Can a pizza be considered a Neapolitan pizza?

Das Geheimnis der echten neapolitanischen Pizza

10/11/2022

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Die neapolitanische Pizza ist weit mehr als nur ein Gericht; sie ist ein kulturelles Erbe, ein kulinarisches Meisterwerk und eine Geschichte, die in den engen Gassen Neapels begann. Ihre Einfachheit ist ihre größte Stärke, doch hinter dieser scheinbaren Simplizität verbirgt sich eine jahrhundertealte Tradition, strenge Regeln und eine tiefe Leidenschaft. Wenn Sie jemals den Traum hatten, diese ikonische Pizza selbst zu backen oder einfach nur verstehen möchten, was eine echte neapolitanische Pizza so besonders macht, dann sind Sie hier genau richtig. Wir tauchen ein in die Welt des originalen neapolitanischen Pizzahandwerks, von den feinsten Details der Teigherstellung bis hin zu den entscheidenden Merkmalen, die sie von jeder anderen Pizza unterscheiden.

Can you cook Neapolitan pizza dough in the oven?
This Neapolitan pizza dough recipe is a same-day 68% hydration dough that will be perfect to cook in traditional home ovens. We have tweaked the hydration to help with the reduced temperatures of home ovens, about 550F. Ingredient table for 2 and 4 dough balls.
Inhaltsverzeichnis

Die Kunst des neapolitanischen Pizzateigs

Der Teig ist das Herzstück jeder Pizza, und bei der neapolitanischen Variante ist er das absolute Fundament, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Die Zubereitung des Teigs für eine echte neapolitanische Pizza folgt spezifischen, über Generationen weitergegebenen Methoden, die sich von vielen modernen Ansätzen unterscheiden.

Direkter Teig und Autolyse: Die Basis schaffen

Die neapolitanische Pizzatradition schreibt einen sogenannten „direkten Teig“ vor. Das bedeutet, dass alle Zutaten – Wasser, Mehl, Hefe und Salz – gleichzeitig hinzugefügt werden, ohne dass Vormischungen wie Biga oder Poolish erforderlich sind. Diese Methode betont die Qualität der einzelnen Komponenten und die Fähigkeit des Pizzabäckers, sie harmonisch zu verbinden. Eine Technik, die zur Stärkung der Glutenstruktur des Teigs eingesetzt werden kann, ist die Autolyse. Obwohl viele neapolitanische Pizzabäcker darauf verzichten, kann sie hilfreich sein. Bei der Autolyse wird das Mehl mit mindestens der Hälfte der Gesamtmenge an Wasser vermischt und sofort für etwa eine halbe Stunde ruhen gelassen. Es geht hierbei nicht darum, einen Vorteig zu erstellen, sondern vielmehr darum, das Mehl vollständig zu benetzen und ihm eine längere Anfangspause zu gönnen. Dies fördert die Fähigkeit des Teigs, sich zu formen, verbessert seine Elastizität und erhöht seine Widerstandsfähigkeit.

Ruhezeiten und Temperaturführung: Geduld ist eine Tugend

Die neapolitanische Pizzatradition, insbesondere für den Heimgebrauch, sieht oft einen schnellen Teig vor, der am Nachmittag zubereitet und am Abend gebacken wird. In Pizzerien, wo große Mengen Teig hergestellt werden und dieser über mehrere Tage hinweg verwendet werden muss, wird der Teig jedoch fast immer im Kühlschrank gelagert. Die Temperatur ist hier entscheidend, um den Gärprozess zu steuern. Für die authentische Pizza zu Hause ist dies meist nicht notwendig; der Teig ruht in der Regel bei Raumtemperatur. Nur im Hochsommer, wenn die Umgebungstemperaturen sehr hoch sind, wird der Teig für einige Stunden in den Kühlschrank gestellt.

Die traditionelle Zubereitung von Hand: Ein Ritual

Der eigentliche Knetprozess ist ein entscheidender Schritt. Eine wichtige Besonderheit des neapolitanischen Teigs ist, dass Salz und Hefe gleichzeitig hinzugefügt werden können, jedoch immer getrennt voneinander. Direkter Kontakt zwischen den beiden schwächt die Hefe. Normalerweise wird Salz erst am Ende des Knetvorgangs hinzugefügt, da es Feuchtigkeit entzieht und die Glutenstruktur festigt. Bei der schnellen Zubereitung des neapolitanischen Teigs ist dieser Vorteil jedoch weniger ausschlaggebend.

Um der neapolitanischen Tradition treu zu bleiben, sollte der Teig auf einem Holzbrett zubereitet werden. Beginnen Sie mit dem Mehl, legen Sie das Salz auf die eine Seite und die Hefe auf die andere, ohne dass sie sich direkt berühren. Geben Sie dann schrittweise das Wasser auf den Bereich mit der Hefe und beginnen Sie, diesen Teil des Mehls mit den Händen zu vermischen. Sobald die Hefe aufgelöst ist und etwa die Hälfte des Mehls verarbeitet wurde, können Sie das restliche Wasser hinzufügen und auch den Teil des Mehls mit dem Salz nach und nach einarbeiten.

Nachdem das gesamte Wasser eingearbeitet ist, beginnen Sie, den Teig mindestens zehn Minuten lang sehr kräftig zu kneten. Verwenden Sie dabei beide Hände, um den Teig mehrmals zu wenden und über sich selbst zu falten. Eine effektive Methode, um eine gute Glutenbasis beim Handkneten zu entwickeln, ist, die äußeren Teile des Teigs zu nehmen und sie über den mittleren Teil zu heben. Führen Sie dabei eine Abfolge von kreisförmigen Faltungen durch, die Ihnen helfen, einen einzigen großen Ball aus glattem, homogenem Teig zu erhalten.

Ein letzter Tipp zur Stärkung des Teigs sind die klassischen „drei Faltungen“. Dabei wird der Teig in zwei entgegengesetzte Richtungen ausgebreitet und dann über sich selbst zurückgefaltet. Diese Technik dient dazu, die Elastizität des Glutens zu erhöhen. Sie wird nach einer etwa zehnminütigen Ruhepause nach dem Ende des Mischvorgangs durchgeführt, gefolgt von einer weiteren, ähnlich langen Ruhepause, bevor die Teigbälle geformt werden. Gemäß der neapolitanischen Tradition sollten die Teigbälle jeweils etwa 1 ¼ Tasse wiegen und in Holzkisten ruhen.

What is pizza a?
Pizza[a] is an Italian dish typically consisting of a flat base of leavened wheat-based dough topped with tomato, cheese, and other ingredients, baked at a high temperature, traditionally in a wood-fired oven.

Die Perfekte Ausbreitetechnik

Nachdem der Teig perfekt aufgegangen und der Ofen vorgeheizt ist, kommt der Moment, in dem Sie Ihre Pizza wie ein echter Pizzabäcker ausbreiten müssen.

Die echte neapolitanische Pizza wird zunächst sanft gedrückt, um die Luft von der Mitte zu den Rändern zu bewegen. Dies ist entscheidend, um den charakteristischen Rand, den Cornicione, zu formen. Dieser Vorgang muss auf beiden Seiten des Teigs erfolgen, wobei sowohl die Arbeitsfläche als auch der Teig leicht bemehlt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie eine kleine, dicke Teigscheibe erhalten haben, die sich in eine Pizza mit dünner Mitte und einem ausgeprägten neapolitanischen Rand verwandeln muss. Dies geschieht durch die wenigen, typischen Bewegungen der neapolitanischen Ausbreitetechnik, die das „Schlagen“ des Teigs beinhaltet.

Diese Ausbreitetechnik besteht darin, einen Rand der Pizza mit einer Hand anzuheben und auf die andere zu legen, die ihn mit einer schnellen Drehung des Handgelenks dreht und gleichzeitig vergrößert. Durch schnelles Wiederholen dieser Bewegung können Sie die Pizza in kurzer Zeit vergrößern, wobei nur drei oder vier Schläge ausreichen, um die Drehung der Pizza abzuschließen und das Ausbreiten zu beenden. Es erfordert ein wenig Übung, um die richtige manuelle Geschicklichkeit zu erlangen. Darüber hinaus erfordert die Teig-Schlagtechnik eine gewisse Geschwindigkeit, denn wenn sie zu sanft ausgeführt wird, gelingt es nicht, einen gut gemachten Teig richtig auszubreiten.

Die Seele der neapolitanischen Pizza: Die Zutaten

Nachdem die Basis Ihrer Pizza bereit ist, können Sie mit dem Belag fortfahren. Bei der neapolitanischen Pizza sind die wichtigsten Zutaten zweifellos Tomaten und Mozzarella, denn zusammen mit nativem Olivenöl extra und Basilikum bilden sie die Seele der edelsten Version dieses Gerichts, der der Königin Margherita gewidmeten Pizza.

Die San Marzano Tomate

Um das neapolitanische Pizzarezept vollständig zu respektieren, muss die Tomatensauce aus San Marzano PDO-Tomaten hergestellt werden. Diese sollten ohne den Einsatz elektrischer Werkzeuge püriert werden, um die Qualität des Produkts zu maximieren. Die Sauce darf ausschließlich mit Salz gewürzt werden, ohne Zugabe von Öl, Oregano oder anderen Gewürzen.

Der Mozzarella

Der andere unbestrittene Protagonist der Pizza ist der Mozzarella, der gemäß der neapolitanischen Tradition aus Kuh- oder Büffelmilch sein kann. Der Mozzarella muss von Hand in nicht zu dünne Streifen geschnitten werden, die Sie vor der Verwendung mindestens einige Stunden abtropfen lassen müssen.

Olivenöl und Basilikum

Die letzten Tricks, um die neapolitanische Tradition in Bezug auf die Hauptbeläge vollständig zu respektieren, sind die Verwendung von Tomatensauce und Mozzarella bei Raumtemperatur und die Zugabe eines Schusses extra nativen Olivenöls auf die Pizza erst nach dem Backen.

Was macht eine Pizza zur echten Neapolitanerin?

Heute gibt es spezifische Anforderungen, damit eine Pizza als neapolitanische Pizza gilt. Die im Jahr 1984 in Neapel gegründete Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) zertifiziert Pizzerien, die traditionelle Zutaten und Zubereitungsmethoden verwenden, um echte neapolitanische Pizza herzustellen.

What type of flour do you use to make Neapolitan pizza?
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Charakteristische Merkmale: Größe, Cornicione, Leoparding

Zunächst einmal ist eine neapolitanische Pizza niemals breiter als etwa 30 Zentimeter (ein Fuß). Sie zeichnet sich durch einen aufgeblasenen Rand aus, bekannt als der Cornicione, dessen Krume feucht, luftig und etwas durchscheinend ist. Der Rand und die Unterseite des Bodens sind fleckig verkohlt mit dunklen Flecken, die als „Leoparding“ bezeichnet werden. Diese bringen eine leichte Bitterkeit mit sich, die den cremigen Käse und die frische Sauce auf der Oberseite ausgleicht. Die Beläge werden immer sparsam aufgetragen, damit der Teig im Vordergrund steht. Die frisch gebackene Pizza ist in der Mitte weich und fast saftig, sodass sie traditionell mit Messer und Gabel gegessen wird, bis die Mitte abkühlt und fest genug wird, um aus der Hand gegessen zu werden.

Der Holzofen: Das Herzstück der Zubereitung

Eine neapolitanische Pizza muss unbedingt in einem Holzofen gebacken werden. Die extrem hohen Temperaturen von 450-500°C, die nur ein Holzofen erreichen kann, sind entscheidend für die einzigartige Textur und den Geschmack der Pizza. Die Pizza backt in nur 60-90 Sekunden, was zu einem knusprigen Äußeren und einem weichen, luftigen Inneren führt. Dieser schnelle Backprozess ist auch für das charakteristische „Leoparding“ verantwortlich, das die Oberfläche des Teigs ziert und ein Zeichen für die perfekte Hitzeeinwirkung ist.

Vergleich: Echte Neapolitanische Pizza vs. Typische Hausgemachte Pizza

MerkmalEchte Neapolitanische Pizza (AVPN-Standard)Typische Hausgemachte Pizza
OfenHolzofen (450-500°C)Haushaltsbackofen (max. 250-300°C)
Backzeit60-90 Sekunden5-15 Minuten
TeigführungDirekter Teig, Autolyse optionalOft mit Vorteig (Biga/Poolish) oder nur Hefe
AusbreitetechnikHandgedrückt, „slapping“Oft mit Nudelholz
Cornicione (Rand)Hoch, luftig, feucht, leicht karamellisiertFlacher, knuspriger oder weicher Rand
BelagMinimalistisch (Tomate, Mozzarella, Basilikum, Öl)Vielfältig, oft reichlicher
ServierartTraditionell mit Messer und GabelOft aus der Hand

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Braucht man einen Holzofen für neapolitanische Pizza?

Für eine wirklich authentische neapolitanische Pizza, die den Standards der AVPN entspricht, ist ein Holzofen unerlässlich. Die extrem hohen Temperaturen und die schnelle Backzeit, die nur ein Holzofen bieten kann, sind entscheidend für die einzigartige Textur des Teigs und das charakteristische „Leoparding“. Obwohl man zu Hause mit einem handelsüblichen Ofen gute Pizzen backen kann, wird es schwierig sein, die exakte Beschaffenheit einer echten neapolitanischen Pizza zu reproduzieren.

Warum ist der Teig so wichtig für neapolitanische Pizza?

Der Teig ist das Fundament der neapolitanischen Pizza. Seine spezielle Zusammensetzung und die sorgfältige Zubereitung sind verantwortlich für den einzigartigen Cornicione – den hohen, luftigen Rand – und die weiche, leicht saftige Mitte. Ein gut gemachter Teig sorgt für die perfekte Balance zwischen Knusprigkeit und Zartheit und ermöglicht es den wenigen, hochwertigen Zutaten, wirklich zu glänzen.

Kann ich neapolitanische Pizza zu Hause machen?

Ja, Sie können eine sehr gute Version der neapolitanischen Pizza zu Hause zubereiten, auch ohne Holzofen. Es erfordert jedoch Präzision bei der Teigzubereitung und der Ausbreitetechnik. Versuchen Sie, Ihren Ofen so heiß wie möglich vorzuheizen, idealerweise mit einem Pizzastein oder Stahl. Die Ergebnisse werden vielleicht nicht exakt denen eines professionellen Holzofens entsprechen, aber mit Geduld und Übung können Sie ein köstliches Ergebnis erzielen.

Was ist das „Leoparding“?

„Leoparding“ bezeichnet die charakteristischen dunklen, fast verbrannten Flecken, die auf dem Rand (Cornicione) und der Unterseite einer perfekt gebackenen neapolitanischen Pizza zu sehen sind. Diese Flecken entstehen durch den direkten Kontakt mit der extrem heißen Oberfläche des Holzofens und der hohen Ofentemperatur. Sie sind ein Zeichen für eine schnelle und korrekte Backzeit und tragen zum komplexen Geschmacksprofil der Pizza bei, indem sie eine leichte Bitternote hinzufügen, die die Süße der Tomaten und die Cremigkeit des Mozzarellas ausgleicht.

Was ist die „Associazione Verace Pizza Napoletana“ (AVPN)?

Die AVPN ist eine 1984 in Neapel gegründete Organisation, die sich der Bewahrung und Förderung der traditionellen neapolitanischen Pizza verschrieben hat. Sie legt strenge Regeln für die Zutaten, die Teigzubereitung, die Ausbreitetechnik und das Backen fest. Pizzerien, die diese Standards erfüllen, können eine Zertifizierung von der AVPN erhalten, die garantiert, dass sie „echte neapolitanische Pizza“ servieren.

Die neapolitanische Pizza ist eine Feier der Einfachheit und Qualität. Jeder Schritt, von der sorgfältigen Auswahl der Zutaten bis zur präzisen Handarbeit, trägt zu ihrem unvergleichlichen Geschmackserlebnis bei. Es ist eine Reise, die Geduld, Übung und Respekt vor der Tradition erfordert, aber die Belohnung – der Genuss einer perfekt gebackenen, authentischen neapolitanischen Pizza – ist jede Mühe wert. Wagen Sie den Versuch und bringen Sie ein Stück Neapel in Ihre Küche!

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