04/01/2024
Es gibt nur wenige Gerichte, die so viel Freude bereiten und so vielseitig sind wie eine frisch gebackene Pizza. Der Duft von geschmolzenem Käse, die knusprige Kruste und die unzähligen Möglichkeiten, sie zu belegen, machen sie zu einem Favoriten auf der ganzen Welt. Doch oft schreckt die Vorstellung ab, Pizza selbst zu Hause zu machen, da man befürchtet, nicht das gleiche Ergebnis wie in der Pizzeria zu erzielen. Aber keine Sorge! Mit den richtigen Techniken, Zutaten und etwas Geduld können Sie eine Pizza zubereiten, die nicht nur mit der Ihres Lieblingsitalieners mithalten kann, sondern sie vielleicht sogar übertrifft. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der Auswahl des perfekten Mehls bis zum heißen Ofen.

Die Grundlage: Der perfekte Pizzateig
Der Teig ist das Herzstück jeder guten Pizza. Ein guter Teig ist elastisch, lässt sich gut ausrollen und wird beim Backen wunderbar knusprig und luftig. Hier sind die Schlüsselkomponenten und Schritte:
Zutaten für den Pizzateig (für 2-3 Pizzen)
- Mehl: 500g Weizenmehl Typ 00 (italienisches Pizzamehl) oder Typ 550. Typ 00 ist feiner gemahlen und hat einen hohen Glutengehalt, was zu einem elastischeren Teig führt. Typ 550 ist eine gute Alternative, wenn Typ 00 nicht verfügbar ist.
- Wasser: 300-320ml lauwarmes Wasser (ca. 30°C). Die genaue Menge kann je nach Mehl variieren.
- Hefe: 7g Trockenhefe (ein Päckchen) oder 20g frische Hefe.
- Salz: 10g feines Salz.
- Olivenöl: 1-2 Esslöffel extra natives Olivenöl.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Teig
- Hefe aktivieren (bei frischer Hefe): Die frische Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und einen Teelöffel Zucker (optional, hilft der Hefe auf die Sprünge) hinzufügen. Bei Trockenhefe kann diese direkt mit dem Mehl vermischt werden.
- Mischen der Zutaten: Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz hinzufügen. Eine Mulde in die Mitte drücken und das Hefe-Wasser-Gemisch (oder das Wasser und die Trockenhefe) sowie das Olivenöl hineingießen.
- Kneten: Dies ist der wichtigste Schritt. Entweder mit den Händen auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder mit einer Küchenmaschine mit Knethaken. Kneten Sie den Teig für mindestens 10-15 Minuten, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Wenn er zu klebrig ist, fügen Sie Esslöffelweise Mehl hinzu; wenn er zu trocken ist, tropfen Sie etwas Wasser hinzu. Der Teig sollte sich von den Händen und der Schüssel lösen.
- Erster Gehprozess: Formen Sie den Teig zu einer Kugel, bestreichen Sie ihn leicht mit Olivenöl und legen Sie ihn in eine saubere Schüssel. Decken Sie die Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort für mindestens 1-2 Stunden gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Für ein noch besseres Aroma und eine bessere Textur können Sie den Teig auch über Nacht (12-24 Stunden) im Kühlschrank gehen lassen. Nehmen Sie ihn dann 1-2 Stunden vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank.
- Portionieren und zweiter Gehprozess: Den aufgegangenen Teig vorsichtig aus der Schüssel nehmen und auf einer leicht bemehlten Fläche in 2-3 gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einer Kugel formen und auf ein leicht bemehltes Backblech legen. Mit einem feuchten Tuch abdecken und weitere 30-60 Minuten gehen lassen. Dieser Schritt ist entscheidend für eine luftige Kruste.
Vergleich der gängigsten Mehltypen für Pizza
Die Wahl des richtigen Mehls beeinflusst das Endergebnis maßgeblich.
| Mehltyp | Typisierung (DE/IT) | Proteingehalt (ca.) | Eigenschaften für Pizza | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Weizenmehl 405 | Type 405 / "00" (schwach) | 9-10% | Fein gemahlen, wenig Gluten, für knusprige, dünne Böden | Spröde, keksartige Kruste |
| Weizenmehl 550 | Type 550 / "0" | 10-12% | Guter Kompromiss, mehr Gluten, gute Elastizität | Ausgewogene Kruste |
| Pizzamehl | Typ "00" (stark) | 12-14% | Hoher Glutengehalt, sehr elastisch, ideal für lange Gehzeiten | Luftige, zähe Kruste |
| Manitoba-Mehl | Manitoba / "0" | 14-15%+ | Sehr hoher Glutengehalt, für extrem lange Gehzeiten und Poolish/Biga | Sehr elastisch, große Poren |
Die perfekte Pizzasauce: Weniger ist mehr
Eine gute Pizzasauce ist einfach und lässt die Qualität der Tomaten sprechen. Vermeiden Sie zu viele Gewürze, die den Geschmack überdecken könnten.
Klassische Tomatensauce (für 2-3 Pizzen)
- Zutaten:
- 1 Dose (ca. 400g) geschälte San-Marzano-Tomaten (oder gute Qualität Passata/stückige Tomaten)
- 1-2 Knoblauchzehen (optional, fein gehackt oder gepresst)
- Frischer Basilikum (einige Blätter)
- Salz und frischer schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- Ein Schuss extra natives Olivenöl
- Zubereitung:
Die Tomaten mit den Händen zerdrücken oder grob pürieren (nicht zu fein!). Knoblauch, Basilikum, Salz, Pfeffer und Olivenöl hinzufügen und gut vermischen. Manche bevorzugen es, die Sauce kurz aufzukochen, um die Aromen zu verbinden, aber eine einfache, nicht gekochte Sauce bewahrt den frischen Geschmack der Tomaten besser. Wenn Sie Knoblauch verwenden, können Sie diesen kurz in etwas Olivenöl andünsten, bevor Sie die Tomaten hinzufügen.
Alternativen zur Tomatensauce
- Pesto-Sauce: Eine Schicht Basilikumpesto als Basis für eine aromatische Pizza.
- Weiße Sauce (Béchamel oder Ricotta): Eine leichte Béchamelsauce oder eine Mischung aus Ricotta, Parmesan, Salz und Pfeffer für eine cremige Basis.
- Olivenöl und Knoblauch: Für eine "Pizza Bianca" nur mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Rosmarin.
Der Käse: Der Schmelzpunkt
Der richtige Käse ist entscheidend für den perfekten Pizzagenuss. Mozzarella ist der Klassiker, aber es gibt Variationen.
Empfohlener Käse
- Mozzarella: Verwenden Sie am besten Mozzarella für Pizza (low-moisture mozzarella) oder Büffelmozzarella. Letzterer hat einen höheren Wassergehalt, daher sollte er gut abgetropft und eventuell sogar leicht ausgedrückt werden, um eine wässrige Pizza zu vermeiden. Schneiden oder zerreißen Sie ihn in mundgerechte Stücke.
- Parmesan/Grana Padano: Eine Prise geriebener Parmesan oder Grana Padano verleiht zusätzlichen Umami-Geschmack und eine schöne Würze.
- Provolone: Ergänzt Mozzarella gut und sorgt für einen intensiveren, leicht würzigen Geschmack.
- Gorgonzola/Ziegenkäse: Für Liebhaber kräftigerer Aromen.
Beläge: Kreativität ohne Überladung
Hier können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Doch beachten Sie: Weniger ist oft mehr! Zu viele Beläge machen die Pizza schwer und matschig.
Beliebte Belag-Kombinationen
- Margherita: Tomatensauce, Mozzarella, frischer Basilikum. Die Königin der Pizzen.
- Salami: Tomatensauce, Mozzarella, scharfe Salami oder Pepperoni.
- Prosciutto e Funghi: Tomatensauce, Mozzarella, gekochter Schinken, Champignons.
- Vegetarisch: Paprika, Zwiebeln, Pilze, Oliven, Artischockenherzen, Spinat.
- Meeresfrüchte: Garnelen, Muscheln (oft nach dem Backen hinzugefügt).
Tipps für den Belag
- Vorbereitung: Schneiden Sie alle Beläge vorab. Pilze und Zwiebeln können kurz angedünstet werden, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen.
- Reihenfolge: Zuerst die Sauce, dann der Käse, dann die restlichen Beläge.
- Nicht überladen: Eine dünne Schicht Sauce und Käse reicht. Bei den anderen Belägen gilt: Lieber weniger, dafür gleichmäßig verteilt.
Backen wie ein Profi: Die Hitze ist der Schlüssel
Die Backtemperatur ist entscheidend für eine knusprige Kruste und einen perfekt gegarten Belag.
Vorbereitung des Ofens
- Maximale Hitze: Heizen Sie Ihren Ofen auf die höchstmögliche Temperatur vor (250°C oder höher, wenn möglich).
- Pizzastein oder Backstahl: Wenn Sie einen Pizzastein oder Backstahl besitzen, legen Sie diesen auf die unterste Schiene des Ofens und heizen Sie ihn mindestens 45-60 Minuten (Pizzastein) bzw. 30-45 Minuten (Backstahl) mit vor. Dies speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Teig ab, was zu einer unglaublich knusprigen Kruste führt.
- Backblech: Falls Sie keinen Pizzastein haben, heizen Sie ein Backblech im Ofen mit vor.
Die Pizza belegen und backen
- Teig ausrollen: Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder direkt auf Backpapier den Teig von der Mitte nach außen zu einem Kreis ausrollen oder vorsichtig mit den Händen auseinanderziehen. Versuchen Sie, den Rand etwas dicker zu lassen.
- Belegen: Den Teig auf eine Pizzaschaufel (mit Grieß oder feinem Mehl bestreut, damit die Pizza leicht gleitet) oder auf Backpapier legen. Zuerst die Tomatensauce gleichmäßig verteilen, dabei einen kleinen Rand frei lassen. Dann den Käse und die restlichen Beläge hinzufügen.
- Backen: Die belegte Pizza vorsichtig auf den heißen Pizzastein/Backstahl oder das heiße Backblech gleiten lassen.
- Backzeit: Backen Sie die Pizza für 5-10 Minuten, je nach Ofen und gewünschtem Bräunungsgrad. Halten Sie die Pizza im Auge. Die Kruste sollte goldbraun sein und der Käse Blasen werfen und leicht gebräunt sein.
- Fertigstellung: Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen, lassen Sie sie eine Minute ruhen, schneiden Sie sie in Stücke und servieren Sie sofort.
Vergleich von Pizzastein, Backstahl und Backblech
Die Wahl der Unterlage beeinflusst die Qualität der Kruste erheblich.
| Merkmal | Pizzastein | Backstahl | Backblech |
|---|---|---|---|
| Material | Keramik, Cordierit | Stahl | Aluminium, antihaftbeschichtet |
| Wärmeleitung | Gut, speichert Wärme | Exzellent, speichert Wärme sehr gut | Mäßig, leitet Wärme schnell ab |
| Kruste | Knusprig, leicht gebräunt | Sehr knusprig, gut gebräunt | Oft weicher, weniger gebräunt |
| Vorheizzeit | 45-60 Minuten | 30-45 Minuten | 10-15 Minuten |
| Preis | Mittel | Hoch | Niedrig |
| Haltbarkeit | Kann bei Temperaturschocks brechen | Sehr robust, quasi unzerstörbar | Kratzanfällig, Beschichtung kann sich lösen |
| Pflege | Nur abkratzen, nicht mit Spülmittel | Abwischen, bei Bedarf leicht ölen | Normal spülen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizza-Zubereitung
Warum wird meine Pizza nicht knusprig?
Die häufigsten Gründe sind eine zu niedrige Ofentemperatur, eine zu kurze Vorheizzeit für Pizzastein/Backstahl oder zu viele Beläge. Stellen Sie sicher, dass Ihr Ofen auf der höchstmöglichen Temperatur vorgeheizt ist und Ihr Pizzastein/Backstahl ausreichend Zeit hatte, die Hitze zu speichern. Auch zu viel Feuchtigkeit im Belag (z.B. von frischem Mozzarella oder feuchtem Gemüse) kann die Kruste matschig machen. Drücken Sie feuchte Zutaten gut aus.
Mein Teig ist zu klebrig/trocken, was tun?
Das ist normal und hängt von der Mehlart und der Luftfeuchtigkeit ab. Wenn der Teig zu klebrig ist, fügen Sie während des Knetens Esslöffelweise Mehl hinzu, bis er sich gut von den Händen löst. Ist er zu trocken und bröselig, geben Sie tropfenweise etwas lauwarmes Wasser hinzu, bis er geschmeidig wird. Die Konsistenz sollte elastisch und glatt sein, nicht mehr stark klebend.
Kann ich den Pizzateig vorbereiten und aufbewahren?
Ja, absolut! Sie können den Teig nach dem ersten Gehprozess in luftdichten Behältern im Kühlschrank für 1-3 Tage aufbewahren. Langsam gegangener Teig entwickelt oft sogar ein besseres Aroma. Nehmen Sie ihn 1-2 Stunden vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur erreicht und sich entspannen kann.
Welches Mehl ist das beste für Pizza?
Für eine authentische italienische Pizza ist "Tipo 00"-Weizenmehl ideal, da es einen hohen Proteingehalt und eine feine Mahlung aufweist, was zu einem elastischen Teig mit einer luftigen, aber knusprigen Kruste führt. Alternativ ist Weizenmehl Typ 550 eine gute Wahl. Für sehr lange Gehzeiten oder spezielle Teigarten wie Biga oder Poolish ist "Manitoba"-Mehl (oft auch als "starkes Mehl" bezeichnet) hervorragend geeignet, da es einen noch höheren Glutengehalt hat.
Wie verhindere ich, dass meine Pizza matschig wird?
Vermeiden Sie zu viel Sauce und zu viele Beläge. Drücken Sie feuchte Zutaten wie frischen Mozzarella, Pilze oder Spinat gut aus, bevor Sie sie auf die Pizza legen. Eine sehr hohe Ofentemperatur und ein vorgeheizter Pizzastein oder Backstahl helfen ebenfalls, die Feuchtigkeit schnell zu verdampfen und eine knusprige Basis zu gewährleisten.
Muss ich den Pizzateig werfen?
Nein, das ist eine Technik, die Pizzaiolos in Restaurants verwenden, um den Teig schnell und effizient auszubreiten und gleichzeitig Luft in den Rand zu bringen. Für zu Hause reicht es völlig aus, den Teig vorsichtig mit den Händen von innen nach außen zu drücken oder ihn sanft mit einem Nudelholz auszurollen. Wichtig ist, dass Sie den Teig nicht übermäßig bearbeiten, um die Luftblasen nicht herauszudrücken.
Fazit: Pizza backen ist Leidenschaft
Die Zubereitung Ihrer eigenen Pizza zu Hause ist ein lohnendes Erlebnis. Es erfordert ein wenig Übung und die Bereitschaft, mit den Zutaten und Techniken zu experimentieren, aber die Ergebnisse sind die Mühe wert. Die Freude, eine perfekte, selbstgemachte Pizza aus dem Ofen zu holen und sie mit Familie und Freunden zu teilen, ist unvergleichlich. Erinnern Sie sich an die Schlüsselprinzipien: ein gut gekneteter Teig, einfache, hochwertige Zutaten für die Sauce und den Belag, und eine hohe Ofentemperatur. Mit etwas Geduld und den hier gelernten Tipps werden Sie bald zum Pizzameister in Ihrer eigenen Küche. Guten Appetit!
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