Kann man bei Pizza Hut auch Pizza bestellen?

Österreichs Pizzavielfalt: Ein kulinarischer Guide

17/08/2014

Rating: 4.57 (6315 votes)

Pizza – ein Gericht, das weltweit geliebt wird und auch in Österreich einen festen Platz in den Herzen und auf den Tellern der Menschen gefunden hat. Was einst als einfaches Gericht für die Arbeiterklasse in Neapel begann, hat sich zu einem vielseitigen kulinarischen Phänomen entwickelt, das in Österreich in unzähligen Variationen genossen wird. Ob knusprig dünn oder luftig-locker, traditionell belegt oder mit kreativen Zutaten – die österreichische Pizzalandschaft ist so reichhaltig wie die Alpen selbst. Doch welche Pizzasorten gibt es hierzulande eigentlich, und was macht sie so besonders?

Die Einführung der Pizza in Österreich erfolgte, wie in vielen anderen Ländern auch, maßgeblich durch italienische Einwanderer und Gastarbeiter, die ihre kulinarischen Traditionen mitbrachten. Seitdem hat sich Pizza nicht nur als Fast Food etabliert, sondern auch als vollwertiges Gericht in gehobenen Restaurants. Die ursprüngliche Form der Pizza, die neapolitanische Pizza, hat in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt, doch die Vielfalt reicht weit darüber hinaus.

Welche Pizzas gibt es in Österreich?
Inhaltsverzeichnis

Die ewigen Klassiker: Herzstück der österreichischen Pizzerien

In jeder Pizzeria Österreichs, von Wien bis Bregenz, finden sich bestimmte Pizzasorten, die als absolute Grundpfeiler gelten und immer wieder bestellt werden. Diese Klassiker sind der Maßstab für die Qualität eines italienischen Restaurants und spiegeln die Vorliebe der Österreicher für bewährte Geschmäcker wider:

  • Pizza Margherita: Der Inbegriff der Einfachheit und doch so perfekt. Mit Tomatensauce, Mozzarella und frischem Basilikum verkörpert sie die italienische Flagge und ist der ultimative Test für die Qualität der Grundzutaten. Ihr Erfolg liegt in der Balance der Aromen und der Reinheit des Geschmacks.
  • Pizza Prosciutto e Funghi: Eine der beliebtesten Kombinationen. Hier treffen zarter Kochschinken (Prosciutto Cotto) und frische Champignons auf die klassische Basis aus Tomatensauce und Mozzarella. Diese Pizza ist ein Allrounder, der sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert.
  • Pizza Salami: Ob mit milder oder pikanter Salami, diese Pizza ist ein Dauerbrenner. Die Würze der Salami kontrastiert wunderbar mit der Süße der Tomaten und der Cremigkeit des Käses. Oft wird die scharfe Variante als „Pizza Diavola“ angeboten, oft mit Peperoncini verfeinert.
  • Pizza Tonno: Eine überraschend beliebte Wahl, die den Geschmack des Meeres auf die Pizza bringt. Mit Thunfisch, Zwiebeln und manchmal Oliven ist sie eine herzhafte Alternative für Fischliebhaber.
  • Pizza Quattro Stagioni: Die „Vier Jahreszeiten“-Pizza ist ein Fest für die Augen und den Gaumen. Traditionell in vier Sektoren unterteilt, repräsentiert jeder ein Jahreszeit mit spezifischen Belägen wie Schinken, Pilzen, Artischocken und Oliven. Manchmal variieren die Beläge leicht, aber das Prinzip bleibt dasselbe: eine Vielfalt auf einem Teller.
  • Pizza Capricciosa: Ähnlich der Quattro Stagioni, aber oft mit einer Mischung der Zutaten und manchmal zusätzlichen Belägen wie gekochtem Ei oder Sardellen. Sie ist die „launische“ Pizza, die Raum für Variationen lässt.

Regionale Vorlieben und kreative Interpretationen

Obwohl die italienischen Klassiker dominieren, gibt es in Österreich auch eine Offenheit für Variationen und lokale Anpassungen. Man wird selten eine spezifisch „österreichische Pizza“ finden, die so ikonisch ist wie die neapolitanische, aber die Zutaten können manchmal lokale Akzente aufweisen. Pizzerien experimentieren zunehmend mit regionalen Produkten oder schaffen Signature-Pizzen, die über die Standardkarte hinausgehen.

  • Vegetarische und Vegane Optionen: Mit dem wachsenden Bewusstsein für pflanzliche Ernährung bieten immer mehr Pizzerien eine breite Palette an vegetarischen Pizzen mit frischem Gemüse wie Paprika, Zucchini, Auberginen, Spinat und Kirschtomaten an. Auch vegane Käsealternativen werden zunehmend verwendet, um veganen Genuss zu ermöglichen.
  • Gourmet-Pizzen: In gehobenen Restaurants finden sich oft Pizzen mit edleren Zutaten wie Trüffel, Burrata, Prosciutto Crudo (Parmaschinken), Rucola oder sogar Meeresfrüchten. Diese Pizzen heben sich durch die Qualität und die Kombination der Zutaten ab und sprechen einen anspruchsvolleren Gaumen an.
  • Saisonale Pizzen: Einige Pizzerien nutzen saisonale Verfügbarkeit, um spezielle Pizzen anzubieten. Im Herbst könnte das eine Pizza mit Kürbis oder Pilzen aus der Region sein, im Frühling mit Spargel.

Die Kunst des Teiges: Neapolitanisch vs. Römisch

Die Art des Teiges ist entscheidend für das Geschmackserlebnis einer Pizza. In Österreich findet man primär zwei Hauptstile, die sich in Textur und Zubereitung unterscheiden:

Die Neapolitanische Pizza

Die neapolitanische Pizza ist für viele der Ursprung und die Königin der Pizzen. Sie zeichnet sich durch einen besonders weichen, elastischen Teig aus, der bei sehr hohen Temperaturen (typischerweise über 450°C) in einem Holzofen nur etwa 60-90 Sekunden gebacken wird. Das Ergebnis ist ein luftiger, aufgegangener Rand (der „Cornicione“), der leicht verkohlt sein kann, und eine dünne, weiche Mitte. Die Pizza soll sich leicht falten lassen und ist oft so zart, dass man sie mit Messer und Gabel isst. Der Teig wird nur aus wenigen Zutaten (Wasser, Mehl, Salz, Hefe) und langer Gehzeit hergestellt.

Die Römische Pizza

Die römische Pizza, auch „Pizza Romana“ genannt, ist das Gegenstück zur neapolitanischen. Ihr Teig ist dünner und knuspriger, oft mit einem flachen Rand. Sie wird bei etwas niedrigeren Temperaturen und länger gebacken, was zu ihrer charakteristischen Knusprigkeit führt. Diese Art von Pizza ist oft robuster und hält den Belag besser, was sie ideal für kreativere oder reichhaltigere Beläge macht. Viele Pizzerien in Österreich bieten einen Hybridstil an, der zwischen diesen beiden Extremen liegt und den lokalen Vorlieben entgegenkommt.

Pizza-Kultur in Österreich: Mehr als nur Essen

Pizza ist in Österreich nicht nur ein Gericht, sondern Teil des gesellschaftlichen Lebens. Sie ist das perfekte Essen für einen gemütlichen Abend zu Hause, ein schnelles Mittagessen in der Arbeitspause oder ein entspanntes Abendessen mit Freunden und Familie. Die Art und Weise, wie Pizza konsumiert wird, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert:

  • Das Restaurant-Erlebnis: Viele Österreicher schätzen nach wie vor den Besuch in einer traditionellen Pizzeria. Der Duft von Holzofen, die lebhafte Atmosphäre und der Genuss einer frisch zubereiteten Pizza direkt aus dem Ofen sind ein Erlebnis für sich.
  • Lieferdienste: Der Boom der Lieferdienste hat Pizza noch zugänglicher gemacht. Über Apps und Websites kann man seine Lieblingspizza bequem nach Hause bestellen. Die Auswahl ist riesig, von lokalen Pizzerien bis zu großen Ketten.
  • Tiefkühlpizza: Für den schnellen Hunger oder wenn es mal besonders unkompliziert sein soll, greifen viele auf Tiefkühlpizza zurück. Auch hier hat sich die Qualität in den letzten Jahren enorm verbessert, und es gibt eine breite Palette an Sorten, die den Geschmack der Österreicher treffen.

Vergleichstabelle: Pizza-Erlebnis in Österreich

MerkmalPizzeria/RestaurantLieferserviceTiefkühlpizza
PreisMittel bis HochMittelGering
QualitätSehr Hoch (frisch zubereitet)Gut (kann je nach Anbieter variieren)Mittel (Convenience-Produkt)
AuswahlSehr Hoch (individuelle Wünsche oft möglich)Hoch (Angebot der Lieferpartner)Mittel (Standard-Sortiment)
AtmosphäreJa (sozialer Aspekt)NeinNein
BequemlichkeitMittel (Anfahrt, Wartezeit)Hoch (Lieferung nach Hause)Sehr Hoch (schnelle Zubereitung)
FrischeHöchste StufeGeringfügig reduziert durch TransportGeringer (aufgewärmt)

Qualität der Zutaten: Der Schlüssel zum Genuss

Egal welche Pizza man in Österreich bestellt oder zubereitet, die Qualität der Zutaten ist entscheidend. Eine gute Pizza lebt von:

  • Mehl: Typ „00“-Mehl für den Teig, das die richtige Elastizität und Textur ermöglicht.
  • Tomaten: San Marzano Tomaten aus der Region Kampanien gelten als Goldstandard für die Sauce, da sie einen süßen, weniger sauren Geschmack haben.
  • Mozzarella: Fior di Latte (Kuhmilchmozzarella) oder Mozzarella di Bufala (Büffelmozzarella) sind unverzichtbar. Sie schmelzen perfekt und geben der Pizza ihre cremige Textur.
  • Olivenöl: Ein gutes natives Olivenöl extra verleiht der Pizza den letzten Schliff.
  • Frische Kräuter: Basilikum, Oregano – sie runden den Geschmack ab.

Viele Pizzerien in Österreich legen großen Wert auf die Herkunft ihrer Produkte und importieren direkt aus Italien, um Authentizität zu garantieren. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass die Pizza in Österreich ein so hohes Niveau erreicht hat.

Häufig gestellte Fragen zu Pizza in Österreich

Welche Pizza ist die beliebteste in Österreich?

Die Pizza Prosciutto e Funghi (Schinken und Pilze) und die klassische Pizza Margherita gehören zu den absoluten Favoriten. Auch die Pizza Salami ist immer weit oben auf der Beliebtheitsskala zu finden.

Gibt es spezielle österreichische Pizzasorten?

Es gibt keine spezifisch „österreichische Pizza“ im Sinne einer eigenen Kreation wie die Neapolitanische Pizza. Allerdings passen viele Pizzerien ihre Beläge an lokale Vorlieben an, zum Beispiel durch die Verwendung regionaler Produkte oder die Kreation von Pizzen mit typisch österreichischen Gewürzen oder Zutaten, auch wenn das seltener der Fall ist.

Wo finde ich die beste Pizza in Österreich?

Die „beste“ Pizza ist natürlich subjektiv. Generell findet man hervorragende Pizzerien in allen größeren Städten wie Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck. Achten Sie auf Lokale, die einen Holzofen haben, italienische Zutaten verwenden und Wert auf einen gut fermentierten Teig legen. Bewertungen und Empfehlungen können hier sehr hilfreich sein.

Kann man in Österreich glutenfreie Pizza finden?

Ja, die Verfügbarkeit von glutenfreier Pizza hat in Österreich in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Pizzerien bieten mittlerweile glutenfreie Böden an, um den Bedürfnissen von Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit gerecht zu werden. Es empfiehlt sich, dies vorab telefonisch zu erfragen.

Ist Pizza in Österreich teuer?

Die Preise für Pizza in Österreich variieren stark je nach Art des Restaurants, der Region und der Qualität der Zutaten. Eine Standardpizza in einer normalen Pizzeria kostet in der Regel zwischen 9 und 15 Euro. Gourmet-Pizzen oder solche mit speziellen Zutaten können auch teurer sein. Tiefkühlpizzen sind deutlich günstiger.

Was ist der Unterschied zwischen neapolitanischer und römischer Pizza?

Der Hauptunterschied liegt im Teig und der Textur. Neapolitanische Pizza hat einen dicken, luftigen, weichen Rand (Cornicione) und eine sehr dünne, weiche Mitte. Römische Pizza ist dünner, knuspriger und hat einen flacheren Rand. Die neapolitanische wird sehr kurz und heiß gebacken, die römische etwas länger bei geringerer Temperatur.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Pizza in Österreich eine faszinierende Mischung aus italienischer Tradition und lokalen Vorlieben darstellt. Ob Sie einen der zeitlosen Klassiker genießen oder eine moderne Interpretation entdecken möchten – die österreichische Pizzalandschaft bietet für jeden Geschmack etwas. Die Vielfalt, die Qualität der Zutaten und die unterschiedlichen Zubereitungsarten machen Pizza zu einem immer wieder aufs Neue begeisternden Gericht.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Österreichs Pizzavielfalt: Ein kulinarischer Guide kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Pizza besuchen.

Go up