11/10/2015
Ciao Pizza-Fan! Stehen Sie auch oft vor der köstlichen Entscheidung: Eine eigene, perfekt runde Pizza für sich allein oder doch lieber eine großzügige Blechpizza, die man teilen kann? Als absolute Liebhaber dieses italienischen Klassikers können wir bestätigen: Wir lieben beides! Jede Variante hat ihren ganz eigenen Charme und ihre Berechtigung in der Welt der kulinarischen Genüsse. Doch welche Unterschiede gibt es wirklich, und wann ist welche Pizza die bessere Wahl?
Die klassische runde Pizza, oft als Neapolitanische oder Römische Pizza bekannt, steht für Individualität und das authentische Gefühl eines Pizzabäckers. Sie ist die Ikone, die man sich in vielen Restaurants bestellt und die oft mit einem dünnen, luftigen Rand und einem saftigen Belag begeistert. Sie ist perfekt für den Einzelgenuss, wo jeder seine Kreation nach Belieben zusammenstellen kann.

Die Blechpizza hingegen, oft auch als „Pizza in Teglia“ bezeichnet, überzeugt mit einem leckeren, krossen und meist dickeren Teigboden. Sie ist der unangefochtene Champion, wenn es darum geht, schnell und unkompliziert viele hungrige Mäuler zu stopfen. Ideal für gesellige Abende mit Freunden, Familienfeiern oder einfach, wenn man keine Lust hat, mehrere einzelne Pizzen zu formen und zu backen. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil: Für die Blechpizza benötigen Sie keinen speziellen Pizzaofen; Ihr haushaltsüblicher Backofen ist vollkommen ausreichend. Doch schauen wir uns die Unterschiede im Detail an.
- Die fundamentalen Unterschiede auf einen Blick
- Die Blechpizza im Detail: Ein Rezept für den perfekten Genuss
- Vergleichstabelle: Runde Pizza vs. Blechpizza
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 1. Kann ich für die Blechpizza auch anderes Mehl verwenden?
- 2. Mein Ofen erreicht keine 280°C. Was soll ich tun?
- 3. Wie lagere ich übrig gebliebene Blechpizza am besten?
- 4. Kann ich den Pizzateig für die Blechpizza einfrieren?
- 5. Welche anderen italienischen Beläge eignen sich für Blechpizza?
- 6. Wie bekomme ich einen besonders knusprigen Boden bei der Blechpizza?
- Fazit: Pizza ist Vielfalt
Die fundamentalen Unterschiede auf einen Blick
Obwohl beide „Pizza“ heißen, unterscheiden sie sich in mehreren wichtigen Aspekten, die das Geschmackserlebnis und die Zubereitung maßgeblich beeinflussen.
Der Teig: Dicke, Textur und Backweise
Der wohl auffälligste Unterschied liegt im Teig. Die runde Pizza, insbesondere die neapolitanische Variante, zeichnet sich durch einen sehr dünnen Boden aus, der am Rand zu einem luftigen, aufgegangenen „Cornicione“ (Rand) wird. Dieser Teig wird traditionell bei extrem hohen Temperaturen (400-500°C) in nur 60-90 Sekunden gebacken, was ihm seine einzigartige Textur verleiht: außen knusprig, innen weich und leicht zäh. Der Wasseranteil im Teig ist oft geringer, und die Fermentation kann kürzer sein.
Die Blechpizza hingegen besticht durch ihren dickeren, oft foccaccia-ähnlichen Teigboden. Dieser Teig weist in der Regel eine höhere Hydration (Wasseranteil) auf, was ihn nach dem Backen besonders fluffig und saftig macht, während er gleichzeitig eine wunderbar krosse Unterseite entwickelt. Da er bei niedrigeren Temperaturen (oft um die 250-280°C) im Haushaltsbackofen gebacken wird, ist die Backzeit länger, was dem Teig mehr Zeit gibt, aufzugehen und eine gleichmäßige Bräunung zu entwickeln. Die Kruste ist hier nicht so ausgeprägt wie der Cornicione, sondern eher eine durchgehende, knusprige Schicht.
Zubereitung und Equipment
Für eine authentische runde Pizza ist ein spezieller Pizzaofen, der sehr hohe Temperaturen erreicht, fast unerlässlich. Dies ermöglicht die schnelle und intensive Hitzewirkung, die für den dünnen Boden und den aufgeblasenen Rand notwendig ist. Das Formen des Teiges erfordert oft etwas Übung, um die runde Form zu erhalten und den Teig nicht zu beschädigen.
Die Blechpizza ist hier wesentlich unkomplizierter. Wie bereits erwähnt, kommt sie hervorragend mit einem herkömmlichen Haushaltsbackofen zurecht. Das Formen des Teiges ist ebenfalls einfacher, da er lediglich in eine rechteckige Form auf dem Backblech gedrückt wird. Dies macht sie zur idealen Wahl für Hobbybäcker, die zu Hause ohne spezielle Ausrüstung ein großartiges Pizzaerlebnis zaubern möchten.
Portionierung und Anlass
Die runde Pizza ist die perfekte Wahl, wenn jeder seine eigene, individuelle Pizza genießen möchte. Sie ist ideal für ein gemütliches Essen zu zweit oder eine kleine Runde, bei der jeder seinen Wunschbelag haben kann. Es ist ein Erlebnis, bei dem man seine Pizza ungeteilt genießen kann.
Die Blechpizza ist der Star für größere Gruppen und gesellige Anlässe. Da sie auf einem großen Backblech gebacken wird, lassen sich problemlos viele Portionen gleichzeitig zubereiten. Man schneidet sie einfach in Quadrate oder Rechtecke und kann sie unkompliziert teilen. Dies fördert das gemeinsame Essen und das Ausprobieren verschiedener Belagskombinationen, da oft mehrere Beläge auf einem Blech kombiniert werden können.

Die Blechpizza im Detail: Ein Rezept für den perfekten Genuss
Sie sind neugierig geworden und möchten die Blechpizza selbst ausprobieren? Hier erfahren Sie, wie Ihnen die Blechpizza zu Hause bestens gelingt und worauf Sie achten sollten. Siete pronti per la pizza in teglia? Los geht’s!
Rezept: Blechpizza
Dieses Rezept ist ausgelegt für ein Backblech von ca. 30x40 cm, was etwa 600g fertigen Pizzateig ergibt und für 4 Portionen ausreichend ist. Die Menge lässt sich natürlich an kleinere oder größere Bleche anpassen.
Zutaten:
- 340 g Mehl Typ 00 (mind. 12 % Eiweiß)
- 3 g frische Hefe
- 10 g feines Meersalz
- 10 ml Olivenöl (z.B. Olio Francavilla)
- 240 ml kaltes Leitungswasser
Hilfsmittel:
- Schüssel (z.B. Madia Palermo)
- Pizzaspachtel
- Pizzaballenbox (oder eine luftdichte Dose)
- Backblech
Zubereitungszeit:
- Arbeitszeit: ca. 30 Minuten
- Ruhezeit: ca. 20 Stunden
Anleitung:
- Hefe auflösen: Zuerst das kalte Wasser in eine große Schüssel gießen und die frische Hefe dazugeben. Mit den Händen (oder einem Küchenhelfer) die Hefe vollständig im Wasser auflösen.
- Erste Mehlzugabe: Nun die Hälfte des Mehls (ca. 170g) zum Hefe-Wasser-Gemisch geben und miteinander vermengen, bis keine trockenen Mehlreste mehr sichtbar sind. Waldis Tipp: Ein grobes Schätzen der Mehlmenge reicht hier völlig aus. Diese Vorstufe nennt man „Autolyse“ und hilft dem Teig, sich später besser zu entwickeln.
- Erste Ruhephase: Die Mehl-Wasser-Mischung (Autolyse-Masse) für 10 Minuten ruhen lassen. Decken Sie die Schüssel dabei ab, um ein Austrocknen zu verhindern.
- Salz und Olivenöl: Nach der Ruhezeit das Salz und das Olivenöl in die Schüssel geben und gleichmäßig verrühren. Das Salz sollte nicht direkt mit der Hefe in Kontakt kommen, da es die Hefeaktivität hemmen kann.
- Restliches Mehl und Kneten: Jetzt das restliche Mehl dazugeben und alles miteinander vermengen. Den Teig nun für etwa 15 Minuten kräftig durchkneten. Der Teig sollte am Ende glatt und elastisch sein.
- Lange Fermentation – der Schlüssel zum fluffigen Teig: Jetzt braucht der Pizzateig für die Pizza in teglia eine ganze Weile, um richtig fluffig und aromatisch zu werden.
- Raumtemperatur (2 Std.): Beginnen Sie mit 2 Stunden Ruhezeit in der Pizzaballenbox (oder einer luftdichten Schüssel) bei Raumtemperatur.
- Kühlschrank (12 Std.): Danach die Pizzaballenbox in den Kühlschrank stellen und den Teig für mindestens 12 Stunden (optimal sind 12-24 Stunden) ruhen lassen. Die Kälte verlangsamt die Gärung und fördert die Geschmacksentwicklung.
- Raumtemperatur (5 Std.): Nach der Kühlzeit den Teig für weitere 5 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Dies bringt den Teig wieder auf Temperatur und lässt ihn ein letztes Mal ordentlich aufgehen.
- Teig vorbereiten: Ihr Pizzateig ist nun bereit, belegt zu werden! Großzügig Semola (Hartweizengrieß) auf der Arbeitsfläche verteilen und auch ein wenig auf den Teig selbst geben, damit man den Teig problemlos aus der Box bekommt. Am besten mit einem Pizzaspachtel unten vorsichtig lösen. Waldis Tipp: Aufgrund der hohen Hydration von ca. 70 % ist der Teig etwas klebrig. Versuche daher sehr sanft zu sein, um die Luft nicht rauszudrücken. Diese wird für das Endresultat benötigt, um einen fluffigen Boden zu erhalten.
- Formen und auf das Blech: Anschließend den Teig vorsichtig mit den Händen aus der Box nehmen und auf die bemehlte Arbeitsfläche übertragen. Vorsichtig mit den Händen in eine rechteckige Form bringen. Waldis Tipp: Durch sanftes Ziehen und Wenden lässt sich der Teig leicht in ein Rechteck verarbeiten. Den rechteckigen Teig jetzt auf ein eingefettetes Backblech übertragen und mit den Fingerspitzen sanft in die Form drücken, bis er das Blech ausfüllt. Waldis Tipp: Das Backblech vorher mit Olivenöl einfetten, um ein Kleben zu vermeiden und um einen knusprigeren Pizzaboden zu erhalten.
- Vorbacken: Jetzt die Tomatensoße (z.B. San Marzano Tomatensoße) auf dem Pizzaboden verteilen und für 8 Minuten bei der angegebenen Temperatur vorbacken. Waldis Tipp: Die geringeren Temperaturen im Haushaltsofen sorgen für eine längere Backzeit. Um einen Qualitätsverlust der anderen Zutaten zu vermeiden, wird sie 8 Minuten vorgebacken und danach erst belegt.
- Belegen und Fertigbacken: Nach der ersten Backzeit die Blechpizza herausnehmen und mit Zutaten nach Wahl belegen (siehe Belag-Ideen). Jetzt nochmal für 5 Minuten fertig backen, bis der Käse geschmolzen und der Rand goldbraun ist.
Ofen-Temperatur:
- Haushaltsbackofen: 280 °C Ober- und Unterhitze (wenn die Höchsttemperatur Ihres Ofens geringer ist, einfach auf höchster Stufe backen und Backzeit gegebenenfalls anpassen).
- Effeuno (spezieller Pizzaofen): Unter- und Oberhitze jeweils bei 280°C.
Belag-Ideen (Basis: San Marzano Tomatensoße und Fior di Latte Käse):
- Pizza Mista: Salami, Schinken, Peperoni, Zwiebeln.
- Pizza Funghi Salami: Pilze, Salami.
- Pizza Funghi Prosciutto mit Oliven: Pilze, gekochter Schinken, schwarze Oliven.
- Pizza Rucola Pomodoro: Halbierte Kirschtomaten und nach dem Backen mit frischem Rucola und gehobeltem Parmesan belegen.
- Vegetarische Vielfalt: Gegrilltes Gemüse (Zucchini, Paprika, Aubergine), Artischockenherzen und frische Kräuter.
- Scharfe Sensation: Nduja (pikante Streichsalami), rote Zwiebeln und Chili-Flocken.
Vergleichstabelle: Runde Pizza vs. Blechpizza
| Merkmal | Runde Pizza (z.B. Neapolitanisch) | Blechpizza (Pizza in Teglia) |
|---|---|---|
| Teigdicke | Sehr dünn im Zentrum, luftiger, dicker Rand (Cornicione) | Gleichmäßig dickerer, fluffiger Boden |
| Teigtextur | Außen knusprig, innen weich und zäh | Außen kross, innen saftig und luftig |
| Backtemperatur | Sehr hoch (400-500°C) | Mittelhoch (250-280°C) |
| Backzeit | Sehr kurz (60-90 Sekunden) | Länger (ca. 13-15 Minuten inkl. Vorbacken) |
| Ofenart | Idealerweise spezieller Pizzaofen | Haushaltsbackofen ausreichend |
| Hydration Teig | Typischerweise 55-65% | Oft höher, ca. 70% und mehr |
| Fermentation | Kann kürzer sein, je nach Teigart | Oft sehr lang (12-24 Stunden), für Geschmacksentwicklung |
| Portionierung | Einzelne Pizza pro Person | In Stücke geschnitten, ideal zum Teilen |
| Anlass | Individueller Genuss, Restaurantbesuch | Familienessen, Partys, größere Gruppen |
| Form | Rund | Rechteckig |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Kann ich für die Blechpizza auch anderes Mehl verwenden?
Für die Blechpizza wird Typ 00 Mehl mit hohem Proteingehalt (mind. 12%) empfohlen, da es die Glutenentwicklung unterstützt und dem Teig seine Elastizität und Fähigkeit zum Aufgehen verleiht. Sie können auch eine Mischung aus Typ 00 und etwas Vollkornmehl probieren, um einen nussigeren Geschmack zu erzielen, müssen dann aber möglicherweise die Wassermenge anpassen, da Vollkornmehl mehr Flüssigkeit aufnimmt. Experimentieren Sie vorsichtig, da dies die Textur des Teiges beeinflussen kann.
2. Mein Ofen erreicht keine 280°C. Was soll ich tun?
Kein Problem! Stellen Sie Ihren Ofen einfach auf die höchstmögliche Temperatur ein. Die Backzeit muss dann eventuell angepasst werden. Beobachten Sie die Pizza genau: Wenn der Teig goldbraun ist und der Käse schön geschmolzen ist, ist die Pizza fertig. Es kann sein, dass Sie 2-5 Minuten länger backen müssen.
3. Wie lagere ich übrig gebliebene Blechpizza am besten?
Lassen Sie die übrig gebliebene Pizza vollständig abkühlen. Wickeln Sie die Stücke dann einzeln in Alufolie oder Frischhaltefolie ein und lagern Sie sie in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank. So bleibt sie 2-3 Tage frisch. Zum Aufwärmen können Sie sie kurz in der Pfanne knusprig braten, im Toaster oder im Ofen bei etwa 180°C aufwärmen.
4. Kann ich den Pizzateig für die Blechpizza einfrieren?
Ja, Sie können den Pizzateig einfrieren. Am besten formen Sie den Teig nach der ersten Gärphase zu Kugeln (Pizzaballen) und frieren diese einzeln ein. Vor dem Gebrauch lassen Sie den Teig über Nacht im Kühlschrank auftauen und dann für einige Stunden bei Raumtemperatur gehen, bevor Sie ihn verarbeiten. Beachten Sie, dass die Textur nach dem Auftauen leicht variieren kann.
5. Welche anderen italienischen Beläge eignen sich für Blechpizza?
Neben den klassischen Belägen gibt es viele weitere köstliche italienische Kombinationen: Probieren Sie „Patate e Rosmarino“ (dünne Kartoffelscheiben mit Rosmarin, ohne Tomatensoße, nur Olivenöl), „Salsiccia e Friarielli“ (italienische Bratwurst und Stängelkohl), oder eine einfache „Marinara“ (Tomatensoße, Knoblauch, Oregano, Olivenöl – ohne Käse, perfekt für den Teiggeschmack).
6. Wie bekomme ich einen besonders knusprigen Boden bei der Blechpizza?
Dafür gibt es mehrere Tipps: Erstens, das Backblech vor dem Belegen großzügig mit Olivenöl einfetten. Zweitens, den Ofen wirklich gut vorheizen, damit das Blech sofort Hitze aufnimmt. Drittens, das Vorbacken des Teiges mit der Tomatensoße hilft, eine erste Kruste zu bilden. Viertens, verwenden Sie Semola auf der Arbeitsfläche und dem Blech, um ein Ankleben zu verhindern und zusätzliche Knusprigkeit zu verleihen.
Fazit: Pizza ist Vielfalt
Ob Sie nun Team runde Pizza oder Team Blechpizza sind, eines ist sicher: Pizza ist ein universelles Gericht, das Menschen zusammenbringt und für puren Genuss steht. Die runde Pizza bietet das individuelle Erlebnis und die Eleganz des Klassikers, während die Blechpizza mit ihrer unkomplizierten Art, dem dicken, krossen Teig und der Fähigkeit, viele zu versorgen, punktet. Letztendlich kommt es auf den Anlass und Ihre persönlichen Vorlieben an. Warum nicht einfach beides genießen? Experimentieren Sie mit verschiedenen Belägen und Teigvarianten und entdecken Sie Ihre persönliche Lieblingspizza. Buon appetito!
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