Welche Nudeln sind gesünder als Pizza?

Pizza oder Pasta: Was ist wirklich gesünder?

08/11/2018

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Sonntagabend, nach einem langen Wochenende oder einem ausgelassenen Samstag: Der Magen knurrt, die Couch ruft und die Motivation, selbst am Herd zu stehen, ist oft gleich null. Da landen wir schnell bei der altbekannten Frage: Pizza oder Pasta? Für viele ist das eine reine Bauchentscheidung, die oft auf Bequemlichkeit oder schlichte Lust basiert. Manchmal ist es auch der verkaterten Seele geschuldet, die nach herzhaftem Komfortfood verlangt. Doch jenseits des einfachen Genusses oder der schnellen Verfügbarkeit stellt sich oft die Frage nach dem „Gesünder“. Ist Pasta grundsätzlich die bessere Wahl, weil sie vermeintlich leichter ist, oder kann auch eine Pizza eine ausgewogene Mahlzeit sein? Die landläufige Meinung tendiert oft dazu, Pizza als den ungesunden Sündenbock abzustempeln, während Pasta mit Tomatensauce als harmlose Alternative gilt. Aber ist das wirklich so einfach? Tauchen wir ein in die Welt dieser beiden italienischen Klassiker und beleuchten wir, welche Faktoren wirklich entscheidend sind, wenn es um die Gesundheit geht.

Welche Nudeln sind gesünder als Pizza?
Die Nudeln die da in der Sahnesauce schwimmen und mit Käse überbacken wurden sind definitiv gesünder als die Pizza Ich unterschreibe bei Sanja. Ne tomatige Soße, da würde ich noch zustimmen. Bei Tortellini alla Panna oder Lasagne weiß ich aber wirklich nicht, was da schlimmer ist
Inhaltsverzeichnis

Der Mythos vom "ungesunden" Fast Food: Pizza unter der Lupe

Pizza hat oft den Ruf, ein Kalorienbomber und ein ungesundes Fast Food zu sein. Doch dieser Ruf ist oft zu pauschal. Die Wahrheit ist, dass die gesundheitlichen Auswirkungen einer Pizza stark von ihren Zutatenwahl und ihrer Zubereitung abhängen. Eine klassische Margherita mit dünnem Boden, etwas Tomatensauce und Mozzarella ist ernährungsphysiologisch etwas ganz anderes als eine amerikanische Deep-Dish-Pizza mit doppelt Käse, Salami, Speck und extra Öl.

Der Pizzaboden: Die Basis macht den Unterschied

Der Hauptbestandteil einer Pizza ist der Teig. Traditionell wird er aus weißem Weizenmehl hergestellt. Dieses Mehl enthält viele schnell verfügbare Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen und nur wenige Ballaststoffe. Wer eine gesündere Alternative sucht, sollte auf Vollkornteig setzen. Vollkornmehl enthält deutlich mehr Ballaststoffe, die nicht nur länger sättigen, sondern auch gut für die Verdauung sind und den Blutzuckerspiegel stabiler halten. Auch Dinkel- oder Roggenteige können eine gute Option sein.

Belag und Käse: Hier verstecken sich die Kalorien und Fette

Der Belag ist der Bereich, in dem eine Pizza entweder zum ernährungsphysiologischen Goldstück oder zur Kalorienfalle wird. Während frisches Gemüse wie Paprika, Zwiebeln, Pilze, Spinat oder Brokkoli wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe liefert, sind fettreiche Wurstwaren wie Salami, Schinken oder Peperoni oft reich an gesättigten Fetten und Salz. Auch der Käse spielt eine große Rolle. Eine große Menge an fettreichem Mozzarella oder anderen Käsesorten kann den Kalorien- und Fettgehalt erheblich in die Höhe treiben. Eine moderat belegte Pizza mit viel Gemüse und einer normalen Menge Käse ist hier die bessere Wahl.

Die Sauce: Oft unterschätzt

Die Tomatensauce auf der Pizza ist in der Regel eine gute Quelle für Lycopin, ein Antioxidans. Allerdings können fertige Saucen viel Zucker und Salz enthalten. Am besten ist eine selbstgemachte Sauce aus frischen Tomaten, Kräutern und etwas Olivenöl.

Pasta: Vom gesunden Sattmacher zur heimlichen Kalorienbombe

Pasta genießt oft einen besseren Ruf als Pizza, wenn es um die Gesundheit geht. Und tatsächlich kann ein Teller Nudeln eine hervorragende Energiequelle und Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Doch wie bei der Pizza kommt es auch hier stark auf die Art der Nudeln und vor allem auf die Sauce und die Beilagen an.

Die Nudelsorte: Nicht alle Nudeln sind gleich

Auch bei Nudeln gibt es enorme Unterschiede. Herkömmliche Nudeln aus weißem Hartweizengrieß liefern, ähnlich wie weißes Brot, primär Kohlenhydrate. Sie sind eine schnelle Energiequelle, aber arm an Ballaststoffen. Deutlich gesünder sind Vollkornnudeln, die aus dem ganzen Korn gemahlen werden und daher reich an Ballaststoffen, Vitaminen (insbesondere B-Vitamine) und Mineralstoffen sind. Sie sorgen für eine langsamere Aufnahme der Kohlenhydrate und ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. In den letzten Jahren sind auch Nudeln aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen oder Erbsen sehr populär geworden. Diese sind nicht nur glutenfrei, sondern auch reich an pflanzlichem Protein und Ballaststoffen, was sie zu einer ausgezeichneten Wahl für eine proteinreichere Mahlzeit macht.

Die Sauce: Der größte Einflussfaktor auf die Kalorienbilanz

Die Sauce ist der entscheidende Faktor, der einen Teller Pasta von einer leichten Mahlzeit in eine üppige Kalorienbombe verwandeln kann. Eine einfache Tomatensauce mit frischen Kräutern und etwas Gemüse ist relativ kalorienarm und reich an Vitaminen. Anders sieht es bei Saucen wie Pesto aus, das zwar gesunde Fette aus Olivenöl und Nüssen enthält, aber in großen Mengen sehr kalorienreich sein kann. Noch kritischer sind cremige Saucen auf Sahnebasis (z.B. Carbonara, Alfredo-Sauce) oder Käsesaucen, die oft sehr viel Fett und gesättigte Fettsäuren enthalten. Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr, und pflanzliche Alternativen wie Gemüsebrühe-basierte Saucen sind zu bevorzugen.

Beilagen und Käse: Die kleinen Extras

Ähnlich wie bei der Pizza können auch bei Pasta zusätzliche Beilagen den Nährwert beeinflussen. Viel geriebener Käse (Parmesan, Pecorino) erhöht den Salz- und Fettgehalt. Das Hinzufügen von magerem Protein wie Hähnchenbrust, Garnelen oder Linsen kann die Sättigung verbessern und die Mahlzeit ausgewogener machen. Auch hier gilt: Frisches Gemüse als Beilage oder in der Sauce ist immer eine gute Idee.

Das Urteil: Es kommt auf die Zubereitung und die Portionsgröße an!

Die Frage, ob Pizza oder Pasta gesünder ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt keine einfache „Ja“ oder „Nein“-Antwort, denn die Portionsgröße und die Art der Zubereitung sind entscheidend. Eine gut gewählte und zubereitete Pizza kann ernährungsphysiologisch besser sein als ein schlecht gewähltes Pasta-Gericht und umgekehrt. Das ist die Kernessenz der Ausgewogenheit in der Ernährung.

Stellen Sie sich vor: Eine kleine Pizza mit dünnem Vollkornboden, reichlich frischem Gemüse, magerem Hähnchen und wenig Käse kann eine ausgewogene Mahlzeit sein. Im Gegensatz dazu könnte eine große Portion weißer Pasta mit einer fettreichen Sahnesauce, viel Speck und Käse eine deutlich höhere Kaloriendichte und einen ungünstigeren Nährwert aufweisen.

Umgekehrt kann eine kleine Portion Vollkornpasta mit einer leichten Tomaten-Gemüse-Sauce und etwas magerem Protein eine hervorragende, nährstoffreiche Mahlzeit darstellen, während eine fetttriefende Tiefkühlpizza mit viel Salami und Käse kaum ernährungsphysiologische Vorteile bietet.

Tipps für gesündere Pizza-Genuss

  • Wählen Sie den Boden bewusst: Bevorzugen Sie dünne Böden oder noch besser: Vollkornböden.
  • Belag clever wählen: Setzen Sie auf viel Gemüse, mageres Fleisch (Hähnchen, Putenbrust) oder Fisch. Sparsam sein bei Salami, Schinken und anderen fettreichen Wurstwaren.
  • Käse in Maßen: Eine normale Menge Käse reicht völlig aus. Probieren Sie auch fettreduzierte Käsesorten.
  • Öl reduzieren: Wenn Sie Pizza selbst zubereiten, sparsam mit Öl umgehen. Bei Bestellpizza können Sie überschüssiges Öl oft mit einem Küchentuch abtupfen.
  • Portionen kontrollieren: Eine ganze Familienpizza für eine Person ist selten eine gute Idee. Teilen Sie oder frieren Sie Reste ein.
  • Selbst machen: Die beste Kontrolle über die Zutaten haben Sie, wenn Sie Ihre Pizza selbst backen.

Tipps für gesünderen Pasta-Genuss

  • Vollkorn oder Hülsenfrüchte: Greifen Sie zu Vollkornnudeln oder Nudeln aus Hülsenfrüchten für mehr Ballaststoffe und Protein.
  • Saucen leicht halten: Bevorzugen Sie Saucen auf Tomatenbasis, Gemüsesaucen oder leichte Pestos (in Maßen). Vermeiden Sie fettreiche Sahne- oder Käsesaucen.
  • Gemüse hinzufügen: Integrieren Sie so viel frisches Gemüse wie möglich in Ihre Sauce oder als Beilage.
  • Mageres Protein ergänzen: Fügen Sie Hähnchen, Tofu, Linsen oder Kichererbsen hinzu, um die Mahlzeit sättigender und proteinreicher zu machen.
  • Portionen im Blick behalten: Nudeln sind leicht über die Stränge zu schlagen. Eine Faustregel für eine normale Portion sind etwa 60-80g trockene Nudeln pro Person.
  • Al Dente kochen: Nudeln, die "al dente" gekocht sind, haben einen niedrigeren glykämischen Index als weichgekochte Nudeln, da die Kohlenhydrate langsamer freigesetzt werden.

Der Vergleich im Überblick: Pizza vs. Pasta (typische Zubereitungen pro 100g)

Um Ihnen eine bessere Vorstellung zu geben, wie sich verschiedene Zubereitungsarten auf die Nährwerte auswirken können, haben wir eine kleine Vergleichstabelle erstellt. Bitte beachten Sie, dass dies Durchschnittswerte sind und je nach genauer Rezeptur und Menge der Zutaten variieren können.

Merkmal (pro 100g)Pizza Salami (typisch)Pizza Margherita (Vollkorn, wenig Käse)Spaghetti Carbonara (klassisch)Vollkornpasta mit Tomaten-Gemüse-Soße
Kalorienca. 250-300 kcalca. 180-220 kcalca. 250-350 kcalca. 120-180 kcal
KohlenhydrateHochHochHochHoch (komplex)
ProteineHochModeratHochModerat-Hoch
FetteHochModeratSehr HochNiedrig-Moderat
BallaststoffeNiedrigHochNiedrigHoch
SalzHochModeratHochModerat
Vitamine/MineralienAbhängig v. BelagHochAbhängig v. SoßeHoch

Häufig gestellte Fragen zu Pizza und Pasta

1. Ist Tiefkühlpizza ungesund?

Tiefkühlpizza kann eine schnelle Mahlzeit sein, ist aber oft reich an Salz, gesättigten Fetten und Zusatzstoffen. Viele Sorten enthalten auch viel Zucker im Teig oder in der Sauce. Es gibt jedoch mittlerweile auch gesündere Varianten mit Vollkornboden, viel Gemüse und weniger Zusatzstoffen. Achten Sie hier auf die Nährwertangaben und die Zutatenliste. Sie sind in der Regel immer noch eine bessere Option als viele Fast-Food-Burger, aber nicht so nährstoffreich wie eine selbstgemachte, frisch zubereitete Pizza.

2. Kann ich Pasta essen, wenn ich abnehmen möchte?

Ja, absolut! Pasta kann Teil einer ausgewogenen Diät zum Abnehmen sein. Der Schlüssel liegt in der Portionsgröße und der Zubereitung. Wählen Sie Vollkornnudeln für mehr Sättigung und Ballaststoffe. Kombinieren Sie sie mit magerem Protein (z.B. Hähnchen, Fisch, Linsen) und viel Gemüse in einer leichten, tomatenbasierten Sauce. Vermeiden Sie fettreiche Saucen und übermäßige Käsemengen. Kohlenhydrate sind wichtig für Energie, auch beim Abnehmen – es kommt auf die Art und Menge an.

3. Welche Sauce ist die gesündeste für Pasta?

Die gesündesten Saucen für Pasta sind in der Regel solche auf Tomatenbasis mit viel frischem Gemüse. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien und meist kalorienarm. Auch ein leichtes Aglio e Olio (Knoblauch und Olivenöl) mit frischen Kräutern kann eine gute Wahl sein, solange das Olivenöl in Maßen verwendet wird. Saucen auf Pesto-Basis sind ebenfalls gesund (gute Fette), aber kalorienreicher und sollten daher in kleineren Mengen genossen werden. Vermeiden Sie Sahne- oder Käsesaucen, wenn Sie auf Kalorien oder gesättigte Fette achten möchten.

4. Gibt es gesunde Pizzen zum Bestellen?

Ja, auch wenn es manchmal schwierig ist, sie zu finden. Suchen Sie nach Pizzerien, die Vollkornböden anbieten oder die Möglichkeit bieten, den Belag anzupassen. Wählen Sie Pizzen mit viel Gemüse und magerem Belag wie Hähnchenbrust oder Meeresfrüchten. Bitten Sie darum, weniger Käse zu verwenden oder auf extra Käse zu verzichten. Eine Pizza Margherita oder eine Pizza Vegetaria mit dünnem Boden sind oft die besten Optionen. Manchmal bieten Pizzerien auch Salate an, die eine gute Ergänzung zur Pizza sein können.

5. Wie beeinflusst die Zubereitung die Gesundheit?

Die Zubereitung hat einen enormen Einfluss auf den Nährwert beider Gerichte. Bei Pizza ist es der Teig (Vollkorn vs. Weißmehl), die Menge und Art des Käses und des Belags (Gemüse vs. fettreiche Wurst). Bei Pasta sind es die Nudelsorte (Vollkorn vs. Weißmehl, Hülsenfrüchte) und vor allem die Sauce (leicht und gemüsebasiert vs. cremig und fettreich). Auch die Kochmethode spielt eine Rolle: Frische Zutaten, schonendes Garen von Gemüse und die Vermeidung von zu viel Öl oder Butter machen einen großen Unterschied. Selbst ein Gericht, das als "ungesund" gilt, kann durch bewusste Zubereitung und Portionskontrolle zu einer akzeptablen Option werden.

Fazit: Genuss mit Köpfchen

Am Ende des Tages ist es nicht die Frage, ob Pizza oder Pasta per se gesünder ist, sondern wie wir sie in unsere Ernährung integrieren. Beide Gerichte können, richtig zubereitet und in Maßen genossen, Teil einer ausgewogenen und genussvollen Ernährung sein. Die Wahl liegt bei Ihnen und Ihrer bewussten Entscheidung für die Zutaten und die Zubereitungsart. Ob Sie nun nach einer langen Nacht etwas für die Seele brauchen oder einfach Lust auf italienische Klassiker haben: Mit ein paar einfachen Kniffen können Sie beide Optionen so gestalten, dass sie nicht nur lecker, sondern auch gut für Ihren Körper sind. Es geht darum, das Beste aus beiden Welten zu vereinen – den unvergleichlichen Geschmack und die Vorteile einer gesunden, ausgewogenen Mahlzeit. Guten Appetit!

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