Was passiert wenn man bei Lieferando zu lange wartet?

Pizza bestellen: Rechte & Bezahlung

11/11/2017

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In einer Welt, in der Bequemlichkeit oft an erster Stelle steht, ist der Pizzalieferdienst für viele eine willkommene Lösung, um Zeit und Mühe in der Küche zu sparen. Ob nach einem langen Arbeitstag, für einen gemütlichen Abend mit Freunden oder einfach, wenn der Magen knurrt und es schnell gehen muss – die Bestellung einer Pizza ist ein fester Bestandteil des modernen Lebens geworden. Deutschland allein zählt über 20.000 Lieferdienste, die eine schier unendliche Auswahl an Gerichten bieten, von klassischer Pizza über exotisches Sushi bis hin zu herzhaften Nudelgerichten. Das Angebot selbst lässt selten Wünsche offen, doch der Service kann manchmal zur Geduldsprobe werden. Was passiert, wenn die heiß ersehnte Pizza kalt ankommt, die falsche Lieferung überreicht wird oder die Wartezeit ins Unermessliche steigt? Und welche Bezahloptionen stehen Ihnen eigentlich zur Verfügung? Dieser umfassende Leitfaden beleuchtet Ihre Rechte als Lieferservice-Kunde und gibt Ihnen wertvolle Tipps an die Hand, damit Ihr nächstes Essenserlebnis reibungslos verläuft und Sie stets wissen, wie Sie Ihre wohlverdiente Pizza bezahlen können.

Wie lange dauert es bis der Lieferservice um die Ecke liegt?
Selbst wenn der Lieferservice um die Ecke liegt, kann es bis zu einer Stunde dauern. Meist entschuldigen sich die Lieferanten aber und haben ein kostenfreies Extra (z. B. ein alkoholfreies Getränk) dabei. Länger als eine Stunde sollte es aber auf keinen Fall sein.
Inhaltsverzeichnis

Kaltes Essen: Was tun, wenn die Pizza lauwarm ist?

Das Szenario ist vielen bekannt: Endlich klingelt es an der Tür, die Vorfreude ist riesig, doch beim Öffnen der Pizzaschachtel stellt man fest – das Essen ist bestenfalls lauwarm, schlimmstenfalls kalt. In diesem Moment ist der Auslieferer oft schon auf dem Weg zum nächsten Kunden und mit ihm die bezahlte Summe. Doch ist das wirklich das Ende der Fahnenstange? Keineswegs! Experten raten dringend dazu, die Temperatur des Essens sofort zu prüfen, noch während der Lieferant anwesend ist. Nehmen Sie sich einen kurzen Moment Zeit, um die Qualität zu checken. Ist die Pizza, Pasta oder das gelieferte Gericht eindeutig kalt und nicht mehr zum Verzehr geeignet, können Sie die Annahme verweigern. Dies ist Ihr gutes Recht, denn der Lieferdienst ist vertraglich dazu verpflichtet, Ihnen warmes, verzehrfertiges Essen zu liefern. Die Annäheungsverweigerung ist in diesem Fall Ihr stärkstes Werkzeug. Sobald Sie das Essen angenommen und der Lieferant das Haus verlassen hat, wird es erheblich schwieriger, Ihr Geld zurückzubekommen oder eine Reklamation durchzusetzen, da die Beweislast dann bei Ihnen liegt. Zögern Sie nicht, sofort zu handeln und auf Ihr Recht zu bestehen. Im Zweifelsfall können Sie auch eine teilweise Rückerstattung oder eine Gutschrift für die nächste Bestellung aushandeln, wenn Sie das Essen dennoch behalten möchten, aber unzufrieden mit der Qualität sind.

Falsche Lieferung: Wenn die Hawaii-Pizza statt Salami kommt

Stellen Sie sich vor, Sie haben Appetit auf eine klassische Salami-Pizza, doch der Lieferbote überreicht Ihnen eine Hawaii-Pizza. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein klarer Verstoß gegen den zwischen Ihnen und dem Lieferdienst geschlossenen Kaufvertrag. Denn es gilt der Grundsatz: Geliefert werden muss exakt das, was bestellt wurde. Die Herausforderung besteht oft darin, dem Lieferdienst nachzuweisen, dass die Bestellung falsch war. Auch hier gilt die goldene Regel: Prüfen Sie die gelieferte Ware immer sofort bei Ankunft. Vergleichen Sie den Inhalt der Lieferung mit Ihrer Bestellbestätigung oder Ihrem Kassenzettel. Ist die Lieferung nicht korrekt, reklamieren Sie das Essen direkt beim Lieferboten. Er ist dann verpflichtet, Ihnen das tatsächlich bestellte Gericht zu bringen. Oft wird in solchen Fällen die falsche Pizza zurückgenommen und die korrekte umgehend nachgeliefert. Sollte der Lieferdienst sich weigern, die richtige Bestellung zu liefern oder die falsche Ware zurückzunehmen, notieren Sie sich den Namen des Lieferanten und kontaktieren Sie umgehend den Kundenservice des Restaurants oder Lieferportals. Ein klarer Vertragsbruch liegt vor, und Sie haben ein Recht auf die korrekte Erfüllung des Vertrags. Dokumentieren Sie den Vorfall, falls nötig, mit einem Foto der falschen Lieferung, um Ihren Anspruch zu untermauern.

Lange Wartezeiten und fehlendes Kleingeld: Ihre Rechte bei Verzögerungen und Zahlungsfragen

Verspätung: Wann ist genug genug?

Der Magen knurrt, die Uhr tickt, und die bestellte Pizza lässt nach einer Stunde immer noch auf sich warten. In solchen Momenten ist ein kleiner Konflikt mit dem Lieferanten vorprogrammiert, besonders wenn dieser dann noch den vollen Preis fordert. Aber müssen Sie wirklich zahlen, wenn die Lieferung zu spät kommt? Die Antwort hängt davon ab, was Sie im Voraus mit dem Lieferservice vereinbart haben. Wurde schriftlich – zum Beispiel in den AGB oder auf der Bestellbestätigung – eine bestimmte Lieferzeit oder ein Lieferzeitraum zugesichert, können Sie bei einer erheblichen Verspätung eine Kaufpreisminderung verlangen. Das bedeutet, Sie zahlen weniger für das Essen. Eine weitere Alternative ist der Rücktritt vom Kaufvertrag. Hierfür muss jedoch bei der Bestellung eine zumutbare Frist für die Lieferung gesetzt worden sein. Was als „zumutbar“ gilt, ist gesetzlich nicht festgeschrieben, aber bei einer Pizza ist von einer üblichen und angemessenen Wartezeit von 30 bis 45 Minuten auszugehen. Überschreitet die Wartezeit diesen Rahmen deutlich, ohne dass Sie zuvor informiert wurden, können Sie den Rücktritt erklären und müssen die Lieferung nicht mehr annehmen. Es ist ratsam, bei der Bestellung immer nach der voraussichtlichen Lieferzeit zu fragen und diese gegebenenfalls zu notieren, um im Falle einer Verzögerung einen besseren Verhandlungsspielraum zu haben.

Fehlendes Wechselgeld: Trinkgeldzwang oder Recht?

Manche Auslieferer haben bewusst wenig Kleingeld dabei, um sich so ein höheres Trinkgeld zu sichern. Aber ist das rechtens und was können Sie dagegen tun? Grundsätzlich gilt: Der Lieferdienst ist dazu verpflichtet, Ihnen das passende Wechselgeld herauszugeben. Wenn Sie mit einem großen Schein bezahlen und der Lieferant behauptet, kein Wechselgeld zu haben, ist das sein Problem, nicht Ihres. Er kann Sie nicht dazu zwingen, auf Ihr Wechselgeld zu verzichten oder ein höheres Trinkgeld zu geben. Bestehen Sie auf die korrekte Herausgabe des Wechselgeldes. Sollte der Lieferant dazu nicht in der Lage sein, können Sie anbieten, den Betrag später zu überweisen oder eine andere Lösung zu finden, die für beide Seiten fair ist. Im Extremfall können Sie auch die Annahme der Pizza verweigern, wenn der Lieferant Ihnen das korrekte Wechselgeld nicht geben kann. Dies sollte jedoch der letzte Ausweg sein. Informieren Sie in solchen Fällen den Kundenservice des Lieferdienstes über das Verhalten des Boten. Seriöse Anbieter möchten nicht, dass ihre Kunden unter Druck gesetzt werden und werden entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Wie bezahle ich eine Pizza? – Bezahlmethoden im Überblick

Neben den rechtlichen Aspekten ist die Frage der Bezahlung entscheidend für ein reibungsloses Bestellerlebnis. Glücklicherweise bieten die meisten Lieferdienste heutzutage eine Vielzahl an Optionen an, um Ihre Pizza bequem und sicher zu bezahlen. Die Wahl der Zahlungsmethode kann Einfluss auf die Geschwindigkeit und den Komfort Ihrer Bestellung haben. Hier ein Überblick über die gängigsten Möglichkeiten:

Barzahlung bei Lieferung

Die klassische Methode, die nach wie vor weit verbreitet ist. Sie bezahlen den Betrag direkt an den Lieferanten, wenn dieser Ihnen die Pizza überreicht. Es ist ratsam, den Betrag möglichst passend bereitzuhalten oder zumindest mit einem nicht allzu großen Schein zu zahlen, um Probleme mit dem Wechselgeld zu vermeiden. Viele Lieferdienste bevorzugen Barzahlung, da sie keine Gebühren an Dritte abführen müssen.

Online-Zahlungsmethoden

Die bequemste und oft schnellste Art zu bezahlen, da die Transaktion bereits vor der Lieferung abgeschlossen ist. Dies erspart Ihnen das Hantieren mit Bargeld an der Tür und minimiert das Risiko von Wechselgeldproblemen. Die beliebtesten Online-Bezahlmethoden sind:

  • PayPal: Eine weit verbreitete und sichere Methode. Sie benötigen ein PayPal-Konto und können die Zahlung mit wenigen Klicks autorisieren. Die Zahlung ist sofort und nachvollziehbar.
  • Kreditkarte (Visa, Mastercard, American Express): Die Zahlung erfolgt direkt über das Bestellportal, indem Sie Ihre Kartendaten eingeben. Die Datenübertragung ist in der Regel verschlüsselt und sicher.
  • SOFORT Überweisung / Klarna: Eine Direktüberweisung von Ihrem Bankkonto. Sie werden auf eine sichere Seite Ihres Online-Bankings weitergeleitet, um die Zahlung zu autorisieren. Dies erfordert die Eingabe Ihrer Online-Banking-Zugangsdaten.
  • Giropay: Ähnlich wie SOFORT Überweisung, eine direkte Online-Überweisung von Ihrem Bankkonto, die von vielen deutschen Banken unterstützt wird.
  • Apple Pay / Google Pay: Mobile Zahlungsmethoden, bei denen Sie Ihre hinterlegten Kredit- oder Debitkarten über Ihr Smartphone nutzen können.

EC-Karte / Debitkarte bei Lieferung

Immer mehr Lieferdienste bieten die Möglichkeit an, direkt an der Tür mit EC-Karte (Girocard) oder Debitkarte zu bezahlen. Der Lieferant führt dann ein mobiles Kartenlesegerät mit sich. Dies ist eine gute Alternative, wenn Sie kein Bargeld zur Hand haben, aber auch nicht online bezahlen möchten oder können. Fragen Sie bei der Bestellung explizit nach dieser Option, da sie nicht von allen Anbietern flächendeckend angeboten wird.

Vergleich der gängigen Bezahlmethoden

BezahlmethodeVorteileNachteile
BarzahlungAnonym, keine Online-Daten nötig, direkt bei LieferungPassendes Kleingeld nötig, Wechselgeldprobleme möglich
PayPalSchnell, sicher, Käuferschutz, keine Weitergabe von Bankdaten an den LieferdienstPayPal-Konto erforderlich, ggf. Gebühren für Händler
KreditkarteBequem, weltweit akzeptiert, oft mit BonusprogrammenKreditkartendaten müssen eingegeben werden, potenzielles Betrugsrisiko bei unseriösen Seiten
SOFORT Überweisung / GiropayDirekt vom Bankkonto, keine Registrierung nötig, schnelle BestätigungEingabe von Online-Banking-Zugangsdaten auf Drittseite, nicht für alle Banken verfügbar
EC-Karte (mobil)Kein Bargeld nötig, direkte Abbuchung vom Konto, sicherNicht bei allen Lieferdiensten verfügbar, mobiles Terminal nötig

Tipps für ein reibungsloses Bestellerlebnis

Um Ärger zu vermeiden und Ihre Pizza stets perfekt zu genießen, beachten Sie folgende Ratschläge:

  • Bestellbestätigung prüfen: Kontrollieren Sie immer sofort nach der Bestellung, ob alle Angaben (Gericht, Adresse, Lieferzeit, Preis) korrekt sind.
  • Lieferzeiten erfragen: Fragen Sie bei telefonischen Bestellungen nach der voraussichtlichen Lieferzeit und notieren Sie diese.
  • Passendes Kleingeld bereithalten: Wenn Sie bar bezahlen, versuchen Sie, den Betrag möglichst passend zu haben, um Wechselgeldprobleme zu vermeiden.
  • Sofortige Prüfung bei Lieferung: Öffnen Sie die Verpackung und prüfen Sie Temperatur und Korrektheit des Essens, solange der Lieferant noch da ist.
  • Freundlich, aber bestimmt bleiben: Wenn es Probleme gibt, kommunizieren Sie Ihre Bedenken klar und höflich, aber bestehen Sie auf Ihren Rechten.
  • Bewertungen lesen: Informieren Sie sich vor der Bestellung über die Erfahrungen anderer Kunden mit dem Lieferdienst.
  • Kontakt bei Problemen: Scheuen Sie sich nicht, bei größeren Problemen den Kundenservice des Lieferdienstes oder des Portals zu kontaktieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was mache ich, wenn der Lieferdienst meine Reklamation ablehnt?

Sollte der Lieferdienst Ihre berechtigte Reklamation (z.B. kaltes Essen, falsche Lieferung) ablehnen, dokumentieren Sie den Vorfall so gut wie möglich (Fotos, Zeugen, Notizen). Kontaktieren Sie dann den Kundenservice des Lieferportals, über das Sie bestellt haben, oder im Falle einer Direktbestellung die Geschäftsleitung des Restaurants. Drohen Sie gegebenenfalls mit einer Meldung bei der Verbraucherzentrale.

Kann ich eine Bestellung stornieren, wenn sie sich stark verspätet?

Ja, unter bestimmten Umständen. Wenn eine zumutbare Lieferfrist (z.B. 30-45 Minuten für Pizza) deutlich überschritten wird und keine andere Zeit vereinbart war, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten. Informieren Sie den Lieferdienst umgehend über Ihren Rücktritt.

Muss ich Trinkgeld geben?

Nein, Trinkgeld ist eine freiwillige Geste der Wertschätzung für guten Service. Es gibt keine rechtliche Verpflichtung dazu. Die Höhe liegt in Ihrem Ermessen.

Was passiert, wenn meine Online-Zahlung fehlschlägt?

Wenn eine Online-Zahlung fehlschlägt, erhalten Sie in der Regel eine Fehlermeldung. Überprüfen Sie Ihre Eingaben und versuchen Sie es erneut oder wählen Sie eine andere Bezahlmethode. Kontaktieren Sie bei wiederholten Problemen den Kundenservice des Lieferdienstes oder Ihres Zahlungsanbieters.

Kann ich meine Bestellung ändern, nachdem ich sie abgeschickt habe?

Das hängt vom Lieferdienst ab. Einige bieten eine kurze Frist an, in der Änderungen möglich sind, bevor die Bestellung zubereitet wird. Kontaktieren Sie in diesem Fall sofort den Lieferdienst telefonisch, um Ihre Wünsche zu besprechen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Die Bestellung einer Pizza sollte ein Vergnügen sein, das Ihnen Zeit und Mühe erspart. Mit dem Wissen um Ihre Rechte als Kunde und die verschiedenen Bezahlmöglichkeiten können Sie potenziellen Problemen gelassen begegnen. Seien Sie informiert, handeln Sie im Zweifelsfall entschlossen und genießen Sie Ihre nächste Pizza in vollen Zügen – warm, korrekt und pünktlich geliefert!

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