10/12/2022
Stellen Sie sich vor: ein knuspriger Pizzaboden, eine aromatische Tomatensauce und darauf ein cremiger, zartschmelzender Käse, der sich sanft über die heiße Pizza legt. Das ist die Magie von Burrata auf Pizza, ein kulinarisches Erlebnis, das weit über die gewöhnliche Margherita hinausgeht. Burrata, oft als die luxuriöse Cousine des Mozzarellas bezeichnet, bringt eine unvergleichliche Textur und einen subtilen, milchigen Geschmack mit sich, der jede Pizza in ein wahres Meisterwerk verwandelt. Aber wie schmeckt Burrata am besten auf Pizza, und was macht sie zu einer so außergewöhnlichen Wahl?
Die Antwort liegt in ihrer einzigartigen Beschaffenheit und der Art, wie sie mit der Hitze der frisch gebackenen Pizza interagiert. Im Gegensatz zu Mozzarella, der Fäden zieht und schmilzt, bewahrt Burrata, insbesondere wenn sie nach dem Backen hinzugefügt wird, ihre cremige Seele. Ihr Inneres, eine Mischung aus Stracciatella (gezupften Mozzarella-Fäden) und Sahne, zerfließt beim Anschneiden sanft über die Oberfläche und umhüllt jeden Bissen mit einer luxuriösen Weichheit. Dieses Spiel aus heißem, knusprigem Teig und kühlem, cremigem Käse ist es, was Burrata-Pizza so unwiderstehlich macht.

- Das Geheimnis des perfekten Pizzateigs
- Der Belag: Einfachheit trifft auf Geschmack
- Das Backen: Der Moment der Wahrheit
- Warum Burrata NACH dem Backen?
- Burrata vs. Mozzarella: Ein Vergleich
- Weitere Variationen und Kombinationsmöglichkeiten
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Burrata-Pizza
- Fazit: Ein Hoch auf die Einfachheit und Qualität
Das Geheimnis des perfekten Pizzateigs
Jede großartige Pizza beginnt mit einem großartigen Teig. Er ist die Leinwand für unsere kulinarische Kunst und der Grundstein für das Geschmackserlebnis. Ein guter Pizzateig sollte außen knusprig und innen luftig sein, mit einem leichten Biss, der dem Belag standhält, aber nicht dominiert. Hier ist ein bewährtes Rezept, das die Grundlage für Ihre Burrata-Pizza bildet:
Zutaten und Zubereitung des Teigs:
- 250 g Weizenmehl (idealerweise Typ 00 für die beste Textur)
- 50 g Hartweizengrieß (verleiht dem Teig Struktur und Knusprigkeit)
- 1 Teelöffel Salz
- ½ Päckchen Trockenhefe (oder 10 g frische Hefe)
- 180 ml lauwarmes Wasser
- 2 Esslöffel Olivenöl extra vergine
Die Zubereitung ist einfach, erfordert aber Geduld. Geben Sie Mehl, Grieß, Salz und Hefe in eine große Schüssel und vermischen Sie die trockenen Zutaten gründlich. Fügen Sie dann das lauwarme Wasser und das Olivenöl hinzu. Nun beginnt der wichtigste Schritt: das Kneten. Verwenden Sie den Knethaken Ihrer Küchenmaschine und kneten Sie den Teig auf niedriger Stufe für etwa 10 Minuten. Es ist entscheidend, dass der Teig lange genug geknetet wird, damit sich das Gluten optimal entwickeln kann. Das Ergebnis sollte ein weicher, glatter und elastischer Teig sein, der sich leicht von der Schüssel löst. Sollte der Teig zu klebrig sein, fügen Sie löffelweise etwas mehr Mehl hinzu; ist er zu trocken, tröpfeln Sie etwas Wasser nach. Die Konsistenz ist hier entscheidend für das spätere Ergebnis.
Nach dem Kneten kommt die Ruhephase. Formen Sie den Teig zu einer Kugel, bestreichen Sie ihn leicht mit Olivenöl und legen Sie ihn zurück in die Schüssel. Decken Sie die Schüssel mit einem feuchten Tuch oder Frischhaltefolie ab und lassen Sie den Teig bei Raumtemperatur für etwa 2 Stunden aufgehen. In dieser Zeit sollte er sein Volumen ungefähr verdoppeln. Dieser Prozess, auch Fermentation genannt, entwickelt nicht nur die Luftigkeit des Teigs, sondern auch seinen Geschmack. Ein langsam gegangener Teig ist aromatischer und leichter verdaulich.
Der Belag: Einfachheit trifft auf Geschmack
Für eine Pizza mit Burrata gilt oft: Weniger ist mehr. Der cremige Käse ist der Star, und der Belag sollte ihn nicht überdecken, sondern ergänzen. Die klassische Kombination aus Tomaten, Knoblauch und Basilikum ist perfekt, da sie eine frische, säuerliche Basis bietet, die die Cremigkeit der Burrata wunderbar ausgleicht.
Zutaten und Zubereitung des Belags:
- Passierte Tomaten (ca. 200g pro Pizza)
- 1 Esslöffel Olivenöl
- 1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
- Einige frische Basilikumblätter, gehackt
- Salz und Pfeffer zum Würzen
- 200g Kirschtomaten, halbiert
- 100g Rucola
- 2 Burrata-Kugeln (je ca. 125g)
Sobald der Teig aufgegangen ist, halbieren Sie ihn und formen Sie zwei Kugeln. Drücken Sie jede Kugel leicht flach und rollen Sie sie auf einer leicht mit Grieß bestreuten Arbeitsfläche zu einem runden Fladen von etwa 30 cm Durchmesser aus. Der Grieß verhindert nicht nur das Ankleben, sondern sorgt auch für eine zusätzliche Knusprigkeit am Boden. Legen Sie jeden Teigfladen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech.
Für die Sauce verrühren Sie die passierten Tomaten mit Olivenöl, gehacktem Knoblauch und frischem Basilikum. Würzen Sie die Mischung großzügig mit Salz und Pfeffer. Verteilen Sie die Sauce gleichmäßig auf den beiden Teigfladen, lassen Sie dabei einen etwa 1,5 cm breiten Rand frei. Dieser Rand wird beim Backen schön aufgehen und knusprig werden – der sogenannte 'Cornicione', ein Qualitätsmerkmal einer guten neapolitanischen Pizza.
Das Backen: Der Moment der Wahrheit
Das Backen ist entscheidend für die Textur der Pizza. Eine hohe Temperatur ist unerlässlich, um einen knusprigen Boden und einen luftigen Rand zu erzielen, bevor der Belag verbrennt.
Backanleitung:
Heizen Sie Ihren Ofen auf 240 °C vor. Wenn Sie einen Pizzastein oder ein Pizzastahl besitzen, legen Sie diesen auf die unterste Rille des Ofens und heizen Sie ihn mindestens 30-45 Minuten lang mit vor. Dies simuliert die Bedingungen eines traditionellen Pizzaofens und sorgt für einen besonders knusprigen Boden. Schieben Sie die belegte Pizza auf der untersten Rille in den vorgeheizten Ofen und backen Sie sie für etwa 20 Minuten. Die genaue Backzeit kann je nach Ofen variieren; achten Sie darauf, dass der Rand goldbraun und der Boden knusprig ist.
Nach dem Backen kommt der entscheidende Schritt, der die Burrata-Pizza von anderen unterscheidet. Nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen. Erst jetzt verteilen Sie die Hälfte der frischen Kirschtomaten, des Rucolas und der Burrata-Kugeln darauf. Die Burrata sollte vorsichtig in Stücke gezupft oder geschnitten und gleichmäßig verteilt werden. Würzen Sie alles nochmals leicht mit Salz und Pfeffer und träufeln Sie eventuell etwas gutes Olivenöl darüber. Die Restwärme der Pizza bringt die Aromen der frischen Zutaten zur Geltung und lässt die Burrata leicht schmelzen, ohne dass sie ihre cremige Textur verliert. Backen und belegen Sie die zweite Pizza auf die gleiche Weise. Servieren Sie die Pizza sofort, um das volle Geschmackserlebnis zu genießen.
Warum Burrata NACH dem Backen?
Dies ist der Schlüssel, um das volle Potenzial der Burrata auszuschöpfen. Wenn Burrata zu lange hohen Temperaturen ausgesetzt wird, trocknet sie aus und verliert ihre charakteristische cremige Füllung. Sie würde sich wie gewöhnlicher Mozzarella verhalten, schmelzen und Fäden ziehen, aber die einzigartige 'flüssige' Mitte ginge verloren. Indem sie erst nach dem Backen auf die heiße Pizza gelegt wird, kann sie ihre kühle, sahnige Textur bewahren, die beim Anschneiden elegant über die Pizza fließt und einen wunderbaren Kontrast zum heißen Teig und der würzigen Sauce bildet. Dies ist der Moment, in dem die Burrata wirklich am besten schmeckt: frisch, cremig und leicht temperiert durch die Wärme der Pizza.
Burrata vs. Mozzarella: Ein Vergleich
Oft werden Burrata und Mozzarella verwechselt oder als austauschbar angesehen. Doch es gibt deutliche Unterschiede, die ihren Einsatz auf der Pizza beeinflussen:
| Merkmal | Burrata | Mozzarella (Fior di Latte) |
|---|---|---|
| Herkunft | Apulien, Italien | Kampanien, Italien |
| Konsistenz | Außen fester Mozzarella-Mantel, innen cremig (Stracciatella aus gezupften Mozzarella-Fäden und Sahne) | Homogen, elastisch, weich, leicht faserig |
| Geschmack | Mild, buttrig, sahnig, leicht süßlich | Mild, milchig, leicht säuerlich |
| Einsatz Pizza | Ideal nach dem Backen, um Cremigkeit zu bewahren | Vor dem Backen, schmilzt zu Fäden |
| Schmelzverhalten | Zartschmelzend, cremig fließend, behält im Kern Flüssigkeit | Schmilzt vollständig, zieht Fäden, wird elastisch |
| Feuchtigkeitsgehalt | Sehr hoch, besonders im Inneren | Hoch, aber weniger als Burrata |
Diese Unterschiede machen deutlich, warum Burrata eine einzigartige Rolle auf der Pizza spielt und warum sie in der Regel anders behandelt wird als Mozzarella. Ihre Cremigkeit ist unübertroffen.
Weitere Variationen und Kombinationsmöglichkeiten
Obwohl die klassische Kombination mit Kirschtomaten und Rucola wunderbar ist, gibt es viele andere Zutaten, die hervorragend zu Burrata passen und Ihrer Pizza eine neue Dimension verleihen können:
- Prosciutto Crudo: Der salzige, leicht nussige Geschmack von Rohschinken bildet einen fantastischen Kontrast zur süßen Cremigkeit der Burrata. Fügen Sie ihn ebenfalls nach dem Backen hinzu.
- Pesto: Ein Klecks frisches Basilikum-Pesto kann die Aromen verstärken und eine zusätzliche Kräuternote hinzufügen.
- Trüffelöl: Für einen Hauch von Luxus träufeln Sie ein paar Tropfen hochwertiges Trüffelöl über die fertige Pizza.
- Geröstete Paprika: Süße, geröstete Paprika bringen eine schöne Farbe und einen rauchigen Geschmack mit sich.
- Frische Feigen und Balsamico-Glasur: Eine überraschende, aber köstliche süß-salzige Kombination, besonders im Herbst.
- Oliven: Kalamata- oder grüne Oliven können eine salzige, leicht herbe Note hinzufügen.
- Salsiccia oder Nduja: Für Liebhaber von würzigen Fleischsorten, die vor dem Backen auf die Pizza kommen. Die Schärfe harmoniert gut mit der Milde der Burrata.
- Gegrillte Zucchini oder Auberginen: Eine leichtere, gemüsereiche Variante.
Wichtig ist, dass die zusätzlichen Beläge die Burrata ergänzen und nicht überwältigen. Oft sind es die einfachen, hochwertigen Zutaten, die den Unterschied machen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Burrata-Pizza
1. Kann ich Burrata auch vor dem Backen auf die Pizza legen?
Technisch ja, aber es ist nicht empfehlenswert, wenn Sie die charakteristische Cremigkeit der Burrata bewahren möchten. Burrata würde schmelzen wie Mozzarella, und die Stracciatella-Füllung würde sich auflösen. Das einzigartige Geschmackserlebnis, das durch die Cremigkeit entsteht, ginge verloren. Wenn Sie sie dennoch vorher auflegen möchten, tun Sie dies erst in den letzten 5 Minuten der Backzeit, um den Schaden zu minimieren.
2. Woher bekomme ich gute Burrata?
Burrata ist mittlerweile in vielen gut sortierten Supermärkten, italienischen Feinkostläden oder auf Wochenmärkten erhältlich. Achten Sie auf frische Produkte, idealerweise aus Apulien, Italien, der Ursprungsregion der Burrata. Die Qualität des Käses ist entscheidend für den Geschmack.
3. Kann ich den Pizzateig auch länger gehen lassen?
Ja, absolut! Ein Pizzateig kann auch über Nacht im Kühlschrank gehen (ca. 12-24 Stunden). Die längere, kalte Fermentation entwickelt noch komplexere Aromen und eine bessere Textur. Nehmen Sie den Teig etwa 1-2 Stunden vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
4. Welche Tomatensoße ist die beste für Burrata-Pizza?
Eine einfache, hochwertige Tomatensauce ist ideal. Passierte San Marzano Tomaten sind oft die erste Wahl, da sie einen süß-säuerlichen, intensiven Geschmack haben. Vermeiden Sie zu viele Gewürze oder Kräuter in der Sauce, um die Burrata nicht zu überdecken. Ein Hauch von Knoblauch und frischem Basilikum reicht völlig aus.
5. Ist Burrata gesund?
Burrata ist ein Milchprodukt und enthält Kalzium und Proteine. Allerdings ist sie aufgrund des hohen Sahneanteils auch sehr fettreich und kalorienhaltig. Wie bei allen Genussmitteln gilt: In Maßen genießen.
6. Kann ich den Pizzateig einfrieren?
Ja, fertig gekneteter Pizzateig lässt sich gut einfrieren. Wickeln Sie die Teigkugeln fest in Frischhaltefolie und legen Sie sie in einen Gefrierbeutel. Im Gefrierschrank hält er sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen lassen Sie ihn über Nacht im Kühlschrank auftauen und dann bei Raumtemperatur gehen, bevor Sie ihn verarbeiten.
Fazit: Ein Hoch auf die Einfachheit und Qualität
Die Burrata-Pizza ist ein Paradebeispiel dafür, wie wenige, aber hochwertige Zutaten zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis führen können. Es ist die Harmonie zwischen dem knusprigen, aromatischen Teig, der frischen Tomatensauce und der unwiderstehlichen Cremigkeit der Burrata, die diese Pizza so besonders macht. Das Hinzufügen der Burrata nach dem Backen ist dabei der entscheidende Trick, um ihre einzigartige Textur und ihren Geschmack voll zur Geltung zu bringen. Probieren Sie dieses Rezept aus, experimentieren Sie mit den Belägen und entdecken Sie selbst, warum Burrata auf Pizza so unglaublich gut schmeckt. Es ist mehr als nur eine Mahlzeit; es ist eine Hommage an die italienische Küche und die Freude am einfachen, aber raffinierten Genuss.
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