11/05/2016
Die Frage nach der besten Pizza in Italien ist fast so alt wie die Pizza selbst – und ebenso schwer zu beantworten. Es ist eine kulinarische Pilgerreise, die von persönlichen Vorlieben, regionalen Traditionen und der unendlichen Vielfalt dieses ikonischen Gerichts geprägt ist. Was für den einen die knusprige römische Pizza ist, mag für den anderen die weiche, luftige neapolitanische sein. Doch eines ist sicher: Italien ist das Mutterland der Pizza, und hier findet man die Essenz dessen, was ein einfaches Gericht zu einem weltweiten Phänomen gemacht hat. Begleiten Sie uns auf eine Entdeckungsreise durch die Regionen Italiens, um die Geheimnisse der perfekten Pizza zu lüften und vielleicht Ihre ganz persönliche beste Pizza zu finden.

Die italienische Pizza ist weit mehr als nur Teig, Tomaten und Käse. Sie ist Ausdruck regionaler Identität, jahrhundertealter Handwerkskunst und der Liebe zu einfachen, aber hochwertigen Zutaten. Jede Region, ja fast jede Stadt, hat ihre eigene Interpretation dieses Klassikers, die von den lokalen Produkten und kulinarischen Gewohnheiten geprägt ist. Um die „beste“ Pizza zu finden, muss man zunächst verstehen, dass es nicht die eine Pizza gibt, sondern eine faszinierende Bandbreite an Stilen, die alle ihre Berechtigung und ihre leidenschaftlichen Anhänger haben.
- Die Vielfalt der italienischen Pizza: Mehr als nur rund
- Was macht eine „beste“ Pizza aus? Kriterien für den Genuss
- Berühmte Pizzerien und wo man sie findet
- Pizza zu Hause genießen: Tipps für den authentischen Geschmack
- Häufig gestellte Fragen zur italienischen Pizza
- 1. Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?
- 2. Warum ist die Pizza in Neapel so besonders?
- 3. Ist Pizza Marinara vegetarisch oder vegan?
- 4. Welche Zutaten sind typisch für eine authentische Pizza Margherita?
- 5. Kann man in Italien auch glutenfreie Pizza finden?
- 6. Was bedeutet D.O.P. bei italienischen Produkten?
- Fazit: Die beste Pizza ist eine Reise, kein Ziel
Die Vielfalt der italienischen Pizza: Mehr als nur rund
Bevor wir uns auf die Suche nach dem Nonplusultra begeben, ist es unerlässlich, die grundlegenden Unterschiede der Pizzastile zu verstehen, die man in Italien findet. Die beiden prominentesten Vertreter sind zweifellos die neapolitanische und die römische Pizza, doch die Vielfalt geht weit darüber hinaus.
Neapel: Die Wiege der Pizza Napoletana
Wenn es einen Ort gibt, an dem die Pizza ihren Ursprung hat, dann ist es Neapel. Hier wurde die Pizza, wie wir sie heute kennen, geboren, und die Pizza Napoletana ist bis heute der Goldstandard für viele Pizzabäcker weltweit. Was macht sie so besonders? Es ist die Einfachheit und die strikte Einhaltung traditioneller Regeln, die von der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) überwacht werden.
- Der Teig: Er besteht nur aus Mehl (Typ 00), Wasser, Salz und Hefe. Nach einer langen Gärzeit (oft 24 Stunden oder länger) wird er von Hand geformt, ohne Nudelholz, um die Luftblasen im Teig zu erhalten. Das Ergebnis ist ein extrem weicher, elastischer Teig mit einem hohen, luftigen Rand (dem cornicione), der beim Backen Blasen wirft und leicht verkohlt.
- Die Zutaten: Klassischerweise nur San Marzano Tomaten (aus der Agro Sarnese-Nocerino Region), Mozzarella di Bufala Campana D.O.P. oder Fior di Latte, frisches Basilikum und Olivenöl extra vergine. Die Qualität dieser wenigen Zutaten ist entscheidend.
- Das Backen: Eine echte Pizza Napoletana wird bei extrem hohen Temperaturen (450-500°C) für nur 60-90 Sekunden in einem Holzofen gebacken. Dies führt zu einem weichen, feuchten Zentrum und einem leicht knusprigen, aber dennoch zähen Rand.
Die bekanntesten Varianten sind die Pizza Margherita (Tomaten, Mozzarella, Basilikum – in den Farben der italienischen Flagge) und die Pizza Marinara (Tomaten, Knoblauch, Oregano, Olivenöl – ohne Käse).
Rom: Pizza al Taglio und Pizza Tonda
In Rom begegnet man einer anderen Art von Pizza, die ebenso beliebt ist, aber eine völlig andere Textur und Form aufweist. Die römische Pizza zeichnet sich durch ihre Knusprigkeit aus.
- Pizza Romana (Pizza Tonda): Hier ist der Teig dünner und knuspriger als die neapolitanische Variante, oft mit einer leicht erhöhten, aber nicht so luftigen Kruste. Sie wird traditionell mit einem Nudelholz ausgerollt. Die Beläge sind oft vielfältiger und können auch Kartoffeln, Rosmarin oder andere lokale Spezialitäten umfassen.
- Pizza al Taglio: Dies ist die typische römische Straßenpizza, die in großen rechteckigen Blechen gebacken und dann nach Gewicht oder Stück verkauft wird. Der Teig ist oft dicker und luftiger als die Pizza Tonda, aber immer noch knuspriger als die neapolitanische Pizza. Sie ist ideal für einen schnellen Snack unterwegs und wird mit einer breiten Palette von Belägen angeboten, von einfachen Tomaten und Mozzarella bis hin zu aufwendigeren Kombinationen.
Andere Regionen und ihre Besonderheiten
Italien ist reich an regionalen Pizzastilen, die es zu entdecken gilt:
- Sizilien: Hier findet man die Sfincione, eine Art dicke, fluffige Focaccia-ähnliche Pizza, oft belegt mit Tomatensauce, Zwiebeln, Sardellen, Caciocavallo-Käse und Paniermehl.
- Ligurien: Die Focaccia di Recco ist eine Spezialität, die streng genommen keine Pizza ist, aber oft dazugezählt wird. Sie besteht aus zwei hauchdünnen Teigschichten, gefüllt mit Stracchino-Käse.
- Puglia: Die Focaccia Barese ist eine weitere dicke, weiche Focaccia-Art, oft belegt mit Kirschtomaten, Oliven und Oregano.
Jeder dieser Stile hat seine Berechtigung und seine Liebhaber. Die „beste“ Pizza hängt oft davon ab, welche Textur und welchen Geschmack man bevorzugt.
Was macht eine „beste“ Pizza aus? Kriterien für den Genuss
Die Suche nach der besten Pizza ist subjektiv, aber es gibt objektive Kriterien, die eine hervorragende Pizza von einer guten unterscheiden:
- Der Teig: Er ist das Herzstück jeder Pizza. Er sollte gut aufgegangen sein, die richtige Balance zwischen Knusprigkeit und Zähigkeit bieten und leicht verdaulich sein. Eine lange Gärzeit ist hierfür entscheidend.
- Die Zutaten: Frische und Qualität sind nicht verhandelbar. Ob San Marzano Tomaten, echter Mozzarella di Bufala, hochwertiges Olivenöl oder frisches Basilikum – die Einfachheit der italienischen Küche verlangt nach den besten Produkten.
- Der Ofen und die Backtechnik: Ein Holzofen, der extrem hohe Temperaturen erreicht, ist für viele traditionelle Pizzen unerlässlich. Die kurze Backzeit bei hoher Hitze sorgt für die perfekte Textur und die leicht verkohlten Stellen, die den Geschmack abrunden.
- Das Können des Pizzabäckers (Pizzaiolo): Ein erfahrener Pizzaiolo weiß, wie man den Teig richtig handhabt, die Zutaten perfekt verteilt und die Pizza im Ofen überwacht, um ein Meisterwerk zu schaffen.
- Die Balance: Eine großartige Pizza zeichnet sich durch die Harmonie ihrer Komponenten aus. Kein Belag sollte den anderen dominieren, und der Teig sollte immer im Vordergrund stehen.
| Merkmal | Pizza Napoletana | Pizza Romana (Tonda) |
|---|---|---|
| Teigtextur | Weich, elastisch, luftiger Rand (cornicione) | Dünn, knusprig, flacherer Rand |
| Zutaten | Streng traditionell (San Marzano, Mozzarella di Bufala/Fior di Latte) | Vielfältiger, regional angepasst |
| Backzeit/-temperatur | Sehr kurz (60-90 Sek.) bei 450-500°C | Länger (2-4 Min.) bei ca. 350-400°C |
| Form | Rund, unregelmäßig, von Hand geformt | Rund, gleichmäßiger, oft mit Nudelholz |
| Verdauung | Leicht verdaulich (lange Gärzeit) | Kann aufgrund der Knusprigkeit etwas schwerer sein |
Berühmte Pizzerien und wo man sie findet
Während die Suche nach der absolut besten Pizza eine persönliche Odyssee bleibt, gibt es einige Pizzerien, die weltweit für ihre Exzellenz bekannt sind und oft als Anwärter auf den Titel gehandelt werden. Ein Besuch in diesen Etablissements ist ein Muss für jeden Pizzaliebhaber:
- L'Antica Pizzeria Da Michele (Neapel): Oft als die Ikone der neapolitanischen Pizza bezeichnet, serviert sie seit 1870 im Wesentlichen nur zwei Pizzen: Margherita und Marinara. Die Schlangen sind lang, aber das Erlebnis ist authentisch. Hier erleben Sie die reine neapolitanische Tradition.
- Pizzeria Sorbillo (Neapel): Eine weitere Legende in Neapel, mit mehreren Standorten. Gino Sorbillo ist ein Verfechter der traditionellen neapolitanischen Pizza und bekannt für die Qualität seiner Zutaten und seinen luftigen Teig. Er hat maßgeblich zur Popularisierung der neapolitanischen Pizza beigetragen.
- 50 Kalò di Ciro Salvo (Neapel): Eine relativ neue, aber hochgelobte Pizzeria in Neapel, die sich durch die außergewöhnliche Qualität ihres Teigs auszeichnet, der als besonders leicht und verdaulich gilt. Ciro Salvo ist ein Meister der Hydration und Fermentation.
- Pizzarium Bonci (Rom): Gabriele Bonci ist der Meister der römischen Pizza al Taglio. Seine Pizzen sind bekannt für ihren unglaublich luftigen, knusprigen Teig und die innovativen, saisonalen Beläge. Ein Paradies für experimentierfreudige Gaumen.
- Da Remo (Rom): Wenn Sie die klassische, dünne und knusprige Pizza Romana suchen, ist Da Remo eine beliebte Wahl. Es ist eine traditionelle Trattoria, die für ihre authentische Atmosphäre und ihre köstliche Pizza bekannt ist.
Diese Pizzerien sind nicht nur Essensorte, sondern auch Hüter kulinarischer Geschichte. Sie bieten einen Einblick in die Leidenschaft und das Handwerk, das hinter jeder perfekten Pizza steckt.
Pizza zu Hause genießen: Tipps für den authentischen Geschmack
Auch wenn nichts einen Besuch in einer echten italienischen Pizzeria ersetzen kann, gibt es Möglichkeiten, den authentischen Pizzageschmack nach Hause zu holen:
- Guter Teig ist das A und O: Verwenden Sie hochwertiges Mehl (italienisches Typ 00 ist ideal), gutes Wasser und eine lange Gärzeit (mindestens 12-24 Stunden im Kühlschrank).
- Die richtigen Zutaten: Investieren Sie in qualitativ hochwertige San Marzano Tomaten (ganz, nicht gehackt), echten Mozzarella (Fior di Latte oder Büffelmozzarella, gut abgetropft) und frisches Basilikum.
- Hohe Backtemperatur: Ein Pizzastein oder Pizzastahl im Backofen, der auf die höchste Temperatur vorgeheizt wird, kann die Hitze eines Holzofens imitieren. Backen Sie die Pizza so kurz wie möglich.
- Weniger ist mehr: Überladen Sie die Pizza nicht mit Belägen. Die italienische Philosophie ist es, die Qualität der einzelnen Zutaten hervorzuheben.
Häufig gestellte Fragen zur italienischen Pizza
1. Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?
Der Hauptunterschied liegt im Teig und der Backmethode. Neapolitanische Pizza hat einen weichen, luftigen Teig mit einem hohen, aufgeblasenen Rand (Cornicione) und wird sehr kurz bei hoher Temperatur gebacken. Römische Pizza ist dünner und knuspriger, oft mit einem flacheren Rand und wird etwas länger gebacken. Die neapolitanische Pizza ist feuchter in der Mitte, während die römische durch und durch knusprig ist.
2. Warum ist die Pizza in Neapel so besonders?
Neapel gilt als Geburtsort der modernen Pizza. Die neapolitanische Pizza folgt strengen Traditionen, die von der AVPN (Associazione Verace Pizza Napoletana) festgelegt wurden. Diese Regeln betreffen die Zutaten (San Marzano Tomaten, Mozzarella di Bufala), den Teig (nur Mehl, Wasser, Salz, Hefe, lange Gärzeit, Handarbeit) und das Backen (Holzofen bei über 450°C für 60-90 Sekunden). Diese Kombination aus hochwertigen Zutaten, traditioneller Handwerkskunst und extremen Temperaturen schafft ein einzigartiges Geschmackserlebnis.
3. Ist Pizza Marinara vegetarisch oder vegan?
Ja, Pizza Marinara ist vegan. Sie besteht aus Tomatensauce, Knoblauch, Oregano und Olivenöl, ohne Käse oder andere tierische Produkte. Sie ist eine der ältesten und einfachsten Pizzasorten und zeigt, dass großartiger Geschmack nicht viele Zutaten benötigt.
4. Welche Zutaten sind typisch für eine authentische Pizza Margherita?
Eine authentische Pizza Margherita besteht aus San Marzano Tomaten (oder ähnlichen D.O.P. Tomaten), Mozzarella di Bufala Campana D.O.P. oder Fior di Latte, frischem Basilikum und Olivenöl extra vergine. Die Farben dieser Zutaten (rot, weiß, grün) repräsentieren die italienische Flagge.
5. Kann man in Italien auch glutenfreie Pizza finden?
Ja, in vielen italienischen Städten, insbesondere in größeren Touristengebieten, gibt es mittlerweile Pizzerien, die glutenfreie Pizza anbieten. Es ist ratsam, vorher zu recherchieren oder direkt im Restaurant nachzufragen. Viele Restaurants sind sich der steigenden Nachfrage bewusst und bieten spezielle glutenfreie Teige an.
6. Was bedeutet D.O.P. bei italienischen Produkten?
D.O.P. steht für „Denominazione di Origine Protetta“ (geschützte Ursprungsbezeichnung). Es ist ein Qualitätssiegel der Europäischen Union, das garantiert, dass ein Produkt in einer bestimmten geografischen Region hergestellt, verarbeitet und zubereitet wurde und dass seine Qualität und Eigenschaften hauptsächlich auf diese Region zurückzuführen sind. Beispiele sind Mozzarella di Bufala Campana D.O.P. oder Pomodoro San Marzano dell'Agro Sarnese-Nocerino D.O.P.
Fazit: Die beste Pizza ist eine Reise, kein Ziel
Die Suche nach der „besten Pizza in Italien“ ist im Grunde eine wunderbare Ausrede, um die kulinarische Vielfalt dieses Landes zu erkunden. Es gibt nicht die eine beste Pizza, denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters und Geschmack im Gaumen des Genießers. Ob Sie die weiche, zarte Umarmung einer neapolitanischen Margherita bevorzugen oder die knusprige Zufriedenheit einer römischen Pizza al Taglio – Italien bietet für jeden Pizzaliebhaber das Richtige.
Das Wichtigste ist, sich auf das Erlebnis einzulassen: die Qualität der Zutaten zu schätzen, das Handwerk der Pizzaiolos zu bewundern und die regionalen Unterschiede zu genießen. Die beste Pizza ist die, die Ihnen persönlich am besten schmeckt und Ihnen ein Stück italienisches Lebensgefühl vermittelt. Also packen Sie Ihre Koffer und begeben Sie sich auf Ihre eigene köstliche Entdeckungsreise!
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