Wie kann man in der Altpapiertonne Platz sparen?

Papierrecycling in Wien: Was gehört wohin?

10/10/2021

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In Wien sind wir stolz auf unsere Bemühungen im Bereich des Papierrecyclings. Die Wienerinnen und Wiener sammeln Altpapier mit großem Engagement und in beachtlichen Mengen, was ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist. Doch trotz dieser positiven Entwicklung landen immer wieder sogenannte Fehlwürfe in der roten Tonne. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass alles, was nach Papier aussieht, auch tatsächlich recycelt werden kann. Die Realität ist komplexer, und die richtige Trennung ist entscheidend für den Erfolg des Recyclingprozesses. Dieser Blogbeitrag beleuchtet, wie einfach die getrennte Sammlung von Altpapier sein kann, worauf Sie achten sollten und warum Papierrecycling eine so zentrale Rolle für unsere Umwelt spielt. Erfahren Sie, welche Papiere wirklich in die Altpapiertonne gehören und welche aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Verunreinigung im Restmüll entsorgt werden müssen.

Welche Papiere sind im Restmüll erlaubt?
Beispiele dafür sind Getränkeverbundkartons, aber auch Backpapier. Ob nun Hygienepapier, Thermopapier, beschichtetes oder verschmutztes Papier – bitte entsorge sie aufgrund ihrer Eigenschaften im Restmüll! Im Altpapier erlaubt sind hingegen Hochglanzmagazine und Bücher. Diese können bedenkenlos zu neuen Papier-Produkten recycelt werden.
Inhaltsverzeichnis

Die Grundlagen des Papierrecyclings in Wien

Die flächendeckende Altpapiersammlung wurde in Wien zwischen 1986 und 1991 eingeführt und hat sich seitdem zu einem festen Bestandteil der städtischen Abfallwirtschaft entwickelt. Jährlich werden über 120.000 Tonnen Altpapier in den rund 95.000 bereitgestellten Altpapiercontainern gesammelt. Das bedeutet pro Kopf beeindruckende 75 Kilogramm gesammeltes Altpapier pro Jahr – eine Leistung, die uns österreichweit im Mittelfeld platziert und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch um diese Menge auch effizient verwerten zu können, kommt es maßgeblich auf die Qualität der Sammlung an.

Die Kunst der richtigen Papiertrennung

Grundsätzlich gehört in die Altpapiertonne alles, was aus Papier oder Karton besteht. Dazu zählen die klassischen Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Prospekte und Briefpapiere, aber auch Kartonagen und Papierverpackungen. Die Herausforderung liegt oft im Detail: die Verschmutzung. Eine leichte Verschmutzung, beispielsweise durch Druckerfarbe oder Stifte, ist unproblematisch und beeinträchtigt den Recyclingprozess nicht. Anders verhält es sich jedoch mit Fett und Essensresten. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Pizzakartons.

Das Pizzakarton-Dilemma

Pizzakartons sind oft mit hartnäckigen Fettflecken und Speiseresten versehen. Diese Verunreinigungen können im Recyclingprozess erhebliche Probleme verursachen, da sie die Papierfasern verkleben und die Qualität des recycelten Papiers mindern. Ist ein Pizzakarton stark verschmutzt, gehört er leider in den Restmüll. Ein kleiner Tipp für umweltbewusste Esser: Oft ist nur der Boden des Pizzakartons stark verschmutzt, während der Deckel relativ sauber bleibt. Diesen sauberen Teil können Sie einfach abtrennen und bedenkenlos im Altpapier entsorgen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Karton vor der Entsorgung vollständig geleert und eventuelle Lebensmittelreste im Biomüll entsorgt werden.

Platz sparen durch richtige Falttechnik

Neben der korrekten Trennung spielt auch die richtige Falttechnik eine entscheidende Rolle für eine effiziente Sammlung. Nicht gefaltete Kartons nehmen unverhältnismäßig viel Platz in der Altpapiertonne ein, wodurch hauptsächlich Luft gesammelt wird. Falten Sie daher bitte alle Kartons und Schachteln sorgfältig zusammen, bevor Sie sie einwerfen. Dadurch passt um ein Vielfaches mehr Altpapier in die Tonne, was nicht nur Ihnen und Ihren Nachbarn zugutekommt, sondern auch die Entsorgungslogistik erheblich vereinfacht. Große Kartons, die selbst gefaltet nicht in die Tonne passen, können Sie auch kostenlos auf den Mistplätzen abgeben.

Papier ist nicht gleich Papier: Was gehört in den Restmüll?

Obwohl auf den ersten Blick vieles aus Papier zu sein scheint, kann und soll nicht alles recycelt werden. Bestimmte Papiersorten sind aufgrund ihrer Beschaffenheit, Verarbeitung oder Verunreinigung für den Recyclingkreislauf ungeeignet und müssen daher im Restmüll entsorgt werden. Hier sind die wichtigsten Ausnahmen:

Hygienepapier

Produkte wie Taschentücher, Küchenrollen, Servietten, Klopapier und Papierhandtücher fallen unter die Kategorie „Hygienepapier“. Diese sind oft nicht nur verschmutzt, sondern ihre Fasern sind auch bereits so kurz, dass sie für eine erneute Papierherstellung nicht mehr verwendet werden können. Die Zellulosefasern, die ursprünglich aus Holz gewonnen werden, durchlaufen bei der Herstellung und Nutzung eine starke Beanspruchung. Einmal als Hygienepapier verwendet, sind sie in der Regel zu stark degradiert und kontaminiert, um wieder zu hochwertigem Recyclingpapier verarbeitet zu werden. Daher gehören sie ausnahmslos in den Restmüll.

Thermopapier

Thermopapier, das häufig für Kassenbons, Parktickets oder Fahrkarten verwendet wird, tarnt sich gut als „echtes“ Papier. Es ist jedoch mit speziellen Chemikalien beschichtet, die unter Temperatureinwirkung eine Schwarzfärbung auslösen. Diese schädlichen Chemikalien können, wenn sie im Altpapier entsorgt werden, in Recyclingprodukten landen und die Umwelt belasten. Aus diesem Grund ist Thermopapier nicht recyclingfähig und muss im Restmüll entsorgt werden.

Beschichtetes Papier

Ein weiterer Sonderfall ist beschichtetes Papier. Sie können es am einfachsten durch einen Reiß-Test erkennen: Bei echtem, unbeschichtetem Papier sehen Sie an der Rissstelle einzelne Fasern. Beschichtetes Papier lässt sich meist schlechter reißen, und an der Rissstelle kommt oft eine dünne Folie der Beschichtung zum Vorschein. Beispiele hierfür sind Getränkeverbundkartons (wie Milch- oder Saftkartons), die eine Innenbeschichtung aus Kunststoff oder Aluminium aufweisen, aber auch Backpapier. Diese Verbundmaterialien sind für die Altpapiersammlung ungeeignet und gehören, je nach Material, in den Restmüll oder in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne (für Verbundverpackungen).

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ob Hygienepapier, Thermopapier, stark beschichtetes oder stark verschmutztes Papier – bitte entsorgen Sie diese Materialien aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften und der möglichen Beeinträchtigung des Recyclingprozesses immer im Restmüll.

Was bringt die getrennte Sammlung von Altpapier?

Die getrennte Sammlung von Altpapier ist nicht nur eine gute Angewohnheit, sondern hat weitreichende positive Auswirkungen auf unsere Umwelt. Altpapier wird unter anderem zur Herstellung von Recycling-, Zeitungs- und Hygienepapier verwendet. Durch diesen Kreislauf werden jährlich circa 270.000 Tonnen Holz eingespart. Das entspricht einer vermiedenen Abholzung von etwa 480.000 Bäumen pro Jahr! Diese Bäume sind nicht nur Lebensraum für unzählige Tierarten, sondern auch essenziell für eine gute Luftqualität und das globale Klima. Sie binden CO2 und produzieren Sauerstoff, was sie zu unverzichtbaren Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel macht.

Was ist der Unterschied zwischen Altpapier und Karton?
Eine korrekte Mülltrennung ist entscheidend, denn Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff. Auch wenn man grundsätzlich zwischen Papier, Pappe und Karton differenziert, macht das in Deutschland keinen Unterschied. Hier landen alle drei Wertstoffe in der Altpapier-Tonne.

Darüber hinaus ist die Produktion von Recyclingpapier im Vergleich zu neuem, weißem Papier deutlich ressourcenschonender: Es werden 95% weniger Wasser und 60% weniger Energie benötigt. Dies reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck der Papierproduktion erheblich, sondern schont auch unsere natürlichen Ressourcen. Wussten Sie schon? Papierfasern können bis zu sechs Mal wiederverwertet werden, bevor sie zu kurz für eine weitere Aufbereitung sind. Dies verdeutlicht die Effizienz und Nachhaltigkeit des Papierrecyclings.

Weniger ist mehr: Reduktion des Papierverbrauchs

Trotz aller Recyclingbemühungen ist die Reduktion des Papierkonsums die nachhaltigste Strategie. In Österreich liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier bei über 200 Kilogramm pro Jahr, was etwa 4,2 Kilogramm pro Woche entspricht. Dies ist etwa das Vierfache des weltweiten Durchschnitts! Es lohnt sich also, den eigenen Papierverbrauch kritisch zu hinterfragen und Möglichkeiten zur Reduzierung zu finden.

Achten Sie schon beim Kauf darauf, sich so oft wie möglich für bereits recyceltes Papier zu entscheiden. Zahlreiche Siegel helfen Ihnen dabei, Recyclingpapier sowie Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft und ökologischer Produktion zu erkennen. Empfehlenswert sind Produkte, die mit folgenden Siegeln ausgezeichnet sind: „Blauer Engel“, „österreichisches Umweltzeichen“, „Nordischer Schwan“ sowie „EU Ecolabel“. Diese Zertifizierungen garantieren, dass das Produkt unter Einhaltung strenger Umweltstandards hergestellt wurde.

Noch besser als Recycling ist die Vermeidung von Abfall. Überlegen Sie, wie Sie Ihren persönlichen Papierverbrauch im Alltag verringern können. Nutzen Sie beispielsweise sowohl die Vorder- als auch die Rückseite von Papier. Einseitig bedrucktes Papier lässt sich hervorragend als Schmierpapier weiterverwenden. Viele Dinge im Alltag lassen sich zudem leicht durch wiederverwendbare Alternativen ersetzen – denken Sie zum Beispiel an die Küchenrolle. Zum Reinigen sind Tücher oder Schwämme oft effektiver, lassen sich waschen und können über einen langen Zeitraum verwendet werden, was nicht nur Abfall vermeidet, sondern auf Dauer auch Kosten spart.

Häufig gestellte Fragen zum Papierrecycling

Was darf in die Altpapiertonne und was nicht?

Darf ins AltpapierGehört in den Restmüll
Zeitungen, Zeitschriften, ProspekteStark verschmutzte Pizzakartons (mit Essensresten)
Bücher (ohne feste Einbände), HefteHygienepapier (Taschentücher, Küchenrollen, Servietten, Toilettenpapier)
Briefpapier, NotizblöckeKassenbons, Parktickets (Thermopapier)
Saubere Kartonagen und PapierverpackungenBackpapier, Fotos
EierkartonsBeschichtetes Papier (z.B. Wachspapier, Hochglanzfotos)
Geschenkpapier (ohne Glitzer/Beschichtung)Getränkeverbundkartons (Milch- und Saftkartons – diese gehören in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne)

Wie kann man in der Altpapiertonne Platz sparen?

Um den vorhandenen Platz in der Altpapiertonne optimal zu nutzen, ist es entscheidend, große Kartonagen und Schachteln vor dem Einwurf gründlich zu falten oder bei Bedarf zu zerkleinern. Dadurch wird das Volumen stark reduziert, und es passt wesentlich mehr Altpapier in die Tonne. Kleinere Papiere wie Zeitungen oder Prospekte sollten hingegen möglichst im Ganzen oder nur leicht gefaltet entsorgt werden, um den Sortierprozess in den Recyclinganlagen zu erleichtern. Achten Sie auch darauf, Plastikfolien oder Metallklammern (z.B. von Zeitschriften oder Verpackungen) wenn möglich vorher zu entfernen, da diese Störstoffe im Recyclingprozess darstellen.

Gehört der Pizzakarton in die Restmülltonne oder ins Altpapier?

Diese Frage sorgt oft für Verwirrung. Die Regel ist einfach: Stark verschmutzte Pizzakartons, die noch deutliche Lebensmittelrückstände aufweisen, gehören in den Restmüll. Der Grund ist, dass die Fett- und Essensreste die Papierfasern so stark verunreinigen, dass sie nicht mehr recycelt werden können. Hat der Karton jedoch lediglich leichte Lebensmittelanhaftungen oder kleinere Fettflecken und ist er restentleert, kann er unter Umständen ins Altpapier. Ein praktischer Tipp: Wenn nur der Deckel des Pizzakartons sauber ist, können Sie diesen abtrennen und separat im Altpapier entsorgen, während der verschmutzte Boden in den Restmüll wandert. Wichtig ist immer, dass alle Lebensmittelreste im Biomüll entsorgt werden, bevor der Karton entsorgt wird.

Kassenbons gehören in den Restmüll?

Ja, Kassenbons, Parktickets und andere Belege aus Thermopapier gehören ausnahmslos in den Restmüll. Dieses Papier ist mit speziellen chemischen Beschichtungen versehen, die bei der Wiederverwertung problematisch sind. Die Chemikalien könnten in den Recyclingkreislauf gelangen und die Qualität neuer Papierprodukte beeinträchtigen oder gar gesundheitsschädlich sein. Daher sind sie für die Altpapiersammlung nicht geeignet.

Wohin mit den Taschentüchern?

Taschentücher, Servietten und Küchenpapiere werden häufig fälschlicherweise im Papiermüll entsorgt. Tatsächlich gehören diese Produkte, sobald sie benutzt wurden, immer in den Restmüll. Der Grund liegt in der Kombination aus Verschmutzung (Körperflüssigkeiten, Putzmittel) und der Tatsache, dass die Fasern dieser Hygienepapiere bereits sehr kurz sind. Eine erneute Aufbereitung zu hochwertigem Recyclingpapier ist daher nicht möglich. Saubere Servietten und Küchenpapier (wie z.B. unbeschichtetes Zeitungspapier) können in kleinen Mengen und in Kombination mit Lebensmittelresten sogar in der Biotonne entsorgt werden, wenn sie biologisch abbaubar sind – aber benutzte Taschentücher gehören immer in den Restmüll.

Wir hoffen, dieser Beitrag hat Ihnen geholfen, die Regeln der Papiertrennung besser zu verstehen und Ihren Beitrag zum Umweltschutz noch effektiver zu gestalten. Falls Sie noch weitere Fragen haben oder neugierig auf andere Aspekte der Mülltrennung und des Recyclings sind, können Sie gerne weitere Informationen auf unserer Webseite finden oder sich direkt an das Misttelefon (01 546 48) wenden. Jedes richtig entsorgte Stück Papier zählt!

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