02/01/2016
Willkommen in der faszinierenden Welt der argentinischen Küche, wo die Pizza eine ganz besondere Rolle spielt! Vergessen Sie alles, was Sie über dünne, knusprige Pizzen wissen. Heute tauchen wir ein in das reichhaltige und befriedigende Reich der Pizza al Molde, einer argentinischen Spezialität, die für ihren dicken, fluffigen Boden und ihre großzügigen Beläge bekannt ist. Diese Pizza, die traditionell in einer tiefen Form gebacken wird, ist nicht nur ein Gericht, sondern ein Erlebnis – ein herzhaftes Stück Heimat, das Wärme und Geselligkeit auf den Tisch bringt. Begleiten Sie uns auf dieser kulinarischen Reise, um die Geheimnisse dieser einzigartigen Pizza zu lüften und sie selbst in Ihrer Küche zuzubereiten.

Was ist Pizza al Molde?
Die Pizza al Molde, wörtlich übersetzt "Pizza aus der Form", ist eine argentinische Variante der italienischen Pizza, die sich durch ihre besondere Zubereitungsart und Textur auszeichnet. Im Gegensatz zu den dünnen, oft neapolitanischen Pizzen, die man in Europa findet, wird die Pizza al Molde in einer runden, tiefen Backform gebacken. Dies verleiht ihr einen deutlich dickeren und luftigeren Boden, der innen weich und außen leicht knusprig ist. Sie ähnelt in ihrer Dicke und ihrem Backverfahren eher einer amerikanischen Pan Pizza oder einer Chicago Deep Dish Pizza, ist aber oft weniger "gefüllt" als Letztere und konzentriert sich mehr auf die Qualität des Teigs und der Beläge. Die Kruste ist oft leicht gebräunt und bietet eine wunderbare Basis für die aromatische Tomatensauce und den reichlichen Käsebelag. Es ist eine Pizza, die satt macht und oft in größeren Stücken serviert wird, ideal für Familienessen oder gesellige Runden.
Die Geschichte der argentinischen Pizza
Die Pizza kam mit den italienischen Einwanderern im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Argentinien. Diese Einwanderer brachten ihre kulinarischen Traditionen mit, die sich im Laufe der Zeit mit lokalen Zutaten und Vorlieben vermischten. Während in Italien viele regionale Pizzastile entstanden, entwickelte Argentinien seine eigenen, unverwechselbaren Varianten. Die Pizza al Molde ist ein Paradebeispiel dafür. Sie spiegelt die Vorliebe der Argentinier für herzhafte, reichhaltige Speisen wider und wurde schnell zu einem Grundnahrungsmittel in den Pizzerien des Landes, insbesondere in Buenos Aires. Oft wird sie mit viel Mozzarella, Schinken, Oliven und Paprika belegt, was sie zu einem bunten und geschmackvollen Genuss macht. Die Tradition besagt, dass eine gute Pizza al Molde so dick sein sollte, dass man sie kaum mit einer Hand halten kann – ein Zeichen für ihre Großzügigkeit und ihren sättigenden Charakter.
Rezept: Pizza al Molde Argentinisch – Schritt für Schritt
Bereiten Sie sich darauf vor, eine authentische argentinische Pizza al Molde zu Hause zu backen. Dieses Rezept ist detailliert und führt Sie durch jeden einzelnen Schritt, um sicherzustellen, dass Ihr Ergebnis einfach perfekt wird.
Zubereitungsübersicht
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Vorbereitungszeit | 35 Minuten + 1 Stunde Ruhezeit |
| Kochzeit | 25 Minuten |
| Gesamtzeit | 2 Stunden |
| Portionen | 8 Stücke |
Zutaten für den Teig:
- 500 Gramm Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 3 Esslöffel Olivenöl
- 300 Milliliter lauwarmes Wasser
- 10 Gramm frische Hefe (oder 5 Gramm Trockenhefe)
- 1 Esslöffel Zucker
- 1 Teelöffel Salz
Zutaten für die hausgemachte Tomatensauce:
- 400 Gramm passierte Tomaten (oder gehackte Tomaten aus der Dose)
- 1 Esslöffel Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- Salz und Pfeffer, nach Geschmack
- Oregano und andere Gewürze (z.B. Basilikum, Thymian), nach Geschmack
Zutaten für den Belag:
- 200 Gramm geriebener Mozzarella (oder eine Mischung aus Mozzarella und anderem Käse)
- Rote oder grüne Paprika, in Streifen geschnitten
- Kochschinken, in Scheiben geschnitten oder gewürfelt
- Grüne Oliven ohne Stein
- Champignons, in Scheiben geschnitten
- Optional: Zwiebeln, Salami, Sardellen, etc.
Zum Servieren:
- Grüner Blattsalat
- Chimichurri-Sauce oder scharfe Ají-Sauce
- Ein erfrischendes Getränk nach Wahl
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Den Teig vorbereiten
Beginnen Sie damit, die frische Hefe in dem lauwarmen Wasser mit einem Löffel Zucker aufzulösen. Der Zucker hilft der Hefe, aktiv zu werden und sorgt für eine schnellere Gärung. Wenn Sie Trockenhefe verwenden, können Sie diese direkt zum Mehl geben. In einer großen Schüssel das Mehl geben und eine Mulde in der Mitte formen. Gießen Sie die Hefemischung in die Mulde und fügen Sie das Salz sowie das Olivenöl hinzu. Salzen Sie immer erst, wenn die Hefe schon mit dem Wasser in Berührung kam, da Salz die Hefezellen hemmen kann. Beginnen Sie, alle Zutaten von innen nach außen zu vermischen, bis ein grober Teig entsteht. Nehmen Sie den Teig aus der Schüssel und kneten Sie ihn auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche für etwa 10 Minuten. Kneten ist entscheidend, um das Gluten im Mehl zu entwickeln, was dem Teig seine Elastizität und die gewünschte luftige Textur verleiht. Der Teig sollte am Ende glatt und geschmeidig sein und nicht mehr an den Händen kleben. Formen Sie den Teig zu einer Kugel, legen Sie ihn zurück in die leicht geölte Schüssel und decken Sie diese mit einem sauberen Küchentuch ab. Lassen Sie den Teig an einem warmen Ort für etwa 1 Stunde ruhen, oder bis er sein Volumen verdoppelt hat. Dieser Schritt ist essentiell für die spätere Fluffigkeit Ihrer Pizza.

2. Die Tomatensauce zubereiten
Während der Teig ruht, können Sie die aromatische Tomatensauce zubereiten. Erhitzen Sie das Olivenöl in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze. Geben Sie den fein gehackten Knoblauch hinzu und dünsten Sie ihn, bis er duftet, aber nicht braun wird. Achten Sie darauf, den Knoblauch nicht zu verbrennen, da er sonst bitter schmeckt. Fügen Sie die passierten Tomaten hinzu und würzen Sie die Sauce großzügig mit Salz, Pfeffer und Ihren Lieblingskräutern wie Oregano, Basilikum oder Thymian. Lassen Sie die Sauce bei niedriger Hitze für etwa 15-20 Minuten köcheln. Ziel ist es, dass die Sauce leicht eindickt und sich die Aromen voll entfalten können. Gelegentliches Umrühren verhindert das Anbrennen. Nehmen Sie die Sauce vom Herd und stellen Sie sie beiseite. Eine gute Sauce ist die Seele jeder Pizza, und diese hausgemachte Variante wird den Unterschied machen.
3. Zusammenbau und Backen
Heizen Sie Ihren Backofen auf 220 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vor. Wenn Sie eine größere Pizza machen möchten, verwenden Sie den gesamten Teig. Für zwei kleinere Pizzen teilen Sie den Teig in zwei Hälften. Fetten Sie Ihre tiefe Pizzabackform (oder eine Springform) großzügig mit Olivenöl ein. Dies hilft nicht nur, ein Ankleben zu verhindern, sondern trägt auch zu einer schönen, knusprigen Unterseite bei. Rollen Sie den Teig mit einem Nudelholz aus, bis er die Größe Ihrer Form hat, und legen Sie ihn vorsichtig hinein. Drücken Sie den Teig an den Rändern leicht nach oben, um eine kleine Kruste zu bilden, die die Füllung hält. Verteilen Sie die vorbereitete Tomatensauce gleichmäßig auf dem Teig, lassen Sie dabei einen kleinen Rand frei. Bestreuen Sie die Sauce großzügig mit dem geriebenen Mozzarella und belegen Sie die Pizza anschließend mit Ihren ausgewählten Zutaten wie Paprikastreifen, Schinken, Oliven und Champignons. Seien Sie kreativ und passen Sie den Belag an Ihre Vorlieben an! Backen Sie die Pizza im vorgeheizten Ofen für etwa 20-25 Minuten. Die Backzeit kann je nach Ofen variieren. Achten Sie darauf, dass der Teig goldbraun ist und der Käse schön geschmolzen und blasig ist. Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen, lassen Sie sie ein paar Minuten abkühlen, bevor Sie sie in Portionen schneiden. Dies erleichtert das Schneiden und verhindert, dass der Käse beim Servieren zu sehr zieht. Jetzt ist Ihre hausgemachte argentinische Pizza al Molde bereit zum Genießen! Guten Appetit!
Expertentipp für die perfekte Pizza al Molde
Ihre Pizza al Molde ist schon jetzt beeindruckend, und es zeigt sich, dass Sie das Rezept sorgfältig befolgt haben. Doch es gibt einen kleinen Trick, um den Geschmack und die Textur noch weiter zu perfektionieren und ein häufiges Problem zu vermeiden: ein feuchter Boden.
Um zu verhindern, dass der Pizzaboden zu feucht wird, insbesondere wenn Sie viele feuchte Zutaten wie frisches Gemüse verwenden, streuen Sie eine dünne Schicht geriebenen Käse (z.B. Parmesan oder eine kleine Menge Mozzarella) direkt auf den Boden der eingefetteten Form, bevor Sie den Teig hineinlegen. Dieser Käse wirkt wie eine Barriere. Er schmilzt und bildet eine leichte, schützende Schicht zwischen dem Teig und den feuchten Belägen. Dies hilft nicht nur, überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen, sondern verleiht dem Boden auch eine zusätzliche Geschmacksdimension und eine unwiderstehlich knusprige Textur. Es ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der Ihre Pizza auf das nächste Level hebt und sie wirklich wie vom Profi aussehen lässt.
Serviertipps und Beilagen
Die Pizza al Molde ist an sich schon ein Festmahl, aber mit den richtigen Beilagen wird sie zu einem unvergesslichen kulinarischen Erlebnis. Traditionell wird diese herzhafte Pizza oft mit einem frischen, knackigen grünen Blattsalat serviert. Die Frische und leichte Säure des Salats bilden einen wunderbaren Kontrast zur Reichhaltigkeit der Pizza. Ein einfaches Vinaigrette-Dressing passt hier hervorragend.

Für diejenigen, die es gerne etwas würziger mögen, sind argentinische Chimichurri-Sauce oder eine scharfe Ají-Sauce fantastische Begleiter. Chimichurri, eine Kräutersauce auf Ölbasis mit Knoblauch und Essig, bringt eine pikante Frische mit, während Ají-Sauce eine angenehme Schärfe hinzufügt. Beide Saucen können separat zum Dippen oder direkt auf die einzelnen Pizzastücke gegeben werden, um den Geschmack zu intensivieren. Dazu passt am besten ein erfrischendes Getränk – sei es ein kühles Bier, ein Glas Rotwein oder eine spritzige Limonade. Teilen Sie dieses wunderbare Gericht mit Freunden und Familie, denn gutes Essen schmeckt in Gesellschaft am besten!
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Pizza al Molde
Was ist der Unterschied zwischen Pizza al Molde und einer traditionellen Pizza?
Der Hauptunterschied liegt in der Dicke und Textur des Bodens sowie der Art des Backens. Traditionelle italienische Pizzen, wie die neapolitanische Pizza, haben einen sehr dünnen, oft knusprigen Boden und werden bei sehr hohen Temperaturen für kurze Zeit gebacken. Pizza al Molde hingegen wird in einer tiefen Form gebacken, was zu einem deutlich dickeren, luftigeren und weicheren Boden führt. Sie ähnelt eher einer "Pan Pizza" und hat oft eine reichlichere Käseschicht.
Kann ich Pizza al Molde im Voraus zubereiten?
Ja, Sie können den Teig vorbereiten und ihn bis zu 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Lassen Sie ihn vor dem Ausrollen Zimmertemperatur annehmen. Die Sauce kann ebenfalls im Voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Zusammenbauen und Backen sollte jedoch kurz vor dem Servieren erfolgen, um die beste Qualität und Textur zu gewährleisten.
Wie bereite ich den Belag für eine Pizza al Molde vor?
Während der Teig ruht, können Sie den Belag Ihrer Pizza al Molde vorbereiten. Das Schöne an dieser Pizza ist ihre Vielseitigkeit. Sie können klassische Zutaten wie geriebenen Mozzarella, Kochschinken, Tomaten und grüne Oliven verwenden. Oder Sie lassen Ihrer Kreativität freien Lauf und fügen Ihre Lieblingszutaten hinzu – von verschiedenen Gemüsesorten wie Paprika, Zwiebeln und Champignons bis hin zu verschiedenen Fleischsorten wie Salami oder Speck. Schneiden Sie alle Zutaten in mundgerechte Stücke, damit sie gleichmäßig garen und sich gut auf der Pizza verteilen lassen. Achten Sie darauf, dass feuchtere Zutaten wie Pilze oder Zwiebeln eventuell kurz angebraten werden, um überschüssige Feuchtigkeit zu reduzieren, oder wenden Sie den Expertentipp mit dem Käse am Boden an.
Wie lagere ich Reste von Pizza al Molde?
Reste von Pizza al Molde können in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank für 2-3 Tage aufbewahrt werden. Zum Aufwärmen können Sie sie im Backofen bei 180 Grad Celsius für etwa 10-15 Minuten backen, bis der Käse wieder geschmolzen und der Boden knusprig ist. Eine Mikrowelle ist ebenfalls möglich, macht den Boden aber oft weich.
Kann ich andere Füllungen als die im Rezept angegebenen verwenden?
Absolut! Das Schöne an der Pizza al Molde ist ihre Anpassungsfähigkeit. Sie können jede Art von Füllung verwenden, die Sie mögen. Beliebte Variationen sind:
- Vegetarisch: Artischockenherzen, Spinat, gegrilltes Gemüse, verschiedene Käsesorten.
- Fleischliebend: Salami, Peperoni, Hackfleisch, Hähnchen.
- Exotisch: Ananas und Schinken (für die Liebhaber), Meeresfrüchte.
Seien Sie mutig und experimentieren Sie mit Ihren Lieblingszutaten, um Ihre ganz persönliche Pizza al Molde zu kreieren!
Fazit
Die Pizza al Molde ist weit mehr als nur eine Pizza – sie ist ein Stück argentinische Kultur und Kochkunst, das man unbedingt probieren sollte. Mit ihrem dicken, luftigen Boden, der reichhaltigen Tomatensauce und den großzügigen Belägen bietet sie ein einzigartiges Geschmackserlebnis, das sich von anderen Pizzastilen abhebt. Das Nachkochen zu Hause ist nicht nur eine lohnende Herausforderung, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, Familie und Freunde mit einem herzhaften und köstlichen Gericht zu verwöhnen. Wir hoffen, dieses detaillierte Rezept und die zusätzlichen Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre perfekte Pizza al Molde zu kreieren. Teilen Sie Ihre Kreationen und die Freude am Kochen mit anderen – denn gutes Essen verbindet. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Backen und einen Guten Appetit!
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