23/11/2018
Stellen Sie sich vor: Der Duft von frisch gebackener Pizza durchzieht Ihr Zuhause, die Kruste ist perfekt knusprig, der Käse schmilzt verlockend, und die Tomatensauce ist so aromatisch, dass jeder Bissen ein kleines Fest ist. Dieses Erlebnis ist kein Traum, sondern mit ein wenig Wissen und den richtigen Techniken absolut realisierbar. Eine hausgemachte Pizza übertrifft oft das Angebot vieler Lieferdienste, und das Geheimnis liegt in zwei Hauptkomponenten: einer außergewöhnlichen Tomatensauce und einem perfekt zubereiteten Pizzateig. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Kunst, diese beiden Elemente zu meistern, damit Sie Ihre eigene, unvergessliche Pizza kreieren können.

Die Seele der Pizza: Perfekte Tomatensauce selbst gemacht
Die Tomatensauce ist weit mehr als nur eine rote Schicht auf Ihrer Pizza; sie ist das Herzstück, das den Geschmack maßgeblich prägt. Eine gute, selbstgemachte Tomatensauce hebt Ihre Pizza von der Masse ab und verleiht ihr eine Tiefe und Frische, die mit Fertigprodukten kaum zu erreichen ist. Die Zubereitung ist überraschend einfach und erfordert nur wenige, aber qualitativ hochwertige Zutaten.
Warum selbstgemachte Tomatensauce unschlagbar ist
Der Hauptvorteil einer selbstgemachten Tomatensauce liegt in der Kontrolle über die Zutaten. Sie entscheiden, welche Tomaten Sie verwenden, wie viel Salz und welche Kräuter hinzugefügt werden. Das Ergebnis ist eine Sauce, die genau auf Ihren Geschmack abgestimmt ist, frei von unnötigen Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln oder übermäßigem Zucker. Die Frische und Intensität des Geschmacks sind unvergleichlich.
Zutaten für die himmlische Sauce
Für eine klassische und aromatische Pizzasauce benötigen Sie:
- 1,2 kg reife Tomaten (z.B. San Marzano, Roma oder andere fleischige Sorten)
- 2-3 EL Olivenöl extra vergine
- 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
- 2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 TL getrockneter Oregano (oder frischer, gehackt)
- Einige frische Basilikumblätter
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- Optional: Eine Prise Zucker (zum Ausgleich der Säure)
Tomatensorten im Vergleich: Die Basis für Ihre Sauce
Die Wahl der Tomaten ist entscheidend für den Geschmack Ihrer Sauce. Hier sind einige gängige Sorten und ihre Eigenschaften:
| Tomatensorte | Eigenschaften | Ideal für |
|---|---|---|
| San Marzano (DOP) | Länglich, fleischig, wenig Samen, süß-säuerlich, geringer Wassergehalt | Authentische neapolitanische Pizzasauce |
| Roma (Pflaumentomaten) | Oval, festes Fruchtfleisch, wenige Samen, milder Geschmack | Alltägliche Saucen, gute Konsistenz |
| Runde Freilandtomaten | Saftiger, variabler im Geschmack, je nach Reifegrad | Frische Saucen, wenn gute Qualität verfügbar ist |
| Passierte Tomaten (Flasche) | Gleichmäßige Konsistenz, praktisch, guter Ersatz bei Zeitmangel | Schnelle Saucen, wenn frische Tomaten fehlen |
Die Angabe, dass 1,2 kg Tomaten mit Schale und ohne Kerne verwendet werden sollen, ist ein wichtiger Hinweis. Das Entfernen der Kerne reduziert den Wassergehalt und sorgt für eine konzentriertere, weniger wässrige Sauce, die perfekt auf der Pizza haftet. Die Schale kann mitgekocht und später entfernt oder püriert werden, um Ballaststoffe und Farbe zu erhalten.
Schritt-für-Schritt zur idealen Sauce
- Tomaten vorbereiten: Waschen Sie die Tomaten gründlich. Halbieren Sie sie und entfernen Sie die Kerne mit einem Löffel. Die Schale können Sie dranlassen, sie wird beim Kochen weich und kann später mitpüriert werden, oder Sie blanchieren die Tomaten kurz in kochendem Wasser, schrecken sie in Eiswasser ab und ziehen die Haut ab, falls Sie eine feinere Sauce bevorzugen. Schneiden Sie die Tomaten in grobe Stücke.
- Aromen anbraten: Erhitzen Sie das Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die gewürfelten Zwiebeln hinzu und braten Sie sie glasig an (ca. 5-7 Minuten). Fügen Sie dann den gehackten Knoblauch hinzu und braten Sie ihn weitere 1-2 Minuten, bis er duftet. Achten Sie darauf, dass der Knoblauch nicht braun wird, da er sonst bitter schmeckt.
- Tomaten hinzufügen und köcheln lassen: Geben Sie die vorbereiteten Tomatenstücke und den getrockneten Oregano in den Topf. Rühren Sie alles gut um. Bringen Sie die Sauce zum Kochen, reduzieren Sie dann die Hitze auf ein Minimum und lassen Sie die Sauce zugedeckt für mindestens 30-45 Minuten köcheln. Je länger die Sauce köchelt, desto intensiver wird der Geschmack und desto dicker die Konsistenz. Rühren Sie gelegentlich um, um ein Anbrennen zu verhindern.
- Verfeinern und pürieren: Nach dem Köcheln sollten die Tomaten sehr weich sein. Nehmen Sie den Topf vom Herd. Wenn Sie eine glatte Sauce bevorzugen, pürieren Sie die Sauce mit einem Stabmixer direkt im Topf, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Wenn Sie eine rustikalere Sauce mit Stücken mögen, können Sie diesen Schritt überspringen oder nur teilweise pürieren.
- Abschmecken: Schmecken Sie die Sauce mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer ab. Wenn die Sauce zu säuerlich ist, können Sie eine kleine Prise Zucker hinzufügen. Rühren Sie zum Schluss die frischen Basilikumblätter unter (wenn Sie frischen Basilikum verwenden, fügen Sie ihn erst am Ende hinzu, damit sein Aroma erhalten bleibt). Lassen Sie die Sauce vor dem Verwenden etwas abkühlen.
Tipps für die perfekte Konsistenz und den Geschmack der Sauce
- Weniger ist mehr: Eine gute Pizzasauce sollte nicht zu viele Zutaten enthalten, um den reinen Tomatengeschmack nicht zu überdecken.
- Säureausgleich: Wenn Ihre Tomaten sehr säuerlich sind, hilft eine Prise Zucker, die Säure zu neutralisieren und die Süße hervorzuheben.
- Kräuter: Neben Oregano und Basilikum können Sie auch eine Prise Thymian oder Rosmarin für eine andere Geschmacksnote verwenden. Fügen Sie getrocknete Kräuter früh hinzu, frische Kräuter später.
- Konsistenz: Wenn die Sauce zu wässrig ist, lassen Sie sie ohne Deckel länger köcheln, um Flüssigkeit zu reduzieren. Ist sie zu dick, können Sie etwas Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen.
- Vorbereitung: Die Sauce lässt sich hervorragend vorbereiten. Sie schmeckt oft am besten, wenn sie einen Tag im Voraus zubereitet wird, da die Aromen Zeit haben, sich zu entfalten.
Der Kern der Pizza: Der perfekte Pizzateig
Der Teig ist das Fundament jeder guten Pizza. Ein elastischer, gut aufgegangener Teig, der beim Backen knusprig wird und gleichzeitig eine zarte, luftige Krume behält, ist entscheidend. Die Herstellung eines guten Pizzateigs erfordert etwas Geduld, aber die Mühe lohnt sich definitiv.
Die Basis: Zutaten und ihre Rolle
Ein einfacher Pizzateig benötigt nur wenige Zutaten:
- Mehl: Typ 00 Mehl (italienisches Pizzamehl) ist ideal, da es einen hohen Proteingehalt hat und sehr fein gemahlen ist, was zu einem elastischen Teig führt. Alternativ geht auch Weizenmehl Typ 405 oder 550.
- Wasser: Kaltes Wasser ist besser für eine langsame Gärung, die mehr Geschmack entwickelt. Die Wassermenge ist entscheidend für die Hydration.
- Hefe: Frische Hefe oder Trockenhefe.
- Salz: Essentiell für den Geschmack und die Teigstruktur.
- Olivenöl: Macht den Teig geschmeidiger und verleiht ihm Geschmack.
Die Kunst des Knetens und Gehens
- Hefe aktivieren: Wenn Sie Trockenhefe verwenden, lösen Sie diese in einem Teil des lauwarmen Wassers mit einer Prise Zucker auf und lassen Sie sie 5-10 Minuten stehen, bis sie schäumt. Bei frischer Hefe diese direkt im Wasser auflösen.
- Teig mischen: Geben Sie das Mehl in eine große Schüssel. Formen Sie eine Mulde in der Mitte. Gießen Sie das Hefe-Wasser-Gemisch, das restliche Wasser, das Olivenöl und das Salz in die Mulde.
- Kneten: Beginnen Sie, die Zutaten von innen nach außen zu vermischen, bis ein grober Teig entsteht. Dann den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und für 10-15 Minuten kräftig kneten, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Der Teig sollte den sogenannten „Fenstertest“ bestehen: Ein kleines Stück Teig lässt sich so dünn ausziehen, dass man fast hindurchsehen kann, ohne dass er reißt.
- Erster Gärvorgang (Gehen lassen): Formen Sie den Teig zu einer Kugel, bestreichen Sie ihn leicht mit Olivenöl und legen Sie ihn in eine saubere Schüssel. Decken Sie die Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort (oder im Kühlschrank für eine langsamere, geschmacksintensivere Gärung über Nacht) für mindestens 1-2 Stunden gehen, bis er sich im Volumen verdoppelt hat.
- Portionieren und zweiter Gärvorgang: Nach dem ersten Gehen den Teig vorsichtig aus der Schüssel nehmen und in 2-4 gleich große Portionen teilen, je nachdem, wie viele Pizzen Sie machen möchten. Jede Portion zu einer Kugel formen und auf einer leicht bemehlten Fläche oder Backpapier abgedeckt weitere 30-60 Minuten gehen lassen.
Teig formen wie ein Profi
Das Ausrollen des Teigs ist eine Kunst für sich. Vermeiden Sie die Verwendung eines Nudelholzes, da dies die Luftblasen im Teig zerdrückt, die für eine luftige Kruste wichtig sind. Stattdessen:
- Legen Sie eine Teigkugel auf eine leicht bemehlte Fläche.
- Drücken Sie den Teig mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen, um einen Rand zu bilden.
- Heben Sie den Teig an und lassen Sie ihn vorsichtig über Ihre Knöchel fallen, dabei drehen Sie ihn langsam, um ihn zu dehnen. Die Schwerkraft hilft Ihnen dabei.
- Ziel ist es, einen runden Teigfladen mit einem leicht dickeren Rand zu erhalten.
Die Vollendung: Belegen und Backen
Sobald Sie Ihre perfekte Sauce und Ihren elastischen Teig haben, ist der Rest ein Kinderspiel. Das Belegen und Backen sind die letzten Schritte zum Genuss.

Kreative Belagsideen
Nachdem der Teig geformt ist, verteilen Sie eine dünne Schicht Ihrer hausgemachten Tomatensauce darauf. Überladen Sie die Pizza nicht, sonst wird sie matschig und die Kruste nicht knusprig. Danach kommt der Käse. Mozzarella (am besten Büffelmozzarella oder Fior di Latte, gut abgetropft) ist die klassische Wahl, aber auch eine Mischung aus Parmesan und Provolone eignet sich hervorragend. Danach können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen:
- Klassiker: Salami, Pilze, Schinken, Oliven, Paprika.
- Vegetarisch: Gegrilltes Gemüse (Zucchini, Aubergine), Spinat, Rucola (nach dem Backen), Kirschtomaten, Zwiebeln.
- Exotisch: Ananas (für die Mutigen!), Hähnchen, Barbecue-Sauce.
- Wichtig: Fügen Sie empfindliche Kräuter wie frischen Basilikum erst nach dem Backen hinzu, um ihr Aroma zu bewahren.
Die Backgeheimnisse für eine knusprige Kruste
Der Schlüssel zu einer knusprigen Pizza ist eine hohe Backtemperatur und eine schnelle Backzeit.
- Ofen vorheizen: Heizen Sie Ihren Backofen auf die höchstmögliche Temperatur vor (mindestens 220-250°C Ober-/Unterhitze). Wenn Sie einen Pizzastein oder ein Pizzastahl verwenden, legen Sie diesen bereits in den kalten Ofen und heizen Sie ihn mindestens 45-60 Minuten vor, damit er richtig heiß wird. Ein heißer Untergrund ist entscheidend für eine knusprige Basis.
- Pizza einschießen: Schieben Sie die belegte Pizza direkt auf den heißen Pizzastein oder ein vorgeheiztes Backblech. Verwenden Sie dafür eine Pizzaschaufel oder Backpapier als Hilfe.
- Backzeit: Die Backzeit variiert je nach Ofen und Dicke der Pizza, liegt aber in der Regel zwischen 8 und 15 Minuten. Beobachten Sie die Pizza genau. Die Kruste sollte goldbraun sein und der Käse Blasen werfen und leicht gebräunt sein. Für eine noch knusprigere Kruste können Sie in den letzten Minuten die Grillfunktion des Ofens einschalten, aber passen Sie auf, dass die Pizza nicht verbrennt.
- Ruhezeit: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen und lassen Sie sie 1-2 Minuten ruhen, bevor Sie sie schneiden und servieren. Dies hilft, die Säfte zu verteilen und die Kruste stabil zu halten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich die Tomatensauce einfrieren?
Ja, absolut! Die selbstgemachte Tomatensauce lässt sich hervorragend in luftdichten Behältern oder Gefrierbeuteln einfrieren. Sie hält sich im Gefrierfach problemlos 3-4 Monate. Vor der Verwendung einfach im Kühlschrank auftauen lassen oder direkt in einem Topf bei niedriger Hitze erwärmen.
Welche Tomaten sind am besten für Pizzasauce geeignet?
Für eine authentische und geschmackvolle Pizzasauce sind San Marzano Tomaten aus der Dose (DOP-zertifiziert) die erste Wahl. Sie haben einen geringen Säuregehalt, sind fleischig und sehr aromatisch. Alternativ eignen sich auch andere italienische Pflaumentomaten (wie Roma-Tomaten) oder reife, fleischige Freilandtomaten aus der Region, wenn sie Saison haben.
Warum wird mein Pizzateig nicht knusprig?
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Pizzateig nicht knusprig wird:
- Zu niedrige Ofentemperatur: Pizza benötigt eine sehr hohe Temperatur, um schnell zu backen und eine knusprige Kruste zu entwickeln. Heizen Sie den Ofen immer auf die höchstmögliche Temperatur vor.
- Kein Pizzastein/-stahl: Ein Pizzastein oder -stahl speichert Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Teig ab, was zu einer schnelleren Bräunung und Knusprigkeit führt.
- Teig zu dick: Ein zu dicker Teig braucht länger zum Backen und kann innen weich bleiben.
- Zu viel Belag: Überladen Sie die Pizza nicht. Zu viel Feuchtigkeit vom Belag kann den Teig durchnässen.
Kann ich glutenfreies Mehl für den Pizzateig verwenden?
Ja, Sie können glutenfreies Mehl verwenden, aber beachten Sie, dass der Teig andere Eigenschaften haben wird. Glutenfreie Teige sind oft weniger elastisch und können schwieriger zu handhaben sein. Es gibt spezielle glutenfreie Pizzamehlmischungen, die oft Zusätze wie Xanthangummi enthalten, um die Textur zu verbessern. Die Backzeit und -temperatur können ebenfalls leicht abweichen.
Wie lange kann ich den Pizzateig aufbewahren?
Nach dem ersten Gehen können Sie den Pizzateig in luftdichten Behältern für 1-3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Eine längere, kalte Gärung kann sogar den Geschmack des Teigs verbessern. Sie können den Teig auch portionsweise einfrieren. Legen Sie die Teigkugeln dafür auf Backpapier und frieren Sie sie einzeln ein, bevor Sie sie in einen Gefrierbeutel geben. Aufgetaut werden sie am besten über Nacht im Kühlschrank.
Fazit
Die Zubereitung einer hausgemachten Pizza, von der Tomatensauce bis zum knusprigen Pizzateig, ist ein lohnendes kulinarisches Abenteuer. Es erfordert ein wenig Übung, aber die Ergebnisse sind unvergleichlich. Mit der richtigen Tomatensauce als Basis und einem perfekt zubereiteten Teig sind Sie auf dem besten Weg, Ihre Familie und Freunde mit einem Stück Italien direkt aus Ihrer eigenen Küche zu begeistern. Experimentieren Sie mit verschiedenen Belägen, finden Sie Ihre persönlichen Favoriten und genießen Sie den Prozess, ein echtes Pizza-Meisterwerk zu schaffen. Buon appetito!
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