Warum kann man Pizza nicht backen?

Pizza backen: 10 Fehler & wie du sie vermeidest

07/07/2014

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Pizza backen – das ist für viele mehr als nur Kochen, es ist eine Leidenschaft, ein Stück italienisches Lebensgefühl, das man in die eigene Küche holen möchte. Doch oft trügt der Schein der „Dolce Vita“. Statt einer knusprigen, luftigen Kreation, die mit ihrem duftenden Rand und perfekt geschmolzenem Käse begeistert, enden viele Versuche in Frustration. Der Teig klebt, der Boden wird labberig, der Käse verbrennt, oder die Pizza weigert sich schlicht, vom Schieber in den Ofen zu gleiten. Diese Momente des Scheiterns sind leider keine Seltenheit und können selbst erfahrene Hobbyköche an ihre Grenzen bringen. Es ist leicht, dem Ofen die Schuld zu geben, doch in den meisten Fällen liegen die Ursachen für eine misslungene Pizza in kleinen, aber entscheidenden Fehlern, die sich oft unbemerkt einschleichen. Fehler, die mit dem richtigen Wissen und ein paar einfachen Handgriffen leicht zu vermeiden sind. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Welt des Pizzabackens ein und enthüllen die zehn häufigsten Stolperfallen, die zwischen dir und deiner Traum-Pizza stehen. Wir zeigen dir nicht nur, was schiefgehen kann, sondern vor allem, wie du diese typischen „Pizza-Fails“ ein für alle Mal aus deiner Backroutine verbannen kannst. Mach dich bereit, die Geheimnisse der perfekten Pizza zu lüften und deine Fähigkeiten auf ein neues Level zu heben.

Warum kann man Pizza nicht backen?
Pizza backen – das klingt nach Dolce Vita, ist aber manchmal eher Trial-and-Error. Wenn der Teig klebt, der Boden verbrennt oder die Pizza sich nicht vom Schieber löst, liegt das selten am Ofen allein. Oft sind es kleine Fehler, die große Auswirkungen haben.

Die Grundlagen verstehen: Warum deine Pizza leidet

Bevor wir uns den einzelnen Fehlern widmen, ist es wichtig zu verstehen, dass Pizza backen ein Zusammenspiel vieler Faktoren ist: Teigreife, Zutatenqualität, Hitze und Technik. Jeder Schritt hat Einfluss auf das Endergebnis. Eine kleine Unachtsamkeit kann die gesamte Balance stören. Eine gelungene Pizza zeichnet sich durch einen knusprigen Boden, einen luftigen, leicht verkohlten Rand (das sogenannte „Leoparding“) und perfekt gegarte Beläge aus. Erreichen lässt sich das nur, wenn man die Wissenschaft hinter dem Backprozess versteht. Es geht darum, die richtigen Zutaten zu wählen, den Teig optimal vorzubereiten und die Backbedingungen so zu simulieren, wie sie in einem traditionellen italienischen Holzofen herrschen würden.

Die 10 häufigsten Fehler und ihre Meisterlösungen

Fehler #1: Der Teig ist zu warm und überfermentiert

Was passiert: Ein überfermentierter Teig ist ein Albtraum für jeden Pizzabäcker. Er wird extrem klebrig, läuft beim Ausbreiten unkontrolliert auseinander und lässt sich kaum noch formen oder überhaupt vom Untergrund lösen. Die Elastizität, die man für einen schönen, dünnen Boden und einen luftigen Rand benötigt, ist nicht mehr vorhanden. Beim Backen wird er oft zäh oder trocken, und die gewünschte luftige Textur bleibt aus.

Warum: Hefe ist ein lebender Organismus, der bei Wärme extrem aktiv wird. Ist die Umgebungstemperatur zu hoch, arbeitet die Hefe viel zu schnell und verbraucht den Zucker im Teig in Rekordzeit. Dadurch verliert der Teig an Struktur, wird übersäuert und verliert seine Fähigkeit, Gase zu halten – die Grundlage für eine luftige Krume. Eine zu schnelle Fermentation führt auch zu einem weniger komplexen Geschmack.

So geht’s besser: Die richtige Teigtemperatur ist entscheidend. Idealerweise sollte dein Teig bei kontrollierten Temperaturen reifen. Eine langsame Teigführung im Kühlschrank bei 4–7 °C über 24 bis 72 Stunden ist oft die beste Methode. Dies verlangsamt die Hefeaktivität erheblich, lässt aber die Enzyme im Mehl länger arbeiten, was zu komplexeren Aromen und einer besseren Verdaulichkeit führt. Alternativ, bei Raumtemperatur, halte dich an 18–21 °C und verwende deutlich weniger Hefe (oft nur 0,1–0,5 % der Mehlmenge). Weniger Hefe bedeutet mehr Kontrolle und eine stabilere Fermentation, die zu einem geschmeidigeren und aromatischeren Teig führt.

Fehler #2: Du verwendest das falsche Mehl

Was passiert: Wenn der Teig beim Ausbreiten ständig reißt, sich nicht richtig dehnen lässt oder nach dem Backen zäh und kompakt wie ein Keks ist, liegt das meist am verwendeten Mehl. Haushaltsmehle sind oft nicht für die lange Teigführung und hohen Temperaturen einer Pizza geeignet, da ihnen die nötige Struktur fehlt.

Warum: Mehl ist nicht gleich Mehl. Der entscheidende Faktor für Pizzateig ist der Proteingehalt, insbesondere der Anteil an Gluten bildenden Proteinen. Haushaltsmehle wie Typ 405 (Deutschland) haben oft nur 7–9 % Protein. Für einen dehnbaren, elastischen Teig, der die Gase der Fermentation gut halten kann und beim Backen schön aufgeht, braucht es jedoch mehr Protein, um ein starkes Glutennetzwerk aufzubauen.

So geht’s besser: Investiere in spezialisierte Pizzamehle. Das italienische Tipo 00 Mehl ist der Klassiker für neapolitanische Pizza, da es einen hohen Proteingehalt (oft 11–13 %) bei sehr feiner Vermahlung aufweist. Alternativ sind Mehle wie Manitoba (oft über 14 % Protein) oder spezielle Pizzamehle mit mindestens 11 % Proteingehalt hervorragend geeignet. Diese Mehle entwickeln ein starkes Glutennetzwerk, das dem Teig die nötige Elastizität und Stabilität verleiht, wodurch er sich besser dehnen lässt und einen luftigen Rand ausbildet. Achte auf die W-Zahl des Mehls, die Auskunft über seine Stärke gibt (W250-W300 ist ideal für Pizza).

Fehler #3: Die Tomatensauce ist zu wässrig

Was passiert: Eine zu flüssige Tomatensauce ist ein häufiger Übeltäter für einen matschigen Pizzaboden. Sie weicht den Teig in der Mitte durch, verhindert ein knuspriges Ergebnis und kann sogar dazu führen, dass die Pizza auseinanderfällt, wenn man sie aus dem Ofen nimmt. Der Boden wird dann eher gedämpft als gebacken.

Warum: Frisch pürierte Tomaten oder minderwertige Dosentomaten enthalten oft einen hohen Wasseranteil. Wenn dieses Wasser nicht vor dem Auftragen reduziert wird, verdampft es im Ofen und macht den Teig weich, anstatt ihn knusprig zu backen. Die Feuchtigkeit entweicht nicht schnell genug, bevor der Boden durchgebacken ist.

So geht’s besser: Setze auf Qualität bei den Tomaten. Echte San Marzano-Tomaten aus der Dose sind die erste Wahl für eine authentische Pizza. Sie haben einen intensiven Geschmack und sind von Natur aus weniger wässrig. Püriere sie grob (oder drücke sie einfach mit der Hand durch) und lass sie bei Bedarf leicht einkochen, bis eine dickere Konsistenz entsteht. Eine Prise Salz und ein paar frische Basilikumblätter reichen oft schon aus. Vermeide zu viel Öl oder andere flüssige Zutaten in der Sauce. Die Tomatensauce sollte nur eine dünne Schicht bilden und den Teig nicht durchnässen.

Fehler #4: Der Ofen ist nicht heiß genug

Was passiert: Der Pizzaboden bleibt blass und bleich, der Rand wird nicht luftig und knusprig, sondern eher trocken und hart. Das typische "Leoparding" – die kleinen, dunklen Blasen auf dem Rand – fehlt komplett, und die Pizza wirkt unfertig und geschmacklos.

Warum: Pizza, insbesondere neapolitanische, benötigt extrem hohe Temperaturen, um in kürzester Zeit zu backen. Ein Haushaltsbackofen erreicht oft nur 250–300 °C, während ein professioneller Pizzaofen 400–500 °C heiß wird. Bei zu niedriger Temperatur trocknet der Teig aus, bevor er richtig aufgeht und bräunt, da das Wasser im Teig zu langsam verdampft und der Teig nicht schnell genug gart.

So geht’s besser: Heize deinen Ofen mindestens 45–60 Minuten, besser noch länger, auf die höchste Stufe vor (Ober-/Unterhitze). Ein Pizzastein oder Pizzastahl ist hierbei unerlässlich, da er die Hitze speichert und direkt an den Teig abgibt, was für einen knusprigen Boden sorgt. Platziere den Stein/Stahl auf der obersten Schiene oder direkt darunter, um die maximale Hitze zu nutzen. Noch besser ist natürlich ein spezieller Pizzaofen für den Garten oder Balkon, der die nötigen 400+ °C erreicht und die Pizza in wenigen Minuten perfekt backt.

Fehler #5: Die Pizza klebt am Schieber fest

Was passiert: Du hast die perfekte Pizza belegt, willst sie in den Ofen schieben – und sie klebt fest, lässt sich nicht lösen und reißt unweigerlich. Frustration pur! Dies ist ein klassischer Fehler, der oft im letzten Moment passiert und die ganze Vorbereitung zunichtemacht.

Warum: Dies geschieht, wenn der Teig zu feucht ist oder zu lange auf dem Pizzaschieber liegt und Feuchtigkeit abgibt, die ihn am Holz oder Metall haften lässt. Auch eine unzureichende Bemehlung des Schiebers ist eine häufige Ursache. Der Teig saugt sich förmlich am Untergrund fest, wenn er nicht richtig gleiten kann.

So geht’s besser: Bestreue deinen Pizzaschieber großzügig mit feinem Hartweizengrieß (Semola Rimacinata) oder einer Mischung aus Mehl und Grieß. Dies bildet eine Art Kugellager, auf dem die Pizza leicht gleitet. Lege den Teig erst kurz vor dem Einschieben auf den Schieber und arbeite dann zügig und präzise. Ein kleiner Ruck am Schieber, um die Pizza ins Rutschen zu bringen, kann ebenfalls helfen. Übung macht hier den Meister, und mit der Zeit entwickelst du das nötige Gefühl für den richtigen Moment.

Fehler #6: Der Käse verbrennt – oder wird gummiartig

Was passiert: Der Käse läuft entweder aus und wird zu einer öligen Pfütze, verbrennt an den Rändern und wird bitter, oder er wird hart und gummiartig, statt schön geschmolzen und cremig zu sein. Dies beeinträchtigt nicht nur das Aussehen, sondern auch den Geschmack der Pizza erheblich.

Warum: Zu fettiger Käse (wie Gouda oder Cheddar) hat einen niedrigen Schmelzpunkt und viel Fett, das sich bei hohen Temperaturen schnell trennt und verbrennt. Auch der falsche Backzeitpunkt oder zu lange Backzeit sind Gründe. Andere Käsesorten haben einen zu hohen Wassergehalt, der sich negativ auswirkt.

So geht’s besser: Der König des Pizzakäses ist Fior di Latte (Mozzarella aus Kuhmilch) oder echter Büffelmozzarella. Diese Käsesorten haben einen geringeren Wasser- und Fettgehalt als viele andere Käse und schmelzen perfekt, ohne zu verbrennen oder zu ölig zu werden. Wichtig ist, den Mozzarella gut abtropfen zu lassen oder sogar leicht auszudrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Schneide ihn in kleine Stücke oder reibe ihn grob. Gib den Käse erst in der zweiten Hälfte der Backzeit auf die Pizza, wenn der Boden schon etwas Farbe angenommen hat. So schmilzt er perfekt, ohne zu verbrennen und bleibt cremig.

Fehler #7: Zu viel Belag auf der Pizza

Was passiert: Die Pizza wird in der Mitte matschig und weich, der Boden wird nicht knusprig und der Teig geht nicht richtig auf. Das Ergebnis ist eine überladene, schwer verdauliche Pizza, die an eine Focaccia mit Belag erinnert, statt an eine leichte, knusprige Pizza.

Warum: Zu viel Belag ist einer der häufigsten Fehler. Jeder Belag bringt Feuchtigkeit mit sich und isoliert den Teig vom direkten Kontakt mit der Hitze des Ofens. Die Hitze reicht dann nicht aus, um die dicken Beläge in der kurzen Backzeit (besonders bei hohen Temperaturen) durchzugaren und gleichzeitig den Boden knusprig zu backen. Die Pizza wird von der Feuchtigkeit des Belags erdrückt.

So geht’s besser: Weniger ist oft mehr, besonders bei einer authentischen Pizza. Konzentriere dich auf wenige, hochwertige Zutaten – maximal 2–3 Beläge plus Sauce und Käse. Dies ermöglicht es dem Teig, optimal aufzugehen, und die Beläge können gleichmäßig garen, ohne den Boden zu überwältigen. Eine klassische Margherita mit nur Tomate, Mozzarella und Basilikum ist der beste Beweis dafür, wie wenig es manchmal braucht, um puren Pizzagenuss zu erleben.

Fehler #8: Du rollst den Teig mit dem Nudelholz aus

Was passiert: Die Pizza wird flach, kompakt wie ein Fladenbrot, ohne den charakteristischen, luftigen Rand. Die Textur ist zäh und dicht, und der Biss ist weit entfernt von der gewünschten Leichtigkeit einer guten Pizza.

Warum: Das Ausrollen des Teigs mit einem Nudelholz zerstört die feinen Luftblasen, die während der langen Fermentation im Teig entstanden sind. Diese Luftblasen sind entscheidend für die spätere Leichtigkeit und den luftigen Biss des Randes (Cornicione). Du drückst die gesamte Luft einfach heraus, anstatt sie im Teig zu verteilen und zu konzentrieren.

So geht’s besser: Das Ausbreiten des Pizzateigs ist eine Kunst für sich, die aber leicht zu erlernen ist. Beginne, indem du den Teigling auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit den Fingern von innen nach außen drückst, dabei den Rand unberührt lässt. Dann drehe den Teig vorsichtig und dehne ihn mit den Händen aus, indem du ihn über deine Fingerknöchel legst und durch sein Eigengewicht in Form bringst. Ziel ist es, die Luft in den Rand zu schieben und so einen wunderschönen, luftigen Cornicione zu kreieren, der beim Backen herrlich aufplatzt.

Fehler #9: Du bäckst auf einem normalen Backblech

Was passiert: Der Boden deiner Pizza bleibt weich, wird nicht knusprig und die gesamte Pizza wirkt "blass" und unfertig. Die Unterseite bekommt keine Bräunung und der Teig bleibt klebrig, was zu einem unangenehmen Esserlebnis führt.

Warum: Herkömmliche Backbleche sind schlechte Wärmeleiter, wenn es um die direkte Hitzeübertragung auf einen Pizzaboden geht. Sie speichern nicht genug Wärme und geben sie auch nicht schnell genug ab, um den schnellen "Ofenschock" zu simulieren, den eine Pizza benötigt. Die Hitze des Ofens gelangt nicht effizient genug zum Boden.

So geht’s besser: Wie bereits erwähnt, ist ein Pizzastein oder Pizzastahl ein Game-Changer für den heimischen Backofen. Diese speichern enorme Mengen an Hitze und geben sie sofort an den Teig ab, sobald die Pizza darauf platziert wird. Der Effekt ist vergleichbar mit einem professionellen Steinofen: Der Teig bäckt von unten sofort auf und wird knusprig, während die Oberhitze den Belag gart. Ein Pizzastahl ist oft noch effektiver als ein Stein, da er die Wärme noch schneller leitet und speichert und somit für einen noch besseren "Ofenschock" sorgt.

Fehler #10: Du nimmst die Pizza zu spät aus dem Ofen

Was passiert: Der Boden der Pizza verbrennt regelrecht, wird schwarz und bitter, während der Rand hart und trocken wird. Der Käse kann ebenfalls überbräunen und unangenehm schmecken, und die gesamte Pizza schmeckt verbrannt und ungenießbar.

Warum: Pizza, besonders wenn sie bei hohen Temperaturen gebacken wird, braucht nur sehr kurze Zeit. Ein paar Sekunden zu viel können den Unterschied zwischen Perfektion und Katastrophe bedeuten. Die Backzeit kann je nach Ofentyp, Temperatur und Teigdicke stark variieren, und eine ständige Überwachung ist unerlässlich.

So geht’s besser: Bleib während des Backvorgangs aufmerksam und behalte die Pizza im Auge. Die ideale Backzeit für eine Pizza im heißen Haushaltsbackofen auf Stein/Stahl liegt oft zwischen 5 und 10 Minuten, in einem speziellen Pizzaofen sogar nur 60–120 Sekunden. Wenn der Rand schön aufgegangen ist, das Leoparding sichtbar wird und der Käse Blasen wirft und leicht gebräunt ist, ist die Pizza fertig. Mit einem Wender oder dem Pizzaschieber kannst du die Pizza bei Bedarf drehen, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen, und sie dann rechtzeitig herausnehmen, bevor sie verbrennt.

Vergleichende Tabelle: Gute Praxis vs. Häufige Fehler

AspektHäufiger FehlerDie Lösung für perfekte Pizza
TeigreifeZu warm, überfermentiert, klebrigLangsame, kalte Reife (24-72h bei 4-7°C), weniger Hefe
MehlwahlHaushaltsmehl (Typ 405), zu wenig ProteinTipo 00 oder Manitoba-Mehl (min. 11% Protein)
TomatensauceZu wässrig, macht Boden matschigSan Marzano Tomaten, grob püriert, ggf. leicht einkochen
OfentemperaturNicht heiß genug (unter 300°C)Ofen auf höchster Stufe (250-300°C) mit Pizzastein/Stahl vorheizen
PizzaschieberKleben bleiben, Teig reißtGroßzügig mit Hartweizengrieß bemehlen, zügig arbeiten
KäseVerbrennt/gummiartig, zu fettigFior di Latte/Mozzarella, gut abgetropft, später auflegen
BelagmengeZu viel, Pizza wird matschigWeniger ist mehr: max. 2-3 hochwertige Zutaten
TeigausbreitenMit Nudelholz ausrollen, Luftblasen zerstörtMit den Fingern von innen nach außen drücken, Luft im Rand belassen
BackunterlageNormales Backblech, unzureichende HitzePizzastein oder Pizzastahl für direkte Hitzeübertragung
BackzeitZu lange im Ofen, verbrenntPizza im Auge behalten, 60-120 Sekunden (Pizzaofen) / 5-10 Minuten (Haushaltsofen)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Muss ich unbedingt Tipo 00 Mehl verwenden?
A: Es ist nicht zwingend, aber sehr empfehlenswert für eine authentische, luftige Pizza. Alternativ kannst du auch andere Mehle mit hohem Proteingehalt (ab 11%) nutzen, die oft als "Pizzamehl" oder "Brotmehl" deklariert sind. Der höhere Proteingehalt sorgt für die nötige Elastizität und Dehnbarkeit, die für einen guten Pizzateig unerlässlich ist.

F: Wie lange muss mein Ofen mit dem Pizzastein vorheizen?
A: Für optimale Ergebnisse solltest du deinen Ofen mit Pizzastein oder -stahl mindestens 45 bis 60 Minuten auf die höchste Temperatur (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Bei manchen Öfen kann es sogar länger dauern, bis der Stein die volle Hitze gespeichert hat. Je heißer der Stein, desto knuspriger der Boden und desto besser das Backergebnis.

F: Warum wird mein Pizzarand nicht so luftig wie auf den Bildern?
A: Dies liegt meistens am Ausrollen des Teigs mit einem Nudelholz. Dadurch werden die während der Fermentation entstandenen Luftblasen zerstört. Drücke den Teig stattdessen von Hand von innen nach außen aus, sodass die Luft in den Rand geschoben wird. Auch die richtige Mehlwahl und eine lange, kalte Teigführung tragen zu einem luftigen und knusprigen Rand bei.

F: Kann ich auch Tiefkühlpizza auf dem Pizzastein backen?
A: Ja, das ist möglich und verbessert die Qualität von Tiefkühlpizza erheblich. Der heiße Stein sorgt für einen viel knusprigeren Boden, da er die Hitze direkt und effizienter überträgt als ein normales Backblech. Beachte die Backanleitung der Tiefkühlpizza, aber sei bereit, die Backzeit anzupassen, da der Stein die Hitze effizienter überträgt.

F: Meine Pizza ist in der Mitte oft matschig. Was tun?
A: Dies sind klassische Symptome für zu viel wässrige Sauce, zu viel Belag oder einen nicht heiß genug vorgeheizten Ofen/Pizzastein. Reduziere die Wassermenge in deiner Sauce, verwende weniger Belag und stelle sicher, dass dein Ofen und dein Pizzastein extrem heiß sind. Eine zu kurze Backzeit kann ebenfalls dazu führen, dass die Feuchtigkeit im Teig verbleibt.

Der Weg zur perfekten Pizza: Weitere Tipps für Pizzaiolos zu Hause

Neben der Vermeidung der oben genannten Fehler gibt es weitere Aspekte, die deine Pizza auf das nächste Level heben können. Qualität der Zutaten ist das A und O. Eine gute Tomate, frischer Mozzarella und hochwertiges Olivenöl machen einen spürbaren Unterschied im Geschmack und in der Textur. Auch das Timing ist entscheidend: Nicht nur die Backzeit, sondern auch der Moment, in dem du den Käse oder bestimmte empfindliche Kräuter wie Basilikum hinzufügst, kann das Ergebnis beeinflussen. Basilikum zum Beispiel verbrennt leicht, wenn es von Anfang an mitgebacken wird. Viele Pizzaiolos geben frische Basilikumblätter erst nach dem Backen auf die heiße Pizza, um deren Aroma und Farbe zu erhalten.

Experimentiere auch mit der Hydration deines Teigs. Eine höhere Hydration (mehr Wasser im Verhältnis zum Mehl) kann zu einer luftigeren Krume führen, erfordert aber auch mehr Geschick beim Handling, da der Teig klebriger wird. Beginne mit einer Hydration von 60-65% und steigere dich langsam, wenn du dich sicherer fühlst. Die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit in deiner Küche können ebenfalls einen Einfluss auf den Teig haben, weshalb das "Gefühl" für den Teig mit der Zeit entwickelt wird. Dies ist ein Prozess, der Übung erfordert, aber unglaublich lohnend ist.

Betrachte jeden Backvorgang als Lernprozess. Mach dir Notizen zu den verwendeten Mengen, Temperaturen und Backzeiten. Was hat gut funktioniert? Was nicht? So entwickelst du über die Zeit ein intuitives Verständnis für die Bedürfnisse deines Pizzateigs und deines Ofens. Die Reise zur perfekten Pizza ist eine genussvolle und lehrreiche Angelegenheit, die mit jedem Versuch besser wird und dich zu einem wahren Pizzameister zu Hause macht.

Fehler gehören beim Pizza backen einfach dazu – vor allem am Anfang. Niemand wird über Nacht zum Pizzaiolo. Aber keine Sorge: Mit ein wenig Erfahrung, Geduld und den richtigen Tricks vermeidest du die typischen Stolperfallen schnell und konsequent. Jede Pizza, die du bäckst, bringt dich näher an das perfekte Ergebnis. Wenn du diese zehn häufigsten Fehler beherzigst und die vorgeschlagenen Lösungen anwendest, steht deiner perfekten, knusprigen, luftigen und einfach unwiderstehlichen Pizza nichts mehr im Weg. Buon appetito! Und falls du die Geheimnisse des Pizzabackens lieber unter professioneller Anleitung lernen möchtest, schau doch mal bei einem unserer Pizza-Backkurse vorbei. Dort kannst du live erleben, wie man diese Fehler vermeidet und mit echten Holzöfen und erfahrenen Pizzaiolos die Kunst der Pizza perfektioniert und deine Fähigkeiten auf ein neues Niveau heben.

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