Welche Pluralform ist die richtige?

Pizza: Herkunft, Genuss und die Pluralfrage

02/04/2013

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Es gibt wohl kaum ein Gericht, das weltweit so geliebt und gefeiert wird wie die Pizza. Von den pulsierenden Straßen Neapels bis in die entlegensten Winkel der Erde hat sie sich ihren Platz auf unseren Tellern erobert und ist zum Synonym für Geselligkeit, Genuss und manchmal auch für schnelle, unkomplizierte Mahlzeiten geworden. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem italienischen Klassiker, und wie spricht man eigentlich korrekt von mehreren dieser köstlichen Teigfladen? Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Geschichte, die Vielfalt und die sprachlichen Besonderheiten der Pizza.

Was versteht man unter Pizza?
(meist heiß servierte) aus dünn ausgerolltem und mit Tomatenscheiben, Käse u. a. belegtem Hefeteig gebackene pikante italienische Spezialität (meist in runder Form) © MEV Verlag, Augsburg italienisch pizza, Herkunft ungeklärt die Pizza; Genitiv: der Pizza, Plural: die Pizzas und Pizzen Wussten Sie schon?
Inhaltsverzeichnis

Was ist Pizza eigentlich? Eine kulinarische Definition

Im Kern ist Pizza ein flaches, meist rundes Gericht aus Hefeteig, das mit Tomatensauce und Käse (typischerweise Mozzarella) belegt und im Ofen gebacken wird. Diese Grundform, die oft als „Pizza Margherita“ bekannt ist, bildet die Basis für unzählige Variationen, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Ursprünglich stammt die Pizza aus der süditalienischen Stadt Neapel, wo sie als einfaches Gericht für die ärmere Bevölkerungsschicht entstand. Ihre Beliebtheit wuchs jedoch schnell und überschritt bald die sozialen Grenzen, um zu einem Kulturgut zu werden, das heute von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.

Die Magie der Pizza liegt in ihrer Einfachheit und der Möglichkeit zur unendlichen Individualisierung. Ob mit Gemüse, Fleisch, Meeresfrüchten oder sogar exotischen Früchten belegt – für jeden Geschmack gibt es die passende Pizza. Doch nicht nur die Beläge, auch der Teig selbst variiert: von dünn und knusprig bis dick und luftig, von traditionell im Holzofen gebacken bis modern im Elektroofen zubereitet. Die Qualität der Zutaten, insbesondere des Teigs und der Tomatensauce, ist entscheidend für eine authentische Pizza.

Die faszinierende Geschichte eines Welterfolgs

Die Wurzeln der Pizza reichen weit zurück. Schon im antiken Ägypten, in Griechenland und bei den Römern gab es flache Brote, die mit verschiedenen Zutaten belegt wurden. Diese frühen Formen waren jedoch weit entfernt von dem, was wir heute als Pizza kennen. Die moderne Pizza, wie wir sie heute schätzen, entstand im 18. und 19. Jahrhundert in Neapel. Es war ein Gericht für die einfachen Leute, das schnell zubereitet werden konnte und nahrhaft war.

Der Legende nach wurde die berühmte Pizza Margherita im Jahr 1889 zu Ehren von Königin Margherita von Savoyen kreiert. Der Pizzabäcker Raffaele Esposito soll eine Pizza in den Farben der italienischen Flagge – Rot (Tomaten), Weiß (Mozzarella) und Grün (Basilikum) – zubereitet haben. Diese Kombination wurde schnell zum Inbegriff der neapolitanischen Pizza und legte den Grundstein für ihren weltweiten Siegeszug.

Mit der Auswanderung vieler Italiener im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gelangte die Pizza nach Amerika, wo sie sich rasch verbreitete und an die lokalen Geschmäcker angepasst wurde. Von dort aus eroberte sie nach dem Zweiten Weltkrieg den Rest der Welt. Heute ist Pizza nicht nur ein Gericht, sondern ein globales Phänomen, das Kulturen verbindet und Menschen zusammenbringt.

Vielfalt auf dem Teller: Beliebte Pizza-Arten

Die Welt der Pizza ist unglaublich vielfältig. Während die Margherita die Königin bleibt, haben sich unzählige regionale und internationale Varianten entwickelt. Hier sind einige der bekanntesten:

  • Pizza Margherita: Tomaten, Mozzarella, Basilikum. Die klassische neapolitanische Pizza.
  • Pizza Salami/Peperoni: Eine der beliebtesten Varianten weltweit, belegt mit scharfer oder milder Salami.
  • Pizza Funghi: Belegt mit frischen Pilzen, oft Champignons.
  • Pizza Prosciutto: Mit gekochtem Schinken belegt.
  • Pizza Quattro Stagioni: Die „vier Jahreszeiten“-Pizza ist in vier Sektoren unterteilt, die jeweils verschiedene Zutaten repräsentieren (z.B. Pilze, Schinken, Artischocken, Oliven).
  • Pizza Hawaii: Eine kontrovers diskutierte Variante mit Schinken und Ananas, die ihren Ursprung nicht in Italien, sondern in Kanada hat.
  • Pizza Tonno: Belegt mit Thunfisch und Zwiebeln.
  • Pizza Vegetariana: Eine bunte Mischung aus verschiedenen Gemüsesorten wie Paprika, Zucchini, Auberginen und Zwiebeln.

Regionale Pizza-Spezialitäten

Jede Region Italiens und viele Länder der Welt haben ihre eigene Interpretation der Pizza entwickelt:

  • Pizza al Taglio (Rom): Rechteckige Blechpizza, die nach Gewicht verkauft wird, oft mit dickerem, luftigerem Teig.
  • Pizza Fritta (Neapel): Eine frittierte Pizza, die oft als Streetfood angeboten wird, mit Ricotta, Cicoli (Schweinegrieben) und Tomaten.
  • Calzone: Eine zusammengeklappte Pizza, die wie eine große Teigtasche aussieht und eine reichhaltige Füllung enthält.
  • Deep Dish Pizza (Chicago, USA): Eine sehr dicke, hohe Pizza, die in einer tiefen Form gebacken wird und Schichten von Käse, Belägen und Tomatensauce enthält.

Die Pluralfrage: Pizzen oder Pizzas?

Nachdem wir die kulinarische Reise durch die Welt der Pizza unternommen haben, widmen wir uns nun einer Frage, die im deutschen Sprachgebrauch immer wieder für Diskussionen sorgt: Wie lautet die korrekte Mehrzahl von Pizza? Sind es „Pizzas“ oder „Pizzen“?

Die gute Nachricht vorweg: Beide Formen sind im Deutschen gebräuchlich und werden verstanden. Es gibt jedoch eine bevorzugte Form, die sich an der Herkunft des Wortes orientiert und von den meisten Sprachwissenschaftlern sowie im Duden als die offiziell korrekte Variante angesehen wird. Diese Nuance ist besonders interessant, da sie die Anpassung von Fremdwörtern in unserer Sprache widerspiegelt.

„Pizzas“: Die eingedeutschte Variante

Die Pluralform „Pizzas“ ist eine typische Eindeutschung und folgt der Regel, dass viele Fremdwörter im Deutschen ihre Mehrzahl durch das Anhängen eines „-s“ bilden. Man denke an Wörter wie „Autos“, „Hotels“ oder „Kinos“. Diese Art der Pluralbildung ist einfach, intuitiv und hat sich besonders in der Umgangssprache etabliert. Wenn Sie also im Alltag oder in informellen Gesprächen von „Pizzas“ sprechen, machen Sie nichts falsch. Der Duden listet „Pizzas“ als akzeptierte, wenn auch nicht als die bevorzugte Form auf. Sie ist leicht auszusprechen und für jeden Muttersprachler sofort verständlich.

„Pizzen“: Die italienische Herkunft bewahren

Die Form „Pizzen“ hingegen ist die offiziell bevorzugte Pluralform im Duden und im deutschen Standarddeutsch. Sie orientiert sich an der italienischen Pluralbildung, bei der das Wort „Pizza“ (Singular) zu „Pizze“ (Plural) wird. Im Deutschen wird dies durch das Anhängen von „-en“ an den Wortstamm adaptiert. Da „Pizza“ ursprünglich aus dem Italienischen stammt, wird diese Form als näher am Original und somit als die „korrektere“ Wahl angesehen.

Was versteht man unter Pizza?
(meist heiß servierte) aus dünn ausgerolltem und mit Tomatenscheiben, Käse u. a. belegtem Hefeteig gebackene pikante italienische Spezialität (meist in runder Form) © MEV Verlag, Augsburg italienisch pizza, Herkunft ungeklärt die Pizza; Genitiv: der Pizza, Plural: die Pizzas und Pizzen Wussten Sie schon?

Für formelle Texte, schriftliche Kommunikation oder wenn Sie besonderen Wert auf eine sprachlich präzise Ausdrucksweise legen, ist „Pizzen“ die empfohlene Wahl. Sie zeugt von einem Bewusstsein für die etymologischen Wurzeln des Wortes und entspricht dem, was in vielen Kontexten als standardsprachlich gilt.

Fazit zur Pluralbildung: Wann welche Form verwenden?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Pluralformen ihre Berechtigung haben. Die Entscheidung, welche Form Sie verwenden, hängt oft vom Kontext ab:

PluralformVerwendungskontextStatus im Duden
PizzenBevorzugt in schriftlichen und formellen Kontexten, standardsprachlichOffiziell bevorzugt
PizzasGebräuchlich in der Alltagssprache und informellen KontextenAkzeptiert, aber nicht bevorzugt

Unsere Empfehlung ist klar: In der Schriftsprache und in formellen Situationen ist „Pizzen“ die erste Wahl, da sie der offiziellen Empfehlung folgt und die sprachliche Herkunft würdigt. Im mündlichen Sprachgebrauch oder in sehr lockeren Kontexten ist „Pizzas“ eine völlig akzeptable und verständliche Alternative. Wichtig ist, dass beide Formen die Kommunikation nicht behindern und Sie sich in Ihrer Wahl wohlfühlen.

Häufig gestellte Fragen zur Pizza

Ist Pizza gesund?

Die gesundheitlichen Aspekte von Pizza hängen stark von den Zutaten und der Zubereitung ab. Eine klassische Pizza Margherita mit frischen Tomaten, Mozzarella und Basilikum kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Problematisch wird es oft bei stark verarbeiteten Zutaten, fettreichen Belägen (wie viel Käse oder fettige Wurstwaren) und großen Portionen. Vollkornteig und viel frisches Gemüse können eine Pizza gesünder machen. In Maßen genossen, ist Pizza jedoch ein Genuss, der in eine gesunde Lebensweise passt.

Woher kommt der Name „Pizza“?

Die genaue Etymologie des Wortes „Pizza“ ist nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Theorien. Eine besagt, dass es vom lateinischen Wort „pinsa“ abgeleitet ist, was „flachgedrückt“ oder „gestampft“ bedeutet. Eine andere Theorie verbindet es mit dem griechischen Wort „pitta“ (Fladenbrot). Es könnte auch von dem althochdeutschen Wort „bizzo“ oder „pizzo“ stammen, was „Bissen“ oder „Stück Brot“ bedeutet und im 10. Jahrhundert in einem lateinischen Text aus Gaeta (Italien) auftaucht. Sicher ist, dass der Name schon sehr alt ist und sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

Kann man Pizza einfrieren?

Ja, Pizza lässt sich hervorragend einfrieren! Am besten backen Sie die Pizza vollständig und lassen sie dann vollständig abkühlen, bevor Sie sie portionsweise in Frischhaltefolie oder Gefrierbeutel verpacken. So bleibt sie bis zu drei Monate im Gefrierschrank haltbar. Zum Aufwärmen können Sie die gefrorene Pizza direkt in den vorgeheizten Ofen schieben oder kurz auftauen lassen und dann aufbacken, bis der Käse wieder geschmolzen und der Boden knusprig ist.

Wie lange backt man eine Pizza?

Die Backzeit einer Pizza hängt stark von der Ofenart, der Teigdicke und den Belägen ab. Eine dünne, neapolitanische Pizza backt in einem sehr heißen Holzofen (400-500°C) oft nur 60-90 Sekunden. In einem Haushaltsbackofen bei 200-250°C Ober-/Unterhitze oder Heißluft benötigt eine Pizza in der Regel 10-20 Minuten. Wichtig ist, den Ofen gut vorzuheizen und die Pizza auf einem Pizzastein oder einem umgedrehten Backblech zu backen, um einen knusprigen Boden zu erhalten. Die Pizza ist fertig, wenn der Käse goldbraun geschmolzen ist und der Rand schön aufgegangen und leicht gebräunt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Pizza und Flammkuchen?

Obwohl beide Gerichte aus einem dünnen Teig bestehen und im Ofen gebacken werden, gibt es wesentliche Unterschiede. Flammkuchen stammt aus dem Elsass und Baden und wird traditionell mit einer Mischung aus Schmand oder Crème fraîche, Speckwürfeln und Zwiebeln belegt. Der Teig ist meist noch dünner als bei einer Pizza und wird sehr knusprig gebacken. Pizza hingegen hat ihren Ursprung in Italien, wird klassisch mit Tomatensauce und Mozzarella belegt und bietet eine viel größere Vielfalt an Belägen. Auch der Pizzateig ist oft hefereicher und luftiger am Rand.

Pizza als Kulturgut und kulinarischer Genuss

Ob Sie nun von „Pizzen“ oder „Pizzas“ sprechen, eines ist unbestreitbar: Pizza ist mehr als nur ein Gericht. Sie ist ein Symbol für italienische Gastfreundschaft, ein fester Bestandteil vieler Familienfeiern und ein Trostspender an einem langen Tag. Ihre Anpassungsfähigkeit hat sie zu einem globalen Phänomen gemacht, das von Generationen geliebt wird. Von der einfachen Margherita bis zu exotischen Kreationen – die Vielfalt der Pizza spiegelt die Kreativität und den Geschmack der Menschheit wider.

Möge Ihr nächstes Stück Pizza – egal, wie Sie die Mehrzahl nennen – ein wahrer Genuss sein!

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