Wie werden Pizzas zubereitet?

Die Kunst der Pizza: Vom Teig bis zum Genuss

09/04/2023

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Die Pizza – ein globales Phänomen, ein Symbol italienischer Kochkunst und ein Gericht, das weltweit geliebt wird. Doch was macht eine wirklich gute Pizza aus? Es ist weit mehr als nur Teig, Sauce und Käse. Es ist eine Kombination aus Wissenschaft, Handwerk und Leidenschaft. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Geheimnisse der Pizzazubereitung ein, von den grundlegenden Zutaten bis hin zum perfekten Backvorgang, damit auch Sie zu Hause eine authentische, köstliche Pizza zaubern können.

Wie werden Pizzas zubereitet?
Alle Pizzen werden mit einer Sauce nach Wahl und Edamer zubereitet. Alle Pizza-Bleche werden mit Tomatensauce und Edamer zubereitet. Jedes Pizza-Schiffchen wird mit Edamer zubereitet. Es werden jeweils 8 Stück serviert. Alle Burger werden mit Cheddar zubereitet. Alle Aufläufe werden überbacken. Alle Ciabattas werden mit Edamer und Salat zubereitet.
Inhaltsverzeichnis

Die Essenz der Pizza: Die Zutaten

Bevor wir mit dem eigentlichen Backen beginnen, ist es entscheidend, die richtigen Zutaten auszuwählen. Die Qualität jedes einzelnen Bestandteils beeinflusst maßgeblich den Geschmack und die Textur Ihrer fertigen Pizza. Es geht nicht nur darum, was Sie verwenden, sondern auch darum, wie frisch und hochwertig es ist.

Mehl: Das Fundament

Das Herzstück jedes Pizzateigs ist das Mehl. Für eine authentische italienische Pizza wird oft Weizenmehl Typ 00 (Doppelnull) verwendet. Dieses Mehl ist sehr fein gemahlen und hat einen spezifischen Proteingehalt, der für die Elastizität und die Kruste der Pizza entscheidend ist. Alternativen sind Type 405 oder 550, wobei Type 550 in Deutschland dem italienischen 00-Mehl am nächsten kommt. Es ist wichtig, ein Mehl mit einem Proteingehalt von etwa 11-13% zu wählen, um eine gute Glutenentwicklung zu gewährleisten, die dem Teig seine Struktur und Zähigkeit verleiht.

Ein Vergleich der gängigsten Mehltypen für Pizza:

MehltypProteingehalt (ca.)Eigenschaften für PizzaVerwendung
Weizenmehl Type 00 (Italien)11-13%Sehr fein, hohe Elastizität, ideal für dünnen, knusprigen RandAuthentische neapolitanische Pizza
Weizenmehl Type 550 (Deutschland)10-12%Gute Backeigenschaften, universell einsetzbarHausgemachte Pizza, Allrounder
Weizenmehl Type 405 (Deutschland)9-10%Weniger Protein, eher für Kuchen geeignet, kann aber für knusprige, dünne Böden verwendet werdenSehr dünne, krosse Pizzen
Manitoba-Mehl (Italien)14-15%Sehr hoher Proteingehalt, starkes Gluten, ideal für lange GärzeitenPizzateig mit langer Reifung, Brot

Wasser: Der Lebensspender

Das Wasser ist nicht nur ein Lösungs- und Bindemittel, sondern beeinflusst auch die Hydration des Teigs und damit seine Textur. Die meisten Pizzateige haben eine Hydration von 60-70%, was bedeutet, dass auf 100g Mehl 60-70ml Wasser kommen. Verwenden Sie lauwarmes Wasser, um die Hefe zu aktivieren, aber nicht zu heiß, da dies die Hefe abtöten könnte.

Hefe: Der Motor des Aufgehens

Ob Frischhefe oder Trockenhefe – die Hefe ist verantwortlich für das Aufgehen des Teigs. Sie wandelt Zucker in Kohlendioxid und Alkohol um, wodurch der Teig luftig und leicht wird. Eine kleine Menge Hefe und eine lange Gärzeit führen zu einem komplexeren Geschmack. Für eine Pizza reicht oft schon eine sehr geringe Menge, wenn man dem Teig genügend Zeit zum Gehen gibt.

Salz: Der Geschmacksverstärker

Salz ist unverzichtbar für den Geschmack des Teigs und reguliert auch die Hefeaktivität. Verwenden Sie feines Salz, das sich gut auflöst. Es sollte niemals direkt mit der Hefe in Kontakt kommen, da es die Hefe inaktivieren kann.

Olivenöl: Für Aroma und Textur

Ein gutes natives Olivenöl extra verleiht dem Teig nicht nur Aroma, sondern macht ihn auch geschmeidiger und fördert eine schönere Krustenbildung. Es ist kein Muss, aber eine willkommene Ergänzung.

Das Herzstück: Der Teig

Der Pizzateig ist das A und O. Seine Zubereitung erfordert Sorgfalt und ein Verständnis für die Prozesse, die in ihm ablaufen. Ein perfekt zubereiteter Teig ist elastisch, geschmeidig und entwickelt beim Backen eine wunderbare Textur.

Das Mischen und Kneten: Eine Frage der Geduld

Beginnen Sie damit, Mehl und Salz in einer großen Schüssel zu mischen. In einem separaten Gefäß lösen Sie die Hefe im lauwarmen Wasser auf (bei Frischhefe mit einer Prise Zucker, um die Aktivierung zu fördern). Gießen Sie die Hefemischung langsam zum Mehl und beginnen Sie zu kneten. Das Kneten ist entscheidend, um das Gluten im Mehl zu entwickeln, welches dem Teig seine Struktur und Elastizität verleiht. Kneten Sie den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche für mindestens 10-15 Minuten von Hand, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Eine Küchenmaschine mit Knethaken kann diese Arbeit erleichtern und die Knetzeit auf 5-7 Minuten reduzieren. Der "Fenstertest" ist ein guter Indikator: Wenn Sie ein kleines Stück Teig so dünn auseinanderziehen können, dass es fast transparent wird, ohne zu reißen, ist das Gluten gut entwickelt.

Die Gärung: Zeit ist Geschmack

Nach dem Kneten kommt die erste Gärung (Stockgare). Formen Sie den Teig zu einer Kugel, fetten Sie eine Schüssel leicht mit Olivenöl ein, legen Sie den Teig hinein und decken Sie ihn mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie ab. Lassen Sie den Teig an einem warmen Ort (idealerweise 20-25°C) gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Dies kann je nach Hefemenge und Temperatur 1 bis 2 Stunden dauern. Für einen komplexeren Geschmack können Sie den Teig auch im Kühlschrank über Nacht (12-24 Stunden) gehen lassen (Kaltgare). Die Kälte verlangsamt die Hefeaktivität, ermöglicht aber eine längere Fermentation, die tiefere Aromen entwickelt.

Nach der ersten Gärung teilen Sie den Teig in Portionen (ca. 200-250g pro Pizza) und formen Sie jede Portion zu einer Kugel. Diese Teigkugeln lässt man dann für eine zweite, kürzere Gärung (Stückgare) von 30-60 Minuten ruhen, ebenfalls abgedeckt. Dies entspannt das Gluten und macht den Teig leichter formbar.

Das Formen: Die richtige Technik

Das Ausrollen des Pizzateigs ist eine Kunst für sich. Vermeiden Sie die Verwendung eines Nudelholzes, da dies die Luftblasen im Teig zerdrückt, die für eine luftige Kruste wichtig sind. Stattdessen drücken Sie den Teig von der Mitte nach außen, wobei Sie einen Rand lassen, der später zu einem schönen, luftigen Rand aufbackt. Arbeiten Sie mit den Händen, dehnen Sie den Teig vorsichtig und drehen Sie ihn dabei, um eine runde Form zu erhalten. Übung macht hier den Meister.

Die Seele: Die Tomatensauce

Eine gute Pizza braucht eine einfache, aber geschmackvolle Tomatensauce. Weniger ist oft mehr. Die beste Wahl sind San Marzano Tomaten, die für ihren süßen, wenig sauren Geschmack bekannt sind. Alternativ können hochwertige geschälte Tomaten aus der Dose verwendet werden.

Zubereitung der Sauce:

Für eine neapolitanische Pizza wird die Sauce oft roh verwendet: Einfach die geschälten Tomaten mit den Händen zerdrücken oder grob pürieren. Mit einer Prise Salz, etwas frischem Basilikum und eventuell einem Spritzer Olivenöl abschmecken. Manche bevorzugen eine leicht gekochte Sauce, die man kurz mit Knoblauch und Oregano köchelt, um die Aromen zu intensivieren. Wichtig ist, dass die Sauce nicht zu wässrig ist, da sie sonst den Teig durchnässt.

Der Charakter: Käse und Belag

Der Belag macht jede Pizza einzigartig, aber die Qualität der Zutaten ist entscheidend.

Käse: Mozzarella ist König

Für eine klassische Pizza ist Mozzarella die erste Wahl. Am besten eignet sich frischer Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella), der vor der Verwendung gut abgetropft werden sollte, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Alternativ kann geriebener, fettarmer Mozzarella verwendet werden, der weniger Wasser enthält und gleichmäßiger schmilzt. Andere Käsesorten wie Parmesan (gerieben nach dem Backen), Provolone oder Gorgonzola können je nach Geschmack hinzugefügt werden.

Beläge: Vielfalt und Harmonie

Wählen Sie frische, hochwertige Zutaten für Ihre Beläge. Klassiker sind:

  • Margherita: Tomatensauce, Mozzarella, frischer Basilikum.
  • Salami: Typisch italienische Salami (z.B. Napoli).
  • Prosciutto: Rohschinken, oft nach dem Backen hinzugefügt.
  • Pilze: Frische Champignons oder Steinpilze.
  • Gemüse: Paprika, Zwiebeln, Oliven, Artischocken.

Überladen Sie die Pizza nicht. Weniger ist oft mehr, um die einzelnen Aromen hervorzuheben und sicherzustellen, dass die Pizza gleichmäßig backt und nicht durchnässt wird. Die Reihenfolge des Belags ist auch wichtig: Zuerst die Sauce, dann der Käse, dann die restlichen Beläge. Basilikum und empfindliche Schinkenarten werden oft erst nach dem Backen hinzugefügt.

Das Finale: Das Backen

Der Backvorgang ist der kritischste Schritt, der über eine gute oder eine herausragende Pizza entscheidet. Die richtige Hochtemperatur und die passende Backzeit sind entscheidend.

Der Ofen: Hitze ist entscheidend

Pizzen werden traditionell in Holzöfen bei sehr hohen Temperaturen (400-500°C) gebacken. Dies ermöglicht eine extrem kurze Backzeit von nur 60-90 Sekunden, wodurch der Teig außen knusprig und innen weich und luftig wird. Für den Heimgebrauch ist dies schwer zu erreichen, aber ein normaler Backofen kann mit einigen Tricks optimiert werden:

  • Backstein oder Pizzastahl: Legen Sie einen Pizzastein oder Pizzastahl auf den untersten Rost Ihres Ofens und heizen Sie ihn zusammen mit dem Ofen auf die höchstmögliche Temperatur (mindestens 250°C, idealerweise 300°C oder mehr) für mindestens 45-60 Minuten vor. Der Stein speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was zu einem knusprigeren Ergebnis führt.
  • Grillfunktion: Viele Öfen haben eine Grillfunktion. Schalten Sie diese für die letzten Minuten des Backvorgangs ein, um eine schöne Bräunung der Oberfläche zu erreichen, aber achten Sie darauf, dass die Pizza nicht verbrennt.

Eine hohe Ausgangstemperatur ist der Schlüssel zu einer schnell gebackenen Pizza mit einer knusprigen Kruste und einem fluffigen Rand.

Die Backzeit: Auf den Punkt genau

Sobald der Ofen und der Pizzastein extrem heiß sind, schieben Sie die belegte Pizza vorsichtig darauf. Verwenden Sie dafür einen Pizzaschieber, der leicht bemehlt ist, damit die Pizza gut abrutscht. Die Backzeit im Heimofen beträgt in der Regel 5-10 Minuten, je nach Temperatur und Dicke des Belags. Halten Sie die Pizza im Auge: Der Rand sollte goldbraun sein und Blasen werfen, der Käse geschmolzen und leicht gebräunt. Wenn die Unterseite der Pizza nicht knusprig genug ist, kann dies an einer zu niedrigen Ofentemperatur oder unzureichender Vorheizzeit des Steins liegen.

Pizza-Variationen und Tipps für Zuhause

  • Glutenfreie Pizza: Es gibt spezielle glutenfreie Mehlmischungen, die gute Ergebnisse liefern können, auch wenn die Textur leicht abweichen kann.
  • Vollkornpizza: Für eine gesündere Variante kann ein Teil des Weizenmehls durch Vollkornmehl ersetzt werden, was dem Teig einen nussigeren Geschmack verleiht.
  • Kreative Beläge: Probieren Sie verschiedene Kombinationen aus, aber achten Sie immer auf die Balance der Aromen und die Menge des Belags.
  • Pizzateig einfrieren: Fertigen Pizzateig kann nach der ersten Gärung portioniert und eingefroren werden. Vor der Verwendung einfach im Kühlschrank auftauen lassen und bei Raumtemperatur nochmals kurz gehen lassen.
  • Frische Kräuter: Fügen Sie frische Kräuter wie Basilikum, Oregano oder Rosmarin erst nach dem Backen hinzu, um ihr Aroma zu bewahren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizzazubereitung

Warum ist mein Pizzateig nicht aufgegangen?

Meist liegt es an der Hefe. Entweder war das Wasser zu heiß und hat die Hefe abgetötet, oder es war zu kalt und die Hefe konnte nicht richtig aktiviert werden. Auch abgelaufene Hefe oder eine zu kalte Umgebungstemperatur können Gründe sein. Stellen Sie sicher, dass die Hefe frisch ist und die Wassertemperatur lauwarm (ca. 35-40°C) ist. Geben Sie dem Teig genügend Geduld und Zeit zum Gehen an einem warmen Ort.

Warum wird meine Pizza unten nicht knusprig?

Dies ist ein häufiges Problem bei Heimöfen. Die Hauptursachen sind eine zu niedrige Ofentemperatur, eine unzureichende Vorheizzeit des Pizzasteins (oder fehlender Pizzastein) oder ein zu feuchter Belag. Heizen Sie den Ofen mit Pizzastein mindestens 45-60 Minuten auf die höchste Stufe vor. Vermeiden Sie zu viel Sauce oder zu feuchte Beläge.

Kann ich Pizzateig im Voraus zubereiten?

Ja, absolut! Viele professionelle Pizzabäcker lassen ihren Teig sogar 24-72 Stunden im Kühlschrank reifen (Kaltgare). Dies entwickelt komplexere Aromen. Nehmen Sie den Teig etwa 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur erreicht.

Welcher Käse ist der beste für Pizza?

Für eine klassische Pizza ist frischer Mozzarella (Fior di Latte) ideal, da er gut schmilzt und einen milden Geschmack hat. Wichtig ist, ihn gut abtropfen zu lassen. Geriebener, fettarmer Mozzarella ist auch eine gute Option, da er weniger Wasser enthält. Für zusätzlichen Geschmack kann man etwas geriebenen Parmesan oder Pecorino Romano hinzufügen.

Wie bekomme ich einen schönen, luftigen Rand (Cornicione)?

Ein luftiger Rand entsteht durch die richtige Teigkonsistenz, ausreichendes Kneten (für Glutenentwicklung), eine gute Gärung und die richtige Formtechnik. Vermeiden Sie das Ausrollen mit einem Nudelholz, da es die Luftblasen im Rand zerdrückt. Drücken Sie den Teig stattdessen vorsichtig von der Mitte nach außen und lassen Sie den Rand unberührt. Die hohe Ofentemperatur hilft dann, den Rand schnell aufzubacken und die Luftblasen einzuschließen.

Die Zubereitung einer Pizza ist eine Reise, die mit Leidenschaft und Experimentierfreude belohnt wird. Mit diesen detaillierten Schritten und Tipps sind Sie bestens gerüstet, um die Kunst des Pizzabackens zu meistern und Ihre eigenen, unvergesslichen Kreationen zu genießen. Guten Appetit!

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