Wie macht man eine kleine Pizza?

Gesunde Piccolinis: Pizza, die Kinder lieben!

12/03/2017

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Pizza ist zweifellos eines der beliebtesten Gerichte weltweit, und das gilt oft auch für die jüngsten Mitglieder unserer Familien. Doch während herkömmliche Pizza oft als „Fast Food“ abgestempelt wird, gibt es wunderbare Wege, sie in eine nahrhafte und ausgewogene Mahlzeit zu verwandeln, die Kinderaugen zum Leuchten bringt. Insbesondere wenn Kinder eine Phase durchmachen, in der Gemüse eher als Feind denn als Freund betrachtet wird, können kreative Ansätze wie gesunde Piccolinis wahre Wunder wirken. Diese kleinen, individuell belegbaren Pizzen sind nicht nur optisch ansprechend, sondern stecken voller guter Nährstoffe und bieten eine fantastische Möglichkeit, wählerische Esser spielerisch an gesunde Zutaten heranzuführen. Sie eignen sich hervorragend als Abendessen, als Snack für den Kindergarten oder als Highlight auf jedem Kindergeburtstag.

Wie macht man eine kleine Pizza?
Inhaltsverzeichnis

Warum Piccolinis die ideale Kinderpizza sind

Der Charme der Piccolinis liegt in ihrer Vielseitigkeit und der Möglichkeit zur individuellen Gestaltung. Jedes Kind kann seine eigene kleine Pizza nach Herzenslust belegen, was nicht nur den Appetit anregt, sondern auch die Kreativität fördert. Diese Interaktivität macht das Essen zu einem Erlebnis und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die kleinen Esser ihre Kreationen mit Begeisterung verspeisen. Aber über den Spaßfaktor hinaus bieten Piccolinis auch handfeste Vorteile für die Ernährung:

  • Kontrolle über die Zutaten: Als Eltern haben Sie die volle Kontrolle über die Qualität und Frische der verwendeten Komponenten.
  • Portionsgerecht: Die kleinen Größen sind perfekt für Kinderhände und -mägen, vermeiden Essensverschwendung und erleichtern das Portionieren.
  • Nährstoffdichte: Durch die bewusste Wahl von Mehlsorten und Belägen lassen sich die Piccolinis zu wahren Nährstoffbomben machen.
  • Versteckte Nährstoffe: Wie im Folgenden noch genauer beschrieben, lassen sich ungeliebte Gemüsesorten geschickt in der Soße „verstecken“.
  • Weniger Salz und Zucker: Selbstgemachte Pizza bedeutet, Sie können den Gehalt an Salz und Zucker genau an die Bedürfnisse Ihrer Kinder anpassen.

Im Gegensatz zu vielen Fertigprodukten sind diese selbstgemachten Mini-Pizzen eine ausgezeichnete Quelle für komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Sie sind der Beweis, dass gesundes Essen nicht langweilig sein muss, sondern im Gegenteil unglaublich lecker und unterhaltsam sein kann.

Das Geheimnis des Teigs: Kichererbsen- und Dinkelmehl

Der Teig ist das Herzstück jeder Pizza, und bei diesen gesunden Piccolinis spielt er eine besonders wichtige Rolle. Statt ausschließlich auf helles Weizenmehl zu setzen, verwenden wir eine Mischung aus Dinkelmehl 630, Dinkelvollkornmehl und – das ist der Clou – Kichererbsenmehl. Diese Kombination ist nicht nur geschmacklich interessant, sondern bietet auch eine beeindruckende Palette an gesundheitlichen Vorteilen:

Kichererbsenmehl: Ein Kraftpaket für kleine Bäuche

Kichererbsen sind wahre Multitalente in der Ernährung. Sie sind reich an hochwertigem, pflanzlichem Eiweiß, das für Wachstum und Entwicklung unerlässlich ist. Darüber hinaus liefern sie eine Fülle an Ballaststoffen, die eine gesunde Verdauung fördern, lange sättigen und den Blutzuckerspiegel stabil halten können. Ungekochte Kichererbsen enthalten bemerkenswerte Mengen an Eisen (ca. 6 mg pro 100g) und Kalzium (ca. 124 mg pro 100g) – letzteres ist vergleichbar mit dem Kalziumgehalt von Milch und unterstützt die Knochendichte sowie gesunde Zähne. All diese Vorteile gelten auch für Kichererbsenmehl, da es zu 100% aus getrockneten, gemahlenen Kichererbsen besteht. Es verleiht dem Teig eine leicht nussige Note und eine besondere Textur.

Dinkelmehl: Die gesunde Getreidealternative

Die Kombination aus Dinkelmehl 630 und Dinkelvollkornmehl ergänzt das Kichererbsenmehl ideal. Dinkel ist ein altes Getreide, das oft besser vertragen wird als Weizen und reich an Vitaminen der B-Gruppe, Magnesium und Eisen ist. Das Dinkelvollkornmehl bringt zusätzliche Ballaststoffe und Nährstoffe mit, die in hellem Mehl fehlen. Während Vollkornmehle Gebäck manchmal etwas trockener machen können, sorgt die Mischung mit Kichererbsenmehl und dem Dinkelmehl 630 für eine gute Balance in Textur und Geschmack, ohne Kompromisse bei den Nährwerten einzugehen. Diese Mehlsorten versorgen die Kinder mit langanhaltender Energie und unterstützen eine gesunde Entwicklung.

Um die Vorteile der verschiedenen Mehlsorten zu verdeutlichen, hier ein kleiner Vergleich der Nährwerte pro 100g (ungefähre Angaben, können je nach Produkt variieren):

NährwertWeizenmehl (Typ 405)DinkelvollkornmehlKichererbsenmehl
Kalorien (kcal)340-350330-340370-380
Eiweiß (g)10-1214-1520-22
Kohlenhydrate (g)70-7560-6555-60
Ballaststoffe (g)3-49-1010-12
Eisen (mg)1-23-44-6
Kalzium (mg)15-2030-40100-120

Clevere Belagideen: Gemüse, das Kinder lieben (oder nicht bemerken!)

Der Belag ist der Bereich, in dem Sie wirklich kreativ werden und die Ernährungsbedürfnisse Ihres Kindes optimal berücksichtigen können. Der größte Vorteil von selbstgemachter Pizza ist die Möglichkeit, sie ganz individuell nach dem Geschmack und den Vorlieben der Kinder zu gestalten. Hier sind einige Tipps, wie Sie Gemüse schmackhaft oder sogar „unsichtbar“ machen können:

Die „unsichtbare“ Gemüsesoße

Dies ist der Geheimtipp für alle Eltern von Gemüseverweigerern. Kochen Sie Ihre Tomatensoße selbst und pürieren Sie dabei eine Menge Gemüse hinein, das Ihre Kinder sonst verschmähen würden. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Karotten: Sie geben der Soße eine leichte Süße und viele Vitamine.
  • Zucchini: Geschmacksneutral und liefert Feuchtigkeit.
  • rote Linsen: Sie kochen weich und werden unsichtbar, liefern aber viel Eiweiß und Ballaststoffe.
  • Kürbiskernmus: Ein Löffel davon nach dem Kochen untergerührt, erhöht den Nährwert ohne den Geschmack zu verändern. Die grüne Farbe verschwindet in der roten Soße.
  • weiße Bohnen: Gekocht und püriert sind sie geschmacksneutral und fügen der Soße wertvolles Eiweiß und Ballaststoffe hinzu. Die meisten Kinder bemerken sie nicht.
  • Süßkartoffeln: Gekocht und püriert geben sie eine schöne Süße und cremige Konsistenz.

Achten Sie darauf, die Soße sehr fein zu pürieren, sodass keine Stückchen mehr erkennbar sind. So wird die Tomatensoße zu einer wahren Nährstoffbombe, ohne dass die Kinder es merken!

Farbige und lustige Beläge

Auch wenn Sie Gemüse verstecken, ist es wichtig, den Kindern auch sichtbares, ansprechendes Gemüse anzubieten. Schneiden Sie Gemüse in lustige Formen oder verwenden Sie verschiedene Farben, um die Piccolinis optisch attraktiv zu machen. Beliebte und gut geeignete Gemüsesorten für Kinderpizzen sind:

  • Paprika: In verschiedenen Farben (rot, gelb, orange) geschnitten, macht sie die Pizza bunt und liefert Vitamin C.
  • Mais: Süß und knackig, meist sehr beliebt bei Kindern.
  • Champignons: In Scheiben geschnitten, haben sie eine milde Geschmacksnote.
  • Brokkoliröschen: Klein geschnitten und kurz blanchiert, sind sie eine gute Quelle für Vitamine.
  • Oliven: Für manche Kinder ein Hit, für andere ein No-Go. Bieten Sie sie separat an.
  • Käse: Reibekäse ist ein Klassiker. Für Kinder mit Laktoseintoleranz gibt es laktosefreie Alternativen. Achten Sie auf milden Käse.
  • Proteinkomponenten: Kleine Stücke von gekochtem Hähnchen, milder Schinken oder Tofu können ebenfalls eine gute Ergänzung sein.

Lassen Sie die Kinder selbst entscheiden, was auf ihre Piccolinis kommt. Das steigert die Freude am Essen und die Bereitschaft, Neues zu probieren.

Rezept: Gesunde Piccolinis für kleine Feinschmecker

Dieses Rezept ist einfach nachzumachen und die perfekte Grundlage für Ihre individuellen Kreationen. Es ist für Kinder ab 12 Monaten geeignet, ohne Käse sogar schon ab 6 Monaten.

Wie kann man Pizza für Kinder belegen?
Ich finde Pizza immer toll, da man sie für jedes Kind individuell nach dem jeweiligen Geschmack belegen kann. Bei den gesunden Piccolini kann ein Kind sogar mehrere belegen. Wenn dein Kind gerade eine Phase hat in der es gar kein Gemüse isst, kannst du die Tomatensauce einfach mit ganz viel Gemüse selbst kochen und pürieren.

Zutaten

Für den Teig:

  • 100 g Dinkelmehl 630
  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Kichererbsenmehl
  • 50 g Olivenöl
  • 100 ml Wasser
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe

Für den Belag:

  • Passierte Tomaten oder selbstgemachte Tomatensauce (mit verstecktem Gemüse!)
  • Gemüse nach Wahl, z.B. Paprika, Mais, Champignons, Brokkoli
  • Reibekäse (optional, für Kinder ab 12 Monaten)

Zubereitung

  1. Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Es ist wichtig, gut zu kneten, damit sich die Hefe entfalten kann und der Teig geschmeidig wird.
  2. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort für etwa eine Stunde ruhen lassen, bis er sich merklich vergrößert hat. Ideal ist ein warmer Ort ohne Zugluft, zum Beispiel im Ofen bei ausgeschalteter Lampe oder in der Nähe einer Heizung.
  3. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen, den Teig darauf stürzen und mit einem Nudelholz ca. 1-1,5 cm dick ausrollen. Für Piccolinis ist eine etwas dickere Teigschicht vorteilhaft, da sie saftiger bleibt.
  4. Mit einem runden Ausstecher (ca. 7 cm Durchmesser, aber jede andere Größe funktioniert auch) Kreise aus dem Teig ausstechen. Die ausgestochenen Teiglinge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
  5. Die Mini-Pizzen großzügig mit der vorbereiteten Tomatensauce bestreichen.
  6. Nun kommt der spaßige Teil: Die Piccolinis nach Wunsch belegen. Lassen Sie die Kinder hier ruhig mithelfen und ihre eigenen Kreationen gestalten.
  7. Die belegten Piccolinis im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Ober-/Unterhitze für ca. 15 Minuten goldbraun backen. Die genaue Backzeit kann je nach Ofen variieren. Beobachten Sie die Pizzen gut, damit sie nicht zu trocken werden.

Tipps für kleine Pizzabäcker und Eltern

Um das Pizzabacken zu einem vollen Erfolg zu machen und sicherzustellen, dass die Piccolinis auch wirklich gegessen werden, hier ein paar zusätzliche Tipps:

  • Kinder einbeziehen: Lassen Sie die Kinder von Anfang an mitmachen. Sie können beim Kneten helfen, den Teig ausstechen oder natürlich ihre eigenen Piccolinis belegen. Wenn Kinder am Kochprozess beteiligt sind, sind sie oft eher bereit, das Ergebnis zu probieren.
  • Vorbereitung: Sie können den Teig auch am Vortag zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Nehmen Sie ihn dann etwa 30 Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
  • Einfrieren: Die Piccolinis eignen sich hervorragend zum Einfrieren. Entweder fertig gebacken oder nur mit Soße bestrichen und belegt (ohne Käse, dieser wird frisch hinzugefügt). So haben Sie immer einen schnellen, gesunden Snack oder eine Mahlzeit zur Hand. Zum Aufwärmen einfach gefroren bei 180 Grad Ober-/Unterhitze ca. 10-15 Minuten backen.
  • Allergikerfreundlich: Für Kinder mit Glutenunverträglichkeit kann das Kichererbsenmehl teilweise oder ganz durch glutenfreies Mehl (z.B. Reismehl, Maismehl) ersetzt werden, wobei die Konsistenz des Teiges angepasst werden muss (oft wird mehr Flüssigkeit benötigt). Bei Laktoseintoleranz einfach laktosefreien Käse verwenden oder ganz weglassen.
  • Thematische Pizzen: An Halloween können Sie Fledermaus- oder Geisterformen ausstechen, zu Weihnachten Sterne. Das macht das Essen noch spannender.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welchem Alter können Kinder diese Piccolinis essen?

Diese Piccolinis sind ohne Käse bereits ab 6 Monaten geeignet, da die Zutaten gut verdaulich und nährstoffreich sind (ideal für Baby-led Weaning, BLW). Mit Käse empfehlen wir sie ab 12 Monaten, da Käse einen höheren Salzgehalt aufweist. Achten Sie stets darauf, dass die Beläge altersgerecht geschnitten sind, um Erstickungsgefahren zu vermeiden.

Kann ich den Teig vorbereiten und aufbewahren?

Ja, der Teig kann wunderbar vorbereitet werden. Sie können ihn am Abend vorher zubereiten und über Nacht abgedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Vor dem Verarbeiten sollte er dann etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen. Auch fertig gebackene Piccolinis lassen sich gut in einer luftdichten Box im Kühlschrank für 2-3 Tage aufbewahren oder für längere Zeit einfrieren.

Welches Gemüse eignet sich am besten zum Verstecken in der Soße?

Am besten eignen sich Gemüsesorten, die nach dem Pürieren kaum Geschmack hinterlassen und eine cremige Konsistenz annehmen. Dazu gehören Karotten, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffeln und weiße Bohnen oder rote Linsen. Auch ein Löffel Kürbiskernmus lässt sich unbemerkt in der Soße unterrühren und liefert zusätzliche Nährstoffe.

Kann ich die Piccolinis auch vegan zubereiten?

Absolut! Der Teig ist bereits vegan. Für den Belag lassen Sie einfach den Käse weg oder verwenden eine vegane Käsealternative. Es gibt viele pflanzliche Aufstriche und Streukäse, die gut schmelzen und eine ähnliche Konsistenz wie herkömmlicher Käse bieten. Konzentrieren Sie sich auf eine Vielfalt an Gemüsebelägen.

Kann ich auch andere Mehlsorten für den Teig verwenden?

Grundsätzlich ja, aber die Konsistenz und der Nährwert können sich ändern. Sie könnten zum Beispiel einen Teil des Dinkelmehls durch helles Weizenmehl ersetzen, allerdings würden dann einige der gesundheitlichen Vorteile verloren gehen. Für eine glutenfreie Variante könnten Sie eine Mischung aus glutenfreiem Mehl (Reismehl, Maismehl, Tapiokastärke) und Kichererbsenmehl verwenden, müssen aber eventuell die Flüssigkeitsmenge anpassen und mit der Konsistenz experimentieren. Die hier angegebene Mischung ist jedoch optimal auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt und bietet die beste Balance aus Geschmack, Textur und Nährwert.

Mit diesen gesunden Piccolinis wird die Pizza nicht nur zu einem Leckerbissen, sondern auch zu einer cleveren Möglichkeit, Ihre Kinder mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und sie für das Kochen und gesunde Ernährung zu begeistern. Guten Appetit!

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