26/09/2021
Der Duft frisch gebackener Pizza, der durch Ihr Zuhause zieht, ist unvergleichlich. Eine selbstgemachte Pizza ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch ein Erlebnis, das Freude bereitet und die Sinne belebt. Vergessen Sie überfüllte Pizzerien und lange Lieferzeiten – mit diesem umfassenden Leitfaden verwandeln Sie Ihre Küche in eine italienische Backstube und zaubern Pizzen, die selbst den anspruchsvollsten Gaumen begeistern werden. Ob klassisch-rot mit Tomatensauce oder als elegante Pizza Bianca ohne – wir zeigen Ihnen, wie es geht.

- Der perfekte Pizzateig – Die Basis für Pizzaglück
- Vom Teig zum Genuss – Ihre erste Pizza backen
- Ein Meisterwerk aus Käse – Die Pizza ai Quattro Formaggi
- Die große Unterscheidung: Pizza Bianca oder Pizza Rossa?
- Die Kunst der Käseauswahl für die Quattro Formaggi
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um die Pizza
Der perfekte Pizzateig – Die Basis für Pizzaglück
Jede großartige Pizza beginnt mit einem außergewöhnlichen Teig. Er ist das Herzstück und die Leinwand für Ihre kulinarischen Kreationen. Die Zubereitung mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch mit den richtigen Schritten gelingt Ihnen ein geschmeidiger und luftiger Teig, der die Grundlage für eine authentische italienische Pizza bildet.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Teigzubereitung:
- Das Dampfl ansetzen: Beginnen Sie damit, die Hefe – im österreichischen Sprachgebrauch auch Germ genannt – mit etwas Zucker in etwa 60-70 ml lauwarmem Wasser aufzulösen. Die Wassertemperatur ist hier entscheidend: Sie sollte weder zu kalt sein, um die Hefe nicht zu inaktivieren, noch zu heiß, um sie nicht abzutöten. Eine angenehme Handwärme ist ideal. Lassen Sie diese Mischung einige Minuten stehen, bis sie leicht schäumt – das zeigt an, dass die Hefe aktiv ist.
- Zutaten vermengen: In einer großen Schüssel das Mehl mit Salz vermischen. Anschließend das vorbereitete Dampfl und das Öl hinzufügen. Nun das restliche Wasser nach und nach unterrühren.
- Intensives Kneten: Dies ist der wichtigste Schritt für die Textur Ihres Teigs. Verwenden Sie am besten ein Rührgerät mit Knethaken oder, noch effektiver, eine Küchenmaschine. Kneten Sie den Teig so lange und intensiv, bis er eine wunderbar geschmeidige Konsistenz erhält und sich leicht von den Schüsselwänden löst. Dies kann einige Minuten dauern, aber die Mühe lohnt sich für einen elastischen Teig.
- Die erste Ruhephase: Ein feuchtes Geschirrtuch – kurz unter lauwarmes Wasser gehalten und gut ausgewrungen – über die Schüssel legen. Den Teig an einem warmen Ort, beispielsweise in einem leicht vorgewärmten Ofen (nur die Lampe anlassen) oder an einem sonnigen Fensterplatz, für etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. In dieser Zeit verdoppelt er idealerweise sein Volumen.
- Teig portionieren und verfeinern: Nach der ersten Ruhephase den Teig in vier gleichgroße Stücke teilen. Jedes dieser Stücke nochmals gründlich durchkneten, bis es eine sehr weiche, fast samtige Konsistenz erreicht. Dies fördert die Elastizität und die feine Porung des Teigs.
- Die zweite Ruhephase: Die vier Teigportionen auf ein bemehltes Geschirrtuch legen und für weitere 30 Minuten ruhen lassen. Auch hier ist ein warmer Ort von Vorteil. Diese zweite Ruhephase ist entscheidend für die spätere Handhabung des Teigs und seine luftige Textur.
Während der Teig ruht, können Sie bereits den Ofen vorbereiten und Ihre Zutaten bereitlegen. Die Vorfreude auf die selbstgemachte Pizza steigt mit jedem Schritt!
Vom Teig zum Genuss – Ihre erste Pizza backen
Nachdem Ihr Teig perfekt aufgegangen ist und auf seinen Einsatz wartet, geht es nun an das Formen und Belegen Ihrer ersten Pizza. Dieser Prozess ist unkompliziert und ermöglicht es Ihnen, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Anleitung zum Backen einer klassischen Pizza Rossa:
- Ofen vorheizen: Heizen Sie Ihren Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor. Für ein optimales Ergebnis, insbesondere wenn Sie einen Pizzastein besitzen, heizen Sie diesen gleich mit auf.
- Teig formen: Nehmen Sie eine Teigportion und ziehen oder rollen Sie sie auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer runden Pizzaform aus. Achten Sie darauf, den Teig nicht zu dick zu lassen, ca. 2-3 mm sind ideal. Legen Sie den geformten Teigfladen vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech.
- Belegen der Pizza: Bestreichen Sie den Teig zuerst gleichmäßig mit einer hochwertigen Paradeisersauce (Tomatensauce). Achten Sie darauf, den Rand frei zu lassen, damit er schön knusprig aufgehen kann.
- Käse und Gewürze: Belegen Sie die Pizza anschließend großzügig mit den vier gewünschten Käsesorten. Zum Schluss mit etwas getrocknetem Oregano bestreuen, der dem Ganzen eine wunderbare mediterrane Note verleiht.
- Backen: Schieben Sie die belegte Pizza in den vorgeheizten Ofen. Die Backzeit variiert je nach Ofen und gewünschtem Bräunungsgrad, liegt aber in der Regel zwischen 10 und 15 Minuten. Die Pizza ist fertig, wenn der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse geschmolzen und leicht Blasen wirft.
Sofort heiß servieren und genießen! Die Kombination aus knusprigem Boden, fruchtiger Tomatensauce und geschmolzenem Käse ist ein Genuss, der alle Mühen vergessen lässt.
Ein Meisterwerk aus Käse – Die Pizza ai Quattro Formaggi
Die Pizza ai quattro formaggi, die Pizza mit vier Käsesorten, ist ein Traum für Käseliebhaber. Sie verzichtet oft auf die klassische Tomatensauce und lässt stattdessen die Aromen der verschiedenen Käsesorten in den Vordergrund treten. Hier ist ein detailliertes Rezept, das die Besonderheiten dieser köstlichen Variante hervorhebt.
Zutaten für zwei Pizzen ai Quattro Formaggi:
| Zutat | Menge | Anmerkung |
|---|---|---|
| Weizenmehl (Type 405 / 00) | 150 g | Plus Mehl zum Ausrollen |
| Frische Bierhefe | 21 g | |
| Wasser (lauwarm) | Variabel | Tröpfchenweise hinzufügen |
| Mozzarella (Bufala) | 100 g | Gut abtropfen lassen |
| Scamorza | 50 g | |
| Caciocavallo | 50 g | |
| Stracchino | 50 g | |
| Salz | 0.25 TL |
Zubereitung der Pizza ai Quattro Formaggi:
- Hefe vorbereiten: Zerbröseln Sie die Hefe in ein kleines Schälchen und lösen Sie sie mit 2 Esslöffeln lauwarmem Wasser auf. Lassen Sie sie kurz stehen, bis sie Bläschen bildet.
- Teig kneten: Geben Sie Mehl und Salz in eine Schüssel. Formen Sie in der Mitte eine Mulde und gießen Sie die aufgelöste Hefe hinein. Mit dem Handmixer (Knethaken) oder einer Küchenmaschine unter tröpfchenweisem (!) Hinzufügen von lauwarmem Wasser zu einem Teig verarbeiten. Der Teig sollte so trocken sein, dass er gerade nicht mehr klebt. Die genaue Wassermenge kann variieren, daher ist Vorsicht geboten.
- Erste Gehzeit: Die Teigkugel in der Schüssel mit einem Handtuch bedecken und 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
- Käse vorbereiten: Mozzarella in Würfel schneiden und gut abtropfen lassen, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Scamorza und Caciocavallo ebenfalls in Würfel schneiden. Teilen Sie alle vier Käsesorten (Mozzarella, Scamorza, Caciocavallo, Stracchino) jeweils in zwei Teile, da Sie zwei Pizzen zubereiten werden.
- Teig ausrollen: Teilen Sie den aufgegangenen Teig in zwei Kugeln. Jede Kugel auf einer glatten, bemehlten Fläche (eine Marmorplatte ist ideal) mit einem Nudelholz sehr dünn ausrollen, sodass zwei etwa esstellergroße Pizzen entstehen. Der Teigfladen sollte eine Dicke von ca. 1,5-2 mm haben. Legen Sie die Teigfladen auf mit Backpapier belegte Backbleche.
- Vorbacken des Teigs: Hier kommt ein wichtiger Trick für die Quattro Formaggi: Backen Sie zunächst einen Teigfladen auf mittlerer Schiene bei 250 °C Umluft für ca. 4 Minuten vor. Der Teig sollte sich aufblähen (erkennbar an Luftpolstern) und ein ganz klein wenig bräunen. Dieser Schritt sorgt für einen knusprigen Boden, bevor der Käse hinzugefügt wird.
- Belegen und Fertigbacken: Nehmen Sie den vorgebackenen Teig aus dem Ofen. Belegen Sie die Pizza nun mit den vier Käsesorten. Es wird empfohlen, die Käsesorten nicht zu mischen, sondern auf jeweils einem Viertel der Fläche eine Sorte zu platzieren. So kann die Zunge die einzelnen Geschmacksnuancen besser wahrnehmen. Schieben Sie die Pizza noch einmal für ca. 5 Minuten in den Ofen, um den Käse zu schmelzen und den Teig fertigzubacken. Der Teig sollte an einigen Stellen kräftig gebräunt sein, der Käse hingegen sollte nur Fäden ziehen, aber nicht braun werden.
Servieren Sie die Pizza Bianca sofort heiß, um den vollen Genuss der schmelzenden Käse zu erleben.

Die große Unterscheidung: Pizza Bianca oder Pizza Rossa?
In der Welt der Pizza gibt es eine grundlegende Unterscheidung, die oft übersehen wird, aber den Charakter einer Pizza maßgeblich prägt: die Wahl zwischen Pizza Bianca und Pizza Rossa. Der Unterschied ist so einfach wie entscheidend und beeinflusst das gesamte Geschmackserlebnis.
- Pizza Rossa: Dies ist die klassische Variante, die den meisten Menschen sofort in den Sinn kommt, wenn sie an Pizza denken. Eine Pizza Rossa wird mit einer Basis aus Tomatensauce zubereitet. Die fruchtige Säure der Tomaten bildet die Grundlage und harmoniert wunderbar mit den weiteren Belägen. Die erste Pizza, die wir oben beschrieben haben, ist ein klassisches Beispiel für eine Pizza Rossa.
- Pizza Bianca: Im Gegensatz dazu verzichtet die Pizza Bianca vollständig auf Tomatensauce. Ihr Boden wird stattdessen oft nur mit etwas Olivenöl bestrichen oder direkt mit Käse und anderen Belägen versehen. Diese Art von Pizza lässt die Aromen der anderen Zutaten, insbesondere von Käse oder frischen Kräutern, stärker hervortreten. Für eine Pizza ai Quattro Formaggi ist die Pizza Bianca die bevorzugte Wahl, da sie den intensiven und vielfältigen Käsearomen Raum gibt, sich voll zu entfalten, ohne von der Tomate überlagert zu werden.
Die Entscheidung, ob Sie eine Pizza Bianca oder eine Pizza Rossa zubereiten möchten, hängt ganz von Ihrem persönlichen Geschmack und den gewünschten Belägen ab. Beide Varianten bieten einzigartige Genusserlebnisse.
Die Kunst der Käseauswahl für die Quattro Formaggi
Die Pizza ai quattro formaggi ist mehr als nur eine Pizza mit vier beliebigen Käsesorten. Sie ist eine Komposition, bei der die Auswahl der Käse entscheidend ist. Leider wird sie in manchen Pizzerien zu einem "Resteverwerter" degradiert, doch das wahre Geheimnis liegt in der harmonischen Abstimmung der Aromen.
Es ist entscheidend, dass die ausgewählten Käsesorten gut zueinander passen und sich ergänzen, anstatt sich gegenseitig zu dominieren. Hier sind einige Gedanken und Vorschläge, wie Sie die perfekte Käsekombination für Ihre Pizza finden:
Die Philosophie der Auswahl:
- Keine Resteverwertung: Vermeiden Sie es, einfach vier beliebige Käsesorten zu verwenden, die Sie gerade zur Hand haben. Denken Sie stattdessen darüber nach, welche Geschmacksrichtungen Sie erzielen möchten – mild, würzig, cremig oder kräftig.
- Getrennte Anordnung: Eine weitere Empfehlung ist, die verschiedenen Käsesorten nicht wild durcheinander zu mischen, sondern sie auf der Pizza getrennt anzuordnen. So kann der Pizzaesser die Nuancen jeder einzelnen Sorte wahrnehmen und genießen.
Vorschläge für Käsekombinationen:
Je nachdem, ob Sie es milder oder würziger mögen, gibt es verschiedene Ansätze:
Für Liebhaber milder Aromen:
Wenn Sie sanfte, cremige Käsesorten bevorzugen, die sich elegant ergänzen, könnten folgende Kombinationen ideal sein:
- Mozzarella di Bufala (frischer Pasta-Filata-Käse): Unverzichtbar für seine Cremigkeit und den milden Milchgeschmack.
- Caciotta oder Scamorza (gereifterer, aber immer noch junger Filata-Käse): Bietet eine leichte Nussigkeit und eine festere Textur.
- Provolone oder Caciocavallo (reiferer, intensiverer Filata-Käse): Bringt eine würzigere Note und eine angenehme Schmelze.
- Crescenza oder Stracchino (frischer Streichkäse): Sorgt für eine wunderbar cremige Komponente, die sich sanft über die anderen Käse legt.
Für Liebhaber würziger Noten:
Wer es kräftig und charaktervoll mag, wird diese Kombinationen schätzen:
- Käsesorten mit Schimmelkulturen wie Gorgonzola, Murianengo, Moncenisio oder Castelmagno: Sie verleihen der Pizza eine pikante Tiefe und einen unverwechselbaren Geschmack.
- Ergänzt durch in Tuffsteinhöhlen gereiften Formaggio di Fossa: Dieser Käse bietet einzigartige erdige und komplexe Aromen.
Für Liebhaber von Reibkäse:
Wenn Sie den intensiven Geschmack von hartem Reibkäse schätzen, probieren Sie:
- Parmesan oder Grana Padano: Klassiker, die für ihre Salzigkeit und Umami-Noten bekannt sind.
- Pecorino: Ein Schafskäse, der eine schärfere, würzigere Note einbringt.
- Cacioricotta und Ricotta Salata: Diese salzigen Ricotta-Varianten bieten eine trockene, bröselige Textur und eine angenehme Würze.
Unabhängig von Ihrer Wahl ist das Wichtigste, dass die Käsesorten zueinander passen und Sie sie so anordnen, dass jeder Bissen ein kleines Geschmacksabenteuer ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um die Pizza
- Warum ist mein Pizzateig zu klebrig oder zu trocken?
- Die Konsistenz des Teigs ist entscheidend und kann manchmal knifflig sein, da sie von der Raumtemperatur und -feuchtigkeit abhängt. Wenn der Teig zu trocken ist, wird er bröselig; ist er zu feucht, klebt er. Es geht oft um halbe Teelöffel Wasser. Ein Tipp: Es ist einfacher, einen relativ feuchten Teig durch Zugabe von etwas Mehl trockener zu bekommen, als umgekehrt. Wenn der Teig zu feucht ist und Sie immer mehr Mehl hinzufügen müssen, sodass die Teigmenge größer wird als geplant – kein Problem, Sie müssen ja nicht den gesamten Teig verwenden.
- Kann ich tiefgekühlte Pilze auf meiner Pizza verwenden?
- Ja, tiefgekühlte Pilze können definitiv verwendet werden. Beachten Sie jedoch, dass sie etwas länger gebraten werden müssen, um überschüssiges Wasser zu verlieren und ihr volles Aroma zu entfalten, bevor Sie sie auf die Pizza geben.
- Wie serviere ich die Pizza am besten?
- Pizza schmeckt am besten, wenn sie heiß und frisch aus dem Ofen kommt. Schneiden Sie sie unmittelbar nach dem Backen in Stücke und servieren Sie sie sofort, damit der Käse noch schön Fäden zieht und der Boden knusprig ist.
- Welcher Wein passt gut zu Pizza, insbesondere zur Pizza ai Quattro Formaggi?
- Zu einer reichhaltigen Pizza ai Quattro Formaggi empfiehlt sich ein Wein, der mit den verschiedenen Käsesorten mithalten kann. Ein Pinot Grigio aus dem Friaul, wie der Pinot Grigio Plessiva (Polencic), ist eine ausgezeichnete Wahl. Sein fruchtiges Bouquet mit Noten von Äpfeln und Birnen und sein harmonisches Spiel zwischen Säure und Frucht im Abgang passen hervorragend. Sein kräftiger Körper nimmt es gut mit den vier verschiedenen Käsesorten auf und rundet das Geschmackserlebnis ab. Generell passen zu Pizza mit Tomatensauce leichtere Rotweine oder trockene Weißweine, während zu käsebetonten Pizzen auch vollmundigere Weißweine oder mittelschwere Rotweine gut harmonieren können.
Das Backen einer Pizza zu Hause ist eine lohnende Erfahrung, die Raum für Kreativität und persönliche Vorlieben lässt. Mit diesen Anleitungen und Tipps sind Sie bestens gerüstet, um Pizzen zu kreieren, die nicht nur satt machen, sondern auch begeistern. Experimentieren Sie mit Belägen, Käsesorten und Backzeiten, um Ihre ganz persönliche Lieblingspizza zu entdecken. Guten Appetit!
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