06/12/2017
Die Pizza, ein globales Phänomen und ein Inbegriff italienischer Kulinarik, hat eine Geschichte, die so reich und vielschichtig ist wie ihre Beläge. Doch wer hat dieses Meisterwerk eigentlich erfunden? Und wie hat sie es geschafft, die Herzen von Millionen Menschen weltweit, insbesondere in Deutschland, zu erobern? Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise, die nicht nur die Ursprünge der Pizza beleuchtet, sondern auch die Vielfalt ihrer regionalen Ausprägungen und die Geheimnisse ihrer beliebtesten Zutaten.

Die Geburtsstunde der modernen Pizza: Eine königliche Affäre
Die Vorstellung einer Pizza, die unseren heutigen Erwartungen entspricht, fand ihren Ursprung in der lebhaften Stadt Neapel. Es war der 11. Juni 1889, als der Pizzaiolo Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi eine besondere Ehre zuteilwurde: Er sollte König Umberto I. und seiner Frau Margherita eine Pizza servieren. Die Legende besagt, dass Esposito drei verschiedene Pizzen zubereitete, darunter eine, die die Farben der italienischen Nationalflagge widerspiegelte – Rot (Tomaten), Weiß (Mozzarella) und Grün (Basilikum). Diese Kreation zu Ehren der Königin wurde als die berühmte Pizza Margherita bekannt und gilt als die Geburtsstunde der modernen Pizza, wie wir sie heute kennen und lieben. Es war nicht nur ein Gericht, sondern ein Symbol, das die Einheit Italiens auf köstliche Weise zelebrierte und von Neapel aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Von diesem Moment an war die Pizza nicht mehr nur ein einfaches Gericht für das Volk, sondern avancierte zu einem kulinarischen Botschafter, der die italienische Lebensart in jeden Winkel der Erde trug.
Deutschlands Pizzalieblinge: Ein nationaler Überblick
Während die Pizza ihren Ursprung in Italien hat, hat sie sich in Deutschland eine ganz eigene Fangemeinde aufgebaut. Eine genaue Betrachtung der Vorlieben der deutschen Pizzaliebhaber offenbart spannende Einblicke in den nationalen Geschmack. Unangefochten an der Spitze der Beliebtheitsskala thront die Pizza Salami. Mit Ausnahme des Bundeslandes Sachsen-Anhalt hat sich diese klassische Variante bei allen Altersgruppen und in allen Regionen als absoluter Favorit etabliert. Ihr herzhafter Geschmack und die vertraute Würze machen sie zu einem zeitlosen Klassiker, der immer wieder aufs Neue begeistert.
Auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von der Salami, findet sich die oft diskutierte, aber unbestreitbar beliebte Pizza Hawaii. Ihre Kombination aus süßer Ananas, salzigem Kochschinken und cremigem Käse sorgt für eine einzigartige Geschmacksexplosion, die polarisiert, aber dennoch eine riesige Anhängerschaft besitzt. Den dritten Platz auf dem Siegertreppchen belegt die Pizza Tonno. Mit ihrem Belag aus Thunfisch und oft auch Zwiebeln ist sie eine erfrischende und leichte Alternative zu den fleischlastigeren Varianten und spricht besonders Liebhaber von Meeresfrüchten an.
Beliebteste Pizzen in Deutschland
| Platzierung | Pizzasorte | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Pizza Salami | Der unangefochtene Klassiker mit würziger Salami, fast überall in Deutschland die Nummer eins. |
| 2 | Pizza Hawaii | Die kontroverse Kombination aus Ananas, Schinken und Käse, die eine große Fangemeinde hat. |
| 3 | Pizza Tonno | Die erfrischende Variante mit Thunfisch und oft Zwiebeln, beliebt bei Fischliebhabern. |
Die Geheimnisse der italienischen Pizza: Kalabrien und darüber hinaus
Jenseits der deutschen Vorlieben gibt es in Italien eine unglaubliche Vielfalt an regionalen Pizzaspezialitäten. Neben der Pizza Prosciutto gehört die Pizza Calabrese zu den beliebtesten Pizzasorten in Italien. Wie der Name schon vermuten lässt, stammt diese aus der süditalienischen Region Kalabrien, einer Region, die für ihre scharfen Speisen und ihre tiefe Verbundenheit mit dem Meer bekannt ist. In Kalabrien spielt der Fischfang eine große Rolle, was sich auch im Belag der Pizza Calabrese widerspiegelt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Belag unter anderem Thunfisch und Sardellen enthalten kann, die dem Gericht eine einzigartige salzige und umami-reiche Note verleihen. Manchmal findet man auch scharfe Peperoncini, die die feurige Seele Kalabriens widerspiegeln.
Der Begriff "Calabrese" selbst ist vielseitig und bezeichnet im Italienischen alles, was aus Kalabrien stammt. So gibt es nicht nur die Pizza, sondern auch eine italienische Rebsorte, die eigentlich Nero d'Avola heißt, und sogar eine US-amerikanische Musikgruppe namens Calabrese. Wenn es jedoch um Salami geht, ist die bio-verde Salami Calabrese eine besondere Erwähnung wert. Sie reift langsam im Naturdarm und zeichnet sich durch eine grobe Strukturierung des Wurstteigs aus, der oft mit Fenchelsamen verfeinert wird. Diese spezielle Zubereitung verleiht der Salami einen besonders feinen und charakteristischen Geschmack, der sie zu einer hervorragenden Wahl für eine authentische italienische Pizza macht.
Spezielle Salami-Sorten für Pizza
Die Wahl der richtigen Salami kann eine Pizza von gut zu außergewöhnlich machen. Italienische Salami, insbesondere luftgetrocknete Sorten wie die echte Mailänder oder Salami aus Neapel, harmonieren am besten mit Mozzarella. Sie sind nicht geräuchert, was ihren feinen Geschmack auf der Pizza optimal zur Geltung kommen lässt.
Eine weitere interessante Salami ist die Spianata. Wörtlich übersetzt bedeutet Spianata „abgeflacht“. Diese Rohwurst wird in Naturdarm abgefüllt und in einer länglichen, rechteckigen Form luftgetrocknet. Die „Spianata Romana“ unterscheidet sich von der „Spianata Calabrese“ dadurch, dass sie ohne Chili hergestellt, dafür aber mit viel grobem schwarzem Pfeffer verfeinert wird. Die Spianata Romana stammt aus der Emilia Romagna und ist eine flache Salami, die zu einem flachen, rechteckigen und länglichen Block gepresst wird. Sie ist dünn aufgeschnitten beliebt zu Antipasti, als Belag für Pizza oder sogar unter Pasta gemischt.
Eine weitere kalabrische Spezialität ist die 'Nduja di Spilinga. 'Nduja ist eine sehr würzige, pikante, weiche, italienische Rohwurst, die ursprünglich in der südkalabresischen Ortschaft Spilinga und ihrer Umgebung hergestellt wurde. Ihre einzigartige Konsistenz und Schärfe machen sie zu einer aufregenden Zutat, die oft auf Brot gestrichen oder eben auch auf Pizza verwendet wird, um eine intensive Geschmackserfahrung zu bieten. Auf dem Esstisch kann sie sogar mit einem speziellen scalda 'nduja (ähnlich einer Duftlampe) warmgehalten werden, um ihre weiche Textur zu bewahren.
Die Salsiccia Napoli ist eine weitere scharfe Ringsalami, die in sehr hoher Qualität produziert wird. Sie hat eine mittlere Körnung und ist mit Peperoncino gewürzt, was ihr ihre charakteristische Schärfe verleiht. Für diejenigen, die eine weniger scharfe, aber dennoch aromatische Salami suchen, ist die Cacciatore, die „Wurst der Jäger“, eine ausgezeichnete Wahl. Sie wird rund um Modena, dem Zentrum der italienischen Dauerwursthersteller, produziert und hat sich zu einer der beliebtesten italienischen Salami-Arten entwickelt.
Die Salami im Detail: Was steckt wirklich drin?
Salami wird in den meisten Fällen aus Schweinefleisch hergestellt. Es gibt sie aber auch aus Rind, gemischt aus Schwein und Rind, Geflügel und Wild. Bei Geflügelsalami aus dem Discounter ist häufig weiteres Fett, zum Beispiel Schweinespeck oder pflanzliches Fett wie Palmfett, enthalten, um die gewünschte Textur und den Geschmack zu erzielen. Die klassischen Zutaten für Wurst sind Fleisch, Speck, Salz, Gewürze und Eis – bei einigen Wurstsorten auch Blut und Innereien. Je nach Wurstsorte werden diese Zutaten im entsprechenden Mengenverhältnis gemischt und zerkleinert.
Es ist wichtig zu wissen, dass Innereien und Blut im Lebensmittelbuch nicht zum Fleisch zählen, aber für die Herstellung von Fleischerzeugnissen verwendet werden dürfen. Ausgeschlossen sind jedoch BSE-Risikomaterialien, wie Hirn und Milz von Wiederkäuern sowie Schädel und Darm von Rindern. Bei der Herstellung von Schinken wird im Gegensatz dazu Fleisch am Stück verarbeitet.
Obwohl Salami oft als ungesund verschrien wird, enthält sie tatsächlich auch positive Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Vitamin C. Doch dies sollte nicht dazu verleiten, mehr Wurst zu essen. Im Gegensatz zu Obst und Gemüse, die reich an Vitaminen und weiteren wertvollen sekundären Pflanzenstoffen sind, enthält Salami pro 100g rund 32 Gramm ungesundes Fett aus gesättigten Fettsäuren. Ein bewusster Genuss in Maßen ist daher ratsam.
Pesto: Der grüne Begleiter der Pasta (und manchmal Pizza?)
Obwohl Pesto primär als Soße für Pasta bekannt ist, ist es ein weiteres Meisterwerk der italienischen Küche, das gelegentlich auch auf der Pizza zu finden ist oder als Dip dazu gereicht wird. Die Geburtsstunde des Pestos schlug in Genua, als ein neugieriger Koch Pinienkerne, Olivenöl, Parmesan, Majoran, Knoblauch, Pfeffer und Basilikum zusammenrührte. Demnach ist Pesto die erste auf der Basis von Öl zubereitete Soße, was seine Bedeutung in der Geschichte der italienischen Gastronomie unterstreicht.
International bekannt wurde Pesto unter anderem durch einen 1944 veröffentlichten Artikel der New York Times, der die Paste erstmals in den US-Medien erwähnte, und ein 1946 von Angelo Pelligrini im Sunset Magazin veröffentlichtes Rezept. Pesto Genovese stammt ursprünglich aus Nordwest-Italien. Nach Traditionsrezeptur kommen nur sieben Zutaten in die grüne Paste: Basilikum, Pinienkerne, Olivenöl, Parmesan, Pecorino, Salz und Knoblauch. Diese einfachen, aber hochwertigen Zutaten sind der Schlüssel zu seinem unvergleichlichen Aroma.
Von der grünen Farbe sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Pesto ist eine wahre Kalorienbombe. In einem handelsüblichen Glas stecken rund 1000 Kilokalorien. So wurde beispielsweise das Barilla Pesto alla Genovese in Tests oft kritisiert, weil es gesättigte Kohlenwasserstoffe, Spuren von zehn Pestiziden (darunter ein Insektengift) und Aromen enthalten kann, was zu einem „ungenügend“ im Gesamturteil führte. Testsieger wurde hingegen oft das „Frische Pesto Basilico“ von Hilcona, das für Geschmack und Aussehen gelobt wurde. Auch Produkte von Aldi Nord („Casa Morando Pesto Verde“) und Rewe („Pesto alla Genovese“) schnitten gut ab.
Häufig gestellte Fragen rund um Pizza und ihre Zutaten
Wer hat die Pizza erfunden?
Die moderne Pizza, wie wir sie heute kennen, wird oft dem Pizzaiolo Raffaele Esposito aus Neapel zugeschrieben. Er soll am 11. Juni 1889 eine Pizza mit den Farben der italienischen Flagge (Rot, Weiß, Grün) für König Umberto I. und seine Frau Margherita zubereitet haben, woraus die berühmte Pizza Margherita entstand.
Was ist Calabrese Salami?
Die Calabrese Salami ist eine aus der Region Kalabrien stammende Salami, die sich durch eine grobe Strukturierung des Wurstteigs auszeichnet. Sie wird oft langsam im Naturdarm gereift und kann mit Fenchelsamen verfeinert sein, was ihr einen besonders feinen und würzigen Geschmack verleiht. Sie ist bekannt für ihre pikante Note, die typisch für kalabrische Produkte ist.
Wer hat Pesto erfunden?
Pesto entstand in Genua, der Hauptstadt Liguriens. Es wird angenommen, dass es die erste auf Öl basierende Soße ist. Ein neugieriger Koch soll dort die klassischen Zutaten wie Basilikum, Pinienkerne, Olivenöl, Parmesan, Pecorino, Knoblauch und Salz zusammengefügt haben, um diese weltberühmte Paste zu kreieren.
Woher kommt Pesto Genovese?
Pesto Genovese stammt ursprünglich aus Genua in Nordwest-Italien. Es ist eng mit der kulinarischen Tradition Liguriens verbunden und wird traditionell mit Basilikum, Pinienkernen, Olivenöl, Parmesan, Pecorino, Salz und Knoblauch zubereitet.
Wie gesund ist Pesto?
Pesto ist zwar reich an gesunden Fetten aus Olivenöl und Nüssen, aber auch sehr kalorienreich. Ein durchschnittliches Glas Pesto kann bis zu 1000 Kilokalorien enthalten. Daher sollte es in Maßen genossen werden. Die Qualität der Zutaten, insbesondere des Olivenöls und des Basilikums, spielt eine große Rolle für den Nährwert.
Welche Salami ist am besten für Pizza?
Für Pizza eignen sich am besten italienische Salami-Sorten, die luftgetrocknet und nicht geräuchert sind. Beispiele hierfür sind echte Mailänder Salami oder Salami aus Neapel. Diese Sorten harmonieren geschmacklich hervorragend mit Mozzarella und dem restlichen Pizzabelag, ohne zu dominant zu wirken.
Was ist Spianata Salami?
Spianata bedeutet wörtlich „abgeflacht“. Es ist eine italienische Rohwurst, die in Naturdarm abgefüllt und in einer länglichen, rechteckigen Form luftgetrocknet wird. Die „Spianata Romana“ wird ohne Chili, aber mit viel grobem schwarzem Pfeffer hergestellt, während die „Spianata Calabrese“ oft scharf und mit Chili gewürzt ist.
Was ist Nduja di Spilinga?
'Nduja ist eine sehr würzige, pikante und weiche italienische Rohwurst, die aus der südkalabresischen Ortschaft Spilinga stammt. Sie ist bekannt für ihre streichfähige Konsistenz und ihre intensive Schärfe, die sie zu einer beliebten Zutat für Bruschetta, Pasta oder als würziger Belag auf Pizza macht.
Die Welt der Pizza und ihrer Beläge ist unendlich vielfältig und hält für jeden Geschmack etwas bereit. Von der traditionellen Margherita bis zur scharfen 'Nduja – jede Pizza erzählt ihre eigene Geschichte und ist ein Spiegelbild der reichen kulinarischen Traditionen Italiens und der individuellen Vorlieben weltweit.
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