18/01/2021
Die Frage nach der besten Pizza ist so alt wie die Pizza selbst und zugleich so individuell wie der Geschmack eines jeden Einzelnen. Es ist eine Debatte, die Freundschaften stärken oder spalten kann, eine kulinarische Odyssee, die uns von den sonnigen Gassen Neapels bis zu den belebten Straßen New Yorks führt. Was macht eine Pizza zur „Besten“? Ist es der hauchdünne, knusprige Boden, der sich unter dem Gewicht der Beläge biegt, oder doch der luftige, weiche Rand, der beim Hineinbeißen ein wohliges Geräusch von sich gibt? Die Wahrheit ist, es gibt keine einzige, universelle Antwort. Die „beste“ Pizza ist eine hochpersönliche Erfahrung, die von Kindheitserinnerungen, regionalen Vorlieben und der schieren Freude am Genuss geprägt ist. Doch wir können die Elemente analysieren, die eine Pizza außergewöhnlich machen, und die verschiedenen Stile erkunden, die die Herzen von Pizzaliebhabern weltweit erobert haben.

- Die Fundamente einer großartigen Pizza: Zutaten und Handwerk
- Der Ofen: Wo die Magie geschieht
- Eine Reise durch die Welt der Pizzastile
- Was macht „die beste“ Pizza aus? Persönliche Kriterien
- Vergleichstabelle der beliebtesten Pizzastile
- Häufig gestellte Fragen zur besten Pizza
- Fazit: Die Suche ist das Ziel
Die Fundamente einer großartigen Pizza: Zutaten und Handwerk
Bevor wir uns in die Vielfalt der Pizzastile stürzen, müssen wir die gemeinsamen Nenner einer herausragenden Pizza verstehen: die Qualität der Zutaten und die Meisterschaft in ihrer Zubereitung. Eine wirklich gute Pizza ist mehr als nur Mehl, Wasser, Tomaten und Käse; sie ist ein Ausdruck von Leidenschaft und Handwerkskunst.
Der Teig: Das Herzstück jeder Pizza
Der Teig ist zweifellos das Fundament und die Seele jeder Pizza. Seine Textur, sein Geschmack und seine Bekömmlichkeit entscheiden maßgeblich über das Endergebnis. Für eine klassische italienische Pizza werden in der Regel nur vier einfache Zutaten verwendet:
- Mehl: Typisch ist Weizenmehl vom Typ 00, ein sehr fein gemahlenes Mehl mit einem hohen Proteingehalt, das eine elastische Struktur ermöglicht.
- Wasser: Kaltes, klares Wasser ist entscheidend. Die Hydration (Verhältnis von Wasser zu Mehl) variiert je nach Stil, beeinflusst aber maßgeblich die Geschmeidigkeit und Luftigkeit des Teigs.
- Hefe: Nur eine winzige Menge frischer Hefe ist nötig, oft in Kombination mit einer langen Gärzeit (24 bis 72 Stunden oder sogar länger). Dies ermöglicht die Entwicklung komplexer Aromen und macht den Teig leichter verdaulich.
- Salz: Essentiell für den Geschmack und die Stabilität des Teigs.
Die Kunst liegt im Kneten – oft von Hand – und vor allem in der Geduld. Eine lange, kalte Fermentation lässt den Teig reifen, entwickelt Gluten und erzeugt die charakteristischen Blasen und die zähe, aber dennoch luftige Krume, die wir so lieben. Ein perfekt zubereiteter Teig sollte außen knusprig und innen weich und leicht zäh sein, mit einem ausgeprägten, leicht süßlichen Geschmack.
Die Tomatensauce: Die Seele der Pizza
Weniger ist oft mehr, wenn es um die Tomatensauce geht. Für viele Puristen, insbesondere bei der Pizza Napoletana, besteht die Sauce aus nichts weiter als zerdrückten San Marzano Tomaten (am besten DOP-zertifiziert), einer Prise Salz und vielleicht einem frischen Basilikumblatt. Diese Tomaten, die am Vesuv angebaut werden, sind für ihre Süße und geringe Säure bekannt. Die Sauce wird nicht gekocht, bevor sie auf die Pizza kommt, um ihre frische, lebendige Note zu bewahren, die sich erst im Ofen voll entfaltet.
Der Käse: Das i-Tüpfelchen
Der Käse ist das Element, das die Hitze des Ofens in eine goldene, schmelzende Köstlichkeit verwandelt. Für die neapolitanische Pizza ist Fior di Latte (Mozzarella aus Kuhmilch) oder Mozzarella di Bufala (aus Büffelmilch) die erste Wahl. Beide schmelzen wunderschön und geben nur wenig Wasser ab, was den Teig nicht durchnässt. Bei anderen Stilen kommen auch fettarme Mozzarella-Sorten, Provolone, Parmesan oder sogar eine Mischung zum Einsatz, um unterschiedliche Texturen und Geschmacksnuancen zu erzielen. Frische und Qualität sind auch hier entscheidend.
Die Beläge: Kreativität und Balance
Während die klassischen Pizzen oft minimalistisch sind, bieten Beläge unendliche Möglichkeiten zur Kreativität. Ob Salami, Pilze, Oliven, Gemüse oder ausgefallene Kombinationen – die Regel lautet: Qualität über Quantität. Zu viele Beläge können die Pizza überladen, den Teig aufweichen und das Gleichgewicht der Aromen stören. Eine gute Pizza zeichnet sich durch eine Harmonie aus, bei der jede Zutat ihren Beitrag leistet, ohne die anderen zu überdecken.
Der Ofen: Wo die Magie geschieht
Die Wahl des Ofens ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Textur und den Geschmack einer Pizza. Die höchsten Ehren gebühren dem Holzofen.
- Holzofen: Diese Öfen erreichen Temperaturen von 450°C bis über 500°C. Bei diesen extremen Temperaturen backt eine Pizza in nur 60 bis 90 Sekunden. Die intensive Hitze sorgt für den charakteristischen „Leopardenmuster“-Effekt auf dem Rand (kleine, leicht verkohlte Stellen), eine knusprige Kruste und einen perfekt geschmolzenen Käse, während der Teig innen weich und luftig bleibt. Der Rauch des Holzes kann zudem subtile Aromen verleihen.
- Elektrische oder Gasöfen: Obwohl sie nicht die extremen Temperaturen eines Holzofens erreichen, können moderne elektrische oder Gasöfen mit einem Pizzastein oder Pizzastahl im heimischen Backofen überraschend gute Ergebnisse liefern. Wichtig ist es, den Ofen lange genug vorzuheizen, um die maximale Temperatur zu erreichen und den Stein vollständig zu erhitzen.
Eine Reise durch die Welt der Pizzastile
Die Idee der Pizza mag ihren Ursprung in Neapel haben, doch im Laufe der Zeit hat sie sich in unzählige regionale Varianten auf der ganzen Welt entwickelt. Jeder Stil hat seine Eigenheiten und Liebhaber.
Pizza Napoletana (Neapel, Italien)
Die Mutter aller Pizzen und der Goldstandard für viele. Die Pizza Napoletana ist durch strenge Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN) geschützt. Sie zeichnet sich durch einen weichen, zähen und luftigen Teig mit einem hohen, aufgeblasenen und leicht verkohlten Rand (dem „cornicione“) aus. Die Beläge sind minimalistisch: San Marzano Tomaten, Mozzarella di Bufala oder Fior di Latte, frischer Basilikum und Olivenöl. Sie wird extrem heiß und schnell in einem Holzofen gebacken, was zu einem zarten, leicht feuchten Zentrum führt.
Pizza Romana (Rom, Italien)
Die römische Pizza unterscheidet sich deutlich von ihrer neapolitanischen Cousine. Es gibt zwei Hauptvarianten:
- Pizza Tonda Romana (Rund): Diese Pizza ist bekannt für ihren hauchdünnen, knusprigen Boden, der oft bis zum Rand knusprig gebacken wird. Sie hat einen viel flacheren Rand als die neapolitanische Pizza und ist weniger luftig.
- Pizza al Taglio (vom Blech): Eine rechteckige, oft dickere und luftigere Pizza, die auf großen Blechen gebacken und stückweise nach Gewicht verkauft wird. Sie ist oft mit einer Vielzahl von Belägen versehen und eignet sich hervorragend als schneller Snack.
Pizza New York Style (New York, USA)
Ein ikonischer amerikanischer Pizzastil, der sich durch große, dünne Scheiben auszeichnet, die oft so groß sind, dass sie gefaltet werden, um sie zu essen. Der Teig ist knusprig, aber dennoch zäh und biegsam, oft mit einem leicht salzigen Geschmack, der auf das New Yorker Leitungswasser zurückgeführt wird. Die Sauce ist typischerweise etwas würziger und der Käse (meist fettarmer Mozzarella) ist reichlich vorhanden. Sie wird oft in Decköfen gebacken, die eine konstante, hohe Hitze liefern.
Pizza Chicago Deep Dish (Chicago, USA)
Diese Pizza ist eher ein Kuchen als eine klassische Pizza und wird in einer tiefen Pfanne gebacken. Sie hat einen hohen, dicken Rand, der oft mit Käse ausgekleidet ist. Die Reihenfolge der Beläge ist umgekehrt: Zuerst eine dicke Schicht Käse (oft Mozzarella und Provolone), dann die Beläge (Wurst, Gemüse) und schließlich eine großzügige Schicht Tomatensauce obenauf. Sie ist extrem sättigend und wird mit Messer und Gabel gegessen.
Pizza Detroit Style (Detroit, USA)
Eine rechteckige Pizza, die in speziellen blauen Stahlpfannen gebacken wird, die ursprünglich für die Automobilindustrie verwendet wurden. Der Teig ist dick, luftig und ähnelt einer Focaccia. Das Markenzeichen ist der karamellisierte Käserand (oft aus Wisconsin Brick Cheese), der durch das Backen des Käses direkt an den Seiten der Pfanne entsteht. Die Sauce wird oft in Streifen über den gebackenen Käse aufgetragen, anstatt direkt auf den Teig.
Was macht „die beste“ Pizza aus? Persönliche Kriterien
Nachdem wir die verschiedenen Stile und die grundlegenden Elemente einer guten Pizza betrachtet haben, kehren wir zur ursprünglichen Frage zurück. Die „beste“ Pizza ist letztendlich die, die Sie am meisten genießen. Aber hier sind einige Kriterien, die viele Pizzaliebhaber berücksichtigen:
- Balance der Aromen: Keine Zutat sollte die andere überwältigen. Alles sollte harmonisch zusammenwirken.
- Textur des Teigs: Ist er knusprig, zäh, luftig – und passt diese Textur zum gewünschten Stil?
- Qualität der Zutaten: Frische, hochwertige Produkte sind unverzichtbar.
- Die Erfahrung: Manchmal ist es die Atmosphäre des Restaurants, die Gesellschaft, mit der man isst, oder die Freude am Teilen, die eine Pizza unvergesslich macht.
Vergleichstabelle der beliebtesten Pizzastile
| Stil | Kruste | Sauce | Käse | Backzeit/Ofen | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Napoletana | Weich, luftig, hoher Rand (cornicione) | Einfach, frische San Marzano Tomaten | Mozzarella di Bufala/Fior di Latte | Sehr kurz (60-90s), Holzofen | DOP-zertifiziert, zartes Zentrum |
| Romana (Tonda) | Dünn, knusprig, flacher Rand | Leicht gekocht, aromatisch | Mozzarella | Länger, Gas/Elektroofen | Knuspriger Biss, weniger luftig |
| New York Style | Dünn, faltbar, zäh | Gekocht, würzig | Fettarmer Mozzarella | Mittel, Deckofen | Große Scheiben, Straßensnack |
| Chicago Deep Dish | Dick, kuchenähnlich, hoch | Reichlich, obenauf platziert | Mozzarella/Provolone (Schichten) | Lang, tiefe Pfanne | Sehr sättigend, mit Messer & Gabel |
| Detroit Style | Rechteckig, dick, luftig, focaccia-ähnlich | Streifen, oft nach dem Backen | Wisconsin Brick Cheese (karamellisiert) | Mittel, blaue Stahlpfanne | Karamellisierter Käserand, knusprig |
Häufig gestellte Fragen zur besten Pizza
- Ist dickere Pizza besser als dünnere?
- Dies ist reine Geschmackssache. Dickere Pizzen wie Chicago Deep Dish oder Detroit Style bieten eine herzhaftere, sättigendere Erfahrung mit mehr Volumen für Beläge. Dünnere Pizzen wie die Pizza Romana oder New York Style betonen oft die Textur des Teigs und die Leichtigkeit der Beläge. Beide haben ihre Berechtigung und ihre Liebhaber.
- Welche Käsesorte ist am besten für Pizza?
- Für die klassische italienische Pizza ist Fior di Latte (Kuhmilch-Mozzarella) oder Mozzarella di Bufala (Büffelmilch-Mozzarella) ideal, da sie gut schmelzen und einen milden, cremigen Geschmack haben. Für andere Stile werden auch Provolone, Parmesan, Ricotta oder sogar Cheddar verwendet, um unterschiedliche Geschmacks- und Schmelzeigenschaften zu erzielen. Die beste Sorte hängt vom gewünschten Pizzastil und persönlichen Vorlieben ab.
- Kann man Pizza zu Hause wie im Restaurant zubereiten?
- Es ist definitiv möglich, sehr gute Pizza zu Hause zuzubereiten, die der Restaurantqualität nahekommt. Ein spezieller Pizzaofen für den Heimgebrauch, der hohe Temperaturen erreicht (oft über 400°C), ist ideal. Alternativ kann ein Pizzastein oder Pizzastahl im heimischen Backofen (auf höchster Stufe vorgeheizt) helfen, eine knusprige Kruste zu erzielen. Übung im Teigmachen und -formen ist ebenfalls entscheidend.
- Was ist der Unterschied zwischen Pizza Napoletana und Pizza Romana?
- Der Hauptunterschied liegt im Teig und der Kruste. Pizza Napoletana hat einen weichen, luftigen und zähen Teig mit einem hohen, aufgeblasenen Rand (cornicione) und einem leicht feuchten Zentrum. Pizza Romana (Tonda Romana) ist hingegen bekannt für ihren hauchdünnen, knusprigen Boden und einen viel flacheren Rand. Die Napoletana wird sehr schnell bei extrem hohen Temperaturen gebacken, während die Romana oft etwas länger bei niedrigeren Temperaturen gebacken wird.
- Warum ist Holzofenpizza so besonders?
- Die extrem hohen Temperaturen in einem Holzofen (bis zu 500°C) ermöglichen eine sehr schnelle Backzeit von nur 60-90 Sekunden. Diese intensive Hitze führt zu einer perfekten Kruste, die außen knusprig und innen weich ist, mit den charakteristischen „Leopardenflecken“ (leicht verkohlte Stellen). Die Beläge garen schnell und behalten ihre Frische, ohne auszutrocknen. Der Rauch des Holzes kann zudem ein subtiles, einzigartiges Aroma verleihen, das in anderen Ofenarten nicht reproduzierbar ist.
- Gibt es eine „ungesunde“ Pizza?
- Wie bei vielen Lebensmitteln hängt die „Gesundheit“ einer Pizza stark von den Zutaten und der Portionsgröße ab. Eine Pizza mit vielen fettreichen Belägen (wie viel Käse, fettige Wurstsorten) oder einem dicken, öligen Teig kann kalorienreich sein. Eine klassische Margherita mit frischen Zutaten und einem dünnen Teig kann eine relativ ausgewogene Mahlzeit sein. Es geht darum, eine Balance zu finden und bewusst zu genießen.
Fazit: Die Suche ist das Ziel
Die Suche nach der besten Pizza ist eine Reise, die nie wirklich endet, denn der „Heilige Gral“ der Pizza ist so vielfältig wie die Kulturen, die sie aufgenommen und zu ihrer eigenen gemacht haben. Ob Sie die puristische Einfachheit einer Pizza Napoletana bevorzugen, die knusprige Eleganz einer Pizza Romana, die ikonische Faltbarkeit einer New York Style Slice oder die herzhafte Sättigung einer Chicago Deep Dish – die „beste“ Pizza ist die, die Ihre Geschmacksknospen tanzen lässt und Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Sie ist ein Erlebnis, das geteilt werden sollte, ein Moment des Genusses, der von der Vielfalt der Zutaten, der Handwerkskunst des Pizzabäckers und der Freude am Essen geprägt ist. Also, gehen Sie raus, experimentieren Sie, probieren Sie neue Stile aus und finden Sie Ihre ganz persönliche Definition der besten Pizza!
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