21/05/2019
Die Pizza ist ein globales Phänomen, geliebt für ihre unzähligen Variationen und Geschmacksrichtungen. Doch oft wird ein entscheidender Bestandteil übersehen, der das wahre Herzstück jeder Pizza bildet: die Sauce. Sie ist nicht nur eine einfache Unterlage für Beläge, sondern der Geschmacksträger, der alles miteinander verbindet und jeder Scheibe ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Eine gute Sauce kann eine durchschnittliche Pizza in ein kulinarisches Erlebnis verwandeln, während eine schlechte Sauce selbst die frischesten Zutaten ruinieren kann. Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Welt der Pizzasaucen und entdecken Sie, wie Sie den perfekten Untergrund für Ihre hausgemachten Kreationen schaffen können.

Der unverzichtbare Klassiker: Tomatensauce
Wenn wir an Pizzasauce denken, kommt uns unweigerlich die Tomatensauce in den Sinn. Sie ist der absolute Standard, das Fundament der meisten traditionellen Pizzen, von der einfachen Margherita bis zur reichhaltigen Pizza mit Salami und Pilzen. Ihre Beliebtheit verdankt sie ihrer frischen Säure, die einen wunderbaren Kontrast zu den oft deftigen Belägen bildet, und ihrer Fähigkeit, sich harmonisch mit Käse und Teig zu verbinden. Doch Tomatensauce ist nicht gleich Tomatensauce. Es gibt schnelle Varianten für den spontanen Pizzahunger und aufwendigere Rezepte, die den Geschmack der sonnengereiften Tomaten optimal zur Geltung bringen.

Schnelle und einfache Tomatensauce für Eilige
Manchmal überkommt einen die Lust auf Pizza ganz plötzlich, und man hat keine Zeit für lange Kochsessions. Für solche Momente gibt es eine blitzschnelle Lösung, die in nur wenigen Minuten zubereitet ist und dennoch einen überraschend guten Geschmack liefert. Diese Sauce ist ideal, wenn Sie die meisten Zutaten bereits zu Hause haben und in Windeseile eine frische Pizza auf den Tisch bringen möchten.
Zutaten:
- Frische Tomaten (oder hochwertige Dosentomaten)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Esslöffel Butter
- 1 Esslöffel Olivenöl extra vergine
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung:
- Waschen Sie die Tomaten gründlich und schneiden Sie sie in grobe Stücke. Entfernen Sie dabei die Kerne, um eine zu wässrige Konsistenz zu vermeiden und die Sauce geschmeidiger zu machen. Wenn Sie Dosentomaten verwenden, können Sie diesen Schritt überspringen.
- Schälen Sie die Zwiebel und schneiden Sie sie ebenfalls in grobe Stücke.
- Geben Sie die Tomatenstücke und die Zwiebelstücke zusammen in einen Mixer oder verwenden Sie einen Stabmixer. Pürieren Sie alles, bis eine glatte Paste entsteht. Achten Sie darauf, dass keine großen Stücke mehr vorhanden sind, da dies die Textur der Sauce beeinträchtigen könnte.
- Erhitzen Sie in einem Topf bei mittlerer Hitze die Butter und das Olivenöl. Die Kombination aus Butter und Olivenöl sorgt für einen runderen Geschmack und verhindert, dass die Butter zu schnell verbrennt.
- Gießen Sie die pürierte Tomaten-Zwiebel-Mischung in den Topf. Lassen Sie die Sauce für etwa 5 Minuten leicht köcheln, während Sie gelegentlich umrühren. Dies hilft, die Aromen zu verbinden und eine leichte Reduktion zu erreichen.
- Schmecken Sie die Sauce mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab. Seien Sie nicht zu sparsam mit dem Würzen, da die Sauce auf der Pizza später noch mit anderen Belägen konkurrieren muss.
- Die Sauce ist nun bereit zur Verwendung. Lassen Sie sie kurz abkühlen, bevor Sie sie auf den Pizzateig streichen, damit der Teig nicht durchweicht.
Die authentische italienische Tomatensauce: Ein Geschmackserlebnis
Für Liebhaber des echten italienischen Geschmacks, die bereit sind, etwas mehr Zeit zu investieren, ist diese traditionelle Tomatensauce die perfekte Wahl. Sie zeichnet sich durch ihre Tiefe, Ausgewogenheit und das reiche Aroma sonnengereifter Tomaten aus. Das Geheimnis liegt in der langsamen Reduktion und der sorgfältigen Auswahl der Gewürze, die zusammen ein unvergleichliches Geschmacksprofil ergeben. Diese Sauce ist es, die viele Pizzabäcker als Grundlage für ihre Meisterwerke verwenden, und sie ist keineswegs kompliziert, wie oft angenommen wird.

Zutaten:
- 1 große Zwiebel, fein gehackt
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- 2 Esslöffel Olivenöl (oder Pflanzenöl)
- 400 g geschälte Tomaten (aus der Dose, stückig oder ganz)
- 1 Teelöffel Zucker (sehr wichtig!)
- 1/2 Teelöffel getrockneter Basilikum
- 1/2 Teelöffel getrockneter Oregano
- 1 Lorbeerblatt
- 2-3 Teelöffel Tomatenkonzentrat (Tomatenmark)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung:
- Schälen und hacken Sie die Zwiebel und die Knoblauchzehe sehr fein. Eine feine Textur sorgt dafür, dass sich die Aromen besser verteilen und keine groben Stücke in der fertigen Sauce stören.
- Erhitzen Sie das Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die gehackte Zwiebel hinzu und dünsten Sie sie glasig, bis sie weich und leicht durchscheinend ist. Fügen Sie dann den Knoblauch hinzu und dünsten Sie ihn für etwa eine weitere Minute, bis er duftet. Achten Sie darauf, dass der Knoblauch nicht braun wird, da er sonst bitter schmecken kann.
- Geben Sie die geschälten Tomaten in den Topf. Wenn Sie ganze Tomaten verwenden, zerdrücken Sie diese vorher grob mit einer Gabel oder den Händen. Lassen Sie die Mischung bei schwacher Hitze etwa 15 Minuten köcheln, ohne den Topf abzudecken. Dies ermöglicht es dem Wasser zu verdampfen und die Sauce einzudicken.
- Nun ist der Moment für die Würze gekommen. Fügen Sie den Zucker, Salz, Pfeffer und das Lorbeerblatt hinzu. Der Zucker ist hier ein entscheidender Bestandteil, da er die natürliche Säure der Tomaten ausgleicht und dem Molho eine wunderbare Süße verleiht, die den Gesamtgeschmack abrundet. Lassen Sie die Sauce weitere 10 Minuten köcheln.
- Rühren Sie die getrockneten Kräuter – Basilikum und Oregano – unter. Diese Kräuter sind essenziell für den klassischen italienischen Pizzageschmack. Kochen Sie die Sauce für weitere 10 Minuten, damit sich die Aromen voll entfalten können.
- Zum Schluss rühren Sie das Tomatenkonzentrat ein. Dies verstärkt den Tomatengeschmack und hilft, die Sauce zu verdicken. Wenn die Sauce zu flüssig erscheint, können Sie entweder mehr Tomatenkonzentrat hinzufügen oder sie noch etwas länger köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Sauce sollte dickflüssig und homogen sein, damit sie nicht vom Teig läuft und die Pizza matschig macht.
- Entfernen Sie das Lorbeerblatt. Pürieren Sie die Sauce anschließend mit einem Stabmixer, bis sie eine glatte, cremige Konsistenz hat. Dieser Schritt sorgt für die typische Pizzasaucen-Textur.
- Lassen Sie die Sauce vor dem Auftragen auf den Pizzateig vollständig abkühlen. Eine heiße Sauce kann den Teig aufweichen und ihn daran hindern, knusprig zu werden.
Vergleich: Schnelle vs. Authentische Tomatensauce
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welche Tomatensauce die richtige für Ihre nächste Pizza ist, haben wir die wichtigsten Merkmale der beiden Rezepte in einer Tabelle zusammengefasst:
| Merkmal | Schnelle Tomatensauce | Authentische Italienische Tomatensauce |
|---|---|---|
| Zubereitungszeit | ca. 5 Minuten | ca. 45-60 Minuten |
| Zutaten | Frische/Dosen-Tomaten, Zwiebel, Butter, Olivenöl | Geschälte Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Zucker, Kräuter, Tomatenmark |
| Geschmacksprofil | Frisch, unkompliziert, leicht säuerlich | Tief, ausgewogen, reichhaltig, süß-säuerlich |
| Textur | Eher flüssig, kann grober sein | Dickflüssig, samtig, cremig |
| Aufwand | Sehr gering | Mittel |
| Empfohlen für | Spontane Pizzen, schnelle Mahlzeiten, Kinderpizzen | Klassische Margherita, anspruchsvollere Kreationen, Feinschmecker |
Die Vielfalt der Pizzasaucen: Mehr als nur Tomate
Auch wenn die Tomatensauce der unangefochtene König der Pizzasaucen ist, gibt es eine ganze Welt von Alternativen, die Ihrer Pizza eine völlig neue Dimension verleihen können. Das Experimentieren mit verschiedenen Saucen ist eine wunderbare Möglichkeit, Ihre Pizzakünste zu erweitern und einzigartige Geschmackskombinationen zu entdecken. Hier sind einige Inspirationen:
- Béchamelsauce: Diese cremige, weiße Sauce ist eine hervorragende Basis für "weiße" Pizzen, die ohne Tomaten auskommen. Sie passt wunderbar zu Meeresfrüchten, Pilzen, Spinat oder Gorgonzola. Ihr milder, buttriger Geschmack bildet einen schönen Kontrast zu kräftigeren Zutaten.
- Pesto: Ob klassisches Basilikumpesto, Rucolapesto oder sogar ein Pesto aus getrockneten Tomaten – Pesto als Pizzasauce sorgt für eine frische, aromatische Note. Es eignet sich hervorragend für Pizzen mit Mozzarella, Kirschtomaten und Pinienkernen oder als geschmackvolle Ergänzung zu Hähnchen.
- Olivenöl und Knoblauch: Für die Puristen unter uns ist eine einfache Mischung aus hochwertigem Olivenöl, frisch gepresstem Knoblauch und etwas Salz eine rustikale, aber unglaublich geschmackvolle Basis. Diese minimalistische Sauce lässt die Qualität der anderen Beläge, wie frische Kräuter oder feiner Schinken, besonders hervorstechen.
- Barbecue-Sauce (BBQ-Sauce): Eine rauchig-süße BBQ-Sauce ist die perfekte Wahl für Pizzen mit Hähnchen, Rindfleisch oder pulled pork. Sie verleiht der Pizza einen herzhaften, amerikanischen Twist und ist besonders bei Fleischliebhabern beliebt.
- Creme Fraiche oder Sauerrahm: Für eine Art Flammkuchen-Pizza ist eine Schicht aus Creme Fraiche oder Sauerrahm, oft mit Zwiebeln und Speck belegt, eine köstliche Alternative. Diese Saucen sind leichter als Tomatensauce und bieten eine sanfte, cremige Basis.
- Spezialsaucen: Von einer Pilzsauce über eine grüne Sauce für Fischpizza bis hin zu exotischeren Varianten wie einer süß-sauren Sauce oder einer scharfen Chili-Sauce – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass die Sauce zum Rest der Beläge passt und die Harmonie der Geschmäcker nicht stört.
Das Experimentieren mit verschiedenen Saucen ist ein aufregender Teil des Pizzabackens. Trauen Sie sich, über den Tellerrand der Tomatensauce hinauszublicken und neue Favoriten zu entdecken!
Der Kaloriengehalt von Pizzasaucen
Für viele ist der Kaloriengehalt ein wichtiger Faktor bei der Zubereitung von Speisen. Eine gute Nachricht ist, dass die Basis-Pizzasauce, insbesondere die Tomatensauce, in der Regel nicht zu den größten Kalorienbomben gehört. Eine einzelne Portion Pizzasauce, wie sie typischerweise auf einer Scheibe Pizza verwendet wird, enthält ungefähr 21 kcal. Dieser Wert kann natürlich je nach Rezept und den spezifischen Zutaten variieren. Eine Sauce, die mit viel Öl, Butter oder Zucker zubereitet wird, kann einen höheren Kaloriengehalt aufweisen als eine sehr puristische Variante. Hausgemachte Saucen bieten den Vorteil, dass Sie die Kontrolle über die verwendeten Zutaten haben und somit den Kaloriengehalt und die Nährwerte besser steuern können. Wenn Sie auf Ihre Linie achten möchten, verwenden Sie weniger Öl und setzen Sie auf frische, unverarbeitete Tomaten und Kräuter.

Geheimnisse der Pizzabäcker: Einfachheit ist der Schlüssel
Viele Menschen glauben, dass professionelle Pizzabäcker geheime, komplizierte Saucenrezepte verwenden, die zu Hause unmöglich nachzubilden sind. Doch das Gegenteil ist der Fall! Das größte Geheimnis der Pizzabäcker liegt in der Einfachheit und der Qualität der Zutaten. Eine erstklassige Tomatensauce benötigt keine exotischen Gewürze oder stundenlanges Kochen. Vielmehr sind es reife, aromatische Tomaten, ein gutes Olivenöl und die richtige Balance von Süße, Säure und Würze, die den Unterschied machen. Die Rezepte, die wir Ihnen hier vorgestellt haben, sind tatsächlich sehr nah an dem, was in vielen Pizzerien verwendet wird. Der Schlüssel ist, die Anweisungen zu befolgen, die Sauce mit Liebe zuzubereiten und ihr die nötige Zeit zu geben, um ihre Aromen zu entwickeln. Mit ein wenig Übung können auch Sie eine Pizzasauce zaubern, die an die besten Pizzerien erinnert.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Pizzasaucen
- Muss ich Zucker in die Tomatensauce geben?
- Ja, das Hinzufügen von Zucker ist sehr empfehlenswert, besonders bei Tomatensaucen. Zucker hilft, die natürliche Säure der Tomaten auszugleichen und dem Molho eine ausgewogene Süße zu verleihen. Dies führt zu einem runderen und harmonischeren Geschmacksprofil.
- Kann ich frische Tomaten für die Sauce verwenden?
- Absolut! Frische, reife Tomaten sind eine ausgezeichnete Wahl. Achten Sie darauf, sie vor dem Pürieren zu waschen und die Kerne zu entfernen, da diese die Sauce wässrig machen und die Textur beeinträchtigen können. Viele bevorzugen jedoch hochwertige geschälte Dosentomaten, da diese oft auf dem Höhepunkt ihrer Reife geerntet und verarbeitet werden, was einen konsistenten Geschmack garantiert.
- Wie bewahre ich selbstgemachte Pizzasauce am besten auf?
- Selbstgemachte Pizzasauce lässt sich hervorragend aufbewahren. Im Kühlschrank hält sie sich in einem luftdichten Behälter 3-4 Tage. Für eine längere Haltbarkeit können Sie die Sauce portionsweise einfrieren. In Gefrierbeuteln oder geeigneten Behältern hält sie sich im Gefrierfach mehrere Monate. Lassen Sie die Sauce vor der Verwendung vollständig auftauen.
- Kann ich das Rezept für die Tomatensauce an meine Vorlieben anpassen?
- Ja, auf jeden Fall! Rezepte sind immer nur eine Richtlinie. Sie können die Menge an Knoblauch, Kräutern (Basilikum, Oregano, Thymian, Rosmarin), Gewürzen (Chiliflocken für Schärfe) oder sogar etwas Balsamico-Essig für zusätzliche Tiefe anpassen. Probieren Sie sich einfach durch und finden Sie Ihre persönliche Lieblingsvariante.
- Welche Pizzasauce passt zu welcher Art von Pizza?
- Die klassische Tomatensauce ist vielseitig und passt zu fast allen Pizzen. Für Pizzen mit Meeresfrüchten, Pilzen oder Spinat ist eine Béchamelsauce eine hervorragende Alternative. Eine BBQ-Sauce ist ideal für Pizzen mit Hähnchen oder Rindfleisch. Pesto eignet sich gut für leichtere, frische Pizzen mit Mozzarella und Kirschtomaten. Letztendlich kommt es auf Ihren persönlichen Geschmack und die Harmonie der Zutaten an.
Die Pizzasauce ist weit mehr als nur eine rote Schicht auf dem Teig. Sie ist das unsichtbare Rückgrat, das die Aromen zusammenhält und den Charakter jeder Pizza prägt. Ob Sie sich für die schnelle Alltagsversion oder die authentische italienische Variante entscheiden, das Geheimnis liegt in der Liebe zum Detail und der Qualität der Zutaten. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Sauce selbst zuzubereiten – Sie werden den Unterschied schmecken. Experimentieren Sie, haben Sie Spaß und kreieren Sie Ihre ganz persönliche Traumpizza, die nicht nur Sie, sondern auch Ihre Familie und Freunde begeistern wird. Denn eine wirklich gute Pizza beginnt immer mit einer wirklich guten Sauce!
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