11/07/2024
Wenn wir an Pizza denken, schwebt uns meist ein rundes, perfekt gebackenes Meisterwerk mit knusprigem Rand und schmelzendem Käse vor. Doch die Welt der Pizza ist weit vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint. Eine Form, die in vielen Bäckereien und Pizzerien al taglio in Italien, aber auch weltweit, immer populärer wird, ist die sogenannte Pizza Carrée. Sie ist rechteckig oder quadratisch, praktisch und oft ein Fest für die Sinne. Aber was genau steckt hinter dieser Form, und wie unterscheidet sie sich von ihrem runden Gegenstück?
Die Pizza Carrée, wörtlich übersetzt „quadratische Pizza“, mag auf den ersten Blick untraditionell wirken, hat aber eine lange Geschichte, insbesondere in der römischen Küche, wo sie oft als Pizza al Taglio (Pizza zum Schneiden) angeboten wird. Sie ist ein Symbol für Vielseitigkeit und Effizienz und bietet ein einzigartiges Geschmackserlebnis, das es zu entdecken gilt.

- Was ist Pizza Carrée? Eine Form, die begeistert
- Die Wurzeln der Pizza: Eine kurze Geschichte und die Entwicklung der Form
- Charakteristika der Pizza Carrée: Mehr als nur die Form
- Die Kunst der Zutaten: Was gehört auf eine Pizza Carrée?
- Zubereitung einer perfekten Pizza Carrée zu Hause
- Das Geheimnis des Backens: Der Ofen macht's!
- Präsentation und Genuss: Wie wird Pizza Carrée serviert?
- Vergleichstabelle: Pizza Rotonda vs. Pizza Carrée
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizza Carrée
- Fazit
Was ist Pizza Carrée? Eine Form, die begeistert
Die grundlegendste Eigenschaft der Pizza Carrée ist natürlich ihre Form: Sie ist rechteckig oder quadratisch, im Gegensatz zur klassischen runden Pizza. Diese Form ist nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern hat auch praktische Gründe. Sie wird typischerweise auf großen Backblechen zubereitet und dann in handliche, gleichmäßige Stücke geschnitten und oft nach Gewicht verkauft. Dies macht sie zu einem idealen Snack für unterwegs, einem schnellen Mittagessen oder einer praktischen Option für Partys und Buffets.
Im Gegensatz zur oft sehr dünnen neapolitanischen Pizza hat die Pizza Carrée häufig einen etwas dickeren, luftigeren und weicheren Teig, der im Ofen wunderbar aufgeht und eine leichte, poröse Krume bildet. Es gibt jedoch auch Varianten mit dünnerem, knusprigerem Teig, ähnlich der römischen Pizza. Die Dicke des Teiges beeinflusst maßgeblich das Mundgefühl und die Fähigkeit, verschiedene Beläge aufzunehmen, ohne matschig zu werden.
Die Wurzeln der Pizza: Eine kurze Geschichte und die Entwicklung der Form
Die Geschichte der Pizza ist tief in der italienischen Kultur verwurzelt. Ihre Ursprünge reichen bis in die Antike zurück, wo flache Brote mit Belag bereits verbreitet waren. Die moderne Pizza, wie wir sie kennen, entstand jedoch in Neapel im 18. und 19. Jahrhundert. Ursprünglich war sie ein einfaches Gericht für die ärmere Bevölkerung, belegt mit wenigen, aber geschmacksintensiven Zutaten wie Tomaten und Basilikum. Die berühmteste Kreation, die Pizza Margherita, soll 1889 zu Ehren von Königin Margherita von Savoyen entstanden sein, mit den Farben der italienischen Flagge: Rot (Tomate), Weiß (Mozzarella) und Grün (Basilikum).
Während die runde Pizza in Neapel ihren Siegeszug antrat, entwickelten sich in anderen Regionen Italiens verschiedene Zubereitungsarten. Die rechteckige Form der Pizza Carrée, insbesondere als Pizza al Taglio, hat ihre Wurzeln hauptsächlich in Rom. Hier wurde sie populär, weil sie sich ideal für die Produktion in größeren Mengen eignet und das Schneiden und Verkaufen in Portionen vereinfacht. Bäckereien begannen, ihre übrig gebliebenen Teiglinge zu verwenden und sie auf Blechen zu backen, um sie als schnellen Imbiss anzubieten. Diese praktische Herangehensweise machte die Pizza Carrée zu einem festen Bestandteil der italienischen Alltagsküche, weit über die Grenzen Roms hinaus.
Charakteristika der Pizza Carrée: Mehr als nur die Form
Die Pizza Carrée unterscheidet sich nicht nur in ihrer Form, sondern oft auch in ihrer Textur und den typischen Zubereitungsweisen:
- Die Form: Rechteckig oder quadratisch, ermöglicht eine effiziente Nutzung des Backraums und eine einfache Portionierung.
- Der Teig: Oftmals dicker und luftiger als bei der neapolitanischen Pizza, mit einer längeren Gehzeit, was zu einer besonders leichten und bekömmlichen Krume führt. Manchmal ist er auch knusprig und dünn, je nach regionaler Tradition (z.B. römische Pizza in teglia).
- Die Beläge: Die größere Oberfläche und der robustere Teig der Pizza Carrée erlauben eine größere Vielfalt und Menge an Belägen. Von klassischen Kombinationen bis hin zu kreativen, saisonalen Variationen ist alles möglich.
- Die Servierweise: Meistens wird sie als Pizza al Taglio verkauft, also in Stücken, die der Kunde nach Wunsch auswählen und nach Gewicht oder Stückzahl bezahlen kann. Das macht sie ideal für Verkostungen verschiedener Sorten.
Die Kunst der Zutaten: Was gehört auf eine Pizza Carrée?
Die Qualität der Zutaten ist entscheidend für jede gute Pizza, und die Pizza Carrée ist da keine Ausnahme. Die Basis bildet immer ein einfacher, aber sorgfältig zubereiteter Teig:
- Für den Teig:
- Weizenmehl Typ 00: Dieses feine italienische Mehl ist ideal für Pizza, da es einen hohen Glutengehalt hat, der dem Teig Elastizität und Struktur verleiht.
- Wasser: Kaltes Wasser ist wichtig für eine langsame und kontrollierte Fermentation.
- Hefe: Frische Hefe oder Trockenhefe, die für das Aufgehen des Teiges unerlässlich ist.
- Salz: Für den Geschmack und zur Regulierung der Hefeaktivität.
- Olivenöl: Ein Schuss natives Olivenöl extra verleiht dem Teig Geschmeidigkeit und Aroma.
- Für den klassischen Belag (Pizza Margherita):
- Passierte Tomaten: Hochwertige, reife Tomaten sind die Seele der Pizza.
- Mozzarella: Fior di Latte oder Büffelmozzarella, in Stücke gerissen oder gewürfelt, für den perfekten Schmelz.
- Frische Basilikumblätter: Sie verleihen der Pizza ein unvergleichliches Aroma.
- Weitere beliebte Beläge:
Die rechteckige Form lädt förmlich dazu ein, verschiedene Beläge auf einzelne Abschnitte zu verteilen. Die Vielfalt ist schier unbegrenzt und reicht von traditionellen bis zu modernen Kreationen:
- Tomatenscheiben
- Verschiedene Käsesorten (Provolone, Gorgonzola, Parmesan)
- Kochschinken oder Rohschinken
- Sardellen
- Paprika
- Palmherzen
- Salami
- Ananas (ja, auch auf der Carrée!)
- Gekochte Eier
- Champignons
- Verschiedene Gemüsesorten (Zucchini, Auberginen, Spinat)
- Zwiebeln
Die Möglichkeit, verschiedene Beläge auf einem Blech zu kombinieren, macht die Pizza Carrée besonders attraktiv für Gruppen oder wenn man einfach verschiedene Geschmacksrichtungen probieren möchte.
Zubereitung einer perfekten Pizza Carrée zu Hause
Die Zubereitung einer Pizza Carrée ist ein lohnendes Unterfangen, das mit Sorgfalt und Geduld belohnt wird. Ein entscheidender Schritt ist die Teigzubereitung und das Leuchten:
- Teig mischen: Mehl, Wasser, Salz und Hefe werden manuell oder mit einer Küchenmaschine zu einem homogenen, elastischen und glatten Teig verknetet. Die Konsistenz sollte geschmeidig sein und nicht kleben.
- Erste Ruhephase und Fermentation: Der Teig wird zu einer Kugel geformt und abgedeckt an einem warmen Ort ruhen gelassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Für eine besonders gute Bekömmlichkeit, wie bei der neapolitanischen Pizza oft praktiziert, kann der Teig bis zu zwei Tage im Kühlschrank fermentieren. Dies macht ihn leichter verdaulich, da der Gärprozess bereits vor dem Verzehr abgeschlossen ist und nicht erst im Magen stattfindet.
- Teig ausbreiten: Nach dem Aufgehen wird der Teig vorsichtig auf einem geölten oder bemehlten Backblech ausgebreitet. Statt ihn rund zu formen, wird er gleichmäßig in die Ecken des rechteckigen Blechs gedrückt, bis er den Boden bedeckt. Man kann ihn auch kurz ruhen lassen, wenn er sich zu sehr zusammenzieht.
- Belegen: Die Oberfläche wird mit Tomatensauce bestrichen. Anschließend werden der in Stücke geschnittene Käse und die gewünschten weiteren Zutaten gleichmäßig darauf verteilt. Achten Sie darauf, den Käse so zu verteilen, dass er schmilzt, aber nicht über den Rand des Teiges läuft.
Das Geheimnis des Backens: Der Ofen macht's!
Das Backen ist der Höhepunkt der Pizzazubereitung. Die Temperatur des Ofens spielt dabei eine entscheidende Rolle, um die gewünschte Textur und den Geschmack zu erzielen. Die Associazione Verace Pizza Napoletana empfiehlt für die neapolitanische Pizza eine Temperatur von 420 °C, bei der die Pizza in nur etwa zwei Minuten gar ist. Diese hohe Temperatur sorgt für eine homogene und schnelle Garung, wodurch der Teig seine Textur behält und die Zutaten nicht verbrennen.
Wissenschaftliche Studien haben die ideale Temperatur für Pizzaöfen bei 325-330 °C mit einem Maximum von 390 °C ermittelt, insbesondere wenn viele Pizzen nacheinander gebacken werden. Für die Pizza Carrée, die oft einen dickeren Teig hat und auf einem Blech gebacken wird, kann die ideale Backtemperatur etwas niedriger liegen (z.B. 220-250 °C im Heimbackofen), die Backzeit dafür aber länger (ca. 10-20 Minuten), je nach Dicke des Teiges und Belags. Das Ziel ist immer ein goldbrauner, knuspriger Boden und ein perfekt geschmolzener, leicht gebräunter Käse.
Präsentation und Genuss: Wie wird Pizza Carrée serviert?
Nach dem Backen wird die Pizza Carrée aus dem Ofen genommen. Zum Zerteilen empfiehlt sich ein Pizzaroller, eine scharfe Scheibe an einem Griff, die durch Druck schneidet, ohne die Zutaten zu verschieben oder den Teig zu zerreißen. Während runde Pizzen traditionell in dreieckige Stücke (meist Sechstel oder Achtel) geschnitten werden, werden rechteckige Pizzen, insbesondere die Pizza al Taglio, in praktische Quadrate oder Rechtecke geschnitten. Diese Form der Portionierung ist äußerst effizient und macht die Pizza Carrée zu einem idealen Gericht zum Teilen oder für den schnellen Genuss.
Vergleichstabelle: Pizza Rotonda vs. Pizza Carrée
| Merkmal | Pizza Rotonda (z.B. Neapolitanisch) | Pizza Carrée (z.B. Pizza al Taglio) |
|---|---|---|
| Form | Rund | Rechteckig/Quadratisch |
| Teig | Oft sehr dünn in der Mitte, hoher, luftiger Rand (Cornicione) | Oft dicker, luftiger und weicher; seltener auch dünn und knusprig |
| Typische Zubereitung | Sehr heißer Holzofen (400-500°C), sehr kurze Backzeit (60-90 Sekunden) | Blechofen (220-300°C), längere Backzeit (10-20 Minuten) |
| Servierweise | Ganze Pizza, in dreieckige Stücke geschnitten | In quadratische/rechteckige Stücke geschnitten, oft nach Gewicht verkauft (al Taglio) |
| Herkunft | Neapel | Rom (Pizza al Taglio), Bäckereien |
| Flexibilität bei Belag | Traditionell eher puristisch und festgelegt | Hohe Variantenvielfalt, oft mehrere Beläge auf einem Blech |
| Mundgefühl | Leicht, knuspriger Rand, zart in der Mitte | Oft weicher, saftiger, kann mehr Belag tragen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Pizza Carrée
F: Ist Pizza Carrée eine traditionelle italienische Pizza?
A: Ja, absolut. Obwohl die neapolitanische runde Pizza weltweit bekannter ist, hat die rechteckige Pizza, insbesondere als Pizza al Taglio in Rom und anderen Regionen, eine lange und angesehene Tradition in Italien. Sie ist ein fester Bestandteil der italienischen Alltagsküche und wird in Bäckereien (forni) und speziellen Pizzaläden angeboten.
F: Warum ist Pizza Carrée rechteckig?
A: Die rechteckige Form ist in erster Linie praktisch. Sie ermöglicht eine effizientere Nutzung des Backblechs und des Ofenraums. Außerdem lassen sich rechteckige Pizzen leichter transportieren und in gleichmäßige, handliche Stücke schneiden, was sie ideal für den Verkauf nach Gewicht oder als schnellen Imbiss macht.
F: Schmeckt Pizza Carrée anders als runde Pizza?
A: Oft ja. Durch den meist dickeren und luftigeren Teig und die längere Backzeit bei niedrigeren Temperaturen (im Vergleich zur neapolitanischen Pizza) kann die Pizza Carrée ein anderes Mundgefühl bieten – oft weicher und saftiger im Inneren, mit einer leicht knusprigen Unterseite. Die Aromen können sich durch die längere Garzeit auch anders entwickeln.
F: Kann ich Pizza Carrée einfach zu Hause machen?
A: Absolut! Die Pizza Carrée ist sogar sehr gut für die Zubereitung im heimischen Backofen geeignet, da man kein spezielles Pizzastein oder einen sehr heißen Ofen benötigt, wie es für die neapolitanische Pizza oft der Fall ist. Ein herkömmliches Backblech genügt, und mit einem guten Rezept für den Teig lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen.
F: Welche Beläge passen am besten zu Pizza Carrée?
A: Die Pizza Carrée ist unglaublich vielseitig. Klassiker wie Margherita oder Prosciutto e Funghi sind immer eine gute Wahl. Aber ihre Form lädt auch dazu ein, kreativer zu werden. Beläge mit viel Gemüse, verschiedenen Käsesorten oder sogar Fleischragouts passen hervorragend, da der robustere Teig mehr Gewicht tragen kann. Experimentieren Sie mit saisonalen Zutaten!
Fazit
Die Pizza Carrée ist weit mehr als nur eine Pizza in einer anderen Form. Sie repräsentiert eine eigene Tradition und bietet ein einzigartiges Geschmackserlebnis, das durch ihren oft luftigen Teig, ihre Vielseitigkeit bei den Belägen und ihre praktische Servierweise geprägt ist. Ob als schneller Snack auf die Hand, als Teil eines bunten Buffets oder als gemütliches Abendessen zu Hause – die Pizza Carrée beweist, dass die italienische Backkunst immer wieder aufs Neue überraschen kann. Tauchen Sie ein in diese faszinierende Welt der quadratischen Genüsse und entdecken Sie Ihre neue Lieblingspizza!
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