Wer hat die Pizza-Connection erfunden?

Die "Pizza-Connection": Vom Tabu zur Koalition

19/09/2023

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In der Welt der Politik, wo Gräben oft tief und Meinungsverschiedenheiten scharf sind, gibt es Momente, in denen das Unerwartete geschieht. Manchmal finden sich Kontrahenten nicht in hitzigen Debatten im Parlament, sondern in der entspannten Atmosphäre eines italienischen Restaurants zusammen. Genau hier, fernab der Kameras und des politischen Alltags, wurde eine der bemerkenswertesten Initiativen der deutschen Nachkriegspolitik geboren: die sogenannte „Pizza-Connection“. Was einst als provokatives Geheimtreffen begann, hat sich über Jahrzehnte hinweg zu einem etablierten Instrument der politischen Annäherung entwickelt und maßgeblich zur Entstehung neuer, wegweisender Koalitionen beigetragen. Es ist eine Geschichte über den Mut, neue Wege zu beschreiten, Vertrauen aufzubauen und das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.

Wie geht es weiter mit der Pizza- Connection?
Mit der Koalition ist es nichts geworden, aber in der Hauptstadt wird seitdem beim Italiener die Neu-Auflage der Pizza-Connection gepflegt. Dabei sitzt unter anderem Omid Nouripur. Außenpolitiker der Grünen, zu Hause in Hessen.
Inhaltsverzeichnis

Die Geburtsstunde einer ungewöhnlichen Allianz

Um die Bedeutung der „Pizza-Connection“ zu verstehen, müssen wir uns in die politische Landschaft der 1980er und 1990er Jahre zurückversetzen. Deutschland erlebte eine Zeit des Umbruchs. Mit dem Aufkommen der Grünen Partei im Bundestag in den frühen 1980er Jahren entstand eine neue politische Kraft, die die etablierten Parteien, insbesondere die konservative CDU/CSU, vor große Herausforderungen stellte. Die Grünen, oft als „Turnschuh-Träger“ belächelt und als radikal wahrgenommen, standen für eine völlig andere Politik, die sich fundamental von der bürgerlichen Vorstellung unterschied.

Ein erster großer Schritt in Richtung parteiübergreifender Zusammenarbeit, der damals noch als revolutionär galt, war die Vereidigung der ersten rot-grünen Landesregierung in Hessen im Dezember 1985. Unter Ministerpräsident Holger Börner (SPD) und dem grünen Umweltminister Joschka Fischer entstand ein Bündnis, das die bürgerliche Opposition aus CDU und FDP schäumen ließ. Die Skepsis war immens, die Ablehnung offen. Die CDU startete sogar Anzeigenkampagnen, um Fischers Vereidigung als „beschämend“ darzustellen und ihm Wählerbetrug vorzuwerfen. Diese Atmosphäre des Misstrauens und der tiefen Gräben prägte die Beziehungen zwischen den Konservativen und den Grünen über Jahre hinweg.

Es sollte noch ein ganzes Jahrzehnt dauern, bis die größte Skepsis überwunden war und sich die Dinge zu ändern begannen. Im Jahr 1995, in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, kam es zu einem Treffen, das den Grundstein für die „Pizza-Connection“ legen sollte. Junge Bundestagsabgeordnete der CDU und der Grünen wagten es, sich erstmals informell bei einem Italiener zu treffen. Mit dabei waren unter anderem der Grüne Cem Özdemir und von der CDU Peter Altmaier. Diese Zusammenkünfte, die den Ruch des Neuen und Verbotenen hatten, waren eine bewusste Provokation gegen die damals noch vorherrschende strikte Trennungslinie zwischen den Parteien. Die Initiatoren dieser mutigen Annäherung waren Hermann Gröhe von der CDU, damals 34 Jahre alt, und Matthias Berninger von den Grünen, damals erst 24. Sie kannten sich aus ihren jeweiligen Jugendorganisationen und waren es leid, dass die alten Gräben zwischen den Generationen fortgesetzt wurden. Sie brachten die bunte Runde zusammen, und die Medien waren fasziniert.

Vom Geheimtreffen zum politischen Werkzeug

Die ursprüngliche „Pizza-Connection“ in Bonn war alles andere als ein Ort, an dem Koalitionsverträge geschmiedet wurden. Es waren gesellige Abende, bei denen es darum ging, Vertrauen aufzubauen und einander als Menschen kennenzulernen, jenseits der politischen Rollen und Feindbilder. Eckart von Klaeden, einer der ersten CDU-Politiker in der Runde, beschrieb es treffend: „Das Politische war eigentlich das Unpolitische.“ Es ging darum, die Atmosphäre untereinander zu verbessern, ein gewisses Verständnis füreinander zu entwickeln und zu erkennen, dass der politische Gegner von gestern ein möglicher Partner von morgen sein könnte. Dieses Ziel, das Klima untereinander zu verbessern, ist bis heute ein zentrales Anliegen der Neuauflagen der „Pizza-Connection“.

Ein amüsantes Detail, das oft für Verwirrung sorgt, ist der Name selbst. Obwohl die Gruppe als „Pizza-Connection“ bekannt wurde, suchte man auf der Speisekarte des Edel-Italieners, wo man sich traf, oft vergeblich nach einer gewöhnlichen Pizza. Stattdessen wurde Pasta gereicht. Dieser kleine „Schönheitsfehler“ war aber schon bei der Ursprungs-Connection in Bonn der Fall und hat den ikonischen Namen nicht beeinträchtigt. Er symbolisiert vielmehr die informelle, unkonventionelle Natur dieser Treffen.

Die „Pizza-Connection“ war eine Investition in die Zukunft. Die Beteiligten, die durch diese Treffen bekannt wurden, stritten zwar auch für gemeinsame Anliegen wie den Klimaschutz oder ein verändertes Staatsbürgerschaftsrecht – was den CDU-Pizza-Freunden nicht immer Sympathie in den eigenen Reihen einbrachte –, doch der primäre Nutzen lag in der Schaffung einer Gesprächsbasis. Man erkannte, dass demokratisch gewählte Abgeordnete im Gespräch bleiben müssen, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist. Die Treffen dienten dazu, sich nicht nur in Talkshows zu begegnen, sondern in einem geschützten Rahmen einen persönlichen Austausch zu pflegen. Dies war der entscheidende Schritt, der die „Pizza-Connection“ von einer bloßen Provokation zu einem wertvollen politischen Werkzeug machte.

Meilensteine der schwarz-grünen Zusammenarbeit

Die Saat, die in den informellen Runden der „Pizza-Connection“ gesät wurde, trug über die Jahre Früchte in Form konkreter Koalitionen. Die Annäherung zwischen CDU/CSU und Grünen vollzog sich schrittweise und nicht immer reibungslos. Hier sind einige der wichtigsten Meilensteine, die zeigen, wie sich die schwarz-grüne oder grün-schwarze Zusammenarbeit auf Landes- und Bundesebene entwickelte:

JahrOrt/EbeneKoalitionErgebnis/Besonderheit
1995Bonn (Bundestag)CDU/Grüne (informell)Geburtsstunde der "Pizza-Connection", erste informelle Treffen jüngerer Abgeordneter.
2008Hamburg (Landesebene)Schwarz-Grün (CDU & Grüne Alternative Liste)Erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene unter Ole von Beust. Scheiterte nach zwei Jahren.
2009Saarland (Landesebene)Jamaika (Schwarz-Grün mit FDP)Ein weiteres Experiment, das ebenfalls keine komplette Legislaturperiode hielt.
2013Hessen (Landesebene)Schwarz-GrünErfolgreiche Koalition, die als "geräuschlose Einigkeit" wahrgenommen wurde, wo einst Joschka Fischer provozierte.
2013BundesebeneGrüne/Union (Sondierungen)Politischer Flirt und Sondierungsgespräche, die von Claudia Roth als "außerordentlich sachlich, konstruktiv" gelobt wurden. Führte damals nicht zur Koalition.
2016/2017Baden-Württemberg (Landesebene)Grün-Schwarz (potenziell)Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU, die als erste grün-schwarze Koalition ihre Arbeit aufnehmen könnte.

Jede dieser Konstellationen war ein weiterer Schritt in den nicht immer einfachen, aber stetig reifenden Beziehungen zwischen den ehemals so verfeindeten politischen Lagern. Baden-Württembergs CDU Parteichef Thomas Strobl betonte die Notwendigkeit, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass aus dem politischen Gegner von gestern ein möglicher Regierungspartner von morgen werden kann. Und auch der grüne Spitzenkandidat Winfried Kretschmann zeigte sich positiv überrascht von der angenehmen und verbindlichen Atmosphäre der Gespräche. Diese Entwicklungen zeigen, wie sehr sich die politische Kultur gewandelt hat, auch dank der Pionierarbeit, die in den Runden der „Pizza-Connection“ geleistet wurde.

Wie geht es weiter mit der Pizza- Connection?
Mit der Koalition ist es nichts geworden, aber in der Hauptstadt wird seitdem beim Italiener die Neu-Auflage der Pizza-Connection gepflegt. Dabei sitzt unter anderem Omid Nouripur. Außenpolitiker der Grünen, zu Hause in Hessen.

Die „Pizza-Connection“ heute: Ein Blick nach Berlin

Was in den 1990er Jahren in Bonn begann, hat sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer festen Größe im politischen Berlin entwickelt. Die „Pizza-Connection“ ist längst keine geheime Provokation mehr, sondern eine gepflegte Tradition. Nach Informationen gibt es eine Neuauflage der legendären Treffen, die regelmäßig beim Italiener im Berliner Bezirk Mitte stattfinden. Zuletzt saß man dort am 14. März zusammen. Es ist die Variante 3.0, die sich nicht nur in der Wahl des Lokals, sondern auch in der Zusammensetzung weiterentwickelt hat, aber ihrem ursprünglichen Ziel treu bleibt: das Klima untereinander zu verbessern.

Teilnehmer der heutigen „Pizza-Connection“ sind junge Bundestagsabgeordnete der CDU und der Grünen, darunter Persönlichkeiten wie Omid Nouripur, Außenpolitiker der Grünen. Diese Treffen sind ein Zeichen dafür, dass die Parteien auch abseits des Plenums und der Ausschüsse den Dialog suchen. Man ist sich bewusst, dass man sich im Bundestag zwar nichts schenkt und sicherlich nicht immer einer Meinung ist, aber ein gewisses Verständnis füreinander entwickeln muss. Schließlich, so die unausgesprochene Annahme, wird man eines Tages vielleicht zusammen regieren müssen. Die politischen Flirts und Sondierungen auf Bundesebene im Jahr 2013, die die grüne Spitzenfrau Claudia Roth ins Schwärmen brachten, waren ein deutliches Signal, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit wächst.

Die aktuellen Entwicklungen in Baden-Württemberg, wo eine grün-schwarze Koalition im Raum steht, könnten als Blaupause für weitere schwarz-grüne oder grün-schwarze Fantasien dienen – vielleicht sogar auf Bundesebene im Jahr 2017 oder darüber hinaus. Die „Pizza-Connection“ in Berlin spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie ist ein Ort, an dem Vertrauen weiter aufgebaut und informelle Kanäle offen gehalten werden. Es ist ein Beweis dafür, dass auch in einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft der persönliche Austausch und das gegenseitige Verständnis von entscheidender Bedeutung sind. Die Treffen sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie aus einstigen Tabus politische Realitäten werden können.

Die Bedeutung jenseits der Schlagzeilen

Die „Pizza-Connection“ ist mehr als nur eine Anekdote aus der deutschen Politikgeschichte. Sie ist ein Symbol für die Fähigkeit zur politischen Evolution und zur Überwindung scheinbar unüberwindbarer ideologischer Gräben. Ihre Bedeutung reicht weit über die informellen Abende beim Italiener hinaus und hat tiefgreifende Auswirkungen auf die politische Kultur in Deutschland.

Zunächst fördert sie den Abbau von Vorurteilen. Wenn Politiker unterschiedlicher Lager sich persönlich kennenlernen, jenseits der zugeschriebenen Rollen und Klischees, entsteht ein menschlicher Bezug. Man entdeckt gemeinsame Interessen, ähnliche Herausforderungen und vielleicht sogar eine gemeinsame Basis, wo man sie vorher nicht vermutet hätte. Dies ist essenziell, um eine konstruktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen, selbst wenn man in Sachthemen hart ringt.

Zweitens dient die „Pizza-Connection“ als ein wichtiges Ventil für informellen Austausch. In der hochformalisierten Welt der Politik gibt es oft wenig Raum für ungezwungene Gespräche. Diese Treffen bieten eine Gelegenheit, Themen anzusprechen, die in offiziellen Runden noch nicht spruchreif sind, oder einfach nur Stimmungen und Perspektiven auszutauschen, ohne dass jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Solche informellen Kanäle können entscheidend sein, um Missverständnisse zu klären oder erste Brücken für zukünftige Verhandlungen zu bauen.

Drittens ist sie ein Zeichen für politische Reife. Die Bereitschaft, mit dem politischen Gegner ins Gespräch zu kommen, selbst wenn die Öffentlichkeit dies anfangs als „Provokation“ empfindet, zeugt von einem langfristigen Denkansatz. Die Initiatoren der „Pizza-Connection“ erkannten früh, dass eine funktionierende Demokratie den Dialog und die Kompromissbereitschaft aller Akteure erfordert, auch wenn es unbequem ist und Mut erfordert, neue Wege zu beschreiten. Die Treffen sind eine Investition in die Stabilität und Handlungsfähigkeit des politischen Systems.

Schließlich hat die „Pizza-Connection“ maßgeblich dazu beigetragen, die Koalitionslandschaft in Deutschland zu diversifizieren. Die Entwicklung von der reinen Schwarz-Gelb- oder Rot-Grün-Dominanz hin zu den heutigen Ampel-, Jamaika- oder eben auch Schwarz-Grün-Konstellationen wäre ohne die vorbereitende Beziehungsarbeit und das aufgebaute Vertrauen in solchen informellen Runden kaum denkbar gewesen. Sie hat gezeigt, dass auch scheinbar unversöhnliche Gegensätze überwindbar sind, wenn der Wille zum Dialog vorhanden ist. Die Geschichte der „Pizza-Connection“ ist somit eine Geschichte des Wandels und der Anpassungsfähigkeit der deutschen Politik, die immer wieder neue Wege findet, um auch in komplexen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.

Warum gibt es eine Neuauflage der Pizza-Connection?
Jetzt gibt es nach RTL-Informationen eine Neuauflage der legendären Pizza-Connection! Das Ziel: Das Klima untereinander verbessern! Junge Bundestagsabgeordnete der CDU und der Grünen kommen nach RTL-Informationen wieder regelmäßig beim Italiener zusammen. Ziel: Das Klima untereinander zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur "Pizza-Connection"

Die "Pizza-Connection" ist ein faszinierendes Phänomen der deutschen Politik, das immer wieder Fragen aufwirft. Hier sind Antworten auf die häufigsten davon:

Was ist die "Pizza-Connection"?
Die "Pizza-Connection" bezeichnet eine Reihe von informellen Treffen zwischen Politikern, hauptsächlich jüngeren Bundestagsabgeordneten, der CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen. Diese Treffen fanden und finden in italienischen Restaurants statt und dienen dem Ziel, das persönliche Klima zwischen den Parteien zu verbessern, Vertrauen aufzubauen und den Dialog jenseits der offiziellen politischen Bühne zu fördern. Sie sind keine offiziellen Verhandlungen, sondern eher eine Form der Beziehungsarbeit.

Wer hat die "Pizza-Connection" ins Leben gerufen?
Die ursprüngliche "Pizza-Connection" wurde 1995 in Bonn ins Leben gerufen. Die Hauptinitiatoren waren Hermann Gröhe von der CDU und Matthias Berninger von den Grünen. Sie kannten sich aus ihren Jugendorganisationen und waren die treibenden Kräfte hinter den ersten informellen Treffen, die später zu einer regelmäßigen Tradition wurden. Namhafte Teilnehmer der ersten Stunde waren auch Cem Özdemir (Grüne) und Peter Altmaier (CDU).

Warum heißt es "Pizza-Connection", wenn oft Pasta gegessen wird?
Der Name "Pizza-Connection" ist im Laufe der Zeit entstanden und hat sich etabliert, obwohl bei den Treffen nicht immer Pizza, sondern oft auch andere italienische Gerichte wie Pasta serviert wurden. Der Name ist eher symbolisch für die ungezwungene Atmosphäre eines italienischen Restaurants, in dem man sich abseits des politischen Rampenlichts treffen kann. Es ist ein charmantes Kuriosum, das die informelle Natur der Zusammenkünfte unterstreicht.

Welche Koalitionen sind aus diesen Treffen hervorgegangen?
Die "Pizza-Connection" selbst schmiedet keine Koalitionen, aber sie schafft das Vertrauensfundament und die Kommunikationskanäle, die solche Bündnisse überhaupt erst ermöglichen. Direkte Ergebnisse der "Pizza-Connection" waren die ersten schwarz-grünen Koalitionen auf Landesebene, wie beispielsweise in Hamburg (2008) und später in Hessen (2013), die erfolgreich eine ganze Legislaturperiode durchhielt. Auch die Sondierungsgespräche auf Bundesebene zwischen Union und Grünen im Jahr 2013 können als indirekte Folge der über Jahre aufgebauten Verbindungen gesehen werden. Die aktuellen Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg sind ein weiteres Beispiel für die Früchte dieser langfristigen Beziehungsarbeit.

Findet die "Pizza-Connection" heute noch statt?
Ja, die "Pizza-Connection" findet weiterhin statt und wird in Berlin gepflegt. Sie hat mehrere Neuauflagen erlebt, die aktuelle wird oft als "Variante 3.0" bezeichnet. Junge Bundestagsabgeordnete der CDU und der Grünen treffen sich nach wie vor regelmäßig, um das Klima untereinander zu verbessern und den Dialog aufrechtzuerhalten. Persönlichkeiten wie Omid Nouripur (Grüne) sind Teil dieser aktuellen Runde, was die anhaltende Relevanz dieses informellen Formats unterstreicht.

Ein Vermächtnis des Dialogs

Die Geschichte der „Pizza-Connection“ ist ein bemerkenswertes Kapitel in der politischen Entwicklung Deutschlands. Sie begann als ein fast schon rebellischer Akt junger Politiker, die es leid waren, die starren ideologischen Grenzen ihrer Elterngeneration zu akzeptieren. Aus einem „Ruch des Neuen und Verbotenen“ entwickelte sich eine etablierte Tradition, die maßgeblich dazu beigetragen hat, die deutsche Parteienlandschaft zu flexibilisieren und neue Koalitionsoptionen zu eröffnen.

Was einst als Provokation galt, ist heute eine Selbstverständlichkeit – ein Zeichen dafür, wie sehr sich die politische Kultur gewandelt hat. Die Fähigkeit, über Parteigrenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen, Vertrauen aufzubauen und auch den politischen Gegner als potenziellen Partner zu sehen, ist eine Errungenschaft, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die „Pizza-Connection“ zeigt, dass Demokratie nicht nur im Parlament oder in den Parteizentralen stattfindet, sondern auch am Holztisch eines italienischen Restaurants, wo bei Pasta und angeregten Gesprächen die Basis für die Zusammenarbeit von morgen gelegt wird. Ihr Vermächtnis ist ein Plädoyer für den Dialog, das Verständnis und den Mut, Brücken zu bauen, wo einst Gräben waren.

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