28/09/2018
Wer liebt sie nicht? Die Pizza. Dieses scheinbar einfache Gericht aus Italien hat die Herzen von Millionen Menschen weltweit erobert. Doch eine wirklich gute Pizza zu Hause zuzubereiten, ist eine Kunst für sich. Es geht nicht nur darum, Teig, Sauce und Belag zusammenzufügen, sondern um die Harmonie der Zutaten, die richtige Technik und ein tiefes Verständnis für die Komponenten. Glücklicherweise müssen Sie kein Pizzaiolo in Neapel sein, um ein Meisterwerk zu schaffen. Mit den richtigen Anleitungen und den wertvollen Tipps eines echten Profis, wie Sternekoch Frank Rosin, können auch Sie eine Pizza backen, die Ihre Geschmacksknospen tanzen lässt und Ihre Freunde und Familie begeistert.

Frank Rosin, bekannt für seine kulinarische Expertise und seine mitreißende Art, beweist seine Vielseitigkeit nicht nur in seinen Restaurants, sondern auch in Formaten wie der interaktiven Liveshow „Let them cook“. Hier teilt er gemeinsam mit dem Streamer Rumathra seine Leidenschaft für das Kochen und gibt sein Wissen weiter. Auch wenn die Show selbst Kochduelle in den Mittelpunkt stellt, liegt Rosins Expertise in der feinen Küche und der Kunst des perfekten Geschmacks, die sich auch auf die vermeintlich einfachen Dinge wie eine Pizza übertragen lässt. Seine Herangehensweise an die Zubereitung einer Pizza ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Sorgfalt und den richtigen Handgriffen ein außergewöhnliches Ergebnis erzielt.
- Die Basis: Der perfekte Pizzateig nach Frank Rosin
- Das Herzstück: Die aromatische Tomatensauce
- Kreativität auf dem Blech: Die Belags-Kunst
- Der Ofen macht's: Das Backen der Pizza
- Vergleich beliebter Pizzasorten
- Frank Rosins goldene Regeln für die Hausgemachte Pizza
- Häufig gestellte Fragen zur perfekten Pizza
- Kann ich den Pizzateig im Voraus zubereiten?
- Welche Art von Mehl ist am besten für Pizza geeignet?
- Wie bekomme ich einen wirklich knusprigen Pizzaboden?
- Kann ich getrocknete Hefe anstelle von frischer Hefe verwenden?
- Welcher Mozzarella ist der beste für Pizza?
- Meine Pizza ist in der Mitte matschig. Was mache ich falsch?
- Kann ich Pizzateig einfrieren?
Die Basis: Der perfekte Pizzateig nach Frank Rosin
Der Teig ist das Fundament jeder guten Pizza. Er muss luftig, knusprig und gleichzeitig zart sein. Frank Rosins Ansatz betont die Geduld und die Qualität der Zutaten. Für einen Teig, der seines Namens würdig ist, benötigen Sie:
- 250 g Weizenmehl (idealerweise Typ 00 oder 405)
- 125 ml Wasser
- 0,5 Packung frische Hefe (ca. 21g)
- 10 ml Olivenöl (extra vergine)
- 3 Prisen Salz
Die Zubereitung beginnt damit, das Mehl in eine große Schüssel zu sieben. Dies sorgt für eine feinere Textur und hilft, Klümpchen zu vermeiden. Mischen Sie die frische Hefe unter das Mehl. Frische Hefe liefert oft ein besseres Aroma und eine aktivere Gärung als Trockenhefe, auch wenn letztere eine praktische Alternative sein kann. Geben Sie nun das Wasser, das Salz und das Olivenöl hinzu. Olivenöl verleiht dem Teig nicht nur Geschmack, sondern auch Elastizität und eine schöne goldene Farbe beim Backen. Kneten Sie alle Zutaten gründlich durch. Wenn Sie eine Küchenmaschine haben, lassen Sie diese die Arbeit für etwa 5-7 Minuten erledigen, bis der Teig glatt und elastisch ist. Von Hand kneten Sie etwa 10-15 Minuten.
Der entscheidende Schritt für einen aromatischen und gut bekömmlichen Teig ist die Ruhezeit. Decken Sie den Teig mit einem sauberen Küchentuch ab und lassen Sie ihn an einem warmen Ort für einige Stunden gehen. Je länger der Teig gehen kann (idealerweise 4-8 Stunden, oder sogar über Nacht im Kühlschrank), desto intensiver wird sein Aroma und desto besser entwickelt sich die Textur. Die Hefe hat dann ausreichend Zeit, die Stärke im Mehl abzubauen, was den Teig leichter verdaulich macht und ihm eine wunderbare Luftigkeit verleiht. Nach der Gehzeit rollen Sie den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche oder direkt auf einem leicht gefetteten Backblech aus. Achten Sie darauf, den Teig nicht zu dünn auszurollen, um eine gute Balance zwischen Knusprigkeit und Weichheit zu gewährleisten.
Das Herzstück: Die aromatische Tomatensauce
Eine gute Tomatensauce ist das Geheimnis einer jeden Pizza. Sie sollte frisch, fruchtig und nicht zu dominant sein, um den Belägen Raum zu lassen. Für Frank Rosins Rezept benötigen Sie:
- 500 g passierte Tomaten (beste Qualität)
- 1 Bund frisches Basilikum
- 3 Prisen Salz
- 1 Prise Zucker
- 2 Prisen Pfeffer
Vermengen Sie die passierten Tomaten mit dem frischen Basilikum. Der Einsatz von frischem Basilikum ist hier entscheidend, da er der Sauce ein unvergleichliches Aroma verleiht, das getrockneter Basilikum nicht erreichen kann. Pürieren Sie die Mischung kurz mit einem Pürierstab, bis eine gleichmäßige, glatte Sauce entsteht. Dies sorgt dafür, dass sich das Basilikum optimal verteilt und sein Aroma freigibt. Schmecken Sie die Sauce nun mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker ab. Der Zucker hilft, die Säure der Tomaten auszugleichen und die natürliche Süße hervorzuheben. Verteilen Sie die Tomatensauce anschließend gleichmäßig auf dem vorbereiteten Pizzaboden, aber nicht zu dick, um ein Durchnässen des Teiges zu vermeiden.
Kreativität auf dem Blech: Die Belags-Kunst
Nun kommt der kreative Teil: das Belegen der Pizza. Hier können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, doch Frank Rosins Rezept gibt eine exzellente Basis vor, die Qualität und Geschmack in den Vordergrund stellt:
- 1 Chilischote (feine Streifen)
- 2 Knoblauchzehen (feine Scheiben oder gehackt)
- 200 g Austernpilze (geschnitten)
- 3 Scheiben Parmaschinken
- 1 Bund frische Kräuter (z.B. Basilikum, Oregano, Thymian)
- 100 g Mozzarella (in Scheiben geschnitten)
Ein besonderer Tipp für die Beläge: Braten Sie die feinen Chilistreifen, den Knoblauch und die Austernpilze kurz mit etwas Olivenöl in einer Pfanne an. Dieser Schritt intensiviert die Aromen und sorgt dafür, dass die Pilze beim Backen nicht zu viel Wasser abgeben und die Pizza wässrig wird. Fügen Sie nach dem Anbraten frische Kräuter hinzu, um das Aroma abzurunden. Verteilen Sie diese Mischung gleichmäßig auf dem Pizzaboden. Danach legen Sie die Scheiben Parmaschinken auf die Pizza. Parmaschinken verleiht der Pizza eine salzige, umami-reiche Note. Zum Schluss verteilen Sie die in Scheiben geschnittenen Mozzarella-Stücke auf der Pizza. Achten Sie darauf, einen hochwertigen Mozzarella zu verwenden, der gut schmilzt und nicht zu viel Wasser abgibt.
Abgesehen von diesem spezifischen Rezept gibt es unzählige Möglichkeiten, Ihre Pizza zu belegen. Wichtig ist, dass Sie nicht zu viele verschiedene Zutaten verwenden, um die einzelnen Aromen nicht zu überdecken. Weniger ist oft mehr. Beliebte Kombinationen sind zum Beispiel Salami und Champignons, Thunfisch und Zwiebeln, oder vegetarische Varianten mit Paprika, Zucchini und Oliven. Experimentieren Sie mit verschiedenen Käsesorten, aber denken Sie daran, dass Mozzarella aufgrund seiner Schmelzeigenschaften der Klassiker ist.
Der Ofen macht's: Das Backen der Pizza
Die beste Pizza braucht die richtige Hitze. Heizen Sie Ihren Ofen auf 200°C vor. Ein gut vorgeheizter Ofen ist entscheidend für eine knusprige Kruste und einen gleichmäßigen Garprozess. Wenn Sie einen Pizzastein besitzen, legen Sie diesen beim Vorheizen in den Ofen. Ein Pizzastein speichert die Wärme und gibt sie gleichmäßig an den Teig ab, was zu einem besonders knusprigen Boden führt. Die Pizza wandert dann für etwa 10 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Behalten Sie die Pizza im Auge, da die genaue Backzeit je nach Ofen variieren kann. Die Pizza ist fertig, wenn der Rand goldbraun und knusprig ist und der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Vergleich beliebter Pizzasorten
Obwohl wir uns auf Frank Rosins Rezept konzentrieren, ist es interessant, die Vielfalt der Pizza-Welt zu betrachten. Jede Region hat ihre eigenen Besonderheiten:
| Pizzasorte | Charakteristische Merkmale | Typische Beläge | Ofentemperatur / Backzeit |
|---|---|---|---|
| Neapolitanische Pizza | Sehr dünner, weicher Boden, hoher, luftiger und leicht verkohlter Rand (Cornicione). Kurze Backzeit bei sehr hoher Temperatur. | Margherita (Tomate, Mozzarella, Basilikum), Marinara (Tomate, Knoblauch, Oregano). | 450-500°C / 60-90 Sekunden |
| Römische Pizza (Tonda) | Dünner und knusprigerer Boden als die neapolitanische, flacherer Rand. | Vielfältig, oft mit Kartoffeln, Rosmarin, Salami. | 250-300°C / 5-8 Minuten |
| Pizza al Taglio | Rechteckig, dickerer und luftigerer Boden, oft vorab gebacken und dann belegt. Wird stückweise verkauft. | Sehr vielfältig, oft saisonale Zutaten, Gemüse. | 200-250°C / je nach Dicke |
| New York Style Pizza | Große, dünne Scheiben mit einem flexiblen Boden, der gefaltet werden kann. | Käse, Peperoni, Pilze. | 250-300°C / 8-12 Minuten |
| Chicago Deep Dish Pizza | Sehr dicker Boden, der wie eine Torte gebacken wird, mit viel Käse und Sauce. | Viel Käse, Wurst, Gemüse, Tomatensauce als oberste Schicht. | 200-220°C / 30-45 Minuten |
Frank Rosins goldene Regeln für die Hausgemachte Pizza
Aus dem Rezept und der Philosophie eines Sternekochs lassen sich einige universelle Regeln für die Zubereitung der perfekten Pizza ableiten:
- Qualität der Zutaten: Verwenden Sie die besten passierten Tomaten, hochwertiges Olivenöl, frische Hefe und guten Mozzarella. Die Qualität der einzelnen Komponenten trägt maßgeblich zum Gesamtgeschmack bei.
- Geduld mit dem Teig: Die lange Gehzeit des Teiges ist entscheidend für Aroma, Textur und Bekömmlichkeit. Lassen Sie dem Teig Zeit, sich zu entwickeln.
- Nicht überladen: Eine gute Pizza lebt von der Harmonie der Aromen. Zu viele Beläge machen den Boden feucht und überdecken sich gegenseitig im Geschmack.
- Hohe Hitze: Eine hohe Ofentemperatur ist essenziell für einen knusprigen Boden und einen schnell schmelzenden Käse. Wenn möglich, verwenden Sie einen Pizzastein.
- Frische Kräuter: Fügen Sie frische Kräuter wie Basilikum und Oregano erst nach dem Backen oder kurz vor Ende der Backzeit hinzu, um deren Aroma zu bewahren.
Häufig gestellte Fragen zur perfekten Pizza
Kann ich den Pizzateig im Voraus zubereiten?
Ja, absolut! Das ist sogar empfehlenswert. Sie können den Teig nach dem Kneten in einer leicht geölten Schüssel abgedeckt im Kühlschrank über Nacht oder sogar bis zu 48 Stunden gehen lassen. Die kalte Gärung verbessert das Aroma und die Textur des Teiges erheblich. Nehmen Sie den Teig etwa eine Stunde vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annehmen kann.
Welche Art von Mehl ist am besten für Pizza geeignet?
Für eine authentische italienische Pizza wird oft italienisches Typ 00 Mehl empfohlen. Es ist sehr fein gemahlen und hat einen hohen Proteingehalt, was zu einem elastischen Teig führt. Alternativ können Sie auch Weizenmehl Typ 405 oder 550 verwenden. Wichtig ist, dass das Mehl eine gute Kleberentwicklung ermöglicht.
Wie bekomme ich einen wirklich knusprigen Pizzaboden?
Mehrere Faktoren tragen zu einem knusprigen Boden bei: eine hohe Ofentemperatur (mindestens 200°C, besser 250°C oder mehr), ein gut vorgeheizter Pizzastein oder ein umgedrehtes Backblech, das ebenfalls gut erhitzt wurde, und ein nicht zu dick belegter Teig. Auch das Vorbacken des Bodens für 2-3 Minuten, bevor Sie die Sauce und Beläge hinzufügen, kann helfen.
Kann ich getrocknete Hefe anstelle von frischer Hefe verwenden?
Ja, Sie können getrocknete Hefe verwenden. Für 0,5 Packung frische Hefe (ca. 21g) benötigen Sie etwa 7g Trockenhefe (entspricht einem Päckchen). Mischen Sie die Trockenhefe direkt mit dem Mehl, ohne sie vorher in Wasser aufzulösen, es sei denn, die Packungsanweisung verlangt dies.
Welcher Mozzarella ist der beste für Pizza?
Für Pizza eignet sich am besten ein Mozzarella mit geringem Feuchtigkeitsgehalt, auch als „Pizza Mozzarella“ bekannt, der oft in Blöcken verkauft wird. Er schmilzt gut und gibt weniger Wasser ab, was einen matschigen Boden verhindert. Frischer Büffelmozzarella ist zwar sehr aromatisch, hat aber einen hohen Wassergehalt und sollte vor der Verwendung gut abgetropft oder nur sparsam eingesetzt werden.
Meine Pizza ist in der Mitte matschig. Was mache ich falsch?
Ein matschiger Mittelteil kann mehrere Ursachen haben: zu viel Sauce, zu viel Belag, Beläge mit hohem Wassergehalt (wie Pilze oder Zucchini) wurden nicht vorgebraten, oder der Ofen war nicht heiß genug. Achten Sie darauf, die Sauce dünn aufzutragen, nasse Beläge vorab anzubraten und den Ofen ausreichend vorzuheizen.
Kann ich Pizzateig einfrieren?
Ja, Pizzateig lässt sich hervorragend einfrieren. Nach dem ersten Gehen den Teig in Portionen teilen, leicht einölen und luftdicht in Gefrierbeutel verpacken. Im Gefrierschrank hält er sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen den Teig über Nacht in den Kühlschrank legen und vor der Verwendung Raumtemperatur annehmen lassen.
Die Zubereitung einer Pizza kann zu einem wunderbaren Erlebnis werden, besonders wenn man die kleinen Geheimnisse und Kniffe kennt, die ein Profi wie Frank Rosin anwendet. Es ist nicht nur das Endergebnis, das zählt, sondern auch der Prozess – das Kneten des Teiges, das Verströmen der Aromen der Sauce und das kreative Belegen. Mit diesem Rezept und den zusätzlichen Tipps sind Sie bestens gerüstet, um Ihre eigene, perfekte Pizza zu Hause zu backen. Viel Spaß beim Kochen und Genießen!
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