20/08/2021
Für viele ist Pizza untrennbar mit Tomatensauce verbunden – die klassische rote Basis, die das Fundament für unzählige köstliche Kreationen bildet. Doch was wäre, wenn wir Ihnen sagen würden, dass eine der aufregendsten und geschmackvollsten Pizzen ganz ohne Tomate auskommt? Die Rede ist von der Pizza Bianca, der „weißen Pizza“, die in ihrer Vielfalt und ihrem Geschmacksprofil eine ganz eigene Liga spielt. Sie ist nicht nur eine willkommene Abwechslung zu den altbekannten Klassikern, sondern oft eine Offenbarung für all jene, die sich trauen, über den Tellerrand des Roten hinauszublicken.

- Was ist der Unterschied zwischen Pizza Bianca und Mozzarella?
- Die fantastische Pizza Bianca mit Ricottacreme, Pesto, Kapern und pinken Zwiebeln
- Der perfekte Pizzaboden und das Backen
- Vergleich: Pizza Bianca vs. Pizza Margherita
- Häufig gestellte Fragen zur Pizza Bianca
- Ist Pizza Bianca immer ohne Tomaten?
- Kann ich andere Käsesorten für die Ricottacreme verwenden?
- Warum sind die pinken Zwiebeln so wichtig für dieses Rezept?
- Wann sollte ich das Basilikumpesto auf die Pizza geben?
- Kann ich tiefgekühlten Mozzarella verwenden?
- Wie lagere ich übrig gebliebene Pizza Bianca?
- Kann ich den Pizzateig für diese Pizza Bianca vorbereiten?
Was ist der Unterschied zwischen Pizza Bianca und Mozzarella?
Diese Frage mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, da sie zwei unterschiedliche Konzepte miteinander vergleicht: einen Pizzastil und eine Zutat. Um es klarzustellen: Pizza Bianca bezeichnet eine Kategorie von Pizzen, die keine Tomatensauce als Basis verwenden. Stattdessen kann ihre Grundlage aus Olivenöl und Kräutern, verschiedenen Käsesorten, cremigen Saucen wie Ricotta oder einer Kombination daraus bestehen. Mozzarella hingegen ist ein spezifischer italienischer Käse, der sehr häufig als Belag auf Pizzen – sowohl roten als auch weißen – verwendet wird. Es ist also nicht ein „entweder/oder“, sondern vielmehr ein „sowohl/als auch“: Eine Pizza Bianca kann und wird oft mit Mozzarella belegt.
Mozzarella: Der König des Pizzakäses
Mozzarella ist zweifellos einer der beliebtesten Käsesorten für Pizza, bekannt für seine Fähigkeit, wunderbar zu schmelzen und Fäden zu ziehen. Es gibt verschiedene Arten von Mozzarella, die für Pizza verwendet werden können:
- Fior di Latte: Dieser Kuhmilchmozzarella hat eine feste Textur und einen milden Geschmack. Er ist ideal für Pizza, da er beim Backen gut schmilzt und nicht zu viel Wasser freisetzt, wenn er gut abgetropft wird.
- Mozzarella di Bufala: Hergestellt aus Büffelmilch, ist dieser Mozzarella cremiger und hat einen intensiveren, leicht säuerlichen Geschmack. Er enthält mehr Feuchtigkeit, weshalb er oft gut abgetropft oder sogar leicht ausgedrückt wird, bevor er auf die Pizza kommt, um ein Durchnässen des Teiges zu vermeiden.
- Niedriger Feuchtigkeits-Mozzarella (Low-Moisture Mozzarella): Dies ist die Art von Mozzarella, die man oft in Blöcken oder gerieben in Supermärkten findet. Er ist weniger feucht und schmilzt gleichmäßiger, was ihn ideal für kommerzielle Pizzen macht.
Für unsere Pizza Bianca ist es entscheidend, einen Mozzarella zu wählen, der gut abgetropft und klein gezupft ist, um die perfekte Balance aus Schmelz und Textur zu gewährleisten, ohne den Teig zu durchweichen.
Pizza Bianca: Eine Leinwand für Kreativität
Der Begriff „Pizza Bianca“ ist breit gefächert und kann je nach Region in Italien unterschiedliche Bedeutungen haben. In Rom beispielsweise ist die Pizza Bianca oft eine sehr einfache Focaccia-ähnliche Kreation, die lediglich mit Olivenöl, Salz und manchmal Rosmarin verfeinert wird – perfekt zum Dippen oder als Beilage. In anderen Regionen und modernen Interpretationen bezieht sich „Bianca“ auf die weiße Farbe des Belags, der oft auf einer Basis aus Ricotta, Parmesan und natürlich Mozzarella aufbaut.
Die hier vorgestellte Pizza Bianca ist eine luxuriöse Variante, die beweist, wie grandios Pizza ohne Tomate schmecken kann. Die Kombination aus cremiger Ricotta-Basis, würzigem Parmesan und zartem Mozzarella schafft eine reichhaltige, aber dennoch frische Grundlage, die durch weitere raffinierte Zutaten perfektioniert wird.
Die fantastische Pizza Bianca mit Ricottacreme, Pesto, Kapern und pinken Zwiebeln
Diese spezielle Pizza Bianca ist ein echtes Highlight. Sie vereint cremige, salzige, säuerliche und nussige Noten zu einem harmonischen Gesamtbild. Lassen Sie uns die einzelnen Komponenten genauer betrachten und verstehen, wie sie zusammenwirken, um dieses Geschmackserlebnis zu schaffen.
Die cremige Basis: Ricotta, Parmesan und Knoblauch
Der Kern dieser Pizza Bianca ist die Ricottacreme. Ricotta, ein italienischer Frischkäse, der aus der Molke bei der Käseherstellung gewonnen wird, ist von Natur aus leicht und cremig. Vermischt mit geriebenem Parmesan erhält die Creme eine zusätzliche salzige Tiefe und Umami-Note. Eine fein gehackte Knoblauchzehe sorgt für eine angenehme Schärfe und Würze, die die Cremigkeit durchbricht. Mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, bildet diese Creme eine unvergleichliche Basis, die sich wunderbar auf dem knusprigen Pizzaboden ausbreitet.
Die Hauptdarsteller des Belags: Mozzarella und Kapern
Nachdem die Ricottacreme aufgetragen ist, folgt der gezupfte Mozzarella. Das Zupfen statt Schneiden des Mozzarellas ist hier wichtig, da die unregelmäßigen Stücke besser schmelzen und eine interessantere Textur auf der Pizza erzeugen. Kapern, die kleinen eingelegten Blütenknospen, fügen eine salzige, leicht säuerliche und briny Note hinzu, die einen wunderbaren Kontrast zur Cremigkeit des Käses bildet. Sie sind kleine Geschmacksbomben, die jede Gabel zu einem Erlebnis machen.
Das Highlight: Pinke Zwiebeln
Die pinken Zwiebeln sind nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch geschmacklich ein Game-Changer. Durch das Einlegen in eine Mischung aus Wasser, Weißweinessig, Zucker und Salz verlieren die roten Zwiebeln ihre Schärfe und entwickeln eine angenehme Süße und Säure. Sie werden zart und knusprig zugleich und bringen eine frische, leicht pikante Note auf die Pizza. Ihre leuchtende Farbe sorgt zudem für einen schönen Kontrast zum weißen Belag.
Rezept für Pinke Zwiebeln
Die Zubereitung der pinken Zwiebeln ist einfach und lohnt sich absolut, da sie auch hervorragend zu Brot oder Salaten passen.
- 3 kleine, rote Zwiebeln
- 70 ml Wasser
- 150 ml Weißwein-Essig
- 30 g Zucker
- 1/2 Tl Salz
Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in hauchdünne Ringe. Geben Sie Wasser, Weißwein-Essig, Zucker und Salz in einen Topf und lassen Sie die Mischung unter Rühren simmern, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Füllen Sie die Zwiebelringe in ein geeignetes Glas und übergießen Sie sie mit der heißen Essigflüssigkeit. Lassen Sie die Zwiebeln abkühlen und ziehen. Sie können sie im Kühlschrank aufbewahren und bei Bedarf verwenden.
Die aromatischen Akzente: Rosmarin, Pesto und Pinienkerne
Einige Rosmarinspitzen werden vor dem Backen auf die Pizza gelegt. Rosmarin ist ein robustes Kraut, das hohe Temperaturen gut verträgt und sein erdiges, harziges Aroma während des Backens freisetzt. Das Basilikumpesto und die gerösteten Pinienkerne hingegen werden erst nach dem Backen auf die heiße Pizza gegeben. Dies ist entscheidend, um die Frische und das intensive Aroma des Basilikums zu bewahren und die Pinienkerne knusprig zu halten. Das Pesto sorgt für eine Explosion von frischem Basilikumgeschmack und eine schöne grüne Farbe, während die Pinienkerne einen nussigen Crunch hinzufügen.
Der perfekte Pizzaboden und das Backen
Wie bei jeder großartigen Pizza ist der Teig das A und O. Für diese Pizza Bianca wird ein locker-luftiger und krosser Teig empfohlen, wie er typisch für neapolitanische Pizza ist. Die Qualität des Teiges beeinflusst maßgeblich das Endergebnis – er muss die cremigen Beläge tragen können, ohne matschig zu werden, und gleichzeitig eine angenehme Textur bieten.
Backen bei hohen Temperaturen
Die Backzeit für Pizza Bianca variiert stark je nach Ofen und erreichbarer Temperatur. Das Prinzip ist jedoch klar: je heißer, desto besser. In einem speziellen Pizzaofen, der 400°C erreicht, ist die Pizza in nur 2 Minuten fertig. Bei dieser hohen Temperatur backt der Teig blitzschnell durch, wird knusprig und die Beläge garen perfekt, ohne auszutrocknen. In einem herkömmlichen Backofen bei 250°C dauert es etwa 12-15 Minuten. Wichtig ist, dass der Ofen gut vorgeheizt ist, um den gewünschten Hitzeschock zu erzielen.
Die Reihenfolge des Belegens ist ebenfalls wichtig: Zutaten, die hohe Hitze vertragen (Käse, Kapern, Zwiebeln, Rosmarin), kommen zuerst auf den Boden. Flüssige oder empfindliche Zutaten wie Pesto und Pinienkerne werden erst nach dem Backen hinzugefügt, um ihre Frische und Textur zu bewahren.
Vergleich: Pizza Bianca vs. Pizza Margherita
Um die Einzigartigkeit der Pizza Bianca noch deutlicher hervorzuheben, lohnt sich ein Vergleich mit der allseits beliebten Pizza Margherita, dem Inbegriff der italienischen Pizza.
| Merkmal | Pizza Bianca (vorgestellte Variante) | Pizza Margherita |
|---|---|---|
| Basis | Ricottacreme, Parmesan, Knoblauch | Tomatensauce (San-Marzano-Tomaten) |
| Käse | Mozzarella, Parmesan, Ricotta | Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella) |
| Weitere Beläge | Kapern, pinke Zwiebeln, Rosmarin, Basilikumpesto, Pinienkerne | Frischer Basilikum |
| Geschmacksprofil | Cremig, frisch, pikant, süß-sauer, nussig, kräuterig | Säuerlich-süß (Tomate), milchig (Mozzarella), frisch (Basilikum) |
| Farbe | Vorwiegend Weiß, mit grünen (Pesto) und pinken (Zwiebeln) Akzenten | Rot, Weiß und Grün (Farben der italienischen Flagge) |
| Textur | Cremig, knuspriger Teig, zarte Zwiebeln, knackige Pinienkerne | Saftig, zartschmelzender Käse, knuspriger Teig |
Wie die Tabelle zeigt, sind beide Pizzen Meisterwerke der Einfachheit und des Geschmacks, doch sie sprechen unterschiedliche Sinne an. Die Pizza Bianca bietet eine erfrischende Alternative für jene, die eine Abwechslung zur traditionellen Tomatenbasis suchen und die Vielfalt von Käse und frischen, würzigen Zutaten schätzen.
Häufig gestellte Fragen zur Pizza Bianca
Ist Pizza Bianca immer ohne Tomaten?
Ja, per Definition ist eine Pizza Bianca eine „weiße Pizza“, was bedeutet, dass sie keine Tomatensauce als Basis hat. Die weiße Farbe kann von einer Käsecreme (wie Ricotta), Olivenöl oder anderen hellen Saucen stammen.
Kann ich andere Käsesorten für die Ricottacreme verwenden?
Während Ricotta und Parmesan die klassische Wahl für diese Pizza Bianca sind, können Sie experimentieren. Ein kleiner Anteil Frischkäse könnte die Cremigkeit verstärken, oder ein milderer Pecorino anstelle von Parmesan könnte eine andere salzige Note hinzufügen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Käse gut schmilzt und nicht zu viel Flüssigkeit freisetzt.
Warum sind die pinken Zwiebeln so wichtig für dieses Rezept?
Die pinken Zwiebeln bieten einen entscheidenden Kontrast zur cremigen Basis. Ihre Süße und Säure durchbrechen die Reichhaltigkeit der Käsecreme und fügen eine frische, leicht pikante Note hinzu. Zudem sorgen sie für eine ansprechende Farbe und eine interessante Textur.
Wann sollte ich das Basilikumpesto auf die Pizza geben?
Es ist entscheidend, das Basilikumpesto und die gerösteten Pinienkerne erst nach dem Backen auf die heiße Pizza zu geben. Basilikum ist hitzeempfindlich und verliert bei hohen Temperaturen schnell sein Aroma und seine leuchtende Farbe. Wenn Sie das Pesto nach dem Backen hinzufügen, bleibt es frisch, aromatisch und behält seine lebendige grüne Farbe.
Kann ich tiefgekühlten Mozzarella verwenden?
Es wird empfohlen, frischen Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella) zu verwenden, da er besser schmilzt und einen besseren Geschmack hat. Wenn Sie tiefgekühlten Mozzarella verwenden, stellen Sie sicher, dass er vor dem Gebrauch vollständig aufgetaut und sehr gut abgetropft wird, um überschüssige Feuchtigkeit zu vermeiden, die den Pizzaboden durchnässen könnte.
Wie lagere ich übrig gebliebene Pizza Bianca?
Übrig gebliebene Pizza Bianca kann, wie jede Pizza, in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie schmeckt am besten, wenn sie am nächsten Tag in einem Ofen oder einer Pfanne leicht aufgewärmt wird, um die Knusprigkeit des Bodens wiederherzustellen.
Kann ich den Pizzateig für diese Pizza Bianca vorbereiten?
Ja, das Vorbereiten des Pizzateigs im Voraus ist sogar empfehlenswert, um die Aromen zu entwickeln und die Handhabung zu erleichtern. Viele Rezepte für neapolitanischen Pizzateig beinhalten eine lange Gärzeit im Kühlschrank, die den Teig geschmackvoller und leichter verdaulich macht. Beachten Sie hierzu das verlinkte Rezept für den besten Pizzateig.
Die Pizza Bianca ist weit mehr als nur eine Pizza ohne Tomaten. Sie ist eine kulinarische Entdeckungsreise, die beweist, dass Kreativität und die richtige Kombination von hochwertigen Zutaten zu außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen führen können. Probieren Sie diese fantastische weiße Pizza aus und lassen Sie sich von ihrer cremigen Textur, den würzigen Noten und der überraschenden Frische begeistern. Sie könnte gut und gerne zur neuen Lieblingspizza in Ihrem Repertoire werden!
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