Wie geht es weiter mit dem Schilling-Abendessen?

Die Welt der Pizza: Ein zeitloser Genuss

13/01/2019

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Es gibt wohl kaum ein Gericht, das weltweit so geliebt und gefeiert wird wie die Pizza. Sie ist mehr als nur ein schnelles Essen; sie ist ein kulturelles Phänomen, ein Symbol für Geselligkeit und ein Beweis dafür, wie einfache Zutaten zu einem kulinarischen Meisterwerk verschmelzen können. Von den belebten Straßen Neapels bis in die entlegensten Winkel der Welt hat die Pizza die Herzen und Gaumen von Milliarden Menschen erobert. Ihre Vielseitigkeit ist unübertroffen, ihre Geschichte reich und ihre Zubereitung eine Kunstform. Doch was macht die Pizza so unwiderstehlich? Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Geschichte, die Geheimnisse des Teigs und die unendlichen Variationen dieses globalen Klassikers.

Wie viel kostet ein Schilling heute?
Vergleicht man die jetzigen Preise, so fällt auf, dass vieles, was damals 2 oder 3 Schilling kostete, heute 2 oder 3 Euro ausmacht. Auch die Löhne liegen heute im Durchschnitt in der Höhe der damaligen Schilling-Entlohnung. Der ORF Kärnten brachte jetzt in einem Fernsehbeitrag diesen interessanten Preisvergleich.
Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge der Pizza: Eine Reise nach Neapel

Die Geschichte der Pizza ist eng mit der Stadt Neapel in Süditalien verbunden. Obwohl flache Brote mit Belag bereits in der Antike bekannt waren – die Griechen und Ägypter hatten ähnliche Gerichte – entwickelte sich die moderne Pizza, wie wir sie heute kennen, im 18. und 19. Jahrhundert in Neapel. Ursprünglich war sie eine einfache Speise für die ärmere Bevölkerung, belegt mit dem, was gerade verfügbar war: Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Kräuter. Sie wurde auf der Straße verkauft und diente als schnelle, nahrhafte Mahlzeit.

Von der Arme-Leute-Speise zum königlichen Gericht

Der Wendepunkt kam im Jahr 1889, als König Umberto I. und Königin Margherita von Savoyen Neapel besuchten. Berichten zufolge war die Königin der traditionellen französischen Küche überdrüssig und bat den berühmten Pizzabäcker Raffaele Esposito, ihr verschiedene Pizzen zuzubereiten. Eine der Pizzen, die Esposito kreierte, war mit Tomaten (rot), Mozzarella (weiß) und Basilikum (grün) belegt – den Farben der italienischen Flagge. Diese Pizza gefiel der Königin so gut, dass Esposito sie ihr zu Ehren „Pizza Margherita“ nannte. Von diesem Moment an stieg die Pizza von einer einfachen Straßenspeise zu einem Gericht auf, das auch in höheren Gesellschaftsschichten Anklang fand.

Die Kunst des Teigs: Das Herzstück jeder Pizza

Ohne den richtigen Teig ist eine Pizza einfach kein echtes Geschmackserlebnis. Der Teig ist die Leinwand, auf der alle anderen Zutaten ihre Farben entfalten können. Die Basis eines guten Pizzateigs besteht aus nur vier einfachen Zutaten: Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Doch das Verhältnis dieser Zutaten, die Qualität des Mehls und vor allem die Fermentationszeit sind entscheidend für das Ergebnis.

Mehltypen und ihre Bedeutung

Für eine authentische italienische Pizza wird oft „Tipo 00“-Mehl verwendet. Dieses Mehl ist sehr fein gemahlen und hat einen spezifischen Proteingehalt, der für die Elastizität und die Struktur des Teigs wichtig ist. Es ermöglicht eine hohe Hydration (mehr Wasser im Verhältnis zum Mehl), was zu einem luftigen, leicht verdaulichen Teig führt. Alternativ können auch andere Weizenmehle mit hohem Proteingehalt (ca. 12-14%) verwendet werden, um eine gute Glutenentwicklung zu gewährleisten. Eine lange, kalte Fermentation (12-48 Stunden im Kühlschrank) ist der Schlüssel zu einem aromatischen und bekömmlichen Teig, da die Hefe Zeit hat, die Zucker im Mehl abzubauen und komplexe Aromen zu entwickeln.

Die Vielfalt der Pizza: Mehr als nur rund

Obwohl die Pizza Margherita das bekannteste Beispiel ist, hat sich die Pizza im Laufe der Zeit in unzähligen Variationen entwickelt, jede mit ihren eigenen Besonderheiten und regionalen Traditionen. Die bekanntesten Stile sind die Neapolitanische Pizza, die Römische Pizza und die amerikanischen Adaptionen.

Wie viel Euro kostete damals ein Schilling?
Vergleicht man die heutigen Preise im Handel oder im Wirtshaus mit jenen von vor 50 Jahren, fällt auf, dass vieles, was damals zwei oder drei Schilling kostete, heute zwei oder drei Euro kostet. Auch die Löhne liegen heute im Schnitt in der Höhe der damaligen Schilling-Entlohnung.

Ein Vergleich der Pizzastile

StilMerkmaleKrusteBelag
Neapolitanisch (Pizza Napoletana)Weich, luftig, elastisch, leicht verkohlt am Rand (Cornicione), innen feucht. Von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.Hoher, soufflierter Rand (Cornicione), sehr dünner Boden in der Mitte.Minimalistisch: San Marzano Tomaten, Mozzarella di Bufala oder Fior di Latte, Basilikum, Olivenöl. Wenige, aber hochwertige Zutaten.
Römisch (Pizza Romana)Knusprig, dünn und flach. Oft als „Scrocchiarella“ (knusprig) bezeichnet.Gleichmäßig dünn und knusprig, kein hoher Rand. Oft mit Olivenöl im Teig für zusätzliche Knusprigkeit.Vielfältiger und oft reichhaltiger als die neapolitanische, da die dünne Basis mehr Belag verträgt.
New York Style PizzaGroß (oft über 45 cm Durchmesser), faltbar, zäh und leicht ölig. Oft in Dreiecken verkauft, die man zusammenklappt.Mittelstark, knusprig am Rand, aber flexibel genug zum Falten.Klassisch mit Tomatensauce und viel fettreichem Mozzarella, oft mit Peperoni.
Chicago Deep Dish PizzaKuchenähnlich, sehr hoher Rand, der wie eine Form dient. Eher eine Auflauf-Pizza.Dick, buttrig und oft mit Maismehl für eine sandige Textur.Viel Käse (oft unten), dann Fleisch oder Gemüse, und die Tomatensauce obenauf, um den Käse vor dem Verbrennen zu schützen.
Pinsa RomanaOval, leicht, knusprig außen und weich innen. Teig aus Weizen-, Soja- und Reismehl, sehr hohe Hydration.Sehr luftig und leicht verdaulich durch lange Gärung und spezielle Mehlmischung.Häufig mit frischen, leichten Belägen nach dem Backen, aber auch klassische Beläge sind möglich.

Die Zutaten: Qualität macht den Unterschied

Die Auswahl der Zutaten ist entscheidend für den Geschmack einer Pizza. Eine gute Pizza lebt von der Qualität ihrer Komponenten. Es geht nicht darum, möglichst viele Beläge auf eine Pizza zu packen, sondern die richtigen auszuwählen und ihre Aromen harmonisch zu kombinieren.

Tomatensauce: Die Basis des Geschmacks

Für die Sauce verwenden traditionelle Pizzabäcker oft San Marzano Tomaten aus der Region Kampanien. Diese länglichen, fleischigen Tomaten haben einen ausgewogenen Süße-Säure-Gehalt und wenig Kerne. Eine gute Tomatensauce für Pizza ist minimalistisch: zerkleinerte San Marzano Tomaten, etwas Salz, vielleicht ein Hauch Basilikum oder Oregano, und gutes Olivenöl. Sie wird nicht gekocht, sondern direkt roh auf den Teig gegeben, damit sie beim Backen ihre volle Frische entfaltet.

Mozzarella: König des Pizzakäses

Der Mozzarella ist der unangefochtene König unter den Pizzakäsen. Traditionell wird Fior di Latte (Kuhmilch-Mozzarella) oder der edlere Mozzarella di Bufala (Büffelmilch-Mozzarella) verwendet. Wichtig ist, dass der Mozzarella nicht zu viel Feuchtigkeit enthält, da er sonst den Teig durchnässen würde. Er sollte vor dem Belegen gut abgetropft und eventuell sogar leicht getrocknet werden. Sein milder, cremiger Geschmack und seine einzigartige Schmelzeigenschaften machen ihn unverzichtbar.

Neben Tomaten und Mozzarella sind Olivenöl (extra vergine), frischer Basilikum und manchmal Oregano die einzigen weiteren Zutaten für eine klassische Margherita. Weniger ist hier oft mehr, um die reinen Aromen der Hauptzutaten zur Geltung zu bringen. Bei anderen Pizzen kommen dann Salami, Prosciutto, Pilze, Gemüse, Sardellen oder Kapern hinzu, immer mit dem Ziel, eine ausgewogene Geschmackskomposition zu schaffen.

Der perfekte Ofen: Hitze ist entscheidend

Das Geheimnis einer wirklich guten Pizza liegt nicht nur im Teig und den Zutaten, sondern auch in der Hitze. Eine authentische neapolitanische Pizza wird in einem holzbefeuerten Ofen bei Temperaturen von 450-500°C gebacken. Bei dieser extremen Hitze ist die Pizza in nur 60-90 Sekunden fertig. Die hohe Temperatur sorgt dafür, dass der Teig sofort aufgeht, die Kruste außen knusprig wird und innen weich und luftig bleibt, während der Belag perfekt schmilzt und gart, ohne auszutrocknen.

Wie viel kostet ein Schilling heute?
Vergleicht man die jetzigen Preise, so fällt auf, dass vieles, was damals 2 oder 3 Schilling kostete, heute 2 oder 3 Euro ausmacht. Auch die Löhne liegen heute im Durchschnitt in der Höhe der damaligen Schilling-Entlohnung. Der ORF Kärnten brachte jetzt in einem Fernsehbeitrag diesen interessanten Preisvergleich.

Für Hobbybäcker zu Hause ist es schwierig, solche Temperaturen zu erreichen. Ein Pizzastein oder ein Pizzastahl im heimischen Backofen kann jedoch helfen, die Hitze besser zu speichern und an den Teig abzugeben, was zu einem knusprigeren Boden führt. Manche investieren auch in spezielle Pizzaöfen für den Außenbereich, die näher an die professionellen Bedingungen herankommen.

Pizza selbst backen: Tipps für Zuhause

Wer die Kunst des Pizzabackens zu Hause meistern möchte, sollte sich auf ein paar Kernprinzipien konzentrieren. Beginnen Sie mit einem guten Teigrezept und nehmen Sie sich Zeit für die Fermentation. Nutzen Sie ein Mehl mit hohem Proteingehalt und experimentieren Sie mit der Hydration. Beim Ausrollen des Teigs sollte man möglichst wenig Mehl verwenden und ihn vorsichtig von Hand dehnen, anstatt ihn mit einem Nudelholz plattzuwalzen, um die Luftblasen im Teig nicht zu zerstören. Belegen Sie die Pizza nicht zu üppig, damit sie gleichmäßig gart und der Boden knusprig bleibt. Heizen Sie Ihren Ofen mit Pizzastein oder -stahl auf die höchstmögliche Temperatur vor und schieben Sie die Pizza direkt auf die heiße Oberfläche.

Pizza weltweit: Globale Adaptionen

Obwohl die Pizza ihren Ursprung in Italien hat, hat sie sich in jedem Land, das sie erobert hat, angepasst und weiterentwickelt. In den USA gibt es neben dem New York Style und Chicago Deep Dish auch die California-Style Pizza mit ungewöhnlichen Belägen wie BBQ-Huhn. In Brasilien ist Pizza ein beliebtes Gericht, oft mit viel Käse und Belägen wie Hühnchen mit Catupiry-Käse oder Schokoladenpizza als Dessert. In Japan gibt es Pizzen mit Meeresfrüchten, Mayonnaise und Teriyaki-Sauce. Diese globalen Adaptionen zeigen die unglaubliche Anpassungsfähigkeit und Beliebtheit der Pizza.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizza

Ist Pizza gesund?
Wie gesund Pizza ist, hängt stark von den Zutaten und der Portionsgröße ab. Eine Pizza mit frischem Gemüse, magerem Eiweiß und einem dünnen Vollkornteig kann eine ausgewogene Mahlzeit sein. Eine fettreiche Pizza mit viel Käse und verarbeitetem Fleisch in großen Mengen ist natürlich weniger gesund. Alles in Maßen ist der Schlüssel.
Kann man Ananas auf Pizza essen?
Die Frage nach Ananas auf Pizza, oft als „Pizza Hawaii“ bekannt, ist eine der am heißesten diskutierten Themen in der Welt der Pizza. Während Puristen sie vehement ablehnen, lieben viele Menschen die Kombination aus süßer Ananas und herzhaftem Schinken. Es ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. In Italien ist sie jedoch äußerst selten zu finden.
Wie lagert man Pizzateig am besten?
Pizzateig lässt sich hervorragend im Kühlschrank lagern, oft sogar verbessern, da eine längere, kalte Fermentation den Geschmack und die Textur des Teigs entwickelt. In einem luftdichten Behälter hält er sich 2-3 Tage. Man kann ihn auch portionsweise einfrieren und bei Bedarf auftauen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Pizza und Pinsa?
Pinsa ist eine römische Spezialität, die oft als „leichte Pizza“ bezeichnet wird. Der Hauptunterschied liegt im Teig: Pinsa-Teig wird aus einer Mischung von Weizen-, Soja- und Reismehl hergestellt und hat eine sehr hohe Hydration (bis zu 80% Wasser). Er wird auch länger fermentiert (bis zu 72 Stunden), was ihn besonders luftig, knusprig und leicht verdaulich macht. Die Pinsa ist zudem oval geformt, während die Pizza klassischerweise rund ist.
Welcher Käse eignet sich am besten für Pizza?
Für eine authentische italienische Pizza ist Mozzarella (Fior di Latte oder Mozzarella di Bufala) die erste Wahl. Er schmilzt perfekt und hat einen milden Geschmack, der die anderen Zutaten nicht überdeckt. Alternativ oder zusätzlich kann man auch Provolone, Parmesan oder Ricotta verwenden, je nach gewünschtem Geschmacksprofil. Wichtig ist ein Käse, der gut schmilzt und nicht zu viel Fett abgibt.

Fazit: Ein zeitloser Genuss

Die Pizza ist weit mehr als nur ein Gericht; sie ist ein kulinarisches Phänomen, das Generationen und Kulturen verbindet. Ihre bescheidenen Anfänge in Neapel haben den Weg für eine globale Erfolgsgeschichte geebnet, die von Innovation und Anpassung geprägt ist. Ob traditionell im Holzofen gebacken oder kreativ neu interpretiert, die Pizza bleibt ein Symbol für einfachen, herzhaften Genuss. Sie lädt dazu ein, mit Freunden und Familie zusammenzukommen, zu teilen und das Leben zu feiern. Die perfekten Ofenbedingungen, der sorgfältig zubereitete Teig und die Auswahl hochwertiger Zutaten sind die Säulen, die dieses zeitlose Gericht tragen. Die Liebe zur Pizza ist universell und wird zweifellos noch viele weitere Jahrhunderte bestehen.

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