12/03/2019
Wer liebt sie nicht, die knusprige, duftende Pizza, die direkt aus dem Ofen kommt? Der Gedanke, sie selbst zuzubereiten, mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken, doch mit den richtigen Techniken, den passenden Zutaten und ein wenig Geduld wird Ihr Zuhause im Handumdrehen zur Pizzeria. In diesem umfassenden Leitfaden lüften wir die Geheimnisse der perfekten Pizza – vom idealen Teig bis zum köstlichen Belag, und zeigen Ihnen zwei unwiderstehliche Varianten, die jeden Gaumen erfreuen werden.

Das Herzstück: Der perfekte Pizzateig
Der Teig ist das Fundament jeder großartigen Pizza. Seine Textur, sein Geschmack und seine Fähigkeit, knusprig zu werden, sind entscheidend für das Endergebnis. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen geschmeidigen und luftigen Teig zubereiten, der die Basis für unvergessliche Pizzamomente bildet.
Zutaten und die Kunst des Knetens
Für einen klassischen Pizzateig benötigen Sie nur wenige, aber hochwertige Zutaten: Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Die Qualität des Mehls spielt eine entscheidende Rolle für die Elastizität und die Struktur des Teiges. Wir empfehlen eine Mischung aus zwei Mehlsorten, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Wenn Sie möchten, können Sie auch eine Küchenmaschine verwenden, aber das Kneten von Hand ist ein Erlebnis für sich und ermöglicht es Ihnen, ein Gefühl für den Teig zu entwickeln.
Beginnen Sie, indem Sie die Mehle in einer großen Schüssel vermischen. Zerbröseln Sie die Hefe direkt ins Mehl und geben Sie einen Teil des lauwarmen Wassers (idealerweise 25°C) hinzu. Rühren Sie mit einem Holzlöffel, um die Zutaten zu verbinden. Nach und nach geben Sie das restliche Wasser hinzu. Wenn etwa die Hälfte des Wassers eingearbeitet ist, ist der perfekte Zeitpunkt, um das Salz hinzuzufügen. Das Salz sollte nicht direkt mit der Hefe in Kontakt kommen, da es die Hefe in ihrer Aktivität hemmen kann.
Kneten Sie den Teig weiter, bis er eine homogene Masse bildet. Übertragen Sie ihn dann auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und kneten Sie ihn mit den Händen weiter. Das Ziel ist ein glatter, geschmeidiger und elastischer Teig. Dies kann 10 bis 15 Minuten intensives Kneten erfordern. Eine gut geknetete Teigkugel ist der Schlüssel zu einer luftigen Kruste.
Gehzeiten und die Wichtigkeit der Temperatur
Geduld ist eine Tugend, besonders beim Pizzabacken. Nachdem Sie den Teig geknetet haben, lassen Sie ihn etwa zehn Minuten auf der Arbeitsfläche ruhen, abgedeckt mit der Schüssel. Diese kurze Ruhephase entspannt den Gluten im Teig und macht ihn leichter zu verarbeiten.
Danach folgt das Falten des Teiges. Stellen Sie sich vor, die Teigkugel ist in vier Teile geteilt. Nehmen Sie das Ende jedes Teiles, ziehen Sie es vorsichtig nach außen und falten Sie es zur Mitte hin. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit allen vier Seiten. Dies stärkt die Struktur des Teiges und hilft ihm, beim Backen schön aufzugehen. Formen Sie den Teig anschließend wieder zu einer Kugel.
Nun kommt die erste lange Gehphase. Legen Sie den Teig in eine leicht geölte Schüssel und decken Sie diese fest mit Frischhaltefolie ab. Für optimale Ergebnisse sollte der Teig an einem warmen Ort gehen, idealerweise bei einer Temperatur von 26-28°C. Ein ausgeschalteter Ofen mit eingeschaltetem Licht ist dafür perfekt geeignet. Die Gehzeit beträgt durchschnittlich 6 Stunden, oder bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat. Beachten Sie, dass die genaue Zeit von der Raumtemperatur und der Hefeaktivität abhängt.
Nach dieser ersten Gehzeit ist der Teig wunderbar aufgegangen und voller Luftblasen. Teilen Sie ihn vorsichtig mit einem Teigschaber in Portionen von etwa 265 g. Jede Portion reicht für eine mittelgroße Pizza. Wiederholen Sie den Faltvorgang für jede einzelne Teigkugel und formen Sie sie anschließend durch Rollen auf der Arbeitsfläche zu glatten Kugeln. Übertragen Sie die Teigkugeln in eine zuvor geölte Pizzabox oder auf ein Backblech, das mit Frischhaltefolie abgedeckt ist, und lassen Sie sie weitere 30 Minuten ruhen. Diese kurze zweite Gehphase entspannt den Teig erneut und macht ihn leichter formbar.
Die Basis: Tomatensauce und Mozzarella
Eine gute Pizza lebt von ihrer Einfachheit und der Qualität ihrer Grundzutaten. Neben dem Teig sind die Tomatensauce und der Mozzarella die wichtigsten Komponenten, die den Geschmack der Pizza maßgeblich prägen.
Die perfekte Tomatensauce zubereiten
Eine hervorragende Tomatensauce ist überraschend einfach zuzubereiten. Für eine klassische Basis können Sie stückige Tomaten aus der Dose verwenden. Zerdrücken Sie eine Knoblauchzehe und braten Sie sie kurz in etwas Olivenöl an. Geben Sie die Dosentomaten hinzu und lassen Sie die Sauce auf kleiner Flamme langsam reduzieren, bis sie leicht eindickt. Würzen Sie die Sauce mit Salz, Pfeffer und getrocknetem Oregano. Lassen Sie die Sauce vollständig erkalten, bevor Sie sie auf den Pizzateig geben. Eine kalte Sauce verhindert, dass der Teig vor dem Backen weich wird.
Für eine einfachere Variante können Sie auch passierte Tomaten mit etwas Salz und Olivenöl vermischen. Weniger ist oft mehr, um den natürlichen Geschmack der Tomaten hervorzuheben.
Mozzarella: Der schmelzende Genuss
Der Mozzarella ist nicht nur für seine Fäden ziehende Textur bekannt, sondern auch für seinen milden, cremigen Geschmack, der perfekt mit der Tomatensauce harmoniert. Verwenden Sie am besten frischen Mozzarella, den Sie gut abtropfen lassen oder in dünne Scheiben schneiden. Einige bevorzugen auch geriebenen Mozzarella, der gleichmäßiger schmilzt. Die Menge des Mozzarellas ist Geschmackssache, aber eine zu große Menge kann die Pizza wässrig machen.
Zwei unwiderstehliche Pizzavarianten im Detail
Nachdem wir die Grundlagen von Teig und Sauce gemeistert haben, tauchen wir ein in die Welt der Beläge mit zwei klassischen und doch einzigartigen Rezepten.

Pizza mit Salami und Oliven: Ein Geschmackserlebnis
Diese Variante ist eine unserer Lieblingskreationen, die durch ihre Kombination aus würziger Salami und salzigen Taggiasca-Oliven besticht. Der Trick liegt darin, die Salami und Oliven erst gegen Ende des Backvorgangs hinzuzufügen, um ihre Aromen zu bewahren und ein Austrocknen zu verhindern.
Zubereitung:
- Formen Sie eine Ihrer Teigkugeln auf einer mit reichlich Grieß bestreuten Fläche. Drücken Sie den Teig mit den Fingerspitzen von der Mitte aus und erweitern Sie ihn mit Drehbewegungen, bis Sie die gewünschte Größe erreicht haben. Der Grieß verhindert das Ankleben und sorgt für zusätzliche Knusprigkeit am Boden.
- Übertragen Sie den Teig vorsichtig auf eine Pizzaschaufel und bestreichen Sie ihn großzügig mit der vorbereiteten Tomatensauce.
- Schieben Sie die Pizza in den vorgeheizten Ofen (Details zum Backvorgang folgen im nächsten Abschnitt) und lassen Sie sie etwa 6 Minuten backen.
- Nehmen Sie die Pizza kurz aus dem Ofen, verteilen Sie ein Drittel des Mozzarellas darauf und backen Sie sie weitere 6 Minuten.
- Währenddessen schneiden Sie die Salami in Scheiben und vierteln jede Scheibe.
- Sobald der Mozzarella geschmolzen ist und der Pizzarand goldbraun ist, nehmen Sie die Pizza aus dem Ofen. Belegen Sie sie sofort mit den Salamistücken und den Taggiasca-Oliven. Die Restwärme der Pizza reicht aus, um die Aromen der Salami und Oliven freizusetzen, ohne sie zu verbrennen.
Pizza Napoli: Klassisch und würzig
Die Pizza Napoli, oft fälschlicherweise mit der Pizza Margherita verwechselt, zeichnet sich durch ihre herzhaften Beläge aus Sardellen, Oliven und oft auch Kapern aus. Sie bietet ein intensives Geschmackserlebnis für Liebhaber salziger Noten.
Zutaten (für 2 Pizzen):
- 250 g Weizenmehl (Type 405)
- 150 ml Wasser
- 2 EL Olivenöl
- 7 g Trockenhefe
- 1 TL Salz
- 400 g stückige Tomaten aus der Dose
- 1 Knoblauchzehe
- 150 g Mozzarella
- ½ TL getrockneter Oregano
- 6 Sardellenfilets
- 10 schwarze Oliven
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Vermischen Sie Mehl, Trockenhefe und Salz gründlich. Gießen Sie lauwarmes Wasser hinzu und kneten Sie den Teig mit einer Küchenmaschine für etwa 8 Minuten. Geben Sie dann das Olivenöl hinzu und kneten Sie weitere 3-4 Minuten.
- Lassen Sie den Teig für mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Für ein noch besseres Aroma können Sie den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
- Während der Teig geht, bereiten Sie die Tomatensauce vor: Zerdrücken Sie die Knoblauchzehe und braten Sie sie kurz in Olivenöl an. Geben Sie die Dosentomaten hinzu und lassen Sie die Sauce auf kleiner Stufe langsam reduzieren, bis sie leicht am Boden der Pfanne kleben bleibt. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und getrocknetem Oregano und lassen Sie die Sauce vollständig erkalten.
- Kneten Sie den aufgegangenen Teig noch einmal kräftig durch und teilen Sie ihn in zwei gleich große Stücke. Rollen Sie jedes Stück gleichmäßig aus und bestreichen Sie es mit der abgekühlten Tomatensauce.
- Belegen Sie die Pizza nacheinander mit dünnen Mozzarella-Scheiben, den Sardellenfilets und den schwarzen Oliven.
- Optional können Sie die belegte Pizza noch 10 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen, bevor Sie sie in den Ofen schieben.
Der Backvorgang: Hitze ist der Schlüssel
Die richtige Backtemperatur und -methode sind entscheidend für eine knusprige und perfekt gegarte Pizza. Ein heißer Ofen und ein Pizzastein sind Ihre besten Freunde.
Der Pizzastein: Ein Muss für Knusprigkeit
Ein Pizzastein ist eine Investition, die sich auszahlt. Er speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig an den Pizzaboden ab, was zu einer unglaublich knusprigen Kruste führt, die der einer professionellen Pizzeria ähnelt. Legen Sie den Pizzastein in den Ofen, am besten auf die oberste Schiene, und heizen Sie den Ofen zusammen mit dem Stein auf die höchste Temperatur vor, die Ihr Ofen erreichen kann (mindestens 250°C, idealerweise mehr). Eine statische Ofenfunktion ist hierbei oft die beste Wahl.
Ofentemperatur und Backzeiten
Die Backzeit hängt stark von der Temperatur Ihres Ofens und der Dicke des Teiges ab. Für die Pizza mit Salami und Oliven empfehlen wir eine Temperatur von 250°C im statischen Modus. Die Pizza wird in zwei Phasen gebacken: zuerst etwa 6 Minuten nur mit Sauce, dann weitere 6 Minuten mit Mozzarella. Die Salami und Oliven werden erst nach dem Backen hinzugefügt.
Für die Pizza Napoli, die auf der höchsten Temperatur gebacken wird (Ober- und Unterhitze), ist die Backzeit kürzer und hängt davon ab, wann die Ränder und der Käse leicht gebräunt sind. Dies kann nur wenige Minuten dauern.
Ein heißer Ofen sorgt nicht nur für eine schnelle Garzeit, sondern auch dafür, dass der Teig schnell aufgeht und die Feuchtigkeit im Inneren des Belags eingeschlossen bleibt, während die Kruste perfekt knusprig wird.
Vergleichstabelle: Pizza Salami & Oliven vs. Pizza Napoli
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern oder zum Experimentieren anzuregen, hier eine Übersicht der beiden vorgestellten Pizzavarianten:
| Merkmal | Pizza Salami & Oliven | Pizza Napoli |
|---|---|---|
| Teigzubereitung | Detailliert, Handkneten oder Küchenmaschine, 3 Gehphasen (10 Min. Ruhe, 6 Std. gehen, 30 Min. gehen) | Einfacher, Küchenmaschine, 1 oder 2 Gehphasen (1 Std. oder über Nacht) |
| Hauptbelag | Salami, Taggiasca-Oliven, Mozzarella, Tomatensauce | Sardellen, schwarze Oliven, Kapern (optional), Mozzarella, Tomatensauce |
| Backtemperatur | 250°C statisch, Pizzastein empfohlen | Höchste Temperatur (Ober-/Unterhitze), Pizzastein empfohlen |
| Backzeit | Ca. 12 Minuten (6 Min. Sauce, 6 Min. mit Mozzarella) | Bis Ränder und Käse leicht gebräunt sind (variiert stark) |
| Besonderheit | Salami und Oliven erst am Ende des Backens hinzufügen für maximales Aroma | Sardellen und Oliven werden von Anfang an mitgebacken |
| Empfohlenes Mehl | Mischung aus zwei Mehlsorten (nicht näher spezifiziert) | Weizenmehl Type 405 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Beim Pizzabacken treten oft ähnliche Fragen auf. Hier sind Antworten auf die gängigsten:
Warum ist mein Pizzateig nicht aufgegangen?
Dafür kann es mehrere Gründe geben: Die Hefe war möglicherweise alt oder inaktiv, das Wasser war zu heiß (tötet die Hefe) oder zu kalt (verzögert die Aktivität), oder die Raumtemperatur während des Gehens war nicht warm genug. Achten Sie auf frische Hefe und die ideale Wassertemperatur von etwa 25°C.
Welches Mehl eignet sich am besten für Pizza?
Für traditionelle neapolitanische Pizza wird oft italienisches Tipo 00 Mehl verwendet, das einen hohen Proteingehalt für Elastizität hat. Aber auch Weizenmehl Type 405 oder eine Mischung mit etwas Dinkelmehl kann hervorragende Ergebnisse liefern. Experimentieren Sie, um Ihre persönliche Vorliebe zu finden.
Kann ich den Teig im Voraus zubereiten?
Ja, absolut! Viele professionelle Pizzabäcker lassen ihren Teig über Nacht oder sogar länger im Kühlschrank gehen. Eine lange, kalte Gärung entwickelt komplexere Aromen im Teig. Nehmen Sie den Teig einfach 1-2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
Wie bekomme ich einen knusprigen Pizzaboden?
Der Schlüssel zu einem knusprigen Boden liegt in hoher Hitze und einem schnellen Backprozess. Ein vorgeheizter Pizzastein ist unerlässlich, da er dem Teig sofortige Hitze von unten zuführt. Achten Sie auch darauf, den Teig nicht zu dick auszurollen und den Belag nicht zu überladen, da zu viel Feuchtigkeit den Boden matschig machen kann.
Wann gebe ich den Belag auf die Pizza?
Die Tomatensauce und der Mozzarella kommen in der Regel vor dem Backen auf den Teig. Bei einigen Belägen, wie frischem Basilikum, Rucola oder empfindlichen Wurstwaren (wie unserer Salami-Pizza), ist es jedoch besser, sie erst nach dem Backen hinzuzufügen. Die Restwärme der Pizza reicht aus, um die Aromen zu entfalten, ohne sie zu verkochen oder zu verbrennen.
Mit diesen detaillierten Anleitungen und wertvollen Tipps steht Ihrer perfekten hausgemachten Pizza nichts mehr im Wege. Experimentieren Sie mit Belägen, perfektionieren Sie Ihren Teig und genießen Sie den unvergleichlichen Geschmack einer selbstgebackenen Pizza. Buon appetito!
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