12/01/2024
Wer kennt das nicht? Man sitzt zu Hause, der Magen knurrt, und die üblichen Mahlzeiten langweilen. Oder Freunde kündigen sich spontan an, und man möchte etwas Besonderes, aber Unkompliziertes anbieten. Was kommt einem da sofort in den Sinn? Richtig, die allseits geliebte Pizza! Aber ist es wirklich möglich, eine authentisch schmeckende Pizza zu Hause zuzubereiten, und das vielleicht sogar in der Mikrowelle? Die Antwort lautet: Absolut ja! Die Zubereitung einer Pizza in der Mikrowelle ist tatsächlich eine überraschend einfache Aufgabe, vorausgesetzt, man hat das richtige Gerät und kennt die entscheidenden Schritte.

Warum ein Konvektionsmikrowellenherd unverzichtbar ist
Bevor wir uns in die köstlichen Details stürzen, müssen wir eine grundlegende Frage klären: Benötigt man eine spezielle Art von Mikrowelle, um Pizza zu backen? Die klare Antwort ist: Ja, Sie benötigen einen Konvektionsmikrowellenherd. Dies ist der entscheidende Punkt, der den Unterschied zwischen einer matschigen Enttäuschung und einer knusprigen, goldbraunen Pizza ausmacht.
Herkömmliche Mikrowellengeräte, wie Solo-Mikrowellen oder Grill-Mikrowellen, sind für das Backen von Pizza ungeeignet. Warum? Weil ihnen die notwendige Vorheizfunktion fehlt. Diese Öfen erhitzen Lebensmittel hauptsächlich durch Mikrowellenstrahlung oder Infrarotstrahlung (beim Grill), was zwar hervorragend zum Aufwärmen oder Bräunen ist, aber nicht die gleichmäßige, trockene Hitze erzeugt, die für das Garen eines Pizzateigs unerlässlich ist. Eine Pizza braucht eine hohe, konstante Temperatur, um ihren Boden knusprig zu backen und die Beläge perfekt zu garen, ohne sie auszutrocknen.
Ein Konvektionsmikrowellenherd hingegen ist eine Kombination aus einer herkömmlichen Mikrowelle und einem Umluftofen. Er verfügt über ein Heizelement und einen Ventilator, der die heiße Luft gleichmäßig im Garraum verteilt. Diese Funktion ermöglicht es, den Ofen auf eine bestimmte Temperatur vorzuheizen, genau wie einen herkömmlichen Backofen. Dies ist der Schlüssel zum Erfolg für Ihre hausgemachte Pizza. Ohne diese Fähigkeit zum Vorheizen und zur Umluftwärme wird Ihr Pizzateig nicht aufgehen, nicht knusprig werden und die Käse- und Topping-Textur wird weit entfernt von dem sein, was wir uns unter einer echten Pizza vorstellen. Stellen Sie also sicher, dass Ihr Gerät diese wichtige Funktion besitzt, bevor Sie beginnen.
Mikrowellentypen im Vergleich: Welcher ist der Richtige für Pizza?
Um die Notwendigkeit eines Konvektionsmikrowellenherds weiter zu verdeutlichen, betrachten wir die gängigsten Mikrowellentypen und ihre Eignung für die Pizzazubereitung:
| Mikrowellentyp | Funktionsweise | Geeignet für Pizza? | Begründung |
|---|---|---|---|
| Solo-Mikrowelle | Erwärmt durch Mikrowellenstrahlung | Nein | Keine Back- oder Vorheizfunktion; Pizza würde matschig. |
| Grill-Mikrowelle | Mikrowellen + Ober-/Unterhitze (Grill) | Nein | Kann bräunen, aber nicht ausreichend vorheizen oder gleichmäßig backen. |
| Konvektionsmikrowelle | Mikrowellen + Heißluft (Umluft) | Ja | Verfügt über Vorheizfunktion und Heißluft für gleichmäßiges Backen und knusprigen Boden. |
Wie die Tabelle zeigt, ist der Konvektionsmikrowellenherd der einzige Typ, der die erforderlichen Bedingungen für eine gelungene Pizza erfüllen kann.
Schritt für Schritt zur perfekten Pizza: Der 4-Phasen-Plan
Sobald Sie sichergestellt haben, dass Sie den richtigen Mikrowellentyp besitzen, steht Ihrem Pizza-Vergnügen nichts mehr im Wege. Folgen Sie diesem einfachen Vier-Schritte-Prozess, um Ihren Gaumen zu verwöhnen.
Phase 1: Der Grundstein – Pizzateig zubereiten
Wir beginnen mit den Grundlagen: dem Pizzateig oder der Basis. Das mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, ist aber eigentlich ganz einfach zu machen. Alles, was Sie dazu benötigen, sind Allzweckmehl (Weizenmehl Type 405 oder 550), Öl (Olivenöl ist ideal), Salz, Hefe und Wasser. Für ein optimales Ergebnis, beachten Sie die folgenden Schritte:
- Hefe aktivieren: Geben Sie die Hefe in etwa 30 ml lauwarmes Wasser (nicht heiß, sonst stirbt die Hefe!) und rühren Sie, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Lassen Sie sie einige Minuten stehen, bis sie leicht schaumig wird. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Hefe aktiv ist.
- Zutaten mischen und kneten: Geben Sie das Mehl in eine große Schüssel. Fügen Sie dann das Öl, das Salz und die aufgelöste Hefe hinzu. Kneten Sie den Teig mit den Händen oder einer Küchenmaschine, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Dies dauert in der Regel etwa 5-10 Minuten intensives Kneten. Ein gut gekneteter Teig ist entscheidend für eine gute Textur der Pizza.
- Fermentation (Gehenlassen): Bestreichen Sie eine saubere Schüssel leicht mit Öl und legen Sie den Teig hinein. Rollen Sie den Teig in der Schüssel herum, sodass er von allen Seiten gleichmäßig mit Öl bedeckt ist. Dies verhindert, dass der Teig austrocknet und an der Schüssel kleben bleibt. Decken Sie die Schüssel dann mit einem Deckel oder Frischhaltefolie ab und stellen Sie sie für mindestens eine Stunde an einen warmen Ort bei Raumtemperatur. In den Wintermonaten können Sie ihn auch etwas länger stehen lassen. Der Teig sollte sich in dieser Zeit fast verdoppeln. Dies ist der Prozess, bei dem die Hefe Kohlendioxid produziert, das den Teig aufgehen lässt und ihm seine luftige Struktur verleiht.
- Teig ausrollen: Wenn der Teig aufgegangen ist, drücken Sie vorsichtig die Luft heraus und rollen Sie ihn mit einem Nudelholz flach aus. Formen Sie ihn zu einer runden oder zylindrischen Scheibe, die Ihrer gewünschten Pizzagröße und -form entspricht. Achten Sie darauf, dass der Teig nicht zu dünn wird, da er sonst reißen oder matschig werden könnte.
- Vorbereiten der Backform: Nehmen Sie eine mikrowellengeeignete Backform (idealerweise eine Pizzaplatte oder ein flaches, rundes Blech) und bestreichen Sie diese mit einem halben Esslöffel Öl. Legen Sie den ausgerollten Pizzaboden darauf.
- Einstechen des Bodens: Machen Sie ein paar Einstiche mit einer Gabel auf der Oberfläche des Pizzabodens. Dies verhindert, dass der Teig beim Backen Blasen wirft, und hilft ihm, die Aromen von Käse und Sauce besser aufzunehmen.
Ihr Pizzaboden ist nun bereit! Und falls Sie ungeduldig sind und sich diesen ganzen Aufwand sparen möchten, können Sie natürlich auch einfach einen fertigen Pizzaboden im Supermarkt kaufen. Das spart Zeit und ist eine gute Alternative für schnelle Ergebnisse.
Phase 2: Die Hitze vorbereiten – Das Vorheizen
Jetzt kommt der Grund, warum Sie unbedingt einen Konvektionsmikrowellenherd benötigen, um Pizza zu backen: das Vorheizen. Das Vorheizen ist ein entscheidender Teil des Backvorgangs, da der Ofen eine vordefinierte Temperatur erreichen muss, bevor der eigentliche Backprozess beginnen kann. Dies stellt sicher, dass der Pizzaboden sofort mit hoher Hitze in Kontakt kommt, was für eine knusprige Kruste unerlässlich ist.
Für Ihre Pizza können Sie den Ofen auf 200°C (oder 392°F, je nachdem, welche Temperatureinheit Ihre Mikrowelle verwendet) vorheizen. So gehen Sie vor:
- Modus wählen: Suchen Sie die Taste oder Option für "Mikrowelle/Grill/Kombi/Konvektion" an Ihrem Gerät. Wählen Sie den "Konvektions"-Modus (Umluft).
- Temperatur einstellen: Drehen Sie den Drehknopf oder verwenden Sie die Tasten, um die Konvektionstemperatur auf 200°C einzustellen.
- Vorheizen starten: Drücken Sie die Starttaste zweimal. Der erste Druck bestätigt die Temperatur, und der zweite Druck startet das Vorheizen des Ofens. Sie müssen hier keine Zeit einstellen, da der Summer automatisch ertönt, sobald die voreingestellte Temperatur erreicht ist. Dies kann je nach Gerät einige Minuten dauern.
Erst wenn der Signalton ertönt und die Mikrowelle anzeigt, dass sie vorgeheizt ist, ist es Zeit, Ihre Pizza hineinzulegen. Dieser Schritt ist nicht verhandelbar für eine knusprige Pizza.
Phase 3: Der Geschmackskick – Beläge wählen
Nachdem der Pizzaboden vorbereitet und der Ofen vorgeheizt ist, geht es an den kreativen Teil: die Auswahl Ihrer Lieblingsbeläge. Überlegen Sie, welche Art von Pizza Sie zubereiten möchten und welche Zutaten Sie verwenden wollen. Bereiten Sie eine Liste mit frischen Zutaten vor, wie zum Beispiel:
- Gemüse: Tomaten, Paprika (rot, gelb, grün), Zwiebeln, Oliven, Champignons, Babymais, Spinat, Brokkoli.
- Fleisch/Wurst: Salami, Schinken, Hähnchenbruststreifen, Hackfleisch (vorgegart), Speckwürfel.
- Käse: Mozzarella (frisch oder gerieben), Gouda, Emmentaler, Parmesan, Feta.
- Saucen: Klassische Tomatensauce, Pesto, BBQ-Sauce, Creme Fraiche.
Sobald Sie sich für Ihre Beläge entschieden haben, zerkleinern Sie diese in mundgerechte Stücke. Achten Sie darauf, dass die Stücke nicht zu groß sind, damit sie gleichmäßig garen und sich gut auf der Pizza verteilen lassen. Nun kommt die Reihenfolge der Schichten. Sie können zwei Methoden anwenden:
- Käse zuerst: Verteilen Sie die Sauce auf dem Pizzaboden, dann eine Schicht Käse und danach die restlichen Beläge. Dies kann helfen, den Boden vor dem Durchweichen zu schützen.
- Beläge zuerst: Sauce, dann die Beläge, und zum Schluss eine großzügige Schicht Käse darüber. Diese Methode sorgt dafür, dass die Beläge gut unter einer Käsehaube geschützt sind und der Käse schön schmilzt und bräunt.
Wenn Sie ein echter Käseliebhaber sind, können Sie natürlich auch beides kombinieren: eine dünne Schicht Käse unter den Belägen und eine weitere Schicht darüber! Stellen Sie sicher, dass Ihre Beläge gleichmäßig und in der richtigen Menge über die Oberfläche verteilt sind, bevor Sie die letzte Schicht geriebenen Käse hinzufügen. Eine Überladung kann dazu führen, dass die Pizza nicht richtig gart oder matschig wird.
Phase 4: Der Höhepunkt – Pizza backen
Damit ist Ihre Pizza bereit für die Mikrowelle! Sobald Ihr Konvektionsmikrowellenherd vorgeheizt ist und der Summer ertönt ist, öffnen Sie vorsichtig die Tür. Legen Sie die vorbereitete Pizza behutsam in den Ofen. Seien Sie vorsichtig, da der Innenraum sehr heiß ist. Stellen Sie die Backzeit auf etwa 20 Minuten ein und drücken Sie erneut die Starttaste.
Die genaue Backzeit kann je nach Dicke des Teigs, Menge der Beläge und Leistung Ihrer Mikrowelle leicht variieren. Es ist ratsam, die Pizza gegen Ende der Backzeit im Auge zu behalten. Wenn der Käse goldbraun geschmolzen ist und der Rand der Pizza knusprig aussieht, ist sie fertig. Nach Ablauf der 20 Minuten erwartet Sie eine köstliche, duftende Pizza, die nur darauf wartet, aus der Mikrowelle genommen und heiß serviert zu werden!
Wichtiger Hinweis: Verwenden Sie beim Umgang mit der heißen Pizza und der Mikrowelle immer hitzebeständige Ofenhandschuhe oder spezielle mikrowellengeeignete Handschuhe, um Verbrennungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zur Pizza aus der Mikrowelle
Die Zubereitung von Pizza in der Mikrowelle wirft oft einige Fragen auf. Hier sind die Antworten auf die häufigsten davon:
Kann ich Tiefkühlpizza in einer Konvektionsmikrowelle backen?
Ja, absolut! Eine Konvektionsmikrowelle ist ideal zum Backen von Tiefkühlpizza. Verwenden Sie die Konvektionsfunktion und stellen Sie die Temperatur und Backzeit gemäß den Anweisungen auf der Verpackung der Tiefkühlpizza ein. Oft sind dies ähnliche Temperaturen wie für selbstgemachte Pizza (z.B. 200-220°C) und Backzeiten von 15-25 Minuten. Die Umluft sorgt für eine gleichmäßige Bräunung und einen knusprigen Boden, genau wie in einem herkömmlichen Ofen.
Warum wird meine Pizza nicht knusprig?
Die häufigsten Gründe für eine nicht knusprige Pizza sind:
- Kein Konvektionsofen: Wie bereits erwähnt, ist dies der Hauptgrund. Nur die Umluftfunktion sorgt für die nötige Trockenheit und Hitze.
- Unzureichendes Vorheizen: Der Ofen muss vollständig vorgeheizt sein, bevor die Pizza hineinkommt. Wenn Sie die Pizza in einen kalten Ofen legen, beginnt der Teig langsam zu garen und wird eher matschig als knusprig.
- Zu viele Beläge: Eine Überladung mit Belägen, insbesondere mit solchen, die viel Feuchtigkeit enthalten (wie frische Tomaten ohne Entkernen oder zu viel Mozzarella), kann dazu führen, dass der Boden durchweicht.
- Zu niedrige Temperatur oder zu kurze Backzeit: Stellen Sie sicher, dass die Temperatur hoch genug ist und die Pizza lange genug gebacken wird.
Kann ich den Pizzateig am Vortag zubereiten?
Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert! Sie können den Teig zubereiten, gehen lassen und dann luftdicht verpackt (z.B. in einer geölten Schüssel mit Frischhaltefolie) über Nacht im Kühlschrank lagern. Die kalte Gärung verbessert den Geschmack und die Textur des Teigs erheblich. Nehmen Sie den Teig etwa 30-60 Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann und sich leichter verarbeiten lässt.
Welche Backform eignet sich am besten für Pizza in der Mikrowelle?
Verwenden Sie eine mikrowellen- und backofengeeignete Pizzaplatte aus Metall, Keramik oder speziellem Glas. Silikonformen sind auch eine Option, können aber eventuell nicht die gleiche Knusprigkeit erzeugen. Vermeiden Sie Plastikbehälter, die nicht für hohe Temperaturen ausgelegt sind, da diese schmelzen oder schädliche Stoffe freisetzen könnten.
Kann ich auch andere Gerichte in meiner Konvektionsmikrowelle backen?
Absolut! Die Konvektionsfunktion macht Ihre Mikrowelle zu einem vollwertigen Minibackofen. Sie können darin Kuchen, Muffins, Aufläufe, Brötchen aufbacken, Hähnchen braten und vieles mehr. Es ist ein äußerst vielseitiges Gerät, das Ihnen hilft, eine breite Palette von Gerichten zuzubereiten, die über das reine Aufwärmen hinausgehen.
Zusätzliche Tipps für die perfekte Pizza zu Hause
- Qualität der Zutaten: Verwenden Sie hochwertige Zutaten. Eine gute Tomatensauce und frischer Mozzarella machen einen großen Unterschied im Geschmack.
- Mehltyp: Für einen authentischen italienischen Pizzaboden empfiehlt sich italienisches Pizzamehl Typ 00. Es hat einen hohen Proteingehalt und sorgt für eine elastische, aber dennoch knusprige Kruste.
- Nicht überladen: Weniger ist oft mehr, besonders bei den Belägen. Eine dünn belegte Pizza gart gleichmäßiger und wird knuspriger.
- Käse trocknen: Wenn Sie frischen Mozzarella verwenden, tupfen Sie ihn vor dem Belegen trocken. Das reduziert die Feuchtigkeit und hilft, eine matschige Pizza zu vermeiden.
- Rand formen: Lassen Sie beim Ausrollen einen kleinen Rand frei, den Sie dann etwas dicker lassen oder sogar leicht aufrollen können. Das gibt der Pizza einen schönen, knusprigen Rand.
Mit diesen Tipps und einem Konvektionsmikrowellenherd steht Ihrem hausgemachten Pizza-Erlebnis nichts mehr im Wege. Genießen Sie den Duft von frisch gebackener Pizza, die direkt aus Ihrer eigenen Küche kommt – ein Genuss, der einfacher ist, als Sie vielleicht dachten!
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