20/10/2023
Die Kunst, eine wahrhaft herausragende Pizza zu backen, beginnt nicht im Ofen, sondern lange davor – mit dem Teig. Der Vera Napoletana Pizzateig ist das Herzstück jeder authentischen neapolitanischen Pizza und zeichnet sich durch seine Einfachheit, seine wenigen, aber sorgfältig ausgewählten Zutaten und seine besondere Textur aus. Er ist das Ergebnis jahrhundertealter Traditionen und präziser Handwerkskunst. Wenn Sie den Traum von einer Pizza hegen, die außen knusprig und innen luftig-weich ist, mit einem wunderbaren, leicht säuerlichen Aroma, dann sind Sie hier genau richtig. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Zubereitung dieses magischen Teigs und enthüllt die Geheimnisse, die ihn so besonders machen.

- Die Essenz des Vera Napoletana Pizzateigs: Zutaten und ihre Bedeutung
- Präzision in der Küche: Warum Wiegen zählt
- Schritt für Schritt zum perfekten Teig: Der Zubereitungsprozess
- Die Kunst des Ballens: Formen und Ruhen lassen
- Lagerung und Flexibilität: Teig für jeden Anlass
- Häufig gestellte Fragen zum Pizzateig
- Warum ist Tipo 00 Mehl so wichtig für neapolitanische Pizza?
- Was bedeutet „Hydratation“ beim Pizzateig?
- Kann ich statt aktiver Trockenhefe auch frische Hefe oder Instanthefe verwenden?
- Wie lange kann ich den Pizzateig im Kühlschrank aufbewahren?
- Mein Teig ist zu klebrig / zu steif. Was kann ich tun?
- Ist die Temperatur des Ofens wirklich so wichtig?
Die Essenz des Vera Napoletana Pizzateigs: Zutaten und ihre Bedeutung
Ein echter neapolitanischer Pizzateig benötigt erstaunlich wenige Zutaten: Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Doch die Qualität und das Verhältnis dieser Komponenten sind entscheidend für das Endergebnis. Hier gehen wir ins Detail:
Mehl: Molino Caputo Tipo 00
Das Herzstück des Teigs ist zweifellos das Mehl. Für den authentischen neapolitanischen Pizzateig wird traditionell Molino Caputo Tipo 00 Mehl verwendet. Der Begriff „Tipo 00“ (Doppelnull) bezieht sich auf den sehr feinen Mahlgrad des Mehls, der fast puderartig ist. Dieses Mehl wird aus Weichweizen gewonnen und hat einen niedrigeren Proteingehalt (typischerweise 9,5% bis 10%) als herkömmliches Brotmehl, was zu einem zarteren und elastischeren Teig führt. Es ermöglicht eine hervorragende Hydratation und eine wunderbare Dehnbarkeit, die für die charakteristische, dünne Kruste der neapolitanischen Pizza unerlässlich ist.
Obwohl Caputo die bekannteste Marke ist, gibt es auch amerikanische Hersteller wie King Arthur oder Central Milling, die ihre eigenen „00“-Versionen anbieten. Sollten Sie kein Tipo 00 Mehl zur Hand haben, können Sie in Ausnahmefällen auch ein gutes Allzweckmehl verwenden, das mit etwas Gebäckmehl gemischt wird, um einen ähnlichen Proteingehalt zu erreichen. Das Ergebnis wird jedoch nicht dasselbe sein wie mit echtem Tipo 00 Mehl.
Wasser: Die Seele des Teigs
Wasser ist nicht nur ein Bindemittel; es ist entscheidend für die Hydratation des Mehls und die Aktivierung der Hefe. Für unseren Teig streben wir eine Hydratation von 65% an, was bedeutet, dass wir 325 Gramm Wasser auf 500 Gramm Mehl verwenden. Die Temperatur des Wassers sollte kühl sein, idealerweise um 18-20°C (65°F), um den Gärprozess zu steuern und dem Teig Zeit zur Entwicklung zu geben. Eine präzise Wassermenge ist entscheidend, da zu viel Wasser den Teig klebrig und schwer zu handhaben macht, während zu wenig Wasser ihn steif und weniger geschmeidig macht.
Salz: Mehr als nur Würze
Salz spielt eine wichtige Rolle für den Geschmack des Teigs und beeinflusst auch die Glutenstruktur. Es verlangsamt die Hefeaktivität leicht, was zu einer längeren und kontrollierteren Gärung führt und dem Teig mehr Aroma verleiht. Für unser Rezept verwenden wir 10 Gramm Salz auf 500 Gramm Mehl.
Hefe: Der Motor des Aufgehens
Aktive Trockenhefe (3 Gramm für 500 Gramm Mehl) ist der Triebmotor, der den Teig aufgehen lässt und ihm seine luftige Textur verleiht. Die Hefe wandelt Zucker im Mehl in Kohlendioxid um, wodurch Blasen entstehen, die den Teig aufgehen lassen. Die genaue Menge an Hefe ist wichtig, um eine optimale Gärung zu gewährleisten, ohne den Teig zu übertreiben.
Präzision in der Küche: Warum Wiegen zählt
Während viele Rezepte mit Volumenangaben arbeiten, ist das Wiegen von Zutaten, insbesondere beim Backen von Pizza- und Brotteig, unerlässlich für Konsistenz und Erfolg. Eine digitale Waage ist hier Ihr bester Freund. Warum ist das so wichtig?
- Exakte Hydratation: Das Verhältnis von Wasser zu Mehl (Hydratation) ist der Schlüssel zur Konsistenz des Teigs. Eine kleine Abweichung beim Volumen kann eine große Abweichung beim Gewicht bedeuten.
- Gleichbleibende Ergebnisse: Jedes Mal, wenn Sie den Teig zubereiten, erhalten Sie mit Gewichtsangaben ein identisches Ergebnis.
- Effizienz: Es ist oft schneller und einfacher, Zutaten abzuwiegen als Messbecher zu verwenden, insbesondere bei kleinen Mengen.
Zutatenübersicht: Volumen vs. Gewicht
| Zutat | Volumenangabe | Gewichtsangabe |
|---|---|---|
| Molino Caputo Tipo 00 Mehl | 4 Tassen | 500g |
| Wasser | 1 ½ Tassen, plus 2 EL | 325g (65% Hydration) |
| Salz | 2 Teelöffel | 10g |
| Aktive Trockenhefe | 1/2 Teelöffel | 3g |
Schritt für Schritt zum perfekten Teig: Der Zubereitungsprozess
Die Zubereitung des Teigs kann per Hand, in einer Küchenmaschine oder im Brotbackautomaten erfolgen. Für optimale Ergebnisse empfehlen wir eine Küchenmaschine mit Knethaken.
Mischen des Teigs
Wenn Sie eine Küchenmaschine verwenden, beginnen Sie mit niedriger Geschwindigkeit für etwa zwei Minuten, um alle Zutaten zu verbinden. Erhöhen Sie dann die Geschwindigkeit und kneten Sie für etwa fünf Minuten. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit erneut und kneten Sie für weitere zwei Minuten. Dieser Prozess hilft, das Gluten im Mehl zu entwickeln, was dem Teig seine Struktur und Elastizität verleiht. Der Teig sollte am Ende geschmeidig und elastisch sein, aber nicht klebrig.

Sollten Sie den Teig von Hand kneten, bereiten Sie sich auf etwa 10-15 Minuten intensiver Arbeit vor. Der Teig ist fertig, wenn er glatt ist und sich leicht von den Händen löst.
Die erste Ruhephase (Stockgare)
Nach dem Kneten ist es Zeit für die erste Gärung. Decken Sie den Teig ab (z.B. mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie) und lassen Sie ihn an einem warmen Ort für 1,5 bis 2 Stunden ruhen, oder bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Während dieser Zeit arbeitet die Hefe, produziert Kohlendioxid und entwickelt die Aromen im Teig. Dies ist ein entscheidender Schritt für die Textur und den Geschmack der späteren Pizza.
Teig aufteilen und formen
Sobald der Teig sein Volumen verdoppelt hat, drücken Sie ihn sanft zusammen, um die Luftblasen zu entfernen. Formen Sie ihn zu einem großen Ball und teilen Sie ihn dann in gleich große Stücke. Für eine typische neapolitanische Pizza sind 275 Gramm pro Teigball ideal, was etwa drei Pizzen aus dieser Menge Mehl ergibt. Andere Mengen sind ebenfalls möglich: etwa fünf 227-Gramm-Bälle oder sechs 170-Gramm-Bälle, je nachdem, welche Pizzagröße Sie bevorzugen.
Die Kunst des Ballens: Formen und Ruhen lassen
Das Formen der Teigbälle ist eine kleine Kunst für sich, die jedoch entscheidend für die spätere Handhabung und das Backergebnis ist. Das Ziel ist es, eine glatte, straffe Oberfläche zu schaffen.
So formen Sie perfekte Teigbälle
- Nehmen Sie ein Stück Teig und rollen Sie es sanft zu einem Ball.
- Ziehen Sie die Oberseite des Balls nach unten und um den Rest des Balls herum, bis die äußere Schicht die andere Seite umschließt.
- Drücken Sie die beiden Enden zusammen, um einen glatten Ball mit einer straffen äußeren „Haut“ zu erhalten. Die Naht sollte sich unten befinden.
Stellen Sie Ihre Teigbälle mit der Naht nach unten auf eine leicht bemehlte Oberfläche oder in eine Gärbox. Bestäuben Sie sie leicht mit Mehl und decken Sie sie mit einem feuchten Tuch, Frischhaltefolie oder einem Deckel ab. Dies verhindert, dass die äußere Schicht des Teigballs austrocknet und eine Kruste bildet, die das spätere Ausdehnen erschwert. Die Oberfläche des Teigballs sollte weich und seidig bleiben.
Die zweite Ruhephase (Stückgare)
Ihre geformten Teigbälle müssen nun mindestens eine Stunde ruhen, um weich und elastisch zu werden. Diese Ruhephase, auch Stückgare genannt, ist entscheidend, damit sich der Teig leicht zu einem dünnen Pizzaboden ausdehnen lässt. Wenn Sie den Teigball zu früh ausdehnen, wird er sich zusammenziehen und nur schwer die gewünschte Form annehmen.
Lagerung und Flexibilität: Teig für jeden Anlass
Die Teigzubereitung erfordert Planung, aber Sie können den Teig auch vorbereiten und lagern, um flexibel zu bleiben.
Kühlung des Teigs
Wenn Sie den Teig nicht innerhalb einer Stunde benötigen, sollten Sie ihn im Kühlschrank lagern. Die Kaltgare (langsame Fermentation im Kühlschrank über Nacht oder bis zu drei Tage) hat mehrere Vorteile:
- Geschmacksentwicklung: Die lange, langsame Gärung im Kühlschrank entwickelt komplexere Aromen im Teig.
- Bessere Handhabung: Kalt fermentierter Teig lässt sich oft leichter verarbeiten und ausdehnen.
- Flexibilität: Sie können den Teig vorbereiten, wenn Sie Zeit haben, und ihn verwenden, wenn Sie ihn brauchen.
Nehmen Sie die Teigbälle etwa zwei Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen und sich leichter ausdehnen lassen.

Einfrieren von Teigbällen
Sie können Teigbälle auch einfrieren, um sie noch länger haltbar zu machen (bis zu drei Monate). Legen Sie jeden Teigball in einen separaten, mit etwas Speiseöl besprühten Gefrierbeutel. Wenn Sie sie verwenden möchten, tauen Sie sie am Vortag langsam im Kühlschrank auf und behandeln Sie sie dann am nächsten Tag wie gekühlten Teig.
Häufig gestellte Fragen zum Pizzateig
Warum ist Tipo 00 Mehl so wichtig für neapolitanische Pizza?
Tipo 00 Mehl ist sehr fein gemahlen und hat einen spezifischen Proteingehalt, der für die Elastizität und Dehnbarkeit des Teigs entscheidend ist. Es ermöglicht die Bildung der charakteristischen, dünnen Kruste mit dem luftigen, leicht verkohlten Rand (Cornicione), der für die Vera Napoletana Pizza typisch ist. Andere Mehlsorten können ähnliche Pizzen ergeben, aber nicht die authentische Textur und das Mundgefühl des Originals.
Was bedeutet „Hydratation“ beim Pizzateig?
Hydratation bezieht sich auf das Verhältnis von Wasser zu Mehl im Teig, ausgedrückt in Prozent. Eine Hydratation von 65% bedeutet, dass auf 100 Gramm Mehl 65 Gramm Wasser kommen. Dieses Verhältnis ist entscheidend für die Konsistenz des Teigs, seine Klebrigkeit und seine Fähigkeit, sich auszudehnen. Eine höhere Hydratation führt zu einem weicheren, klebrigeren Teig, der eine offener Krume ergibt, während eine niedrigere Hydratation einen festeren Teig ergibt.
Kann ich statt aktiver Trockenhefe auch frische Hefe oder Instanthefe verwenden?
Ja, Sie können Alternativen verwenden. Wenn das Rezept aktive Trockenhefe vorschreibt, können Sie in der Regel die gleiche Menge Instanthefe verwenden. Bei frischer Hefe benötigen Sie etwa das Doppelte bis Dreifache der Menge an Trockenhefe, da frische Hefe feuchter ist und eine geringere Konzentration an Hefezellen aufweist. Achten Sie darauf, die Umrechnungstabellen zu überprüfen, um die richtige Menge zu verwenden.
Wie lange kann ich den Pizzateig im Kühlschrank aufbewahren?
Der Teig kann im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter oder gut abgedeckt für bis zu drei Tage aufbewahrt werden. Die Kaltgare verbessert den Geschmack und die Textur des Teigs erheblich. Je länger der Teig im Kühlschrank reift, desto komplexer wird sein Aroma.
Mein Teig ist zu klebrig / zu steif. Was kann ich tun?
Wenn der Teig zu klebrig ist, fügen Sie während des Knetens schrittweise kleine Mengen Mehl hinzu, bis er die gewünschte Konsistenz erreicht. Ist der Teig zu steif und lässt sich nicht gut verarbeiten, fügen Sie tröpfchenweise etwas Wasser hinzu. Die Konsistenz des Teigs kann je nach Luftfeuchtigkeit und der genauen Beschaffenheit des Mehls leicht variieren, daher sind kleine Anpassungen normal.
Ist die Temperatur des Ofens wirklich so wichtig?
Absolut! Für eine authentische neapolitanische Pizza ist eine extrem hohe Ofentemperatur (ideal sind über 400°C / 750°F) entscheidend. Ein vorgeheizter Pizzastein oder Stahl ist unerlässlich, um dem Pizzaboden einen sofortigen Hitzeschock zu geben. Dies führt zu einer schnellen Bildung der Kruste und des Cornicione, während der Belag nur kurz gart. In einem normalen Heimofen sollten Sie die höchste mögliche Temperatur einstellen und den Pizzastein mindestens 45-60 Minuten vorheizen.
Mit diesem Wissen und der präzisen Anleitung sind Sie bestens gerüstet, um einen Vera Napoletana Pizzateig zuzubereiten, der Sie und Ihre Lieben begeistern wird. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie den Prozess und das Ergebnis wird die Mühe wert sein. Viel Erfolg beim Backen Ihrer perfekten Pizza!
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