Wie lange dauert es bis eine blätterteigpizza fertig ist?

Blätterteig selbst machen: Ein Meisterwerk der Patisserie

20/06/2014

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Der Gedanke, Blätterteig selbst herzustellen, mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken. Man stellt sich endlose Stunden in der Küche vor, komplexe Falttechniken und eine Menge Frustration. Doch lassen Sie sich nicht täuschen! Mit der richtigen Anleitung, ein wenig Geduld und Liebe zum Detail ist die Zubereitung von hausgemachtem Blätterteig eine lohnende Erfahrung, die Ihre Backkünste auf ein neues Niveau hebt. Vergessen Sie den fertigen Teig aus dem Kühlregal – der Geschmack, die Textur und die Zufriedenheit, die ein selbstgemachter Blätterteig bietet, sind unvergleichlich. Er ist die Basis für unzählige süße und herzhafte Köstlichkeiten, von zarten Croissants über knusprige Pasteten bis hin zu eleganten Tarts. Tauchen wir ein in die faszinierende Welt des Blätterteigs und entdecken Sie, wie Sie dieses Gebäckmeisterwerk in Ihrer eigenen Küche zaubern können.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Blätterteig eigentlich?

Blätterteig, auch als Pâte Feuilletée bekannt, ist ein klassisches Gebäck, das für seine außergewöhnlich luftige und knusprige Textur berühmt ist. Seine charakteristische Schichtung entsteht durch das wiederholte Ausrollen und Falten eines Teigs, der eine Butterplatte umschließt. Jeder Faltvorgang, auch Tourieren genannt, erzeugt Hunderte von hauchdünnen Teig- und Butterschichten, die beim Backen auseinanderweichen und dem Gebäck sein typisches Volumen und seine Knusprigkeit verleihen. Das Prinzip ist einfach: Wasserdampf, der sich beim Backen aus dem Wasseranteil des Teiges bildet, wird von den Butterschichten eingeschlossen. Dieser Dampf hebt die Schichten an und trennt sie voneinander, was zu der beeindruckenden Blätterung führt. Es ist ein Prozess, der Präzision und Geduld erfordert, aber die Belohnung ist ein Gebäck, das in Textur und Geschmack unübertroffen ist.

Die Zutaten: Wenig, aber wichtig

Die Liste der Zutaten für Blätterteig ist erstaunlich kurz, doch ihre Qualität und Temperatur spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg. Hier ist, was Sie benötigen:

  • Weizenmehl (Type 405 oder 550): Das Mehl bildet das Gerüst des Teiges. Eine gute Qualität ist wichtig.
  • Kalte Butter (mindestens 82% Fettgehalt): Dies ist die Seele des Blätterteigs. Verwenden Sie hochwertige, sehr kalte Butter. Je höher der Fettgehalt, desto geschmeidiger lässt sie sich verarbeiten und desto besser wird die Blätterung.
  • Kaltes Wasser: Die Kälte des Wassers ist entscheidend, um die Butter im Teig kalt zu halten und ein vorzeitiges Schmelzen zu verhindern.
  • Salz: Verbessert den Geschmack und die Elastizität des Teiges.
  • Ein Spritzer Essig oder Zitronensaft (optional): Kann helfen, den Teig geschmeidiger zu machen und die Glutenentwicklung zu steuern, was das Ausrollen erleichtert.

Die genauen Mengen variieren je nach Rezept, aber das Verhältnis von Mehl zu Butter ist oft annähernd 1:1, manchmal auch etwas weniger Butter. Für etwa 500g Blätterteig können Sie mit 250g Mehl, 250g kalter Butter, ca. 125ml eiskaltem Wasser und einer Prise Salz rechnen.

Benötigte Küchenutensilien

Für die Blätterteigherstellung brauchen Sie keine ausgefallenen Geräte, aber einige grundlegende Werkzeuge erleichtern den Prozess erheblich:

  • Große Arbeitsfläche: Eine saubere, kühle Oberfläche (Marmor oder Edelstahl sind ideal) ist unerlässlich zum Ausrollen.
  • Nudelholz: Ein schweres Nudelholz hilft, den Teig gleichmäßig auszurollen.
  • Teigschaber: Praktisch zum Lösen des Teiges von der Arbeitsfläche und zum Säubern.
  • Frischhaltefolie: Zum Einpacken und Kühlen des Teiges.
  • Backpapier: Hilfreich zum Formen der Butterplatte.
  • Lineal oder Maßband: Für präzises Ausrollen und Falten.

Schritt für Schritt: Blätterteig selbst herstellen

Der Prozess lässt sich in drei Hauptphasen unterteilen: die Teigzubereitung (Detrempe), die Butterzubereitung (Beurrage) und das eigentliche Tourieren.

1. Der Grundteig (Die Detrempe)

Dieser Teig ist das 'Gehäuse' für die Butter. Er sollte fest, aber elastisch sein.

  1. Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermischen.
  2. Das eiskalte Wasser (und optional Essig/Zitronensaft) nach und nach hinzufügen und mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig sollte nicht zu lange geknetet werden, gerade so lange, bis er zusammenkommt. Überkneten macht ihn zäh.
  3. Den Teig zu einer Kugel formen, kreuzförmig einschneiden (das hilft später beim Ausrollen) und in Frischhaltefolie wickeln. Für mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde, im Kühlschrank ruhen lassen. Die Kälte entspannt das Gluten und macht den Teig geschmeidiger.

2. Die Butterplatte (Die Beurrage)

Dies ist die entscheidende Fettkomponente, die für die Blätterung sorgt.

  1. Die kalte Butter in Scheiben schneiden und zwischen zwei Lagen Backpapier legen.
  2. Mit dem Nudelholz die Butter zu einem rechteckigen, etwa 1-1,5 cm dicken Block ausrollen. Die Größe sollte etwa halb so groß sein wie der später ausgerollte Grundteig. Achten Sie darauf, dass die Butter gleichmäßig dick ist.
  3. Die Butterplatte für ca. 15-20 Minuten in den Kühlschrank legen, damit sie wieder fest wird, aber noch flexibel genug ist, um nicht zu brechen.

3. Das Tourieren: Falten und Kühlen

Dies ist der Kernprozess, der die Schichten erzeugt. Es gibt verschiedene Falttechniken (einfache oder doppelte Tour), aber die einfache Tour ist für den Anfang am besten geeignet. Man wiederholt diesen Vorgang in der Regel 4 bis 6 Mal.

Vorbereitung für die erste Tour:

  1. Den gekühlten Grundteig (Detrempe) auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen, das etwa doppelt so lang und breit ist wie Ihre Butterplatte. Die Mitte des Teigs sollte etwas dicker sein als die Ränder.
  2. Die kalte Butterplatte mittig auf die eine Hälfte des Teigrechtecks legen.
  3. Die andere Teighälfte über die Butter klappen, sodass die Butter vollständig umschlossen ist. Die Ränder gut verschließen, damit beim Ausrollen keine Butter entweicht. Dies ist der sogenannte 'Briefumschlag'.

Die Touren (Faltvorgänge):

Jede Tour besteht aus Ausrollen, Falten und Kühlen.

1. Tour (Einfache Tour):

  1. Den Teig vorsichtig und gleichmäßig zu einem langen Rechteck (ca. 60x20 cm) ausrollen. Achten Sie darauf, dass die Breite des Rechtecks gleichmäßig bleibt. Rollen Sie immer von der Mitte nach außen und üben Sie gleichmäßigen Druck aus.
  2. Den Teig von einem Ende aus zu einem Drittel nach innen falten.
  3. Das andere Ende darüber falten, sodass drei Schichten entstehen (wie ein Geschäftsbrief).
  4. Den gefalteten Teig um 90 Grad drehen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten, besser 1 Stunde, im Kühlschrank ruhen lassen. Die Kühlzeiten sind absolut entscheidend! Sie entspannen das Gluten und festigen die Butter, was ein Zerreißen des Teiges und ein Austreten der Butter verhindert.

2. Tour bis 6. Tour:

Wiederholen Sie die Schritte der 1. Tour (Ausrollen, Falten, Drehen, Kühlen) insgesamt 4 bis 6 Mal. Zwischen jeder Tour ist eine Kühlzeit von mindestens 30 Minuten bis 1 Stunde im Kühlschrank unerlässlich. Notieren Sie sich, wie viele Touren Sie bereits gemacht haben, indem Sie beispielsweise eine kleine Kerbe in den Teig drücken oder einen Zettel beilegen.

Nach 6 einfachen Touren hat der Teig theoretisch 3^6 = 729 Schichten (aber realistisch weniger durch Verklebungen etc.), was für eine hervorragende Blätterung sorgt.

Die Bedeutung der Kühlphasen

Die Kühlphasen sind das A und O bei der Blätterteigherstellung. Sie dienen mehreren Zwecken:

  • Entspannung des Glutens: Beim Ausrollen wird das Gluten im Teig stark beansprucht. Die Kühlung entspannt es, wodurch der Teig beim nächsten Ausrollen nicht reißt und sich besser verarbeiten lässt.
  • Festigung der Butter: Die Butter muss kalt und fest bleiben, um ihre Schichten nicht zu verlieren. Wenn die Butter zu weich wird, vermischt sie sich mit dem Teig, und die Blätterung geht verloren.
  • Verhinderung des Schmelzens: Durch die Wärme der Hände und der Umgebung kann die Butter schnell weich werden. Die Kühlung sorgt dafür, dass sie in Form bleibt.

Profi-Tipps für perfekten Blätterteig

  • Arbeitstemperatur: Halten Sie sowohl den Teig als auch die Butter und Ihre Arbeitsumgebung so kühl wie möglich. Idealerweise sollte die Raumtemperatur unter 20°C liegen.
  • Mehl sparsam verwenden: Verwenden Sie nur so viel Mehl auf der Arbeitsfläche, wie unbedingt nötig, um ein Ankleben zu verhindern. Zu viel Mehl kann den Teig trocken und zäh machen.
  • Gleichmäßiger Druck: Rollen Sie den Teig mit gleichmäßigem Druck aus, um eine gleichmäßige Schichtdicke zu gewährleisten. Drehen Sie den Teig regelmäßig, um ein Ankleben zu verhindern.
  • Geduld ist eine Tugend: Nehmen Sie sich Zeit. Die Kühlphasen sind nicht verhandelbar. Wenn der Teig sich weigert, sich ausrollen zu lassen, oder die Butter zu weich wird, legen Sie ihn sofort wieder in den Kühlschrank.
  • Feuchtigkeit: Achten Sie darauf, dass der Teig nicht austrocknet. Wickeln Sie ihn immer fest in Frischhaltefolie ein, bevor Sie ihn in den Kühlschrank legen.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Auch wenn Blätterteig seine Tücken hat, lassen sich viele Probleme vermeiden:

  • Butter bricht beim Ausrollen aus: Dies passiert, wenn die Butter zu kalt und hart ist oder der Teig zu dünn ausgerollt wird. Lassen Sie die Butter vor dem Einarbeiten kurz bei Raumtemperatur anwärmen, bis sie flexibel, aber noch fest ist. Rollen Sie den Teig nicht zu dünn aus, insbesondere an den Rändern.
  • Teig klebt an der Arbeitsfläche: Zu wenig Mehl oder zu warmer Teig. Kühlen Sie den Teig besser und bemehlen Sie die Oberfläche leicht.
  • Keine oder schlechte Blätterung: Meistens ist die Butter zu weich geworden und hat sich mit dem Teig vermischt. Zu kurze Kühlzeiten oder zu hohe Raumtemperatur sind die Ursache. Halten Sie die Kühlketten strikt ein. Auch zu viel Mehl kann die Blätterung beeinträchtigen.
  • Teig zieht sich beim Ausrollen zusammen: Das Gluten ist nicht ausreichend entspannt. Geben Sie dem Teig längere Kühlzeiten.

Was man mit selbstgemachtem Blätterteig alles zaubern kann

Die Vielseitigkeit von Blätterteig ist beeindruckend. Sobald Sie ihn zubereitet haben, eröffnen sich Ihnen unzählige Möglichkeiten:

  • Süße Köstlichkeiten: Apfeltaschen, Kirschtaschen, Croissants, Pain au Chocolat, Cremeschnitten, Mille-Feuille, Franzbrötchen, Blätterteigschnecken mit Zimt und Zucker.
  • Herzhafte Speisen: Blätterteigpasteten mit Fleisch oder Gemüsefüllung, Käse-Schnecken, Würstchen im Schlafrock, Quiches, kleine Blätterteig-Häppchen mit Feta und Spinat oder Lachs.

Der selbstgemachte Teig verleiht all diesen Gerichten eine unvergleichliche Leichtigkeit und Knusprigkeit, die Fertigprodukte einfach nicht bieten können.

Blätterteig richtig lagern

Nach all der Mühe ist es wichtig, Ihren selbstgemachten Blätterteig richtig zu lagern, um seine Qualität zu erhalten.

  • Im Kühlschrank: Frisch zubereiteter Blätterteig hält sich fest in Frischhaltefolie gewickelt 2-3 Tage im Kühlschrank.
  • Einfrieren: Blätterteig lässt sich hervorragend einfrieren. Wickeln Sie den Teig sehr fest in Frischhaltefolie und dann zusätzlich in Alufolie ein, um Gefrierbrand zu vermeiden. Er hält sich so bis zu 3 Monate im Gefrierfach. Zum Auftauen legen Sie ihn über Nacht in den Kühlschrank.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier beantworten wir einige der gängigsten Fragen rund um die Blätterteigherstellung:

Ist Blätterteig selbst zu machen wirklich so schwer?

Nein, es ist nicht schwer, aber es erfordert Geduld und Präzision. Die einzelnen Schritte sind einfach, aber die Einhaltung der Kühlzeiten und die sorgfältige Handhabung sind entscheidend. Es ist eher zeitaufwendig als schwierig.

Kann ich den Blätterteig auch mit weniger Touren zubereiten?

Ja, Sie können auch 4 oder 5 Touren machen. Je weniger Touren, desto weniger Schichten und damit eine weniger ausgeprägte Blätterung. Für ein optimales Ergebnis werden 6 einfache Touren empfohlen.

Was ist der Unterschied zwischen Blätterteig und Mürbeteig?

Der Hauptunterschied liegt in der Herstellung und Textur. Mürbeteig wird durch schnelles Verkneten von Butter, Mehl, Zucker und Ei hergestellt und ist krümelig und mürbe. Blätterteig hingegen basiert auf der Schichtung von Teig und Butter, was zu einer luftigen, knusprigen und blättrigen Textur führt.

Kann ich für Blätterteig auch Margarine statt Butter verwenden?

Technisch ja, aber das Ergebnis ist geschmacklich und texturell nicht vergleichbar. Butter hat einen höheren Schmelzpunkt und einen besseren Geschmack, was für die Blätterung und das Aroma des Teiges entscheidend ist. Margarine kann den Teig fettiger und weniger blättrig machen.

Warum ist die Kälte so wichtig beim Blätterteig?

Kälte ist entscheidend, damit die Butter fest bleibt und nicht mit dem Teig verschmilzt. Nur wenn die Butter in separaten Schichten verbleibt, kann sie beim Backen Wasserdampf einschließen und die Teigschichten auseinanderdrücken, was die charakteristische Blätterung erzeugt. Außerdem entspannt die Kälte das Gluten im Teig, wodurch er elastischer und leichter auszurollen ist.

Wie lange dauert es, Blätterteig selbst zu machen?

Die reine Arbeitszeit beträgt oft nur 30-60 Minuten, aber die Gesamtzeit, inklusive der notwendigen Kühlphasen, kann 3 bis 5 Stunden oder sogar länger betragen. Es ist ein Projekt, das man am besten an einem entspannten Nachmittag angeht.

Tour-NummerAktionKühlzeit (empfohlen)Ergebnis (Schichten)
0 (Start)Teig & Butter vorbereiten1 Stunde2 Schichten (Teig & Butter)
1. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten6 Schichten
2. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten18 Schichten
3. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten54 Schichten
4. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten162 Schichten
5. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten486 Schichten
6. TourAusrollen & 3-fach falten30-60 Minuten1458 Schichten (theoretisch)

Wie Sie sehen, ist die Herstellung von Blätterteig ein Prozess, der Liebe zum Detail und eine gewisse Hingabe erfordert. Doch die Mühe lohnt sich ungemein. Einmal gebacken, wird der Duft von frischem, knusprigem Blätterteig Ihr Zuhause erfüllen und Ihre Gäste begeistern. Es ist ein wahres Meisterwerk der Patisserie, das Sie nun mit Stolz selbst zubereiten können. Viel Erfolg und guten Appetit!

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