Was ist eine gegrillte Pizza?

Dein Weg zur perfekten Pizza zu Hause

13/08/2022

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Der Duft frisch gebackener Pizza, der durch die Wohnung zieht, ist unvergleichlich. Für viele scheint das Backen einer wirklich guten Pizza zu Hause eine Herausforderung zu sein, ein Kunststück, das nur professionellen Pizzaiolos vorbehalten ist. Doch das ist ein Irrtum! Mit ein paar Tricks, den richtigen Zutaten und einer Prise Leidenschaft kannst auch du eine Pizza zaubern, die deine Geschmacksknospen auf eine Reise nach Neapel schickt – und das, ohne dein Zuhause verlassen zu müssen. Wir verraten dir die Geheimnisse einer (fast) neapolitanischen, perfekt veganen Pizza, die deinen Ofen in eine kleine Pizzeria verwandelt.

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Inhaltsverzeichnis

Die Königin der Pizzen: Eine Hommage an Neapel und die Kunst des Backens

Die Welt der Pizza ist unglaublich vielfältig, aber die unangefochtene Königin ist zweifellos die Pizza Napoletana. Sie stammt aus Neapel und ist so viel mehr als nur ein belegter Fladen. Die „Associazione Verace Pizza Napoletana“, eine 1984 gegründete Organisation, hat akribische Regeln für die Zubereitung der „la vera pizza“ festgelegt. Diese Vorgaben sind so streng, dass sie sogar als EU-weites Warenzeichen geschützt und Ende 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurden. Ja, die Pizzaliebhaber aus Neapel nehmen ihren Stolz auf dieses essbare Geschenk an die Menschheit verdammt ernst!

Das Regelwerk der Associazione ist detailliert: Für den Teig sind ausschließlich Weizenmehl (Tipo „00“), Hefe, Wasser und Salz in bestimmten Mengenverhältnissen erlaubt. Ei oder Milch haben hier nichts verloren, was den Teig von Natur aus vegan macht. Der Teig muss mindestens acht Stunden fermentieren und wird von Hand zu Fladen geformt, die in der Mitte nicht dicker als 2,5 mm und einen maximalen Durchmesser von 35 cm haben dürfen. Gebacken wird ausschließlich in einem holzbefeuerten Ofen bei 430-480 °C für maximal 90 Sekunden. Streng genommen gibt es nur zwei Sorten: die „Marinara“ (Tomatensauce, Kräuter, Knoblauch, Olivenöl) und die „Margherita“ (Tomatensauce, Mozzarella, Basilikum), die die Farben der italienischen Flagge repräsentiert.

Doch keine Sorge, du musst kein zertifizierter Pizzaiolo werden, um eine fantastische Pizza zu Hause zu backen. Unser Ziel ist es, dem neapolitanischen Original so nahe wie möglich zu kommen, aber mit Anpassungen, die in einem normalen Haushaltsbackofen funktionieren. Wir schummeln ein wenig, um die Magie des Steinofens zu simulieren, ohne eine Razzia der Pizza-Associazione zu riskieren!

Das richtige Zubehör: Dein Fundament für knusprige Ergebnisse

Bevor wir uns in die Welt des Teigs stürzen, lass uns über das Equipment sprechen. Ein spezieller Pizzaofen für zu Hause ist zwar ein Luxus, aber dein herkömmlicher Backofen kann mit etwas Überredungskunst ebenfalls Wunder wirken. Das wichtigste Zubehör, das du dir zulegen solltest, ist ein guter Pizzastein oder, noch besser, ein Stahlblech. Diese speichern die hohe Hitze, die für eine gute Pizza notwendig ist, verkürzen die Backzeit erheblich und sorgen für den extraknusprigen Boden, den wir alle lieben.

  • Pizzastein: Meist aus Cordierit oder Schamotte erhältlich. Ein dicker Cordierit-Stein ist besonders hitzestabil und pflegeleicht. Ein leichterer Schamotte-Stein reicht aber auch aus, wenn du ihn zum Beispiel im Sommer auch mal auf den Grill legen möchtest – ja, „gegrillte“ Pizza ist ein echtes Ding!
  • Pizzastahlblech: Ein etwa fünf Millimeter dickes Stahlblech heizt schneller auf und speichert die Wärme noch effizienter als Stein. Du kannst es dir oft beim örtlichen Schlosser aus unlegiertem Baustahl zuschneiden lassen. Wichtig ist, es zu Hause gründlich zu reinigen, mit Lein- oder Rapsöl einzureiben und bei 200 °C für etwa eine Stunde einzubrennen (für gute Belüftung sorgen!). Einmal eingebrannt, hält es ein Leben lang.
  • Pizzaschieber: Auch wenn es keine Pflicht ist, ein Pizzaschieber lässt dich wie ein Profi aussehen und erleichtert das Hinein- und Herausschieben der Pizza enorm. Wir bevorzugen die Holzvariante mit kurzem Griff, da sie sich am Ofen leichter handhaben lässt. Im Notfall tut es aber auch ein Stück Blech oder sogar ein stabiler Karton.

Der perfekte vegane Pizzateig: Die Basis für dein Meisterwerk

Hier liegt das Herzstück deiner Pizza. Bei den Zutaten legen wir Wert auf Qualität, denn sie sind entscheidend für den Geschmack und die Textur. Auch wenn wir uns nicht sklavisch an alle Regeln halten, versuchen wir, die Essenz der neapolitanischen Kunst einzufangen.

Die Zutaten für den Teig:

  • Mehl: Verwende ausschließlich fein gemahlenes Weizenmehl der Type „00“ (doppio zero) mit einem Proteingehalt von etwa 13 %. Das entspricht unserer Type 405. Marken wie Farina Caputo sind weltweit beliebt und im Feinkosthandel oder online erhältlich. Achte auf einen Eiweißgehalt von 12-15 g pro 100 g Mehl. Bis zu 20 % Tipo 1 (unserer Type 812) sind übrigens auch nach neapolitanischem Regelwerk erlaubt.
  • Hefe: Eine Pizza Napoletana wird mit Hefe zubereitet. Trockenhefe ist absolut erlaubt und aufgrund ihrer einfachen Verarbeitung und Lagerung unsere bevorzugte Wahl.
  • Wasser: Gutes, selbstverständlich nicht kohlensäurehaltiges Wasser ist essenziell.
  • Salz: Nur Meersalz ohne Rieselhilfen oder andere Zusätze ist erlaubt und empfohlen.
  • Unser Geheimtrick für den Heimofen: Da dein Backofen niemals die hohen Temperaturen eines Holzofens erreicht, schummeln wir eine kleine Menge Olivenöl (ca. 5 ml) und braunen Rohrohrzucker (ca. 2 g) in den Teig. Der Zucker karamellisiert beim Backen und sorgt für eine wunderschön gebräunte, knusprige Kruste, während das Öl die Krume auch bei längerer Backzeit saftig hält.

Mengenverhältnisse und Teigzubereitung:

Die genauen Mengenverhältnisse kannst du idealerweise mit einem Online-Rechner wie auf pizzacreator.net ermitteln. Für eine Pizza mit 32 cm Durchmesser gehen wir meist von 175 g Mehl, 105 ml Wasser, 0,6 g Trockenhefe und 3,6 g Salz aus. Das entspricht einer Hydration von 60 %, ideal für Neulinge.

Wie kann man Pizza backen?

Gib Wasser, Mehl, Hefe, Salz, Olivenöl und Zucker in eine große Schüssel und verknete alles mit einer Küchenmaschine oder von Hand für 10 Minuten zu einem gleichmäßigen, nicht zu klebrigen Teig. Das ist entscheidend für die perfekte Glutenstruktur. Der Teig sollte sich satt und griffig anfühlen und sich rückstandslos von der Schüssel lösen.

Die lange Ruhezeit: Fermentation für Aroma und Textur

Den fertigen Teig lassen wir zunächst 20 Minuten abgedeckt in der Schüssel ruhen. Danach teilst du ihn in einzelne, etwa 280 g schwere Teiglinge. Forme diese zu Kugeln und reibe sie leicht mit Olivenöl ein. Verpacke sie in einzelne Behälter (z.B. Gastronorm-Behälter) und stelle sie für mindestens acht Stunden, aber maximal 5-7 Tage, in den Kühlschrank. Diese kalte Fermentation verbessert nicht nur den Geschmack und die Textur des Teigs erheblich, sondern bietet auch unglaubliche Flexibilität: Du kannst den Teig vorbereiten, wenn du Zeit hast, und dir dann einfach eine Portion aus dem Kühlschrank nehmen, wenn der Pizzanerv juckt. Etwa eine Stunde vor dem Backen solltest du die Teiglinge aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen.

Die Sauce: Das A und O für den wahren Pizzagenuss

Die Qualität der Sauce ist entscheidend, besonders bei einer veganen Pizza ohne Käse, da sie dann die wahre Handwerkskunst des Pizzabäckers offenbart. Die neapolitanische Pizzapolizei hat auch hier strenge Meinungen!

  • Tomaten: Wenn frische Tomaten verwendet werden, müssen es San-Marzano-Tomaten aus der gleichnamigen Region sein. Diese längliche, alte Sorte mit geschützter Ursprungsbezeichnung ist besonders aromatisch. Doch keine Sorge: Dosentomaten sind auch für die „la vera pizza“ absolut in Ordnung, ja, sogar die Regel. Achte auf das D.O.P.-Siegel (Denominazione d’Origine Protetta) bei geschälten San-Marzano-Tomaten – es lohnt sich wirklich.
  • Zubereitung: Die ganzen, geschälten Tomaten kommen aus der Dose in eine Schüssel und werden ausschließlich mit den Händen zerkleinert und „homogenisiert“. Ein Mixer würde die Kerne zerkleinern und einen bitteren Beigeschmack verursachen, den niemand möchte.
  • Würzen: Die Sauce wird lediglich mit geriebenem Knoblauch, Oregano (wir bevorzugen intensiv-aromatischen türkischen Oregano) und Salz gewürzt. Nicht zu lasch! Und das Wichtigste: Die Sauce für eine neapolitanische Pizza kommt immer roh auf den Teigfladen, sie wird nicht gekocht oder eingedickt.

Der Belag: Weniger ist oft mehr

Bei der „la vera pizza“ dreht sich alles um Minimalismus. Die Margherita und die Marinara sind die einzigen streng genommen erlaubten Varianten. Doch für unsere heimische, vegane Version dürfen wir uns kleine Freiheiten erlauben. Wir lieben Rucola, Champignons, Peperoni, hauchdünn geschnittenen Seitan, Artischocken und Oliven auf der Pizza. Dennoch halten wir uns an die neapolitanische Grundregel: Teig und Sauce stehen im Mittelpunkt, alles andere ist Beiwerk.

Für unsere vegane Margherita toppen wir den Teigfladen in dieser Reihenfolge:

  1. Unsere gewürzte, intensiv nach Oregano und Knoblauch duftende Sauce.
  2. Einige Blätter frischer Basilikum (ein Teil vor, ein Teil nach dem Backen).
  3. Selbstgemachter veganer Mozzarella oder gekaufter veganer Reibekäse, in kleinen Stücken verteilt.
  4. Ein Schlückchen gutes Olivenöl extra vergine, spiralförmig über den Pie gegossen, kurz vor dem Backen.

Das Backen: Dein Ofen als Pizza-Heiligtum

Jetzt wird es ernst! Die richtige Backtechnik ist entscheidend für den knusprigen Boden und den luftigen Rand.

  1. Ofen Vorheizen: Platziere deinen Pizzastein oder das Stahlblech auf der obersten Schiene deines Backofens. Dreh den Ofen auf maximale Temperatur (Ober- und Unterhitze) – in der Regel sind das etwa 250 °C. Lass den Stein etwa 45 Minuten, das Stahlblech 25 Minuten vorheizen. Wir wollen alles an Hitze herausholen, was dein Ofen hergibt.
  2. Arbeitsfläche vorbereiten und Teig formen: Bemehle deine Arbeitsfläche großzügig mit Mehl, Hartweizengrieß oder Polenta. Nimm einen Teigling aus dem Gärgefäß, bemehle ihn ebenfalls leicht und lege ihn mittig auf die Arbeitsfläche. Drücke den Teig zunächst ausschließlich mit den Fingern beider Hände flach, von dir weg, und achte darauf, einen 1-2 cm breiten Rand zu lassen. Drehe den Teigling um und drücke ihn von der Mitte zu den Seiten hin mit der Handfläche flach, während du mit der anderen Hand den Rand vorsichtig und gleichmäßig nach außen ziehst und dabei den Teig immer wieder drehst. Profis „schlagen“ den Teig, aber du kannst ihn auch ganz entspannt über deine Handrücken legen und durch Spreizen der Finger und leichtes Auseinanderziehen auf den finalen Durchmesser von etwa 32 cm dehnen.
  3. Belegen: Lege den fertig geformten Pizzaboden auf deinen leicht bemehlten Pizzaschieber. Bestreiche ihn mit der Sauce (ca. 60-80 g), wobei der Rand freigelassen wird. Verteile die gezupften Basilikumblätter und den veganen Käse gleichmäßig. Toppe alles mit einem kleinen Schluck Olivenöl, wiederum spiralförmig von der Mitte zum Rand hin.
  4. Der Backvorgang: Teste vorsichtig, ob sich der belegte Pie auf deinem Schieber leicht bewegt. Wenn nicht, hilf mit etwas Mehl oder Grieß nach. Dann schiebe die Pizza beherzt auf den vorgeheizten Stein oder das Blech in den Ofen. Stelle den Backofen nun auf reine Oberhitze um. Der Stein/Stahl liefert genug Hitze von unten, und wir wollen die maximale Power von oben, um den Rand aufzupuffen und die Oberfläche perfekt zu garen.
  5. Beobachten und Servieren: Der Backvorgang dauert nun etwa fünf bis sieben Minuten, je nach Ofen. Ab der Zwei-Minuten-Marke solltest du regelmäßig nachschauen. Die Ränder sollten schnell aufgehen und Farbe annehmen, die Sauce leicht blubbern und der vegane Käse schmelzen. Wenn die Pizza ungleichmäßig bräunt, drehe sie mit dem Pizzaschieber um 180°. Das Endergebnis sollte würzig duften, sich soft anfühlen, leicht falten lassen und einen knusprigen, nach frisch gebackenem Brot schmeckenden Boden haben. Sofort mit frischem Basilikum toppen und genießen! Die Associazione empfiehlt, eine Pizza Napoletana innerhalb von zehn Minuten zu verzehren – also, ran an den Speck, oder besser gesagt, an die Pizza!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was macht eine hausgemachte Pizza „neapolitanisch-ähnlich“?

Es ist die Kombination aus sorgfältiger Teigzubereitung mit speziellem Mehl und langer Fermentation, dem Einsatz von hochqualitativen San-Marzano-Tomaten für die Sauce und der Imitation der hohen Temperaturen eines Holzofens durch den Pizzastein/-stahl und die spezielle Oberhitzetechnik im heimischen Ofen. Die Liebe zum Detail beim Formen des Teigs und dem minimalistischen Belegen spielt ebenfalls eine Rolle.

Wie kann man Pizza backen?

Warum ist diese Pizza vegan?

Der traditionelle Teig der Pizza Napoletana ist von Natur aus vegan, da er nur aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz besteht. Für die vegane Margherita ersetzen wir lediglich den Mozzarella durch eine pflanzliche Alternative. Da der Fokus auf der Qualität von Teig und Sauce liegt, ist eine vegane Pizza, die auf den neapolitanischen Prinzipien basiert, ein hervorragendes Beispiel für reinen Pizzagenuss.

Kann ich auch normales Mehl verwenden?

Während du mit herkömmlichem Weizenmehl (Type 405) auch gute Pizzen backen kannst, empfehlen wir für das beste Ergebnis Mehl der Type „00“ mit hohem Proteingehalt (12-15g pro 100g). Dieses Mehl entwickelt eine bessere Glutenstruktur, die für die Elastizität und den luftigen Rand einer neapolitanisch inspirierten Pizza unerlässlich ist.

Warum fügt man Öl und Zucker zum Teig hinzu, wenn es nicht traditionell ist?

Dies ist unser „Schummeltrick“, um die geringeren Temperaturen und längeren Backzeiten eines Haushaltsbackofens auszugleichen. Der Zucker hilft dabei, dass der Teig schneller bräunt und eine knusprigere Kruste bekommt, während das Öl die Krume saftig hält und sie vor dem Austrocknen schützt, da die Pizza länger als die traditionellen 90 Sekunden backen muss.

Kann ich den Pizzateig einfrieren?

Ja, der fertige Pizzateig kann nach der achtstündigen Gehphase eingefroren werden. Lasse ihn einfach über Nacht im Kühlschrank auftauen und verarbeite ihn dann wie frisch zubereitet weiter. Das ist ideal für die Vorbereitung.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast nun alle Geheimnisse und Tricks an der Hand, um deine eigene, halbwegs neapolitanische, aber ganz sicher perfekte vegane Pizza zu Hause zu backen. Viel Spaß beim Experimentieren und vor allem: Buon Appetito!

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