sie direkt aus einer italienischen Pizzeria. Bereiten Sie sich darauf vor, die Geheimnisse eines perfekten Teigs, eines ausgewogenen Belags und der idealen Backmethode zu entdecken.

- Was macht die Pizza Diavolo so besonders?
- Die Geheimnisse eines perfekten Diavolo-Belags
- Der Weg zur perfekten Pizza Diavolo: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Backtipps für eine knusprige und luftige Pizza wie in Italien
- Häufig gestellte Fragen zur Pizza Diavolo
- Woher kommt die Pizza Diavolo?
- Was ist der Hauptunterschied zwischen Pizza Diavolo und einer normalen Salami-Pizza?
- Kann ich die Schärfe der Pizza Diavolo anpassen?
- Welches Mehl ist am besten für den Pizzateig?
- Muss der Pizzateig wirklich so lange gehen?
- Kann ich die Pizza Diavolo auch im Gasgrill backen?
- Welche Salami ist für Pizza Diavolo am besten?
Was macht die Pizza Diavolo so besonders?
Die Pizza Diavolo ist eine Hommage an die Lust an der Schärfe. Während viele klassische italienische Pizzen auf milde, harmonische Aromen setzen, bringt die Diavolo eine angenehme bis feurige Würze ins Spiel. Ihr genauer Ursprung ist nicht eindeutig belegt, doch die gängigste Annahme ist, dass sie als direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach schärferen Gerichten in der italienischen Küche entstand. Sie beweist, dass auch in der traditionellen italienischen Gastronomie Platz für intensivere und kühnere Geschmacksrichtungen ist.
Das Herzstück der Pizza Diavolo ist ihre Schärfe, die typischerweise durch eine Kombination aus scharfer Salami (oft Peperoni-Salami oder sogar Spianata Calabrese) und eingelegten Peperoni oder Chiliflocken erzielt wird. Diese Zutaten sind entscheidend, um den charakteristischen „teuflischen“ Kick zu erzeugen, ohne dabei die Balance der anderen Aromen zu überdecken. Es geht nicht darum, einfach nur „scharf“ zu sein, sondern eine harmonische Schärfe zu bieten, die die Qualität der Tomatensauce und des Mozzarellas noch hervorhebt.
Der feurige Unterschied: Diavolo vs. andere Pizzen
Um die Einzigartigkeit der Pizza Diavolo wirklich zu verstehen, ist es hilfreich, sie mit anderen bekannten Pizzasorten zu vergleichen. Während die Basis – Teig, Tomatensauce, Mozzarella – oft gleich ist, liegt der entscheidende Unterschied im Belag und dem damit verbundenen Geschmacksprofil.
| Merkmal | Pizza Diavolo | Pizza Salami | Pizza Margherita |
|---|---|---|---|
| Hauptmerkmal | Deutliche Schärfe | Würziger, milder Salamigeschmack | Purer, frischer Tomaten-Basilikum-Mozzarella-Geschmack |
| Typische Zutaten | Scharfe Salami (z.B. Peperoni-Salami, Spianata), eingelegte Peperoni, Tomatensauce, Mozzarella | Milde Salami, Tomatensauce, Mozzarella | Tomatensauce, Mozzarella, frischer Basilikum |
| Geschmacksprofil | Pikant, feurig, würzig | Herzhaft, salzig, mild-würzig | Frisch, säuerlich-süßlich, milchig |
| Geeignet für | Liebhaber von scharfen Speisen | Breite Masse, klassischer Geschmack | Vegetarier, Puristen, Kinder |
Wie die Tabelle zeigt, ist die Diavolo die Wahl für diejenigen, die eine Pizza mit Charakter und einem kräftigen Schuss Schärfe suchen. Sie ist ein Beweis dafür, dass die italienische Küche vielseitiger ist, als manch einer denkt, und auch Platz für intensive Geschmacksrichtungen bietet.
Die Geheimnisse eines perfekten Diavolo-Belags
Die Qualität des Belags ist entscheidend für eine authentische Pizza Diavolo. Es sind nicht nur die Zutaten, sondern auch ihre Auswahl und Kombination, die den Unterschied ausmachen. Hier sind die Schlüsselkomponenten:
- Scharfe Salami: Die Basis der Schärfe. Hier greift man am besten zu einer hochwertigen Peperoni-Salami. Wer es noch feuriger mag, sollte unbedingt die pikante italienische Spianata-Salami ausprobieren. Diese luftgetrocknete Salami aus Kalabrien ist bekannt für ihre intensive Schärfe und ihren vollmundigen Geschmack. Achten Sie auf verschiedene Schärfegrade, von mild-pikant bis feurig.
- Eingelegte Peperoni: Sie ergänzen die Salami perfekt und geben der Pizza eine zusätzliche fruchtige Schärfenote. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Die mild-pikanten grünen Peperoni sind eine gute Wahl, da sie eine angenehme Schärfe liefern, ohne zu dominieren. Wer mutiger ist, kann natürlich auch zu schärferen Sorten greifen.
- Tomatensauce: Eine einfache, aber hochwertige Tomatensauce ist essenziell. Am besten eignet sich eine Passata aus reifen San-Marzano-Tomaten, die lediglich mit etwas Salz abgeschmeckt wird. Sie bildet die süß-säuerliche Grundlage, die die Schärfe der anderen Zutaten ausgleicht.
- Mozzarella: Frisch gezupfter Mozzarella di Bufala oder Fior di Latte ist ideal. Er schmilzt wunderbar und sorgt für die cremige Textur, die einen schönen Kontrast zur Schärfe bildet. Vermeiden Sie zu feuchten Mozzarella, da er den Teig aufweichen kann.
Der Trick ist, die Schärfe so abzustimmen, dass sie den gesamten Pizzageschmack nicht überdeckt, sondern ergänzt und hervorhebt. Es soll ein Genuss und kein Schmerz sein.

Der Weg zur perfekten Pizza Diavolo: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Zubereitung einer Pizza Diavolo beginnt, wie bei jeder guten Pizza, mit einem hervorragenden Teig. Hier ist eine detaillierte Anleitung:
1. Der Teig: Das Fundament jeder guten Pizza
Für einen luftigen, knusprigen Teig, der dem italienischen Original in nichts nachsteht, sind die richtigen Zutaten und viel Geduld gefragt.
Zutaten für den Teig:
- 500g Weizenmehl Type 00 (oder ein anderes Pizzamehl mit hohem Glutengehalt)
- 300-320 ml lauwarmes Wasser
- 7g Trockenhefe (oder 20g frische Hefe)
- 10g Salz
- 2 Esslöffel Olivenöl extra vergine
Zubereitung des Teigs:
- Hefe auflösen: Geben Sie die Hefe in das lauwarme Wasser und verrühren Sie sie, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Lassen Sie die Mischung einige Minuten stehen, bis sich kleine Bläschen bilden.
- Zutaten mischen: In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Salz mischen. Eine Mulde in die Mitte drücken und das Hefewasser sowie das Olivenöl hineingeben.
- Intensiv kneten: Nun beginnt der wichtigste Schritt: das Kneten. Kneten Sie den Teig für mindestens 15-20 Minuten von Hand oder mit einer Küchenmaschine auf mittlerer Stufe. Der Teig sollte glatt, elastisch und nicht mehr klebrig sein. Das lange Kneten ist entscheidend, um das Gluten zu aktivieren, das für die Elastizität und die spätere Luftigkeit des Teigs sorgt.
- Erste Teigruhe: Formen Sie den Teig zu einer Kugel, legen Sie ihn in eine leicht geölte Schüssel, decken Sie diese mit einem feuchten Küchentuch ab und lassen Sie den Teig für 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
- Zweite Teigruhe (Fermentation): Teilen Sie den Teig in zwei gleich große Kugeln. Decken Sie diese erneut mit einem Küchentuch ab und lassen Sie sie für weitere 6 Stunden bei Zimmertemperatur gehen. Für ein noch besseres Ergebnis und eine komplexere Geschmacksentwicklung können Sie den Teig auch für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (Kaltgare). Nehmen Sie ihn in diesem Fall etwa 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann. Diese lange Teigruhe ist der Schlüssel zu einer leicht verdaulichen und aromatischen Pizza.
2. Der Belag: Schicht für Schicht zum Genuss
Zutaten für den Belag (für 2 Pizzen):
- 200g Tomatenpassata (oder stückige Tomaten, grob verrührt mit Salz)
- 150-200g scharfe Salami (z.B. Peperoni-Salami, Spianata), in Scheiben geschnitten
- 50-80g eingelegte grüne Peperoni, grob zerkleinert
- 200g Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella), grob gezupft oder geschnitten
- Optional: Etwas frischer Basilikum nach dem Backen
Zubereitung des Belags:
- Bereiten Sie alle Zutaten vor: Tomatenpassata mit etwas Salz vermischen. Salami in dünne Scheiben schneiden. Peperoni zerkleinern. Mozzarella in mundgerechte Stücke zupfen.
3. Das Formen und Belegen
- Heizen Sie Ihren Backofen auf die höchste Stufe (Ober-/Unterhitze, meist 250-300 °C) vor. Wenn Sie einen Pizzastein haben, legen Sie ihn jetzt in den Ofen, damit er sich gut aufheizt. Alternativ heizen Sie Ihr Backblech im Ofen mit auf.
- Nehmen Sie einen Teigling und legen Sie ihn auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche. Drücken Sie den Teig von der Mitte nach außen, um einen runden Fladen zu formen, dabei den Rand etwas dicker lassen. Vermeiden Sie es, den Rand zu stark zu bearbeiten, um die Luftblasen zu erhalten, die später für die Knusprigkeit sorgen.
- Bestreichen Sie den Teigfladen gleichmäßig mit der Tomatensauce, lassen Sie dabei den Rand frei.
- Belegen Sie die Pizza mit den Salamischeiben, den zerkleinerten Peperoni und den Mozzarellastücken.
Backtipps für eine knusprige und luftige Pizza wie in Italien
Das Backen ist der letzte, aber entscheidende Schritt, um eine perfekte Pizza Diavolo zu erhalten. Die Hitze ist hier der Schlüssel.
- Extrem hohe Temperatur: Eine echte italienische Pizza wird bei sehr hohen Temperaturen (über 400 °C in einem Holzofen) in nur wenigen Minuten gebacken. Ihr Heimbackofen erreicht diese Temperaturen zwar nicht ganz, aber Sie sollten ihn auf die höchste Stufe vorheizen. 250 °C Ober-/Unterhitze sind ein guter Anfang.
- Pizzastein oder Backblech vorheizen: Ein Pizzastein speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was für eine unglaublich knusprige Kruste sorgt. Heizen Sie den Stein mindestens 30-60 Minuten mit vor. Falls kein Pizzastein vorhanden ist, heizen Sie Ihr normales Backblech im Ofen mit auf.
- Schnelles Einschießen: Mit Hilfe eines Pizzaschiebers oder eines großen Tortenhebers die belegte Pizza vorsichtig auf den heißen Stein oder das heiße Blech im Ofen gleiten lassen.
- Kurze Backzeit: Die Pizza sollte bei 250 °C etwa 8-15 Minuten backen, je nach Ofen und gewünschter Bräunung. Halten Sie den Backvorgang im Auge. Der Rand sollte goldbraun und knusprig sein, der Käse geschmolzen und leicht gebräunt.
- Nach dem Backen: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen. Optional können Sie jetzt noch frischen Basilikum darauf streuen. Schneiden Sie sie sofort in Stücke und servieren Sie sie heiß.
Diese Backmethode stellt sicher, dass der Boden knusprig wird, während der Belag perfekt gart und der Mozzarella wunderbar schmilzt. Es ist die Kombination aus extrem hoher Hitze und kurzer Backzeit, die das typische italienische Ergebnis liefert.
Häufig gestellte Fragen zur Pizza Diavolo
Woher kommt die Pizza Diavolo?
Der genaue Ursprung der Pizza Diavolo ist nicht eindeutig bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass sie in Italien als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach schärferen Gerichten entstanden ist. Ihr Name „Diavolo“ (Teufel) spielt auf ihren feurigen Charakter an.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Pizza Diavolo und einer normalen Salami-Pizza?
Der Hauptunterschied liegt in der Schärfe. Während eine normale Salami-Pizza mit milder Salami belegt ist, verwendet die Pizza Diavolo scharfe Salami (wie Peperoni-Salami oder Spianata) und oft zusätzlich eingelegte Peperoni, um ihren charakteristischen pikanten Geschmack zu erzielen.

Kann ich die Schärfe der Pizza Diavolo anpassen?
Ja, absolut! Sie können die Schärfe ganz nach Ihrem Geschmack variieren. Wählen Sie eine mildere Peperoni-Salami und weniger Peperoni für eine moderate Schärfe, oder greifen Sie zu feurigen Sorten wie Spianata und mehr Peperoni, wenn Sie es extrem scharf mögen.
Welches Mehl ist am besten für den Pizzateig?
Für einen authentischen italienischen Pizzateig wird am besten Weizenmehl Type 00 verwendet. Dieses Mehl hat einen hohen Glutengehalt, der für die Elastizität und die Fähigkeit des Teigs, viele Luftblasen zu bilden, entscheidend ist. Das Ergebnis ist ein luftiger, aber dennoch knuspriger Boden.
Muss der Pizzateig wirklich so lange gehen?
Ja, die lange Teigruhe (Fermentation) ist entscheidend für den Geschmack und die Textur des Teigs. Während dieser Zeit entwickeln sich Aromen, und das Gluten kann sich entspannen, was den Teig elastischer und leichter verdaulich macht. Eine Ruhezeit von mindestens 8 Stunden, besser 24 Stunden im Kühlschrank, ist ideal.
Kann ich die Pizza Diavolo auch im Gasgrill backen?
Ja, viele moderne Gasgrills erreichen hohe Temperaturen und können in Kombination mit einem Pizzastein hervorragende Ergebnisse liefern. Stellen Sie sicher, dass der Grill und der Stein ausreichend vorgeheizt sind, um die gewünschte Knusprigkeit zu erzielen.
Welche Salami ist für Pizza Diavolo am besten?
Neben der klassischen Peperoni-Salami ist die italienische Spianata Calabrese eine ausgezeichnete Wahl. Sie ist bekannt für ihre würzige Schärfe und ihren intensiven Geschmack, der perfekt zur Diavolo passt.
Die Pizza Diavolo ist weit mehr als nur eine scharfe Pizza. Sie ist ein Ausdruck italienischer Leidenschaft für gutes Essen und ein Beweis dafür, dass auch traditionelle Gerichte Raum für mutige Variationen bieten. Mit den richtigen Zutaten, etwas Geduld beim Teig und der passenden Backmethode können Sie diesen feurigen Genuss auch in Ihrer eigenen Küche zubereiten und Ihre Familie und Freunde mit einem Stück italienischer Lebensfreude begeistern. Guten Appetit!
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