Wie kann man Pizza backen?

Perfekte Pizza selber backen: Ein umfassender Guide

20/11/2019

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Der Duft frisch gebackener Pizza, eine knusprige Kruste, zartschmelzender Käse und Zutaten, die perfekt harmonieren – das ist der Traum vieler Feinschmecker. Doch oft scheitert der Versuch, die perfekte Pizza zu Hause zu backen, an kleinen Details. Vergessen Sie teure Lieferdienste oder enttäuschende Tiefkühlpizzen! Mit dem richtigen Wissen und ein paar einfachen Tricks können Sie in Ihrer eigenen Küche eine Pizza zaubern, die selbst den Ansprüchen eines italienischen Pizzaiolos standhält. Dieser ausführliche Leitfaden nimmt Sie an die Hand und führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, vom Mehl bis zum fertigen Genuss.

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Inhaltsverzeichnis

Das Herzstück: Der perfekte Pizzateig

Ein herausragender Pizzateig ist das absolute Fundament jeder guten Pizza. Er sollte außen knusprig und innen luftig sein, mit einer feinen Textur und einem wunderbaren Aroma. Hier sind die Schlüsselkomponenten und Schritte:

Die Zutaten für den Teig

  • Mehl: Ideal ist italienisches Pizzamehl des Typs 00 (Doppelnull), da es einen hohen Proteingehalt (ca. 12-14%) hat und somit viel Gluten entwickelt, was für Elastizität und eine luftige Krume sorgt. Alternativ können Sie auch Weizenmehl Typ 405 oder 550 verwenden, wobei Typ 550 mehr Gluten enthält und bessere Ergebnisse liefert als Typ 405.
  • Wasser: Kaltes bis lauwarmes Wasser (ca. 18-22°C) ist am besten. Die Hydration (Verhältnis von Wasser zu Mehl) sollte zwischen 60% und 70% liegen. Eine höhere Hydration (mehr Wasser) führt zu einem klebrigeren Teig, der aber nach dem Backen luftiger und knuspriger wird.
  • Hefe: Frische Hefe (ca. 2-4g pro 500g Mehl) oder Trockenhefe (ca. 1/3 der Menge an Frischhefe). Weniger Hefe bei längerer Gehzeit führt zu einem besseren Aroma.
  • Salz: Unbedingt nötig für den Geschmack und die Teigstruktur. Ca. 10-15g pro 500g Mehl.
  • Olivenöl: Ein kleiner Schuss (ca. 10-20ml pro 500g Mehl) sorgt für Geschmeidigkeit und eine feinere Kruste.

Die Teigzubereitung und Kneten

Mischen Sie zuerst das Mehl mit Salz. Lösen Sie die Hefe in einem Teil des Wassers auf und geben Sie es zum Mehl. Fügen Sie dann das restliche Wasser und das Olivenöl hinzu. Kneten Sie den Teig gründlich. Dies ist der wichtigste Schritt, um das Glutennetzwerk zu entwickeln, das dem Teig seine Struktur und Elastizität verleiht. Kneten Sie den Teig von Hand mindestens 10-15 Minuten lang, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Mit einer Küchenmaschine dauert es etwa 7-10 Minuten auf mittlerer Stufe. Ein guter Indikator ist der „Fenstertest“: Wenn Sie ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinanderziehen können, sodass es fast durchsichtig wird, ohne zu reißen, ist das Gluten ausreichend entwickelt.

Das Gehen lassen (Gärung)

Nach dem Kneten sollte der Teig in einer leicht geölten Schüssel, abgedeckt mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Tuch, an einem warmen Ort gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (ca. 1-2 Stunden, abhängig von der Hefemenge und Temperatur). Für ein noch besseres Aroma und eine leichtere Verdaulichkeit empfiehlt sich eine kalte Gärung im Kühlschrank über 24-72 Stunden. Hierbei entwickeln sich komplexe Aromen und der Teig wird noch elastischer. Vor dem Weiterverarbeiten sollte der Teig dann Raumtemperatur annehmen.

Die Wahl der richtigen Zutaten: Sauce, Käse und Belag

Einmal der Teig gemeistert, geht es an die Füllung. Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr, aber die Qualität der einzelnen Komponenten ist entscheidend.

Die Tomatensauce

Die beste Pizzasauce ist oft die einfachste. Verwenden Sie hochwertige, geschälte San-Marzano-Tomaten aus der Dose oder passierte Tomaten. Zerdrücken Sie die Tomaten einfach mit den Händen oder einer Gabel, würzen Sie sie mit etwas Salz, frischem Basilikum (falls verfügbar) und eventuell einer Prise Oregano. Kochen ist nicht nötig, da die Sauce im Ofen gart. Ein Schuss gutes Olivenöl rundet den Geschmack ab.

Der Käse

Mozzarella ist der Klassiker. Für die beste Schmelze und Textur verwenden Sie am besten Mozzarella mit geringem Feuchtigkeitsgehalt (Low-Moisture Mozzarella), der oft als „Pizzamozzarella“ erhältlich ist. Frischer Büffelmozzarella (Fior di Latte) ist zwar geschmacklich hervorragend, enthält aber viel Wasser. Wenn Sie ihn verwenden, lassen Sie ihn gut abtropfen und tupfen Sie ihn trocken, bevor Sie ihn auf die Pizza geben, um ein Durchnässen des Teigs zu verhindern. Auch eine Mischung aus Mozzarella und etwas geriebenem Parmesan oder Provolone kann köstlich sein.

Der Belag: Qualität vor Quantität

Hier sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt, aber überladen Sie die Pizza nicht. Zu viele Beläge führen zu einer matschigen Pizza, die nicht richtig durchgart. Achten Sie bei feuchten Belägen darauf, diese vorab zu entwässern oder anzubraten.

Tipp zur Vorbereitung feuchter Beläge (z.B. Zucchini)

Einige Beläge, wie zum Beispiel Zucchini, Pilze oder Spinat, enthalten viel Wasser, das während des Backens freigesetzt wird und die Pizza matschig machen kann. Diese sollten Sie vorab zubereiten. Für die Zucchini, wie sie bereits angedeutet wurde, gehen Sie wie folgt vor: Die Zucchini putzen und in kleine Würfel schneiden. In einer Antihaft-Pfanne 2 Esslöffel Olivenöl mit einer Zehe Knoblauch, die Sie nach Belieben ganz lassen oder fein hacken können, erhitzen. Braten Sie die Zucchiniwürfel darin bei mittlerer Hitze an, bis sie leicht gebräunt und weicher sind. Würzen Sie sie leicht mit Salz und Pfeffer. Dies entfernt überschüssige Feuchtigkeit, intensiviert den Geschmack und sorgt dafür, dass Ihre Pizza knusprig bleibt.

Die Kunst des Belegens und des Backens

Nachdem der Teig perfekt vorbereitet und die Zutaten bereitstehen, geht es an das Ausrollen, Belegen und schließlich das Backen.

Das Ausrollen des Teigs

Arbeiten Sie auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder verwenden Sie Grieß/Semola Rimacinata, um das Anhaften zu verhindern. Drücken Sie den Teig von der Mitte nach außen, um einen Rand zu formen. Ziehen Sie den Teig dann vorsichtig mit den Händen auseinander oder rollen Sie ihn mit einem Nudelholz aus. Versuchen Sie, den Teig so dünn wie möglich auszurollen, ohne ihn zu zerreißen. Wenn Sie einen Pizzaschieber verwenden, bemehlen Sie diesen großzügig, bevor Sie den Teig darauflegen.

Das Belegen der Pizza

Verteilen Sie die Tomatensauce gleichmäßig, lassen Sie dabei einen kleinen Rand für die Kruste frei. Dann kommt der Käse, gefolgt von den weiteren Belägen. Denken Sie daran: Weniger ist mehr! Eine überladene Pizza gart nicht richtig und wird matschig.

Der Backprozess: Hitze ist der Schlüssel

Das Geheimnis einer perfekten Pizza ist extrem hohe Hitze und eine kurze Backzeit. Nur so wird die Kruste außen knusprig und innen weich und luftig.

  • Ofentemperatur: Heizen Sie Ihren Backofen auf die höchstmögliche Temperatur vor (mindestens 250°C, besser 280-300°C oder sogar mehr, wenn Ihr Ofen das schafft).
  • Pizzastein oder Backstahl: Investieren Sie in einen Pizzastein oder noch besser, einen Backstahl. Diese speichern die Hitze hervorragend und geben sie direkt an den Teigboden ab, was eine unglaublich knusprige Unterseite erzeugt. Legen Sie den Stein oder Stahl auf die unterste oder mittlere Schiene und heizen Sie ihn mindestens 45-60 Minuten mit dem Ofen vor.
  • Backblech: Wenn Sie keinen Stein haben, verwenden Sie ein umgedrehtes Backblech, das Sie ebenfalls gut vorheizen.
  • Backzeit: Eine Pizza braucht in einem sehr heißen Ofen nur 5-10 Minuten, je nach Dicke und Belag. Halten Sie sie im Auge!

Rezeptvorschlag: Klassische Zucchini-Knoblauch-Pizza

Dieses Rezept kombiniert die Einfachheit einer klassischen Pizza mit dem würzigen Aroma von vorgebratenen Zucchini und Knoblauch.

Zutaten (für 2 Pizzen):

  • 500g Pizzamehl Typ 00 oder Weizenmehl Typ 550
  • 300-350ml kaltes Wasser
  • 3g frische Hefe (oder 1g Trockenhefe)
  • 10g Salz
  • 10ml Olivenöl (für den Teig)
  • 200g geschälte San-Marzano-Tomaten aus der Dose
  • 200g Low-Moisture Mozzarella, gerieben oder zerkleinert
  • 2 mittelgroße Zucchini
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl (für die Zucchini)
  • Frischer Basilikum, Salz, Pfeffer, Oregano nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Teig zubereiten: Mehl und Salz mischen. Hefe in einem Teil des Wassers auflösen. Hefewasser, restliches Wasser und Olivenöl zum Mehl geben und alles 10-15 Minuten kneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.
  2. Gärung: Teig zu einer Kugel formen, in eine geölte Schüssel geben, abdecken und 1-2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Für besseres Aroma: Teig in 2 Kugeln teilen und für 24-48 Stunden im Kühlschrank gären lassen. Vor dem Backen Raumtemperatur annehmen lassen.
  3. Zucchini vorbereiten: Zucchini putzen und in kleine Würfel schneiden. Knoblauchzehen schälen und entweder fein hacken oder ganz lassen (und später entfernen). In einer Antihaft-Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen. Zucchiniwürfel und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze anbraten, bis die Zucchini weich und leicht gebräunt sind. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Ofen vorheizen: Backofen mit Pizzastein oder Backblech auf der untersten oder mittleren Schiene auf die höchste Temperatur (mind. 250°C) vorheizen. Dies dauert 45-60 Minuten.
  5. Pizza belegen: Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder mit Grieß/Semola Rimacinata zu einem Kreis formen (ca. 30cm Durchmesser), dabei einen Rand lassen. Teig auf einen gut bemehlten Pizzaschieber legen.
  6. Tomaten mit den Händen zerdrücken, mit Salz und etwas Oregano würzen. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
  7. Mozzarella und die vorgebratenen Zucchiniwürfel darauf verteilen.
  8. Backen: Die Pizza vorsichtig auf den heißen Pizzastein oder das Backblech gleiten lassen.
  9. 5-10 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.
  10. Servieren: Pizza aus dem Ofen nehmen, mit frischem Basilikum garnieren und sofort genießen!

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Auch erfahrene Pizzabäcker machen mal Fehler. Hier sind die häufigsten Fallstricke und Tipps, wie Sie sie umgehen:

  • Matsche Kruste: Zu viel Sauce, zu viel Käse, zu viele feuchte Beläge oder zu niedrige Ofentemperatur. Lösung: Weniger ist mehr, Beläge vorbereiten, Ofen maximal vorheizen.
  • Harte/Trockene Kruste: Teig zu lange gebacken, zu wenig Wasser im Teig, Teig zu dünn ausgerollt. Lösung: Kürzere Backzeit bei höherer Temperatur, auf Hydration achten, Teig nicht überkneten.
  • Pizza klebt am Schieber: Nicht genug Mehl oder Grieß auf dem Schieber, zu langer Kontakt mit dem Schieber. Lösung: Großzügig bemehlen/begrießen und die Pizza schnell in den Ofen schieben.
  • Beläge verbrennen, Teig ist roh: Beläge zu früh aufgetragen oder zu hoher Zuckergehalt (z.B. Honig). Lösung: Manche Beläge erst gegen Ende der Backzeit hinzufügen.

Vergleichstabelle: Backmethoden für die perfekte Pizza

MethodeVorteileNachteileEmpfehlung für
Pizzastein / BackstahlExtrem knuspriger Boden, kurze Backzeit, professionelle Ergebnisse.Hohe Anschaffungskosten, lange Vorheizzeit, zusätzliches Equipment nötig.Ambitionierte Hobbyköche, regelmäßige Pizzabäcker.
Backblech (vorgeheizt)Geringe Kosten, kein Spezialequipment, einfacher Einstieg.Boden weniger knusprig als mit Stein/Stahl, längere Backzeit möglich.Anfänger, Gelegenheitsbäcker, Budget-Option.
Elektrischer PizzaofenSehr hohe Temperaturen (bis 400°C), extrem kurze Backzeit (2-5 Min.), perfekte Kruste.Hohe Anschaffungskosten, nimmt Platz weg, nur für Pizza geeignet.Enthusiasten, die das ultimative Ergebnis suchen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Muss ich spezielles Pizzamehl verwenden?

A: Nein, es ist nicht zwingend notwendig, aber sehr empfehlenswert. Pizzamehl Typ 00 (oder Manitoba-Mehl) hat einen höheren Proteingehalt und bildet ein besseres Glutennetzwerk, was zu einem elastischeren Teig und einer luftigeren Kruste führt. Mit Weizenmehl Typ 550 erzielen Sie aber auch gute Ergebnisse.

F: Wie lange kann ich den Pizzateig im Voraus zubereiten?

A: Sie können den Teig nach dem Kneten in einer luftdichten Box im Kühlschrank 24 bis 72 Stunden lagern. Die lange, kalte Gärung verbessert das Aroma und die Textur des Teigs erheblich. Nehmen Sie ihn etwa 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.

F: Meine Pizza ist matschig, was tun?

A: Das liegt meist an zu viel Feuchtigkeit. Achten Sie darauf, nicht zu viel Sauce zu verwenden. Tupfen Sie frischen Mozzarella gut trocken. Braten Sie feuchte Beläge wie Zucchini, Pilze oder Spinat vorher an, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Und ganz wichtig: Heizen Sie Ihren Ofen auf die höchste Stufe vor und verwenden Sie einen Pizzastein oder Backstahl für eine maximale Hitzeübertragung von unten.

F: Kann ich meine Pizza auch auf dem Grill backen?

A: Ja, absolut! Das Backen auf einem Gas- oder Kohlegrill kann fantastische Ergebnisse liefern, da Grills oft höhere Temperaturen erreichen als herkömmliche Öfen. Verwenden Sie einen Pizzastein auf dem Grill und schließen Sie den Deckel, um die Hitze zu speichern. Achten Sie darauf, dass der Teig nicht direkt über der Flamme liegt, um Verbrennen zu vermeiden.

F: Was ist der Unterschied zwischen frischer Hefe und Trockenhefe?

A: Frische Hefe (Würfelhefe) ist aktiver und liefert oft ein besseres Aroma, muss aber kühl gelagert und schnell verbraucht werden. Trockenhefe ist länger haltbar und einfacher zu dosieren. Generell gilt: 1 Würfel frische Hefe (42g) entspricht etwa 2 Päckchen Trockenhefe (ca. 14g). Für unsere Rezepte verwenden wir meist deutlich weniger Hefe für längere Gehzeiten.

Fazit: Der Weg zur perfekten Pizza ist ein Genuss

Die Kunst, eine perfekte Pizza zu Hause zu backen, mag anfangs eine Herausforderung sein, doch mit Geduld, den richtigen Techniken und hochwertigen Zutaten werden Sie bald Meister Ihres Fachs. Experimentieren Sie mit verschiedenen Teigen, Saucen und Belägen, um Ihre ganz persönliche Lieblingspizza zu kreieren. Jede selbst gebackene Pizza ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch ein Ausdruck Ihrer Leidenschaft für gutes Essen. Genießen Sie den Prozess und vor allem: Lassen Sie es sich schmecken!

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